Musketier Arthur Delle

Arthur Delle
Musketier

Infanterie-Regiment Generalfeldmarschall Prinz Friedrich Karl von Preußen (8. Brandenb.) Nr. 64

10./ Kompagnie

*27. Juni 1895 in Berlin

+2. April 1916 in Göttingen

Der zwanzigjährige Arthur Delle wurde während der Kämpfe am Fort Douaumont am 3. März 1916 verwundet und erlag nur knapp einen Monat später seinen Verletzungen in einem Lazarett.

Das IR 64 war vom 27. Februar – 2. März 1916 in schwerste Kämpfe am Panzerturm, östlich von Fort Douaumont verwickelt.

Am 1. März sollte das Regiment den Angriff östlich des Forts weiter vortragen, dieses misslang allerdings unter schwersten Verlusten.

Die Regimentsgeschichte schreibt dazu:

„…Maschinengewehre und Flammenwerfer des Bataillons zerschossen, ein frischer, nicht erschütterter Feind unmittelbar vor sich, konnte das Bataillon nur daran denken, die Stellung am Panzerturm zu halten…Um das schwer mitgenommene I. Batl. zu stützen, zog der Regimentskommandeur das III. Batl. hinter den linken, und später auch das halbe II. hinter den rechten der vorderen Linie. Mühselig arbeiteten sich die Kompagnien durch die feindliche Feuersperre, die besonders stark, fast lückenlos am Nordhang des Douaumontrückens lag, hindurch… Von Abschnitt zu Abschnitt wurde um die Feuerräume ein Haken geschlagen, oder es ging durch die feuerärmsten Stellen im Marsch-Marsch, einer hinter dem anderen, zur nächsten Deckung…“

In der Nacht zum 4. März wurde das III. Bataillon wieder zurückgenommen.

„…Nach den schweren Kämpfen sah es im halbdunklen Panzerturm wenig erfreulich aus; eine große Anzahl Verwundeter hatten in ihm Zuflucht gefunden und wartete seit 2 Tagen auf ihren Abtransport. Der immer in der vorderen Linie tätige Assistenzarzt des II. Batl., Dr. Koppel*, sorgte unermüdlich für sie, so gut es ohne Wasser und Verpflegung ging. Erst in den folgenden Nächten gelang es, diese Mannschaften Zurückzubringen…“

*Assistenzarzt der Reserve Max Koppel starb schon kurze Zeit später am 8. Mai 1916 beim Treffer einer schweren Mine in den Bataillonsunterstand im Caillettewald.

Im ersten Einsatz vor Verdun verlor das Regiment in 4 Wochen 10 Offiziere, 294 Unteroffiziere und Mannschaften. 29 Offiziere und 1387 Mann wurden verwundet oder sind vermisst.


Delle
Grabmal Familie Delle
Delle
Kampfgebiet des IR 64 am Panzerturm-Ost
Panzerturm
Der Panzerturm
Douaumont
Die Reste des Panzerturms



Im Kreise seiner Familie ruht Arthur Delle heute auf dem Luisenfriedhof II in Berlin-Charlottenburg.

Leutnant der Reserve Arnold Tofahrn

Leutnant der Reserve
Arnold Tofahrn

Reserve-Feldartillerie-Regiment 21
8. Batterie

*11. Februar 1897 in Duisburg-Hamborn
+07. November 1916 bei Ornes

 

Die Batterien des Reserve-Feldartillerie-Regiments 21 fanden am 30. Oktober 1916 Stellung im muldenreichen Gelände am Ostabfall der Cotes südlich Ornes und im Großen und Kleinen Chéna-Wald. Die Beobachtungstellen wurden im Zick-Zack Graben eingerichtet. Erst kurz zuvor wurde die Feldartillerie nötigerweise vom Hardaumont gezogen um die Front zu verkürzen.

Die Beobachtung gestaltete sich von da ab schwierig, und die Infanterie musste Kurzschüsse in Kauf nehmen.

Arnold Tofahrn, Spross einer großen und einflussreichen Familie aus Duisburg, löste mit der 8. Batterie RFAR 21 in Stellung ab und beteiligte sich am Sperrfeuerschießen vor die eigene Linie in die Briten- und Vauxschlucht.

Die Chronik des Regiments berichtet für diese Kampftage:

„…Tagtäglich brauste in diesem Zeitraum, namentlich wenn sich von Mittag ab der Nebel und Dunst gehoben hatte, der Geschosshagel auf den Hardaumont und die Batteriestellungen beiderseits der Straße Ornes-Bezonvaux nieder, um sich bis zum Einbruch der Dämmerung gegen 4 und 5 Uhr nachmittags zum Orkan zu steigern. Auf das Kaliber 22 cm hatte der Feind noch die 30 cm gesetzt…

…Am 6. November abends wurde die 8. Batterie planmäßig bekämpft, im Morgengrauen wechselte sie ihre Stellung 300m südlich der Mitte von Ornes. Aber nur zu bald fand sie der Franzmann von neuem. Hauptmann Prauser wurde verschüttet, Lt. Tofahrn fiel und 1 Unteroffizier wurde schwer verwundet…“

 

Tofahrn

 

 

 

 

 

 

Arnold Tofahrn wurde in seine Heimat Duisburg-Hamborn überführt und fand Platz auf dem Ehrenfeld des dortigen Nordfriedhofs, Block , Grab 54a.

Wilhelm Radcke (Radke) Leutnant und Zugführer

Wilhelm Radcke (Radke)
Leutnant und Zugführer

7. /Kompagnie
Infanterie-Regiment Graf Bülow von Dennewitz (6. Westf.) Nr. 55

*16. Januar 1896 in Wilhelmshaven/Wittmund
+ 11. Juli 1916 Toter Mann/ Verdun

In den vorliegenden Quellen trifft man auf die verschiedenen Schreibweisen Radcke und Radke.

Den ersten Einsatz vor Verdun verlebte Radcke und das Regiment zeitweise im Bereich des Rabenwaldes und bei Cumières.

Zu dieser Zeit waren die großen Angriffsbewegungen schon eingestellt, Gewonnenes zu halten sollte von nun an der Schwerpunkt sein.

 

Radtke

Das Cäcilienlager, Ruhelager des Regiments bei Vilosnes.

 

 

 

 

 

 

In den Tagen vom 19. – 21. Juni 1916 bezog das Regiment seine Kampfstellung auf dem Toten Mann. Einen Vorgeschmack auf das neue Kampfgelände konnte man schon beim Anmarsch durch den zerschossenen Forgeswald, den sumpfigen Grund des Forgesbaches mit Potsdamer, Weidendammer, Runkel- und Lützowbrücke, sowie der Aufstieg über das T-Wälchchen zur Kuppe des Toten Mannes erhalten.

Radtke

Das Kriegsgrab in Dannevoux von Wilhelm Radcke

 

 

 

 

 

 

Jegliche Zeit wurde genutzt um die kaum vorhandene Stellung auszubauen und zu sichern, im Wechsel zwischen Ruhe und Reserve. Infanteristisch trat das Regiment kaum in Erscheinung, der Artilleriekampf dominierte bis zur Ablösung und dem Verlegen an die Somme.

„…Und nun 8 Wochen graben und bauen und alles dazu Nötige von weither herbeischleppen, selbst die Verpflegung, um wenigstens einmal täglich etwas Warmes genießen zu können… Fast kein Tag ohne Verluste! Das war die Folge des schweren Artilleriefeuers, unter dem sich dieses Leben abwickelte… Die Verluste betrugen: an Toten 9 Offiziere, 11 Unteroffiziere, 138 Mann, an Verwundeten 6 Offiziere, 42 Unteroffiziere, 428 Mann, an Vermißten 2 Unteroffiziere, 11 Mann, insgesamt also 15 Offiziere, 55 Unteroffiziere und 577 Mann, ohne daß das Regiment angegriffen ist oder eine größere Unternehmung ausgeführt hat.

Die Toten fanden eine würdige Ruhestätte auf dem von der Gräberkommission unter Lt.d.R. Meyer (Paul) angelegten Friedhofe bei Dannevoux; treue Kameradschaft schmückte ihre Gräber mit hübschen Gedenksteinen…“

Da die Regimentsgeschichte nicht weiter auf Lt. Radcke eingeht, lässt vermuten, dass auch er der Artillerie zum Opfer fiel.

 

Die heutige, leider schlecht gepflegte Ruhestätte auf dem Ehrenfriedhof Duisburg-Kaiserberg. Zeitpunkt der Umbettung ist unbekannt.

 

Radtke

 

 

 

 

 

 

 

Leutnant Arthur Knipscheer

Leutnant
Arthur Knipscheer

2. Oberrheinisches Infanterie-Regiment Nr. 99
Stab

*in Duisburg, Geburtsdatum ist unbekannt
+16. April 1916 Moranvillewald

Das Infanterie-Regiment 99 lag mit seinen Teilen im März/April 1916 im Moranvillewald, westlich der Straße Abaucourt-Hautecourt/ Moranville mit Blick nach Eix.

Der Regimentsstab, dem Lt. Knipscheer laut Verlustliste angehörte, fand seinen Platz in einem zerfallenem Unterstand am Ostrand der großen Schneise, die durch den Wald führte.

Arthur Knipscheer selbst wird in der Regimentsgeschichte namentlich nicht erwähnt, auch der Todestag wird nicht beschrieben, sondern nur die Tage davor.

„…Dieser Tag brachte außer zu Trommelfeuer gesteigerten Feuerüberfällen eine Neuerscheinung in einem schweren Zwillingsgeschütz, scheinbar vom Fort Moulainville, das mit seinem den ganzen Wald erschütternden und jeder Deckung spottenden Doppelschlag fortan der Schrecken der Bereitschaften wurde…“

 

Knipscheer

 

 

 

 

 

 

Wilhelm Knipscheer, der Bruder, fiel 1918 als Flieger. Er starb in Böblingen im Krankenhaus und ruht mit seinem vor Verdun gefallenen Bruder Arthur im Gemeinschaftsgrab auf dem Ehrenfriedhof Duisburg-Kaiserberg, Feld 1, Grab 96.

Fahrer Michael Hirschauer

Fahrer
Michael Hirschauer

*12. Januar 1889 in München
+22. September 1917 bei Romagne-sous-Montfaucon

Kgl. Bayer. 9. Feldartillerie-Regiment (Landsberg)
9. (F) Batterie

Hirschauer, von Beruf Huf-und Wagenschmied, trat am 22. Oktober 1909 in die bayerische Armee ein, diente in der 4. Batterie des K.B. 4. FAR und wurde im September 1911 zur Reserve entlassen. Zwischenzeitlich wechselte er in die 1. Batterie, mit welcher er 1914 ins Feld zog, nachdem er am 3. August 1914 in den Dienst gezogen wurde. Vorreiter einer fahrbaren Batterie war dort seine Tätigkeit.

Am 9. Februar 1917 wurde er zur 9. (F)ahrenden Batterie des K.B. 9. FAR versetzt und nahm bis dorthin an folgenden Kämpfen teil:

1914 bei Badonviller, Vezoufe, Lothringen, Saarburg, Nancy, an der Somme.

1915 im Artois.

1916 bei Neuville und vor Verdun, dort vorranging bei Fort Douaumont, im Cailette-Wald, bei den Wabengräben, an der Kalten Erde und bei Fleury.

Im Jahre 1917 wurde sein Regiment wieder im Großraum Verdun eingesetzt.

Dort wurde Michael Hirschauer bei Romagne-sous-Montfaucon/ Wegekreuzung südöstlich Very, am 22. September 1917 um 14:30, auf der Fahrt in die Feuerstellung der 9./ 9. FAR durch Granatsplitter im Kopf, Brust, rechtes und linkes Bein tödlich verletzt.

Hirschauer
Grabstätte Hirschauer
Hirschauer
Grabinschrift

Erstbestattungsort war Romagne-sous-Montfaucon, wann er zum Waldfriedhof München umgebettet wurde, ist unbekannt. Dort fand er Platz in der Familiengruft.

Michael Hirschauer war Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse und des Militärverdienstkreuzes III. Klasse mit Schwertern, beides innerhalb von 3 Tagen im August 1917 verliehen.

Kanonier Otto Hermsdorf

Kanonier
Otto Hermsdorf

 * 5. Januar 1893 in Nowawes/Teltow (Potsdam-Babelsberg)

+ 23. Februar 1916 am Etang de Rebraquis bei Verdun

I. Westpreussisches Fußartillerie-Regiment Nr. 11
4./ Batterie

Auch das Schicksal von Kanonier Otto Hermsdorf kann nicht komplett geklärt werden.

Das einzige bekannte Datum seines Todes ist der 23. Februar 1916, allerdings griff das Fußartillerie-Regiment 11 erst ab 25. Februar 1916 aktiv in die Kämpfe auf dem Ostufer bei Verdun ein. Über Ornes ging es nordwestlich von Bezonvaux in Stellung um dort das Feuer gegen Fort Vaux aufzunehmen. Über die davorliegenden Tage und Tätigkeiten gibt es keine Informationen.

Otto Hermsdorf beerdigte man auf dem Ehrenfeld des Friedhofs Nordend in Berlin-Pankow. Fälschlicherweise ist die Ruhestätte beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge mit Dankeskirchhof Berlin-Reinickendorf angegeben.

Hermsdorf
Grabmal von Otto Hermsdorf
Hermsdorf
Das Denkmal des Fußartillerie-Regiments Nr. 11 ist auf dem Neuen Garnisonsfriedhof in Berlin
Folgende Inschrift ist auf dem Grab von Otto Hermsdorf zu entziffern:

Dies Grab

heiliger Friedhofsstille

deckt unseren Sohn

und Bruder zu,

hier schlummert sanft

die irdische Hülle,

der Geist fand droben

seine Ruh.

Leutnant Fritz Hubbe

Leutnant der Reserve
Fritz Hubbe

*30. Oktober 1889 Neuhaldensleben bei Magdeburg

+29. Dezember 1917 bei Juvigny-sur Loison, Jametz

 

Fliegerabteilung 36

vormals Husaren-Regiment Nr. 10

Träger des EK I sowie EK II und des Abzeichens für Flugzeugführer

 

 

Leutnant der Reserve Fritz Hubbe verunglückte 1917 tödlich als Flugzeugführer. Leider ist außer den bekannten Angaben aus der Verlustliste, Preußen 1036 und dem Ehrenmal des preußischen Offizierkorps nichts weiter über ihn zu finden.

Die Umstände seines Fliegertodes, vermutlich im Bereich des Flugfeldes der FA 36 bleiben demnach ungeklärt.

Das Grab von Fritz Hubbe befindet sich auf dem Friedhof in Haldensleben/ Sachsen-Anhalt. Er ruht dort in der Familiengruft.

 

 

Auf seinem Stein findet sich folgende Inschrift:

 

Liebe Eltern, trauert nicht um mich, freut Euch, daß Ihr einen Sohn hattet,

dem der Sieg Deutschlands mehr wert war wie sein Leben.

Seid stolz auf Euren Sohn und denkt stets, daß es die Not der Stunde gebot, daß deutsches Wesen und deutsche Art nicht untergehe.

 

 

 

Hubbe

 

Vielen Dank für die Fotos und die Mitarbeit von Heinz Linke und Kurt Pflüger.

 

 

 

 

 

 

Rudolf Sickermann

Rudolf Sickermann

 

* 25. Juli 1894 in Hagen/Westfalen

+ 16. Juli 1916 Verdun   – La Vauche Wald

 

Reserve-Feldartillerie-Regiment Nr. 25

10./ Batterie

 

 

Über Rudolf Sickermann ließ sich nicht viel herausfinden.

Seine Einheit, das Reserve-Feldartillerie-Regiment 25, verlegte vom 2. – 9. Juli 1916 aus den Argonnen in seinen neuen Bestimmungskreis Verdun, um dort an den Stellungskämpfen teilzunehmen.

Am 9. Juli 1916 bezog die 10./ Batterie Biwak im Morimont-Lager. Schon wenig später nahm sie Stellung im La Vauche Wald und wurde der II. Abteilung RFAR 25 unterstellt.

 

Die Regimentsgeschichte schreibt über diese Gefechtstage:

…Die gesamte Gefechtstätigkeit blieb während des Juli sehr rege, namentlich die Stellung der linken Nachbardivision vor Zwischenwerk Thiaumont war das Ziel häufiger, örtlicher Angriffe des Feindes. Da ein Verlust dieser beherrschender Stellung den Feind in Flanke und Rücken der eigenen Division führen mußte, wurde den dort stattfindenden Kämpfen besondere Aufmerksamkeit gewidmet und durch ein zusammengefaßtes Sperrfeuer die Abwehr der Angriffe unterstützt.

Vom 15.-18. Juli kam es hier zu größeren Kämpfen, in die das Regiment, selbst unter schwerem Feuer liegend, wiederholt eingriff…

 

Wie Rudolf Sickermann, selbst sein Dienstgrad ist nicht bekannt, zu Tode kam ließ sich leider nicht ermitteln.

Beerdigt wurde er auf dem Buschey-Friedhof in Hagen, im Kreise seiner Familie.

 

 

 

Sickermann

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sanitäts-Gefreiter Paul Klapdor

Sanitäts-Gefreiter
Paul Klapdor

* 02. April 1889 in Velbert
+ 24. Dezember 1914 in den Argonnen

Infanterie-Regiment „Graf Werder“ (4. Rheinisches) Nr. 30

5./ Kompagnie

Paul Klapdor fiel bei den Kämpfen um die Rheinbaben-Höhe in den Argonnen.

Die Regimentsgeschichte schreibt:

Die 7./ und 8./30 stürmten im Verband der 33. Division am 27. Oktober französische Schützengräben, zwischen Barricade Pavillion und dem „Tiefen Grund“. Die 5./ und 06./30 eroberten am 06. und 07. November und 13. November feindliche Stellungen bei St. Hubert, die 09./ und 11./30 nisteten sich, nachdem sie auf der Jäger-Höhe mitgekämpft hatten, auf der Rheinbaben-Höhe ein und warfen den Gegner dort am 31. Dezember in schneidigem Draufgehen gegen den Charmes-Bach zurück.

Paul Klapdor liegt auf dem Kriegsgräberfeld des evangelischen Friedhofs in Velbert.

Hubertushöhe
Artilleriestellung auf der Hubertushöhe
Hubertushöhe
Die Hubertushöhe in den Argonnen
Klapdor
Grabstein des Paul Klapdor

Leutnant Albert Kiekert

Leutnant der Reserve
Student der Rechtswissenschaften

Albert Kiekert

*10. März 1893 in Heiligenhaus
+27. Januar 1918 bei Montigny-devant-Sassey/Meuse

Flieger-Abteilung 278 (sächsisch), Artillerie

Träger des Eisernen Kreuzes 2. Klasse

Kiekert
Albert Kiekert

Albert Kiekert, Enkel des Heiligenhauser Firmengründers der Kiekert AG – Arnold Kiekert, diente zu Beginn des Weltkrieges als Unteroffizier  in der 2./ Batterie des Feldartillerie-Regiments 33. Das FAR 33 war im Rahmen der 33. Infanterie-Division ab dem 25. September 1914 im Argonnerwald eingesetzt. Am 08. Mai 1915 wurde er bei der 4./ Batterie leicht verwundet, er blieb jedoch bei der Truppe. Die Batterie hatte ihre Stellungen unweit des Esebeck-Platzes im Osten der Argonnen. Sein Bruder Lt. d. R. Fritz Kiekert diente im gleichen Regiment in der 3./ Batterie.

Höhe 265
Betonierter Artillerie-Unterstand auf Höhe 265 im Argonnerwald

Anfang Mai 1915 schreibt die Regimentsgeschichte:

Vom 02. – 06. Mai wurden Angriffsvorbereitungen auf die Höhe 285 und La Fille Morte getroffen. Dieselben wurden aber infolge der in der Schlacht bei Arras benötigten Munitionsmengen wieder abgesagt.

Am 15. Mai trat Hauptmann Fischer, der seit Januar 1915 Kommandeur der II. Munitionskolonnen Abteilung XVI. AK gewesen war, infolge Auflösung der Mun.Kol.Abt. Stäbe zum Regiment zurück und übernahm am 20. Mai vorerst die Führung der 1./ Batterie, später die der 2./ Batterie.
Oberleutnant Jelkmann, bisher Adjutant der II. Mun.Kol.Abt., übernahm die Führung der 5. Batterie.
Am 17. Mai hatte sich Hauptmann von Breitenbuch, von seiner Verwundung genesen, wieder zum Dienst gemeldet und die Führung der II. Abteilung unter Beibehaltung der 2./ Batterie wieder übernommen.
Am 20. Mai erfolgte von Seiten der Franzosen eine Sprengung, die sich für unsere Artillerie folgendermaßen auswirkte, sie sei hier als Schulbeispiel erwähnt:
Die 2./Batterie 34 eröffnete aus dem Cheppywald sofort nach der Sprengung das Feuer auf starkbesetzte Schützengräben südlich von Vauquois mit so günstiger Wirkung, daß die Gräben zum Teil verschüttet wurden (52 Schuß). Gleichzeitig eröffnete der 1. Zug unserer 1./ Batterie und der Cheppy-Zug der 5./ Batterie ihr Feuer nach demselben Ziel (56 Schuß). 7./ Batterie FußArt. 18 eröffnete ebenfalls das Feuer dorthin, wobei drei Volltreffer beobachtet wurden (10 Schuß), während unsere 6./ Batterie die feindliche Batterie bei Les Merliers zwang, ihr Feuer auf die deutschen Gräben bei Vauquois einzustellen. Hierdurch wurde der Vorstoß zur Besetzung des Trichterrandes durch die Franzosen im Keim erstickt.

Höhe 265
Betonierter Artillerie-Unterstand auf Höhe 265 im Argonnerwald

Am 07. September 1916 wird er erneut, diesmal als Leutnant der Reserve, schwer verwundet. Das FAR 33 ist dieses Mal im Rahmen der 33. ID bei den schweren Kämpfen um Verdun auf dem Hardaumont-Rücken eingesetzt.

Die Regimentsgeschichte schreibt:
Mit der Ruhe war es nun freilich schon am 06. September nichts. Bald gingen schwere Schüsse in die Bruleschlucht, bald gingen sie in unsere neu bezogenen Stellungen der Batterien, bald nach unserer Gefechtsstelle. Das Feuer wurde immer lebhafter und von 3 Uhr ab lagen alle Batterien unter schwerem Feuer. Unsere schweren Batterien antworteten fleißig. Abends begann eine Gasbeschießung mit schweren Geschossen, die aber bei dem starken Nordwinde keine Wirkung hatte.
Der neben uns liegende Stab des bay. 4. I.R. hatte keine Verbindung mehr nach vorn. Die Batterien waren dauernd feuerbereit, wurden jedoch nicht angefordert. In später Abendstunde kommen recht ungünstige Nachrichten durch die Bayern. Danach sollen die Franzosen mit starken Kräften angegriffen haben und nach starker Artillerievorbereitung an vielen Stellen in unsere vorderste Linie eingedrungen sein. Durch Gegenstoß sollte nun das Verlorene wiedergewonnen werden. Sehr starke Verluste. Munitionsmangel soll den Artilleriekommandeur veranlaßt haben, dem Ruf nach Artillerieunterstützung nur in beschränkter Form nachzukommen. Die drauffolgende Nacht war sehr unruhig. Ein Volltreffer auf die Decke zeigt, daß wir wohlgeborgen sind.

Am 07. früh teilt uns der Kommandeur der Bayern mit, daß der Schaden wieder ausgeglichen werde. Dagegen sollen die Franzosen bei der 33. ID im Bergwalde Vorteile errungen haben. Ein Gang durch alle Batteriestellungen nimmt den ganzen Vormittag in Anspruch. Wir erhalten durch Oberarzt D. Fricke ärztlichen Zuwachs. Am Tag war es sehr ruhig. In der Nacht machen wir einen Gegenangriff im Bergwalde, um die gestern verloren gegangene Stellung wieder zu gewinnen. Der Angriff soll Erfolg gehabt haben.

Nach seiner Genesung wurde er vom 21. April – 27. Juni 1917 im Feldartillerie-Regiment 99 eingesetzt. Das Regiment lag südlich Laon bei Chavignon am Chemin de Dames.

Nun erfolgte die Versetzung zu den Fliegern, Albert Kiekert wird zunächst Beobachter bei der Flieger-Abteilung 19. Im Anschluss findet er Verwendung bei der Flieger-Abteilung 278 (sächsisch), einer Flieger Abteilung zur Artilleriebeobachtung.

Kiekert
Aus dem Familienalbum, Albert Kiekert rechts im Bild

Am 27. Januar 1918 kehrte er von seinem 15. Feindflug nicht zurück. Das Aufklärungsflugzeug wurde bei Montigny-devant-Sassey an der Maas – etwa 40 Km nördlich von Verdun –  abgeschossen. Mit ihm starb Vizefeldwebel Anton Schmitz.

Rumbler C VII
Rumbler C VII – Aufklärungflugzeug
Sassey sur Meuse
Sassey sur Meuse
Montigny devant Sassey
Montigny devant Sassey – rechts die mögliche Absturzstelle

Die Grabstätte in Heiligenhaus

Kiekert
Die Grabstätte der Familie Kiekert in Heiligenhaus
Kiekert
Inschrift auf dem Propeller-Blatt
Kiekert
Todesanzeige von Albert Kiekert
Kiekert
Todesanzeige der Familie

Albert Kiekert ist in der Familiengruft auf dem evangelischen Friedhof  in Heiligenhaus beigesetzt…

 Vielen Dank an Herrn V. Kiekert für die Bereitstellung der Bilder und weiterer Informationen.

Der Todesort in Frankreich