Das Moreau-Lager im Argonnerwald

Moreau-Lager

Das Moreau-Lager war ein Truppenlager am Rande der westlichen Argonnen. Die beiden Lagerteile Moreau-West und -ost sind durch die Straße Binarville – Vienne le Château getrennt. Der westliche Teil ist heute als Freilicht-Museum ausgebaut.
Nach einigen Wochen an der Front wurden die deutschen Truppen in Truppenlager zurückgenommen. Hier konnten sie sich für einige Tage ausruhen, sich duschen, entlausen und ihre Waffen, Ausrüstung und Uniform wieder in Ordnung bringen. Zur Zerstreuung und um aufkommende Langeweile zu beseitigen, wurden oftmals Sport- und Gesangsfeste, Bierabende und andere Freizeitaktivitäten durchgeführt.

 

 

Moreaulager       Moreau-Lager

 

 

Der östliche Teil ist im Dickicht des Waldes verschwunden und es sind kaum noch Spuren erhalten.

 

 

 

Moreau-Lager       Moreau-Lager

1997 begannen Mitglieder des Comité Franco Allemand nach Genehmigung der Arbeiten durch das Office National de Foret mit der Freilegung und Restaurierung der Anlage.
In 2004 konnte der Zugang zur unterirdischen Stollenkaserne freigelegt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Das Lager bietet die Möglichkeit viele Aspekte des Alltagslebens der Soldaten anzutreffen. Es sei hier erlaubt die  beherzten und tüchtigen ehrenamtlichen Helfer einmal zu würdigen, die seit Jahren, Woche für Woche mit Schaufel, Hacke, Schubkarre oder Hammer zupacken, um diesen Ort zu restaurieren und für das Publikum sicher zu machen.

An dieser Stelle danken wir dem Comité Franco Allemand für seine freundliche Unterstützung beim Erstellen dieses Artikels.

 

 

 

Besichtigungen sind nur mit Führung möglich.

Kontakt: Maison du Pays d’Argonne
Rue Saint Jacques
51800 Vienne Le Château
Tel: 03.26.60.49.40
mpa [at] argonne [dot] fr

 

 

Erwähnt wird das Moreau-Lager in der Regimentsgeschichte des Landwehr-Infanterie-Regiments Nr. 83 aus Kassel:

Das Moreau-Lager lag etwa 1 km hinter der Kampfstellung, in einem Waldtale beiderseits der Straße Binarville – Vienne-Le-Château. An dem steilen, feindwärts gelegenen Hang lagen die Unterstände. Die weißen Stein- und Sandsackaufbauten gaben der ganzen Anlage das Aussehen eines Weinbergs mit seinen weiß getünchten Außenwänden. Viele Treppen führten zu den höher gelegenen Einbauten. Die Offiziersunterstände waren für 2 bis 6 Mann berechnet und enthielten Wohn- und Schlafraum. Die Räume für die Mannschaften waren entsprechend größer und faßten 8, 10, 12 Personen, einer sogar 42. In ihnen waren die Schlafstätten meist in 2 Etagen angebracht. Zwischen den Trennungshölzern der einzelnen Lager waren Drähte maschig gespannt, die die Stelle der Sprungfedermatrazen vertraten und so ein angenehmes Lager schufen. Mächtige Hölzer trugen den Aufbau, damit die schwere Deckung nicht einfiel, besonders dann nicht, wenn eine Granate aufschlug. Vor den einzelnen Unterständen waren laubenartige Vorbauten  oder doch Vorplätze mit Tisch und Bank, wo die Krieger im Sonnenglanz ihr Pfeifchen rauchten oder an die Lieben daheim ihre Briefe schrieben. Auf Leinen, von Baum zu Baum oder über die Vorplätze gespannt flatterten im Wind die frisch gesäuberten Wäscheteile. An dem klaren Bergwasser, das über die Talsohle rieselte, sah man jeden Morgen die Helden stehen und sich, bis auf die Hüften entblößt, den müden Körper erfrischen oder aber die schweißgetränkte Wäsche reinigen. Eine Kantine sorgte neben der Küche für die Befriedigung der leiblichen Bedürfnisse der Lagerbewohner. So ziemlich alle Wohnungen hatten Namen; überwiegend waren die Namen der holden Weiblichkeit vertreten. Zu natürlich; denn ans Lieb daheim dachte doch der Krieger am Liebsten…
…Im Moreautal befanden sich bachaufwärts das Beaumontlager, Moreaulager-West und -Ost Lager Conzquelle und Lager Charlottental.

Anmerkung: Interessanterweise fehlt das Kompanie-Lager zwischen dem Moreau-Lager und Beaumont-Lager.

 

 

Moreaulager
Feldpostkarte

 

Westlich des Moreaulager-West stand ein elektrisches Kraftwerk. Hier endete auch ein Abzweig der Argonnenbahn. Östlich des Moreaulager-Ost verzweigte die Argonnenbahn in Richtung Lager Charlottental und Lager Toter-Mann. Das Gleis wurde durch einen kleinen Stollen unter der Straße her geführt.
Im Moreaulager-Ost nannte sich ein Lagerabschnitt Pionierlager.

 

Einrichtungen des Moraulager-West im Weltkrieg (heute teilweise sichtbar):
Pferdestall
Küchen
Kantine
Bade- und Entlausungsanstalt
Lichtzentrale
Brigade-Gefechtsstand
Verbandsraum
Brunnen
Latrine

 

Einrichtungen des Moraulager-Ost im Weltkrieg
Wache
Küche
Munitions-Depot (Handwaffen)
Stinkraum

 

Soldatenfriedhof Cheppy

Die deutsche Kriegsgräberstätte Cheppy liegt zwischen dem Kampfgebiet der Argonnen und den westlichen Ausläufern des Frontbogen von Verdun.

Der Friedhof selbst wird schon im Ersten Weltkrieg, unweit des gleichnamigen kleinen Ortes Cheppy nahe Varennes en Argonne, angelegt. Nach Ende des Weltkriegs wird der kleine Friedhof als Sammel- und Umbettungsfriedhof vieler kleinerer Friedhofe im Umland genutzt. Durch die Umbettungen aus Apremont, dem Grurie-Wald, aus Boureuilles, Charpentry, dem Cheppy-Wald, Châtel, Clermont-en-Argonne, Cornay, Florent-en-Argonne, Les Islettes, Marcq, dem Meurisson-Tal, Montblainville, Neuvilly-en-Argonne, Rarécourt, Sommerance, Vauquois und Vauquois-Wäldchen und dem Véry-Wald. Normalerweise hätten diese Umbettungen einen weiten Umkreis gehabt, hier haben sie sich jedoch auf die Ost- und Nordargonnen beschränkt. 

Auf der Krieggräberstätte ruhen heute 6165 deutsche Soldaten. 2345 Soldaten ruhen in Einzel-, der Rest in zwei großen Kameradengräbern. Dank vorhandener Unterlagen kann man einen Großteil der Gefallenen folgenden Einheiten zuordnen:

Reserve-Ersatz-Regiment Nr. 1
Infanterie-Regiment Nr. 30
Infanterie-Regiment Nr. 130
Infanterie-Regiment Nr. 135
Infanterie-Regiment Nr. 144
Infanterie-Regiment Nr. 173
Pionier-Bataillon Nr. 16
Pionier-Bataillon Nr. 20
Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 26

 

Cheppy
Das Kameradengrab

 

 

 

 

 

 

Am Freitag, den 13. November 2009, fand eine vom Conseil Général des Departements Meuse, dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., den Amis de Vauquois und vom Deutschen Erinnerungskomitée Argonnerwald 1914 – 1918 e.V.  organisierte Einbettungszeremonie für 35 in 2008 auf Vauquois bei Grabungsarbeiten entdeckten deutschen Soldaten statt.

 

Das Grab von Xaver Hermanutz und Heinrich Achternkamp

 

 

 

 

 

 

 

An den französischen Angriff am 17. Februar 1915, bei dem Xaver Hermanutz (12. Kompanie/I.R. 120) ums Leben kam, sowie des deutschen
Gegenangriffs am 3. März 1915, bei dem Heinrich Achternkamp (8. Kompanie/I.R. 144) fiel, wurde bei der Gedenkveranstaltung erinnert.

 

Cheppy
Gedenkveranstaltung 13. November 2009

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Gestaltung von Kriegsgräbern und Soldatenfriedhöfen wurde erstmals im Ersten Weltkrieg durch den Gesetzgeber geregelt. Die allgemeine Wehrpflicht hatte für eine Besserstellung des Soldatenstandes gesorgt, nun wurden auch weitestgehend einfache Soldaten in Einzelgäbern bestattet. Nach Kriegsbeginn waren zunächst die Etappeninspektionen für deren Anlage und Pflege zuständig. Als sich der Krieg in die Länge zog, wurde man gewahr, dass viele Einheiten direkt hinter der Front, teils in dichten Wäldern, Friedhöfe und Denkmäler errichtet hatten.
Diese konnten jedoch nach Kriegsende nicht weiter gepflegt werden. Ab 1923 begann der Volksbund mit Umbettungsarbeiten und der Errichtung individueller deutscher Soldatenfriedhöfe in Belgien und Frankreich. Im Gegensatz zu den europäischen Nachbarn – dort gibt es staatliche Stellen für den Erhalt der Soldatenfriedhöfe –  hat damit bis heute eine private, gemeinnützige Organisation die Pflege und Instandhaltung übernommen. Finanziert wird sie durch Spenden und Sammelaktionen.

 

Soldatenfriedhof Servon

Das kleine Dorf Servon-Melzicourt liegt am Rande der westlichen Argonnen, nahe der Champagne. Die Gegend um Servon war während des Ersten Weltkrieges schwer umkämpft:

1914/1915 Kämpfe im Argonnerwald
1914/1915 Winterschlacht in der Champagne
1915 Herbstschlacht in der Champagne
1917 Doppelschlacht Aisne-Champagne

Der Soldatenfriedhof wurde bereits im Ersten Weltkrieg angelegt. Aufgrund seiner Lage finden sich hier Tote aus den Argonnen und der Champagne.

Auf dem Friedhof befinden sich heute 10.147 deutsche Soldaten. 3621 ruhen davon in Einzelgräbern und 6526 in drei Kameradengräbern. Von diesen blieben 6114 unbekannt.

 

Servon

      
Heckhoff
Grab in Servon 1915

 

Auf dem Friedhof befinden sich zwei besondere Denkmäler, die nach dem Krieg hierhin überführt wurden. Das erste Denkmal war der 1./ Kompanie des Pionierbataillons Nr. 29 gewidmet. Es hatte seinen Standort an der Varenner Straße. Der genaue ursprüngliche Standort ist unbekannt. Die Einheit war bis 1917 im Argonnerwald eingesetzt.

Das zweite Denkmal stand auf dem Friedhof des Pionier-Bataillons Nr. 20, ebenfalls an der Varenner Straße. Die Reste dieses Friedhofs sind heute noch sichtbar. Es ist denkbar, dass die Toten ebenfalls hierhin umgebettet wurden.

 

Servon
Soldatenfriedhof Servon

Vom oberen Teil des Friedhofs hat der Besucher einen sehr guten Blick in die weitläufige Champagne.

 

Servon

 

 

 

 

 

 

Die Gestaltung von Kriegsgräbern und Soldatenfriedhöfen wurde erstmals im Ersten Weltkrieg durch den Gesetzgeber geregelt. Die allgemeine Wehrpflicht hatte für eine Besserstellung des Soldatenstandes gesorgt, nun wurden auch weitestgehend einfache Soldaten in Einzelgäbern bestattet. Nach Kriegsbeginn waren zunächst die Etappeninspektionen für deren Anlage und Pflege zuständig. Als sich der Krieg in die Länge zog, wurde man gewahr, dass viele Einheiten direkt hinter der Front, teils in dichten Wäldern, Friedhöfe und Denkmäler errichtet hatten.
Diese konnten jedoch nach Kriegsende nicht weiter gepflegt werden. Ab 1923 begann der Volksbund mit Umbettungsarbeiten und der Errichtung individueller deutscher Soldatenfriedhöfe in Belgien und Frankreich. Im Gegensatz zu den europäischen Nachbarn – dort gibt es staatliche Stellen für den Erhalt der Soldatenfriedhöfe –  hat damit bis heute eine private, gemeinnützige Organisation die Pflege und Instandhaltung übernommen. Finanziert wird sie durch Spenden und Sammelaktionen.

 

 

Soldatenfriedhof Dun sur Meuse

Bereits im Jahre 1914 wurde der Soldatenfriedhof Dun-sur-Meuse von dort ansässigen Sanitätseinheiten auf dem Berghang oberhalb der Stadt angelegt. Im September 1914 wird am Bahnendpunkt Dun-sur-Meuse die Krankensammelstelle zum Kriegslazarett erweitert. Das Lazarett wird in einigen privaten Häusern eingerichtet. Der Zugang von Verwundeten und Kranken ist jeden Tag groß. Im Schnitt erreichen zwischen 200 und 400 Personen den Bahnendpunkt Dun-sur-Meuse.

Ende 1914 kann das Lazarett 500 Betten aufweisen. Dazu gehören Röntgenabteilung, Badestube und Desinfektionsanstalt.
Die Verwundeten kommen aus den Feldlazaretten Romagne-sous-Montfaucon, Aincreville und Cléry-le-Grand. Nach der Fertigstellung der Feldbahn auf dem westlichen Massufer im April 1916 nimmt die Anzahl der Verwundeten zu. Sie kommen von den Hauptverbandsplätzen Cierges, Romagne-sous-Montfaucon und Ainvreville. Der Friedhof wird bis September 1918 genutzt. Danach schreitet die amerikanische Maas-Argonnen-Offensive voran und der Ort wird geräumt.

 

Dun sur Meuse

 

 

Auf dem Friedhof liegen 1664 Tote in Einzelgräbern bestattet. Für die geringe Anzahl Bestatteter ist der Friedhof großräumig angelegt. Die Belegung besteht hauptsächlich aus Angehörigen der Infanterieregimenter:

  • Infanterie-Regiment Nr. 22
  • Infanterie-Regiment Nr. 156
  • Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 10 (I. Bataillon Striegau, II. Wohlau, III. Breslau)
  • Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 11 (I. Bataillon Glatz, II. Schweidnitz, III. Münsterberg)
  • Reserve-Infanterie-Regiment 23 (I. und II. Bataillon Oppeln)
  • Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 38 (I. Bataillon Oels, II. und III. Breslau)
  • Reserve-Jäger-Bataillon Nr. 6 Oels
  • Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 22 (I. Bataillon Rybnik, II. Ratibor, III. Cosel)
  • Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 51 (I. Bataillon Neisse, II. Gleiwitz)

 Diese Infanterieregimenter aus Schlesien wurden im Rahmen des VI. Reserve-Korps bei den Kämpfen um die Höhe Toter Mann und Höhe 304 eingesetzt.

 

Dun sur Meuse
Kriegerfriedhof Dun-sur-Meuse
  Dun sur Meuse

 

Weiterhin wurden auf dem Friedhof zwei Angehörige der österreichischen Armee bestattet, die hier im Spätsommer 1918 eingesetzt war.

 

Dun sur Meuse
Der Friedhof im Jahr 1916

 

 Auch hier verstorbene belgische und deutsche Zivilarbeiter, die im Straßen- oder Eisenbahnbau eingesetzt waren, sind hier beigesetzt worden.

 

Die Gestaltung von Kriegsgräbern und Soldatenfriedhöfen wurde erstmals im Ersten Weltkrieg durch den Gesetzgeber geregelt. Die allgemeine Wehrpflicht hatte für eine Besserstellung des Soldatenstandes gesorgt, nun wurden auch weitestgehend einfache Soldaten in Einzelgäbern bestattet. Nach Kriegsbeginn waren zunächst die Etappeninspektionen für deren Anlage und Pflege zuständig. Als sich der Krieg in die Länge zog, wurde man gewahr, dass viele Einheiten direkt hinter der Front, teils in dichten Wäldern, Friedhöfe und Denkmäler errichtet hatten.
Diese konnten jedoch nach Kriegsende nicht weiter gepflegt werden. Ab 1923 begann der Volksbund mit Umbettungsarbeiten und der Errichtung individueller deutscher Soldatenfriedhöfe in Belgien und Frankreich. Im Gegensatz zu den europäischen Nachbarn – dort gibt es staatliche Stellen für den Erhalt der Soldatenfriedhöfe –  hat damit bis heute eine private, gemeinnützige Organisation die Pflege und Instandhaltung übernommen. Finanziert wird sie durch Spenden und Sammelaktionen.

 

Stenay

Stenay ist eine französische Kleinstadt am Rande der französischen Ardennen an der Maas. In der Zeit des Ersten Weltkriegs hatte der deutsche Kronprinz Wilhelm sein Hauptquartier im Schloss der Familie Verdier. Von September 1914 bis Februar 1918 hielt er sich dort als Befehlshaber des Armee-Oberkommandos der 5. Armee mit seinem Stab auf.

Zahlreiche Truppeneinrichtungen der Etappe waren hier ansässig:

Etappen-Kommandantur
Futtermittel-Depot
Haupt-Lazarett
Militär-Gericht

Stenay
Kirche in Stenay
     
Heute vor der Kirche
Heute vor der Kirche

 

Stenay
Marktplatz von Stenay

 

     
Stenay
Heutiger Marktplatz
 

Stenay
Andere Ansicht des Marktplatzes
 
 

Stenay

 

Stenay
Kaserne in Stenay
     
Stenay
Die heutige Anlage

 

Stenay
Schloss des Kronprinzen
      
Stenay
Schloss Tilleul heute

 

Der Bahnhof in Stenay
Der Bahnhof in Stenay
        

 

Stenay
Das Tribunal (Militär-Gericht)
   

 

Stenay

Parade in Stenay – Dezember 1915

     
Stenay
Avenue Tilleul in Stenay – Paradestraße
     
Stenay    

 

 

Varennes en Argonne

Die Kleinstadt Varennes en Argonne im Nordosten der Argonnen lag 4 Jahre lang etwa 3 km hinter der Frontlinie. Waren im September 1914 nur einige Häuser zerstört, bestand der Ort im Jahr 1918 nur noch aus Ruinen.

Im Ort waren einige wichtige Einrichtungen zur Versorgung und Unterstützung der deutschen Truppen eingerichtet worden:

  • Munitions-Park
  • Zwei Pionier-Zwischenparks
  • Divisions-Gefechtsstand
  • Feldpost-Amt
  • Zwei Bahnhöfe der Argonnenbahn (Feldbahn)

 

Varennes
Kriegerfriedhof Varennes

 

 

 

 

 

 

 

Varennes heute

Varennes en Argonne
Varennes en Argonne – im linken Hintergrund das amerikanische Denkmal

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Varennes
Strasse nach Cheppy
       Varennes
     
 
Varennes
Die Ruine der Kirche
   
Kirche in Varennes
Kirche in Varennes

 

 

 
Varennes
Brücke über die Aire
            Varennes
     
 
Varennes_02
Feldbahnhof
        
Varennes
Die Stelle heute

 

 

Hinter dem Schlossberg – an der Strasse nach Montblainville – errichteten die deutschen Pioniere einen Pionierpark.

 
Varennes
Pionier-Park in Varennes
        
Schlossberg Varennes
Schlossberg Varennes

 

Offizier-Stellvertreter Paul Bernds

Offizier-Stellvertreter
Paul Bernds

 

3. Lothringisches Feld-Artillerie-Regiment Nr. 69
1./ Batterie

*3. August 1890 in Duisburg-Meiderich
+10. April 1915 Argonnen

 

Die Geschichte Paul Bernds wird weitestgehend unbekannt bleiben. Zu seiner Person ließ sich nicht viel herausfinden, auch die Regimentsgeschichte gab kaum nutzbare Informationen her.

Nachdem die im Winter 1914 abkommandierte 1./FAR 69 aus der Champagne zurückgekehrt war, im Verband mit der 33. Infanterie-Division bei Vauquois gekämpft hatte, Umstrukturierungen bei der Artillerie stattgefunden hatten, fand sich im März 1915 die neue Stellung der Batterie südwestlich der Mortier-Quelle. Das Regiment war nun wieder vereint und arbeitete an einer gesicherten Basis für die Artilleriebekämpfung im Waldgelände.

Die Kampfhandlungen in der Zeit März bis Mai 1915 sind nicht weiter beschrieben, demnach lässt sich nicht feststellen, wie der Offizier-Stellvertreter zu Tode kam. Auch der Zeitpunkt seiner Überführung ist unbekannt.

Die letzte Ruhe hat Paul Bernds auf der Kriegsgräberstätte Kaiserberg in Duisburg auf dem Feld I, Grab 101 gefunden.

 

Bernds

 

 

 

 

 

 

Kanonier Matthias Billingen

Kanonier
Matthias Billingen

Artillerie-Munitionskolonne Nr. 4 des XVI. Armeekorps

* 08. Februar 1865 in Mülheim Broich
+ 4. Oktober 1916 in den Argonnen an Krankheit verstorben (laut Verlustliste)
Die Inschrift des Grabsteins sagt: Gefallen am 16. September 1916

 

Dem XVI. Armeekorps in Stenay waren zwei Artillerie-Munitionskolonnen unterstellt.
Artillerie (Feldhaubitzen)-Munitionskolonne Nr.4 (XVI AK), aufgestellt 2. August 1914 durch Feldartillerie-Regiment 33.

Unterstellungen:
August 14  -Juni 15: I.Munitions-Kollonen-Abteilung XVI.AK
Juni 15 – August 16: Staffelstab 76-78 (XVI.AK)
August 16 – Dezember 16: Staffelstab 77, 78 (33.Infanterie-Division)

Wo sie eingesetzt waren, welche Unterkunftsorte oder Lager sie bewohnten, wie auch Näheres zum Tode von Matthias Billingen wird im Nebel der Geschichte verborgen bleiben.

Das Grab von Matthias Billingen steht auf dem Ehrenfriedhof im Uhlenhorst in Mülheim/Ruhr.

 

Billingen
Grabstein

 

 

 

 

 

 

 

Die König Karl Quelle in den Argonnen

Karl Friedrich Alexander von Württemberg war von 1864 bis 1891 als Karl der Dritte König von Württemberg.

In den Argonnen gab es während des Weltkrieges unzählige Waldlager. Anfangs kaum mehr als eine Laubenkolonie entstanden mit der Dauer des Krieges große Lager, die oftmals terassenförmig in die steilen Hänge und Schluchten des Argonnerwaldes angelegt wurden. Ausgestatt mit Feldbahn-Anschluss, Kantinen, Büchereien und vielem mehr, profitierten sie vom Wasserreichtum des Waldes. Graf-Häseler-Quelle, Kronprinzen-Quelle  und König-Karl-Quelle sind nur einige Namen.

Die König-Karl-Quelle ist die einzig uns bekannte, erhalten gebliebene gefasste Quelle im Argonnerwald. Ganz in der Nähe zweier großer Waldlager – Lager Totermann und Lager Totental werden die Truppen sich hier mit frischem Wasser versorgt haben.

Die auf der Einfassung der Quelle erwähnte 19. Reserve-Division hielt sich im Sommer 1916 nach der Schlacht um Verdun in den Argonnen auf. Das Reserve-Infanterie-Regiment 73 schreibt über die halsbrecherischen Fahrten im offenen Wagen der Argonnenbahn zum Lager Totermann.

 

 
Koenig-Karl-Quelle
Koenig-Karl-Quelle
   Koenig-Karl-Quelle
     
Lager Argonnen
Lager Argonnen
 
Argonnenbahn
Argonnenbahn

 

Der Weg zur König-Karl-Quelle

Die König-Karl-Quelle ist von Binarville gut zu Fuß auf einer kleinen Wanderung von etwa 45 Minuten zu erreichen. In Binarville folgen sie der Rue de Bois bis zum Waldrand. Ab dort geht es stetig bergab über eine Forststraße bis unten im Tal eine größere Lichtung zu sehen ist. Folgen sie der Straße noch wenige Hundert Meter weiter, dann ist der Weg zur Quelle mittels Wegweiser rechts am Wegesrand gekennzeichnet. Der sich dort anschließende Weg gehört zu einem größeren Wanderweg-Netz, dass dort in den letzten Jahren erschlossen wurde. Näheres erfahren sie beim Touristen-Büro in Vienne-Le-Château oder Clermont-en-Argonne.

 

 

Hauptmann Thassilo von Studnitz

Hauptmann und Kommandeur der III. Abteilung
Thassilo von Studnitz

4. Garde-Feldartillerie-Regiment
Stab III.

*03. September 1890 Buderose/Guben
+04. Oktober 1918 Exermont/Argonnen

In der 1. Batterie begann für Hauptmann von Studnitz 1914 der Weltkrieg mit dem Einmarsch in Frankreich. Schon im Dezember 1914 wurde er als Führer der 6. Batterie eingesetzt und früh am 10. Dezember wurde ihm dort das Eiserne Kreuz I. Klasse verliehen.

Studnitz
Hauptmann von Studnitz (stehend)

Im März 1918 folgte als Auszeichnung das Ritterkreuz des Kgl. Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern.

Ab Januar 1917 verliert sich sein Name und seine Spur in den Kriegsranglisten des Regiments, erst im August 1918 taucht er dort wieder als Führer der III. Abteilung gelistet wieder auf.

Das 4. Garde-Feldartillerie-Regiment bezog im September 1918 Quartier im Raum Grandpré als Teil der Eingreifdivision der Gruppe Argonnen. Einsatzabschnitt war der Bereich Tiefland-West.

Am 24. September bezogen die Batterien Feuerstellungen südlich Varennes und nördlich von Cheppy um das Patrouillenunternehmen „Herbstzeitlose“ des 4. GRzF, westlich Vauquois, mit Feuer zu unterstützen. Danach ging es für die III. Abteilung nach Exermont.

Kurze Zeit später folgte die Abwehrschlacht in den Argonnen, das erste Mal traf das Regiment auf feindliche Tanks. In der Gegend der Tromsol-Ferme wurde die ´Gruppe von Studnitz`gebildet und nahm an der Abwehr der Angriffe teil. Die nächsten Tage waren geprägt von Abwehr, Umgruppierungen und Stellungswechseln im Bereich Exermont/Montrebeauwald.

Am 4. Oktober 1918 begann der letzte Großkampftag des Krieges, mit schweren Angriffen der amerikanischen Infanterie und Tankunterstützung, hierbei fiel Thassilo von Studnitz an seinem Gefechtsstand.

Dazu die späteren Aufzeichnungen:

“ 4. 10. um 5 Uhr 30 früh werden wir durch das schlagartig einsetzende fdl. Artilleriefeuer geweckt. Dichter Nebel machte eine Beobachtung unmöglich. Da Telephonleitungen zerschossen, war Untergruppe auf Meldungen der sofort losgeschickten Meldegänger angewiesen. Batterien hatten selbstständig Feuer aufgenommen und schossen starkes Störungs- und Vernichtungsfeuer. Zusammengefaßtes feindliches Feuer liegt auf der mit B-Stellen stark besetzten Lichtenauer Höhe. Starke Verluste bei den an der Höhe bereitstehenden Inf.Reserven und der als Tankzug hier stehenden Leibbatterie 1.GFAR.

Stab III. wird mehrmals hintereinander aus den Baracken herausgeschossen. Durch Meldegänger über die Lage aufgeklärt, diktierte Hptm. von Studnitz, dicht umdrängt von seinen Offizieren, dem Adjutanten einen Befehl an die Batterie, als ein Volltreffer die Gruppe vernichtet.

Hptm. von Studnitz, Leutn. Ehrensberger, Leutn. Brinkmann und 3 Meldegänger gefallen, Leutn. von Scotti liegt verwundet unter allen. Sämtliche Leute der Gruppe sind durch das Feuer versprengt und finden sich erst langsam wieder vereinzelt ein. Tiefste Trauer über den Heldentod ihres allverehrten, vorbildlichen Führers, zu dem sie gerade in den letzten schweren Gefechten stets voller Vertrauen und Bewunderung aufgeblickt haben.

Hptm. von Studnitz gefallen! Jedem, der ihn kannte, wird dieser wahrhaft deutsche Mann, ein Held in des Wortes tiefster Bedeutung, geliebt und verehrt von seiner früheren 6. Batterie, unvergessen bleiben.“

 

 Studnitz

 

 

 

 

 

 

 

Thassilo von Studnitz Grabstätte ist auf dem Bornstedter Friedhof in Potsdam zu finden.