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Soldatenfriedhöfe

Der Soldatenfriedhof Apremont

Die Gestaltung von Kriegsgräbern und Soldatenfriedhöfen wurde erstmals im Ersten Weltkrieg durch den Gesetzgeber geregelt. Die allgemeine Wehrpflicht hatte für eine Besserstellung des Soldatenstandes gesorgt, nun wurden auch weitestgehend einfache Soldaten in Einzelgräbern bestattet. Nach Kriegsbeginn waren zunächst die Etappeninspektionen für deren Anlage und Pflege zuständig. Als sich der Krieg in die Länge zog, wurde man gewahr, dass viele Einheiten direkt hinter der Front, teils in dichten Wäldern, Friedhöfe und Denkmäler errichtet hatten.
Diese konnten jedoch nach Kriegsende nicht weiter gepflegt werden. Nach dem Krieg begann der französische Staat mit dem Auflösen kleinerer Friedhöfe und dem Anlegen von Sammelfriedhöfen. Ab 1923 folgte der deutsche Volksbund mit Umbettungsarbeiten und der Errichtung individueller deutscher Soldatenfriedhöfe in Belgien und Frankreich. Im Gegensatz zu den europäischen Nachbarn – dort gibt es staatliche Stellen für den Erhalt der Soldatenfriedhöfe –  hat damit bis heute eine private, gemeinnützige Organisation die Pflege und Instandhaltung übernommen. Finanziert wird sie durch Spenden und Sammelaktionen. An dieser Stelle sei uns der Hinweis gestattet, dass auch zahlreiche Zivilarbeiter und Krankenschwestern ihre letzte Ruhestätte dort gefunden haben.

Soldatenfriedhöfe im Raum Verdun

Der deutsche Soldatenfriedhof Apremont

Apremont
Soldatenfriedhof Apremont

Direkt an der Strasse, die von Apremont sur Aire hinauf zur Mudra-Höhe zum Lager Borrieswalde und dann weiter durch den Argonnerwald nach Binarville führt, befindet sich noch heute der deutsche Soldatenfriedhof Apremont. Dieser vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge betreute Friedhof wurde im November 1915 durch deutsche Truppen angelegt. Bis Oktober 1918 fanden dort Beisetzungen statt. Später kamen noch einzelne Umbettungen aus der näheren Umgebung hinzu. Der Friedhof ist der einzige Friedhof im Gebiet des Argonnerwaldes, der erhalten geblieben ist. Auf ihm kann der Besucher den ursprünglichen Charakter der Friedhöfe im Argonnerwald nachempfinden. Die hier Bestatteten gehörten insgesamt 13 Infanterie- und Landwehr-Infanterie-Regimentern an, deren Heimatstandorte in Württemberg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern, Brandenburg, Lothringen und im Rheinland lagen. Das Denkmal auf dem Friedhof wurde vom Landwehr-Infanterie-Regiment 27 aus Quedlinburg erbaut.

Apremont
Friedhof in Borrieswalde

Das Landwehr Infanterie Regiment 27

Apremont
Denkmal des L.I.R. 27 auf dem Friedhof Borrieswalde

Das Landwehr-Infanterie-Regiment 27 war direkt der 5. Armee unterstellt. Im Gegensatz zu den immer wieder wechselnden Divisionen in den Argonnen verblieb es, wie auch das Landwehr-Infanterie-Regiment 26, bis 1917 im Argonnerwald. Auf dem Friedhof errichtete das Regiment ein schlichtes Denkmal, das bis heute erhalten blieb. Höhe 285, Bolante, Römerstraße, Kahle Höhe, Hubertusrücken, Schwarze Kuppe, Höhe 263 und La Fille Morte lauten die Kampfabschnitte des Regiments bis zu seiner Ablösung 1917.

Denkmal
Denkmal Landwehr LIR 27
Apremont
Grab des Wladislaus Antoniewicz aus Posen
Apremont
Grab des Karls Jakobsberg aus Neustettin

Wo zu finden…

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Argonnen

Die Feste Kronprinz

Lange Zeit ruhte die Feste Kronprinz im Dornröschenschlaf des Argonnerwaldes.

Feste Kronprinz
Restaurierter Graben in der Feste Kronprinz

Im Juli 1996 wurde die Feste Kronprinz wiederentdeckt. Hierbei handelt es sich um eine unterirdische Stollenanlage und Riegelstellung in den West-Argonnen. Ein historischer Stellungsplan aus dem Jahre 1916 verzeichnete die Feste Kronprinz in der 3. deutschen Stellungslinie südlich Binarville. Der deutsch/französische Geschichtsverein (Comité Franco/Allemand) öffnete die verschütteten Zugänge, die allerdings im Wasser endeten. Nach dem Auspumpen des Wassers ergab sich folgendes Bild:
Die Anlage bestand aus drei unterirdischen Blöcken. Jeder Block gliederte sich in mehrere Kammern. In diesen waren hölzerne Bettgestelle zur Unterbringung der Kompanie eingerichtet. Wände und Boden der Anlage sind betoniert worden. Die Decke wurde aus Eisenbahnschienen mit eingebrachten Backsteinen errichtet. Die Verbindungsstollen zwischen den Blöcken wurden nicht betoniert, sondern mit Schurzholz verschalt. Bedingt durch den Zahn der Zeit sind diese Stollen mittlerweile verschüttet. Beim Freilegen der Gräben fanden sich noch Lattenroste aus der Zeit des Weltkriegs, die zum Schutz gegen Schlamm in die Gräben gelegt wurden.

Das württembergische Infanterie-Regiment Nr. 124 in den Argonnen

Die Regimentsgeschichte des I.R. 124 berichtet über die Feste Kronprinz:
In der zweiten Linie wurde seit 17. August 1915 an einer besonderen Anlage, der „Feste Kronprinz“ gebaut. Als Rückhalt und zur schußsicheren Unterkunft einer Kompanie als Reserve gedacht, war hier ein Bau am Entstehen, an dem sich jeder Angriff brechen mußte. Die Räume waren betoniert und für Argonnenverhältnisse so bequem als möglich eingerichtet, elektrische Beleuchtung war vorhanden. Die ganze Anlage hatte Oberst Haas persönlich erkundet und entworfen. Diese Anlage war so bekannt und berühmt geworden, dass sie eines Tages der Armeeführer, nachdem sie genannt war, aufsuchte und eingehend besichtigte.

Feste Kronprinz

Skizze der Feste Kronprinz

In der Skizze ist gut zu erkennen, wie dieser Teil der Argonnenfront strukturiert war. In 1915 war die Feste Kronprinz Teil der 2. deutschen Linie, in 1916 wurde sie in die 3. Linie integriert, nachdem sich die Strategie den Ereignissen von 1915 angepasst hat. Verbindungsgräben führten in unregelmäßigen Abständen vom rückwärtigen Teil der Front zur vorderen Linie. Minenwerfer-Stände und Pionier-Depots befanden sich angelehnt an diese Gräben. In Feindrichtung von der Feste Kronprinz Richtung Süden befanden sich weitere Minenwerfer-Stellungen und Kompanie-Führer Unterstände. Gut zu sehen ist der Anschluss an die Argonnenbahn, eine Feldbahn die für den Truppen- und Materialtransport genutzt wurde.
Weiter westlich soll sich laut Regimentsgeschichte ein Tunnel unter der La-Harazée-Schneise befunden haben.

Leutnant Erwin Rommel über die Feste Kronprinz

Kurz nach dem Sturm (Anm. 08. September 1915) muß ich die 4./Komp. wieder übergeben und die 2./Komp. auf etliche Wochen wieder übernehmen. Schweren Herzens trenne ich mich von der 4./Komp., mit der ich mich vorzüglich verstanden habe.
Etliche Zeit verbringe ich mit der 2./Komp. in der Feste Kronprinz, einer schußsicheren Unterkunft und zugleich Riegelstellung 150 m hinter der vorderen Linie. Dort erfahre ich meine Beförderung zum Oberleutnant (Anm. 18. September 1915) und kurz hernach meine Versetzung zu einer Neuformation, die in Münsingen zusammengestellt werden soll, einer Schneeschuh- und Gebirgsformation.

Karte zur Feste Kronprinz

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August Theodor Konrad Eggers

Rittmeister der Reserve
August Theodor Konrad Eggers
Ulanen-Regiment „König Karl“ (1. Württ.) Nr. 19
4./ Eskadron

*20. September 1876 in Hamburg
Verwundet 24. Juni 1915 im Bois de la Grurie
+27. Juni 1915 in Grandpré im Kriegslazarett II des XVIII. AK



Nachdem das Feldregiment am 6. August 1914 mobil machte und Einsatzbereitschaft meldete, zog August Eggers über Diedenhofen mit dem Regiment ins Feld.
Als Oberleutnant der Reserve gehörte er dem Stab an und war der Großen Bagage zugeteilt.
Es folgte der Vormarsch durch Luxemburg und Belgien in Richtung Maas. Kämpfend erreichte das Regiment am 3./4 September 1914 Epinonville und schaute auf das brennende Montfaucon. Entlang der Argonnen über Clermont und Les Islettes ging der Vormarsch in Richtung Süden bis das Regiment am 12. September Befehl erhielt nach Norden auszuweichen. Der Rückzug nach der Marneschlacht war in vollem Gange.
Ende September 1914 fand sich das UR 19 in den Nordargonnen wieder und wurde von dort in die Kämpfe im Argonnerwald hineingeworfen. Da die Verwendung zu Pferde im dichten Wald nicht möglich war, begann man damit die Kavelleristen im Grabenkampf auszubilden. Nur noch  das Hinterland wurde aufgesessen gesichert.
Im April 1915 fand die erste ausgebildete Schützeneskadron Verwendung bei der Infanterie im vorderen Schützengraben des IR 124  im Bois de la Grurie. Bis dato bestand der Kavalleriedienst aus landwirtschaftlicher Betätigung, kleineren kriegerischen Handlungen, Garnisonsdienst und Ausbildung hinter der Front.
Die 4./ Schützeneskadron mit Rittmeister Eggers als Führer, marschierte am 22. Juni 1915 von Grandpré  in die vordere Linie.
Gleich zu Beginn der Vorbereitung zum geplanten Sturm auf das Zentralwerk, wurde August Eggers verwundet.

Diese Aufnahme der Familie Dierks entstand kurz vor der Parade.
Skizze des Argonnnerwaldes

Als Rittmeister Eggers seine Zugführer zu einer Besprechung bei seinem Unterstand versammelt hatte, schlug in unmittelbarer Nähe desselben eine  schwere Mine ein. Der Führer der Schützeneskadron wurde am Arm und Unterleib schwer getroffen, Lt. Martin  und die Ulanen Kuhnle, Rauscher und Rayer wurden leicht verwundet. Rittmeister Eggers erlag seinen Verletzungen am 24. Juni im Feldlazarett Grandpré. Sein Tod versetzte uns in tiefe Trauer. Das Regiment verlor in ihm einen tüchtigen, frohgemuten und beliebten Offizier, dessen Andenken wir in hohen Ehren erhalten werden. Seine Leiche wurde mit militärischen Ehren zum Bahnhof Grandpré überführt und in Hamburg beigesetzt.

Ob als Todestag der 24. Juni oder der 27. Juni korrekt ist bleibt unklar.Nach seiner Rückführung findet sich seine Grabstätte auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg.

Eggers
Grabmal von August Eggers
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Soldatenfriedhöfe

Der Soldatenfriedhof Buzancy

Die Gestaltung von Kriegsgräbern und Soldatenfriedhöfen wurde erstmals im Ersten Weltkrieg durch den Gesetzgeber geregelt. Die allgemeine Wehrpflicht hatte für eine Besserstellung des Soldatenstandes gesorgt, nun wurden auch weitestgehend einfache Soldaten in Einzelgräbern bestattet. Nach Kriegsbeginn waren zunächst die Etappeninspektionen für deren Anlage und Pflege zuständig. Als sich der Krieg in die Länge zog, wurde man gewahr, dass viele Einheiten direkt hinter der Front, teils in dichten Wäldern, Friedhöfe und Denkmäler errichtet hatten.
Diese konnten jedoch nach Kriegsende nicht weiter gepflegt werden. Nach dem Krieg begann der französische Staat mit dem Auflösen kleinerer Friedhöfe und dem Anlegen von Sammelfriedhöfen. Ab 1923 folgte der deutsche Volksbund mit Umbettungsarbeiten und der Errichtung individueller deutscher Soldatenfriedhöfe in Belgien und Frankreich. Im Gegensatz zu den europäischen Nachbarn – dort gibt es staatliche Stellen für den Erhalt der Soldatenfriedhöfe –  hat damit bis heute eine private, gemeinnützige Organisation die Pflege und Instandhaltung übernommen. Finanziert wird sie durch Spenden und Sammelaktionen. An dieser Stelle sei uns der Hinweis gestattet, dass auch zahlreiche Zivilarbeiter und Krankenschwestern ihre letzte Ruhestätte dort gefunden haben.

Soldatenfriedhöfe im Raum Verdun

Der Soldatenfriedhof Buzancy

Der deutsche Soldatenfriedhof Buzancy befindet sich 13 km nordwestlich von Romagne-sous-Montfaucon. Der Friedhof liegt direkt an der Landstraße D12 Bayonville – Buzancy, kurz vor dem Ortseingang von Buzancy auf der rechten Straßenseite.

Soldatenfriedhof Buzancy

Der Friedhof wurde nach dem 1. WK als Sammelfriedhof angelegt und erweitert. Wie bei Sammelfriedhöfen üblich stammt die Zahl der zugebetteten Toten aus einem größeren Radius. Nach Auflösung und Umbettung kleinerer Anlagen aus dem unmittelbaren Gemeindegebiet von Buzancy stammen weitere Tote aus insgesamt 41 Erstbestattungsorten sowie ein beträchtlicher Anteil aus Auffindung von Gefallenen beim Aufräumen der Schlachtfelder.

Aus folgenden Erstbestattungsorten fanden Umbettungen statt:
Nouart, Barricourt, Bayonville, Rémonville, Landres, St. Juvin, Fléville, Chéhéry, Autruche, Boult-aux-Bois, Briquenay, Thénorgues, Grandpré, Termes, Senuc und Grandham.

Heute ruhen in Buzancy 5923 deutsche Tote, 3106 in Einzelgräbern und 2817 in einem Kameradengrab.

Die Ehrenstätte ist eine der größten in der Gegend, sowohl von der Fläche als auch von der Belegung. Viele Tote stammen aus den sogenannten Vormarschkämpfen von 1914, andere wiederum aus dem Oktober 1918, als schwere Abwehrkämpfe in der Gegend stattfanden. Aus den ruhigen Jahren der Argonnenfront, zwischen Juli 1915 und September 1918 stammen nur sehr wenig Gefallene.

Blick auf den Argonnerwald

Einer der wenigen Identifizierten unter den in Buzancy Bestatteten ist Oberst Maximilian Maier aus Wiblingen bei Laupheim. Der Kommandeur des Landwehr-Infanterie-Regiments Nr. 125 fällt am 13. Oktober 1918 bei der Besichtigung der Verteidigungsmaßnahmen seines I./ Bataillons mitten in der Ortschaft Champigneulle. In der Nähe der Kirche trifft ihn an der Seite des Kommandeurs des I./ Bataillons, Hauptmann Rudolf Laupp aus Heilbronn, die tödliche Granate. Erst 14 Monate vorher im August 1917 hatte er das Regiment übernommen. Der Nachruf in der Regimentsgeschichte:

„War er schon vorher als echter Soldat, der keine Furcht kannte, als treu sorgender Vorgesetzter, der unter rauher Schale ein treffliches Herz barg, allgemein beliebt gewesen, so hatte sich seine wirkliche Heldengröße erst in den schweren Kämpfen im rechten Licht gezeigt. Ohne Rücksicht auf feindliches Feuer suchte er im Gefecht seinen Standort stets da, wo er den besten Überblick hatte. – Das war meist nicht der sicherste Platz. – Er gab, wenn alles drunter und drüber ging, in unerschütterlicher Ruhe seine Befehle klar und bestimmt. Konnte er abkommen, dann besuchte er seine Wehrleute in der vordersten Linie selbst beim tollsten Feuer und munterte sie durch seine Worte, noch mehr aber durch sein Beispiel zum Aushalten auf. So war er bald der Gegenstand der Verehrung aller. Um so schmerzlicher traf sein Tod das Regiment.“

Grab des Dr. Wilhelm Erdmann aus Erlau in Posen

Wo zu finden:

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Leutnant der Reserve Dietrich C. Dankenbring


Leutnant der Reserve Dietrich C. Dankenbring 

Reserve-Infanterie-Regiment 77
Kompanieführer 11./Kompanie
ehemals Reserve-Infanterie-Regiment 92
*3. Juni 1883 in Osnabrück
+23. März 1915 Argonnerwald bei Le Four de Paris

Der Kandidat der Rechts- und Politikwissensschaften an der Universität Münster, Dietrich C. Dankenbring, stieß am 20. Dezember 1914, über Umwege mit seiner Kompanie das Reserve-Infanterie-Regiments 92 suchend, zu den 77ern. Auf dem Wege wurde das Detachement Dankenbring, bestehend aus 3 Offizieren und 125 Mann durch verschiedene, übergeordnete Einheiten in den belgischen Städten Spa, Remouchamps, Lüttich, Waterloo und Brüssel eingesetzt.
Die Kompanie verbrachte die Zeit mit Bahnhofswachen und dem Niederschlagen von Aufruhr der  Brüsseler Bevölkerung. Da die Wege mit Hilfe von requirierten Pferden, Fahrrädern und geschlossenen Gepäck- sowie Bagagewagen zurückgelegt wurden, bekam die Kolonne bald den Spitznamen „Zirkus-Kompanie“. Zur Bekräftigung dieser Bezeichnung trugen ein schwarzweiß, geschecktes Reitpferd sowie eine „Kapelle“ aus Mundharmonikaspielern bei.

Als sich herausstellte, dass die Kompanien des RIR 92 komplett aufgefüllt waren, ließ sich Dankenbring mit seinen Männern zum RIR 77 versetzen und bildete dort die 11./ Kompanie. Dieser Vorschlag des X. Reserve-Korps wurde gerne genutzt, da am Zusammenbleiben der Kompanie viel gelegen war.

Am 4. Februar 1915 wurde das RIR 77 per Bahntransport nach Chatel-Chehery verlegt um seinen neuen Einsatzort den  Argonnerwald zu erreichen. Wenige Tage vorher übte das Regiment  in den Wäldern von Warmeriville, den für die Argonnen befürchteten Waldkampf. Am Abend des 5. Februar marschierte das I. Bataillon über die Varenner Straße
in Richtung Four de Paris. Das II. und III. Bataillon folgten einige Tage später. Hier wurde in den vorhandenen, kaum ausgebauten Stellungen das Infanterie-Regiment 144 ausgelöst. Flankenfeuer von der Bolante ließ schon auf dem Anmarsch die ersten Verluste eintreten.

Während der nächsten Tage bildeten die Arbeiten an Stellung, Deckung, Gräben und Hindernissen den Schwerpunkt. In den ersten Tagen verlor das Regiment ohne größere Kampfhandlungen schon 150 Mann an Toten und Verwundeten.

Bericht der 11. Kompanie über die Tätigkeit vom 12. bis 28. Februar 1915.

„12. Februar: abends in Varennes eingerückt.
13. bis 15. Februar: Kompanie dort in Alarmbereitschaft.
16. Februar: Kompanie stellt abends 1 Offizier und 100 Mann zum Divisions-Gefechtsstand für Gefangenentransport. Nach erfolglosem Warten Rückkehr nach Varennes.
17. Februar: Anmarsch in die Reservestellung des Regiments.
18. bis 20. Februar: Arbeiten in der Reservestellung.
27. und 28. Februar: Die Kompanie löst die 2. Kompanie in vorderer Linie ab.


gez. Dankenbring, Leutnant d.R. und Kompanieführer“


Dankenbring
Leutnant der Reserve Dietrich C. Dankenbring

Die Tage vergingen in gewohnter Weise mit Arbeiten an denGräben, erschwert durch Wurfminen und Gewehrfeuer. Am 9. März erlebte dasRegiment, hier die 5. Kompanie, die ersten unterirdischen Sprengungen. 24 Totewaren zu beklagen. Der Minenkrieg hielt Einzug in den Regimentsabschnitt. Sprengungen und Gegensprengungen lösten sich ab. Mit den Abendstunden des 14. März nahmen die Kämpfe zu und steigerten sich allmählich.

In der letzten Märzwoche 1915 fand Leutnant d.R. Dankenbring im Graben den Soldatentod.

Die Regimentsgeschichte schreibt:

Am 23. März fiel durch Kopfschuß der Kompanieführer der 11. Kompanie, Leutnant d. R. Dankenbring. Tagelang vorher hatte er in den ersten Morgenstunden in tollkühner Weise, frei über die Brustwehr wegsehend, nach feindlichen Posten und Unterständen geschossen. Das merkten feindliche Scharfschützen sehr bald und warteten an diesem Morgen anscheinend schon auf ihn; denn kaum hatte er das Gewehr über die Brustwehr gehoben und 3 Schuß abgegeben, als er auch schon, rücklings in den Graben fallend, lautlos zusammenbrach. Tiefe Niedergeschlagenheit bemächtigte die 11. Kompanie, die für ihren geliebten Führer, den sie bezeichnenderweise „Onkel Tom“ nannte, den Teufel aus der Hölle schlugen. Das Regiment verlor an ihm einen der hervorragendsten und tapfersten Offiziere, dem der Chef des Generalstabes des Feldheeres, von Moltke, das Eiserne Kreuz 2. Kl. im Oktober 1914 persönlich überreicht hatte.

Auf dem Osnabrücker Johannesfriedhof fand Lt. d. R. Dankenbring am 28. Mai 1915 seine letzte Ruhestätte in der dortigen Familiengruft, möglicherweise befand sich seine Erstgrablage neben vielen Kameraden am Rand der Varenner Straße.

Dankenbring
Familiengruft der Fa. Dankenbring
Dankenbring
Grabaufschrift
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Argonnen

Der Sergeant York Trail

Zur gesamten Geschichte um Sergeant York darf auch ein nach ihm benannter Rundweg nicht fehlen.

Lesen sie hier die Vorgeschichte zu Sergeant York.

York Trail
Ausgangspunkt in Chatel

Zur Idee: Aus dem Englischen übersetzt

Die Idee für den Sergeant York Historic Trail entstand aus dem Wunsch, den Besuchern der Gegend die Möglichkeit zu geben, „den Spuren der tapferen Männer zu folgen, die für die Freiheit kämpften“. Der eigentliche Ort, an dem York die Ehrenmedaille erhielt, war nie genau dokumentiert worden und im Laufe der Zeit verloren gegangen. Nach jahrelanger Recherche im amerikanischen und deutschen Archiven wurde die Sergeant York Discovery Expedition (SYDE) gegründet, um den „York Spot“ zu lokalisieren und zu markieren. Der Weg und das Denkmal sollen das Erbe von York in den Argonnen bewahren und all jene ehren, die sich für die Sache der Freiheit im „Großen Krieg“ geopfert haben.

Nach der Entdeckung des „York Spot“, wie er in den USA auch genannt wird, wandte sich SYDE der Schaffung des York Trail zu. Das war keine leichte Aufgabe, denn in Frankreich geschieht nichts dergleichen schnell. Es dauerte es fast zwei Jahre der Planung und Vorbereitung, bevor die Besucher ihre ersten Schritte in die Geschichte auf dem Sgt. York Historic Trail machten.

Der erste Schritt nach der Genehmigung zum Bau des Trails war natürlich die Entscheidung, wohin er genau führen würde. Es gab private Grundbesitzer, mit denen man sich auseinandersetzen musste, kommunale Landrechte, Straßenfragen und Forstbeamte, ganz zu schweigen von den zahlreichen natürlichen Hindernissen, die es zu verhandeln galt.

Mit der gewählten Route musste ein Ort für die Denkmäler ausgewählt werden. Da der eigentliche York Spot auf privatem Grund stand, wurde ein geeigneter Standort knapp über dem Spot wegen seines flachen Geländes und der erhöhten Aussicht gewählt.

In der Zwischenzeit, als die Vorbereitungsarbeiten im Wald fortgesetzt wurden, wurde der Denkmalstein entworfen und bestellt. Das York Monument ist ein polierter Lavastein, der in Frankreich hergestellt wurde. Die SYDE ließ es mit dem gleichen Stein und Verfahren herstellen, mit dem auch andere Denkmäler in der Gegend hergestellt wurden, wie zum Beispiel die Informationstafel auf dem amerikanischen Monument in Montfaucon, Frankreich.

Neben dem Denkmalstein erkannte die SYDE, dass bestimmte Bereiche des Weges markiert werden mussten, um sicherzustellen, dass die Besucher nicht falsch abgebiegen und sich im Wald verlaufen. Ein Großteil des Geländes um den York Spot kann gleich aussehen, besonders im Frühjahr und Sommer, wenn die Blätter in voller Ausdehnung sind. Trotz der vielen Ausflüge in die Argonne westlich von Châtel Chéhéry war sogar das SYDE-Team in der Lage, sich ein wenig zu verlaufen…

Zunächst wurden Steinmarkierungen mit den Buchstaben „YORK TRAIL“ und mit Richtungspfeilen angebracht. Einige dieser Steine wurden im Sommer 2007 aufgestellt, da sich die Nachricht von dem Pfad bereits verbreitet hatte und die Besucher hofften, einer der ersten zu sein, die den York Trail begannen.

Anfang Oktober 2008 wurde am westlichen Ende der Hauptstraße in Châtel Chéhéry ein Hinweisschild angebracht. Dieses Schild markiert den Ausgangspunkt des Sgt. York Historic Trail, der den Besuchern einen Überblick über die 9 Sehenswürdigkeiten entlang des Trails in Englisch, Französisch und Deutsch bietet. Die Rückseite des Schildes zeigt ein Diagramm des York Spot und Highlights der dort gefundenen bedeutenden Artefakte.

Der York Trail

Hier nun einige Bilder des Rundweges. Der Rundweg ist mit gutem Schuhwerk in rund 90 Minuten zu bewältigen und führt zunächst über Wiesen in den Argonnerwald.

Die Erklärungstafel sind in englischer, französischer und deutscher Sprache gehalten.

YorkTrail
Hinweistafel zum Weg
Hier führt der Rundweg über die Wiese in Richtung Wald.

Einer der Gründe warum heute die Orientierung zu den Ereignissen so schwierig ist, liegt am Wald auf dem oberen Bild. Dieser wurde erst in Teilen nach dem Krieg angepflanzt. Wer welchen Blick und welche Beobachtungsmöglichkeiten hatte, ist heute schwer nachzuvollziehen.

Hinweistafel Nr. 3 und Möglichkeit zum Abbiegen in Richtung Bach

Kurz hinter diesem Hinweisschild quert der York-Trail einen Bach. Folgen sie diesem ein Stück bachaufwärts bis zu einem mittelalterlichem Wall. Hier soll laut zweiter York-Expedition der Schauplatz des Gefechts stattgefunden haben.

Der Bachlauf mit dem dahinter liegenden mittelalterlichen Wall.

Laut zweiter York-Expedition kamen die angreifenden amerikanischen Trupps über den sonnenbeschienenen Hang hinab und so den deutschen Trupps in den Rücken.

Hinter dem Denkmal für den York-Trail führt ein Weg über Wiesen zurück nach Chatel.

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Leutnant der Reserve Ewerhard Iblitz

Leutnant der Reserve
Ewerhard Iblitz

4./ (4. Rheinisches-) Infanterie-Regiment Nr. 30

*26. September 1879 in Bonn
+13. Oktober 1914 im Argonnerwald

Zu welchem Zeitpunkt und wo Ewerhard Iblitz seinen Wehrdienst abgeleistet hat, bleibt im Dunkel der Geschichte verborgen. Bekannt ist, dass der gelernte Landmesser und Geometer Ewerhard Iblitz, er hatte die Landmesser Prüfung 1901 in Poppelsdorf abgelegt, zu Beginn des Weltkrieges im I./ Bataillon des Infanterie-Regiment Nr. 30 aus Saarlouis seinen Dienst antrat.

Die Regimentsgeschichte schreibt zu den Ereignissen im Oktober 1914:

Die Sappenarbeit im Abschnitt Nerlich ging ihren vorgeschriebenen Weg, aber der Termin des geplanten Sturmangriffs mußte von Tag zu Tag hinausgeschoben werden, da das Heranarbeiten an die Sturmausgangsstellung weit größere Mühe verursachte, als vorausgesehen war. Die Ungeduld, an die feindliche Stellung heranzukommen, veranlaßte den Major Warnberg, am 13. Oktober mit der 10./ Kompagnie, auf dem linken Flügel des Abschnitts (Anm.: Mortierbach-Tal), einen Sturmangriff mit schlagenden Tambouren über das freie Gelände hinweg zu versuchen: Der Versuch scheiterte jedoch, wie vorauszusehen war, vollkommen. Kaum war die Kompagnie aus ihrem Graben heraus, als ein vernichtendes Infanterie- und Maschinengewehr-Feuer einsetzte. Die braven Stürmer versuchten vergebens, das mit Stacheldraht, Astverhauen und wirrem Gestrüpp durchsetzte freie Gelände zwischen den beiderseitigen Gräben zu überwinden. Unter schweren Verlusten brach der Angriff zusammen. Als einer der ersten wurde Major Warnberg selber durch einen Oberschenkelschuß verwundet, der Tambour an seiner Seite fiel; mit blutigen Köpfen wurde die tapfere Kompagnie in ihren Graben zurückgeworfen. Am selben Tage fiel bei einem Rekognozierungsgang durch einen Gewehrschuß in den Kopf getroffen, der tapfere Lt. d. R. Iblitz und wurde am Barricade Pavillion, wo die Toten des Regiments ihre Ruhestätte fanden, bestattet.

IR 30
Friedhof des IR 30 am Barricade Pavillion

Das Familiengrab der Familie Iblitz befindet sich auf dem städtischen  Nordfriedhof in Bonn

Iblitz
Grabstätte der Familie Iblitz in Bonn
Sterbeurkunde von Ewerhard Iblitz
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Argonnen

Die Minenwerfer auf Vauquois

Kurz vor dem Ersten Weltkrieg wurde der Minenwerfer als Pionierspezialwaffe für den Festungskrieg entwickelt. Bei diesen Waffen handelte es sich um Steilfeuergeschütze mit kurzer Reichweite. Unter einer Mine verstand man in diesem Zusammenhang, ein dünnwandiges Geschoß mit hoher Explosivsprengkraft, nicht zu verwechseln mit den unterirdischen Minen des Minenkrieges.

Der Minenwerfer eignete sich bestens für die Aufgaben des sich ab Oktober 1914 bildenden Stellungskrieges. Eingesetzt wurden die kleinen, mittleren und schweren Werfer gegen Hindernisse und kleine, widerstandsfähige Ziele, die von der weiter hinten stehenden Artillerie nicht erreicht werden konnten. Da die Verbindung zwischen der Infanterie in den Gräben und der Artillerie, oft durch zerschossene Feldtelefonkabel, nicht zustande kam, eignete sich der Minenwerfer nahe der vorderen Linie eingesetzt, als Unterstützungswaffe der Infanterie.

Minenwerfer
Die Minenwerfer auf Vauquois – schwerer Minenwerfer 25 cm

Im März 1915 nehmen die französischen Truppen nach mehrtägigen Angriffen die Südhälfte des Dorfes Vauquois ein. Die deutschen Truppen verschanzen sich in den letzten Häusern am Nordrand der Hügelkuppe, wie auch auf dem Friedhof, der zu einem uneinnehmbaren Stützpunkt ausgebaut wird. Im Westen des Dorfes haben die Schützengräben einen Abstand von etwa 8 m, im Dorfkern teilen sich die Gegner die Trümmer der Kirche. Der geringe Abstand der Schützengräben verhindert den Einsatz der Artillerie, zu groß ist die Gefahr die eigenen Leute zu treffen. In Folge kommen andere Waffen zum Einsatz: Handgranaten, Flammenwerfer und Minenwerfer. Letztere bieten die einzigartige Fähigkeit, aufgrund der gekrümmten Flugbahn der Geschosse, mit hoher Genauigkeit den einige Meter von der vordersten Linie stark verschanzten Feind zu treffen.

Diese neue Artillerie, auch „Grabenartillerie“ genannt, wurde aus den Festungsmörsern weiter entwickelt, um Stacheldrahtverhaue und gegnerische Sappen (Anm.: vorgeschobene Gräben zur Annäherung) zu zerstören. Ihre Bedeutung stieg maßgeblich mit der Etablierung der Schützengräben im Herbst 1914 und der Aufnahme des unterirdischen Minenkrieges. Sie erwies sich als sehr nützlich zur Verhinderung von Besetzung und Befestigung der Trichterränder durch den Gegner nach einer Sprengung, sowie zur Störung von unterirdischen Arbeiten. Zahlreiche Eingänge von Kampfstollen und Unterstände werden im Rahmen täglicher, von den französischen Soldaten „Crapouillotage“ genannten Bombardierungen zerstört. Dieses Wort bezieht sich auf den Spitznamen „Crapouillot“ für den französischen Grabenmörser, dessen Form an eine Kröte erinnert. Bereits Ende März 1915 verwendeten die deutschen Truppen Minenwerfer mit großem Kaliber. Zunächst im Freien aufgestellt, werden diese Minenwerfer ab 1916 in betonnierte Unterstände am Fuße des Nordhangs eingerichtet. Auf der Kuppe werden in vorderster Linie unter anderem Ehrhardt-Ladungswerfer (Anm.:  Rheinische Metallwarenfabrik Ehrhardt in Düsseldorf. ) aufgestellt.

Die einfache Konzeption der Minenwerfer erleichtert den Transport der Minen und Zündmittel durch die Stollen zum Aufstellungsort in den unterirdischen Räumlichkeiten, an den sich in Feindrichtung dem geforderten Schußfeld entsprechend eine schräg nach oben aufgeweitete Schießgrube anschließt.

Alle Minenwerferstände haben eine Verbindung mit der unterirdischen Stollenanlage. Für die Geschosse, Zündmittel und Mannschaften stehen spezielle Räumlichkeiten zur Verfügung. Die „Minen“ genannten Geschosse werden nachts von Varennes-en-Argonne mit der Feldbahn bis zum besonders geschützt gelegenen Bahnhof am Fuße des Hügels transportiert und von dort mittels Stollen und Lastaufzügen zu den Werferständen gebracht.

Minenwerfer
Die Minenwerfer auf Vauquois -Zugang zum Lastaufzug
Minenwerfer
Die Minenwerfer auf Vauquois – schematische Skizze der Stollenanlagen

Betonnierte Beobachtungsstände auf der Höhe, auch diese waren mit den Stollenanlagen verbunden, dienten dem Lenken des Minenwerfer-Feuers.

Im August 1916 werden die gesamte französische Linie, sowie alle Zugangswege und -gräben unter Kreuzfeuer der deutschen Minenwerfer genommen. Nicht ein Quadratzentimeter entgeht ihrer Zerstörung.


Der Minenwerfer Stand IV

Der von den Les Amis de Vauquois restaurierte Minenwerferstand entstand in mehreren Etappen. Zunächst war in dem 6m tiefen Stand ein 7,6 cm leichter Minenwerfer, gefolgt von einem 24,5 cm schweren Ladungswerfer vom Modell Erhardt, eingerichtet. Der Minenwerferstand wurde mittels vorgefertigter Betonformsteine und Eisenbahnschwellen gebaut und war so vor Bombardierung und der daraus folgenden Verschüttung geschützt.

Minenwerfer
Die Minenwerfer auf Vauquois – der Minenwerferstand IV

Bei den Renovierungsarbeiten stießen die Les Amis de Vauquois im Jahr 2008 auf ein Massengrab von 35 deutschen Soldaten. Diese waren in den Kämpfen im Februar und März 1915 umgekommen und sind direkt vor Ort bestattet worden. Fünf von ihnen konnten identifiziert werden.

Die Gebeine der 35 Soldaten wurden im Rahmen eines deutsch – französischen Tages des Freundschaft auf dem Soldatenfriedhof Cheppy beigesetzt.

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Damals und heute

Dun sur Meuse

Dun sur Meuse
Blick auf Dun sur Meuse



Das Dorf Dun sur Meuse liegt nördlich von Verdun östlich der Maas. Direkt westlich der Maas schliesst sich die Ortschaft Doulcon an. In der Oberstadt von Dun sur Meuse steht auf den Resten einer mittelalterlichen Befestigung die weithin sichtbare Kirche Notre Dame de bonne garde.


In Dun sur Meuse befanden sich während des Krieges:

Feldlazarette
Entlausungs-Anstalt
Materialien-Depot
Unterkunfts-Baulager
Russen-Lager
Zivilarbeiter-Lager
Gasschutz-Speicher
Elektrische Zentrale

Die Brücke über die Maas

Dun sur Meuse
Dun sur Meuse

Dun sur Meuse
Die alte Mühle
Dun sur Meuse
Heutige Ansicht


Die Oberstadt wurde bei den Kämpfen um die Maas-Übergänge zwischen dem 28. August und 01. September 1914 nahezu zerstört. Ein Weg führt von der Maas-Brücke hinauf zur Kirche. Ein Rundweg (Circuit des remparts) führt an den Wallanlagen der Oberstadt vorbei.


Dun sur Meuse
Weg durch die zerstörte Oberstadt zur Porte aux Chevaux





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Soldatenfriedhöfe

Der Soldatenfriedhof Romagne-sous-Montfaucon

Die Gestaltung von Kriegsgräbern und Soldatenfriedhöfen wurde erstmals im Ersten Weltkrieg durch den Gesetzgeber geregelt. Die allgemeine Wehrpflicht hatte für eine Besserstellung des Soldatenstandes gesorgt, nun wurden auch weitestgehend einfache Soldaten in Einzelgräbern bestattet. Nach Kriegsbeginn waren zunächst die Etappeninspektionen für deren Anlage und Pflege zuständig. Als sich der Krieg in die Länge zog, wurde man gewahr, dass viele Einheiten direkt hinter der Front, teils in dichten Wäldern, Friedhöfe und Denkmäler errichtet hatten.
Diese konnten jedoch nach Kriegsende nicht weiter gepflegt werden. Nach dem Krieg begann der französische Staat mit dem Auflösen kleinerer Friedhöfe und dem Anlegen von Sammelfriedhöfen. Ab 1923 folgte der deutsche Volksbund mit Umbettungsarbeiten und der Errichtung individueller deutscher Soldatenfriedhöfe in Belgien und Frankreich. Im Gegensatz zu den europäischen Nachbarn – dort gibt es staatliche Stellen für den Erhalt der Soldatenfriedhöfe –  hat damit bis heute eine private, gemeinnützige Organisation die Pflege und Instandhaltung übernommen. Finanziert wird sie durch Spenden und Sammelaktionen. An dieser Stelle sei uns der Hinweis gestattet, dass auch zahlreiche Zivilarbeiter und Krankenschwestern ihre letzte Ruhestätte dort gefunden haben.

Der Soldatenfriedhof Romagne-sous-Montfaucon

Romagne-sous-Montfaucon

Der Ort Romagne-sous-Montfaucon liegt nördlich von Varennes-en-Argonne am Rande des Argonnerwaldes. Der dortige deutsche Soldatenfriedhof ist ähnlich wie der Soldatenfriedhof in Cheppy Begräbnisort für beide Kampfabschnitte, den von Verdun und des Argonnerwaldes. Für die Entstehung des Soldatenfriedhofs sind überwiegend Lazaretteinheiten verantwortlich, die in Romagne-sous-Montfaucon tätig waren. Die ersten Gräber dürften im September 1914 dort angelegt worden sein

Romagne
Friedhof des LIR 125 in Romagne-sous-Montfaucon



Bereits am 02. September 1914 richtete die Reserve-Sanitätskompanie Nr. 6 der 11. Reserve-Division einen Haupt-Verbandplatz in der Kirche von Romagne ein, in der sie bereits viele Verwundete vorfindet. Am 03. September 1914 wird das Reserve-Feldlazarett Nr. 31 eingerichtet, welches die 170 Verwundeten der Reserve-Sanitätskompanie Nr. 6 übernimmt. Das Lazarett behandelt bis zum 07. September 1914 über 200 Verwundete und Fußkranke. Am 08. September 1914 übernimmt die Kriegslazarettabteilung des V. Armeekorps das Feldlazarett. Dieses wird aufgelöst und folgt am 09. September der Truppe.

Am 18. September 1914 übernimmt das Feldlazarett Nr. 9 des XVI. Armeekorps von den hier eingesetzten Sanitätskompanien 1 und 3 die Krankensammelstelle und richtet sich am 19. September in der Kirche ein. Noch am gleichen Tag werden etwa 200 Verwundete behandelt. Ein Teil dieser Verwundeten wird weiter zurück nach Dun-sur-Meuse abtransportiert. Bis zum 28. September 1914 verursachen die heftigen Kämpfe im Raum Varennes-en-Argonne über 1000 Verwundete. Diese nutzen die große Straße Varennes – Dun als Rückweg und durchqueren Romagne auf dem Weg zum Lazarett. Sie werden verpflegt und erhalten ärztliche Versorgung, dann werden sie in Trupps von 30 – 40 Mann nach Dun in Marsch gesetzt. Auch die Schwerverwundeten erreichen Romagne, zumeist im Krankenwagen. Bis zum 28. September sterben 30 Verwundete. Am 29. September übernimmt das Personal der Kriegslazarett-Abteilung des XVI. Armeekorps auch das Feldlazarett 9. Die Angehörigen des Feldlazaretts erreichen noch am selben Tage Anschluss an das Korps und errichteten in Dun-sur-Meuse eine Krankensammelstelle.


Das Feldlazarett Nr. 9 übergibt 102 Verwundete an die Kriegslazarett-Abteilung, darunter 65 Schwerverwundete. Weitere Verwundete gehen in den nächsten Tagen zu. Außer der Kirche werden das Schulhaus, das Bürgermeisteramt und zwei Bürgerhäuser belegt. Leider sind im ganzen nur 10 Matratzen vorhanden. Die meisten Verwundeten lagern auf Stroh. Das Personal des Kriegslazarett besteht aus 3 Ärzten, 17 männlichen und 11 weiblichen Pflegekräften. Ein Krankenrapport wird nach dem Hauptkrankenbuch nachträglich für das Feld- und Kriegslazarett erstellt; es sind darin 379 Verwundete und 41 Kranke aufgeführt.
Ende 1914 baut man das Kriegslazarett weiter aus. Unter anderem wird eine gesonderte Typhus-Abteilung eingerichtet.

Romagne sous Montfaucon
Der Eingang zum Friedhof um 1916
Romagne-sous-Montfaucon
Der umgestaltete Friedhof 2017

Aus dem Jahre 1915 gibt es keine besonders nenneswerten Ereignisse. Erst nach Beginn des deutschen Angriffs am Westufer der Maas im Rahmen der Verdun-Offensive 1916 sind weitere Berichte verfügbar.
Am 06. März 1916 richtet sich das bayerische Feldlazarett Nr. 3 der bayerischen 11. Infanterie-Division in Romagne ein. Es besteht aus 7 Baracken, 2 Krankenzelten und der Kirche, die nach wie vor als Verbandsplatz genutzt wird. Im Ganzen befinden sich 312 Lagerstellen im Ort. Im Mai 1916 erscheint das XI. Armeekorps und löst die bis dahin tätigen Sanitätseinheiten in Romagne ab. Das Feldlazarett 1./54 und das Feldlazarett 7./XI übernehmen die gesamten Einrichtungen in Romagne. Für das Feldlazarett 1./54 wird eine Reihe von Holzbaracken, Döckerschen Baracken und Krankenzelte errichtet. Schon sehr bald wird das Lazarett von der verkehrsreichen Hauptstraße in einen abseits gelegenen Park verlegt. Eine Operationsabteilung und ein Röntgenapparat werden eingerichtet.
Nach der französischen Offensive im August 1917 gegen das westliche Maasufer wird das in Romagne liegende Feldlazarett wegen massiver Gefährung nach Sassey zurück verlegt.

Romagne sous Montfaucon
Undatierte Aufnahme des Friedhofes



Heute ruhen in Romagne-sous-Montfaucon 1415 Tote in Einzelgräbern.

Ab 2014 wurde der überalterte Fichtenbestand gerodet und nur teilweise ersetzt. Der Gedanke eines Ehrenhaines wurde in den Außenbereichen aufgegriffen und bildet einen Rahmen für die Anlage. Im Inneren der Anlage wird dieser Hain jedoch aufgebrochen, um einen landschaftlichen Charakter zu schaffen und zukünftige Beschädigungen der Grabkreuze weitestgehend auszuschließen. Da das Gelände von vorn nach hinten ansteigt, wurden im Eingangsbereich Sträucher gepflanzt. Die Sicht auf die Anlage wird somit nicht sofort freigegeben und der damals gewünschte Effekt, die Anlage in Ihrer Schönheit erst bei Austritt aus der kleinen Kapelle zu erfassen, wurde wieder hergestellt, ein Moment der Innehaltung geschaffen. 2016 wurde der Friedhof wieder eröffnet.

Romagne-sous-Montfaucon
Ansicht des Gräberfeldes in 2017



Alte Grabsteine befinden sich an der nördlichen, südlichen und westlichen Umfriedung des Grabfeldes in Romagne-sous-Montfaucon, die entweder aus Umbettungen stammen oder hier bereits vor der Umgestaltung und Vereinheitlichung der Grabfelder vorhanden waren. Besonders eindrucksvoll ist ein massiver Gedenkstein des Armierungs-Bataillon 66.
Zwischen den Grabkreuzen aus Granit befinden sich zwei Gräber von deutschen Soldaten jüdischen Glaubens.

Gedenkstein Armierung-Bataillon 66
Gedenkstein Armierung-Bataillon 66
 

Der amerikanische Friedhof in Romagne-sous-Montfaucon

Einige Hundert Meter östlich des deutschen Soldatenfriedhofs liegt die amerikanische Kriegsgräberstätte mit gleichen Namen. Dieser sollte der Besucher vor Ort auf jeden Fall auch einen Besuch abstatten. Sofort erkennt der Besucher den Unterschied zwischen den beiden Friedhöfen. Welch ein Gegensatz!
In den ersten Jahren nach dem 1. Weltkrieg herrschte sogar ein Wettstreit um die Ausgestaltung der beiden Ehrenstätten. Heute steht die deutsche Schlichtheit der amerikanischen Großmannssucht gegenüber. Die Besucher sollten jedoch ihre eigenen Eindrücke sammeln, sich ihre Meinung bilden und ihr persönliches Fazit ziehen.


Romagne-sous-Montfaucon
Gräber auf amerikanischem Soldatenfriedhof

Wo zu finden: