Betonformstein Austellung bei Vauquois

Unter Betonformsteinmauern verstehen wir alljene Mauern, die aus vorgefertigten Betonelementen oder -teilen erstellt werden. Im Gartenbau stehen uns sehr viele verschiedene Betonelemente zur Auswahl, die vielseitig verwendbar sind.“ – aus der Gartenbau Werbung

Betonformsteine  – wer kennt sie nicht, die praktischen Steine für allerlei, vom Garten bis hin zum Küstenschutz.

Die Fertigung von Betonformsteinen war ein Teil der Industrialisierung des Krieges, sowohl auf deutscher wie auch auf französischer Seite.

Die Aktivitäten an der Westfront charakterisierten sich nach dem Erstarren der Fronten mehr und mehr durch intensiven Stellungsbau. Riesige Labyrinthe aus Schützengräben entstanden und wollten gerade auf deutscher Seite, durch möglichst wenig Soldaten gesichert und verteidigt werden. Daher wurden zum Stellungsbau alle Materialien verwendet, die aus den besetzten Gebieten stammten. Viele Stellungsteile – Wände der Schützengräben – wurden mit Holz (Bretter, Balken, Flechtwerk, etc) ausgebaut, dieses mußte allerdings feuchtigkeitsbedingt oft ersetzt werden, wenn es nicht vorher zusammengeschossen wurde.

Im Laufe des Jahres 1916 tauchten überall an der Westfront die ersten Bauten mit Betonformsteinen auf. Der Betonformstein brachte die Vorteile des einfachen Transportes, der Lagerung und des schnellen Einbaus mit sich. Da ähnelte er sehr dem Ziegelstein…
Weitere unschlagbare Vorteile waren: schnelle Massenproduktion, Einbringung von Armierungseisen, Herstellung in Frontnähe.
Da die Bauarbeiten oftmals nur nachts vorgenommen werden konnten, enstanden so schnell, mit wenig Aufwand, nachts ganze Bauwerke in unmittelbarer Nähe zum Gegner. Aufweniges und mühsames betonieren wurde dagegen im Hinterland der Front häufig angewendet.

 

Betontrupp
Betontrupp an der Westfront
      
Minenwerferstand
Minenwerferstand aus Betonformsteinen

 

 Nutzung der Betonformsteine:

  • Herstellung von Mauern, Stellungsteilen
  • Bau von Unterständen aller Art, MG- und Beobachtungsposten
  • Stützpfeiler in unterirdischen Räumlichkeiten (Stollen, Höhlen, Steinbrüche
  • Minenwerfer-Stände, Artillerie-Stellungen
 
Die Betonformstein-Austellung in Vauquois

Der Verein Les Amis de Vauquois et de sa région hat auf dem Gelände des Museums eine umfangreiche und einzigartige Ausstellung zu diesem Thema organisiert.

 

Betonformsteine       Betonformsteine
     
Betonformsteine   Betonformsteine
     
Betonformsteine
Stützpfeiler im Ludwigstollen
 
Westfalen-Turm
Beobachter Westfalen-Turm

Lesen sie auch die weiteren Seiten zu Vauquois

 

Beispiele von Bauwerken mit Betonformsteinen von der gesamten Westfront

 

 

Beispiele von Bauwerken mit Betonformsteinen in den Argonnen

 

 

Die König Karl Quelle in den Argonnen

Karl Friedrich Alexander von Württemberg war von 1864 bis 1891 als Karl der Dritte König von Württemberg.

In den Argonnen gab es während des Weltkrieges unzählige Waldlager. Anfangs kaum mehr als eine Laubenkolonie entstanden mit der Dauer des Krieges große Lager, die oftmals terassenförmig in die steilen Hänge und Schluchten des Argonnerwaldes angelegt wurden. Ausgestatt mit Feldbahn-Anschluss, Kantinen, Büchereien und vielem mehr, profitierten sie vom Wasserreichtum des Waldes. Graf-Häseler-Quelle, Kronprinzen-Quelle  und König-Karl-Quelle sind nur einige Namen.

Die König-Karl-Quelle ist die einzig uns bekannte, erhalten gebliebene gefasste Quelle im Argonnerwald. Ganz in der Nähe zweier großer Waldlager – Lager Totermann und Lager Totental werden die Truppen sich hier mit frischem Wasser versorgt haben.

Die auf der Einfassung der Quelle erwähnte 19. Reserve-Division hielt sich im Sommer 1916 nach der Schlacht um Verdun in den Argonnen auf. Das Reserve-Infanterie-Regiment 73 schreibt über die halsbrecherischen Fahrten im offenen Wagen der Argonnenbahn zum Lager Totermann.

 

 
Koenig-Karl-Quelle
Koenig-Karl-Quelle
   Koenig-Karl-Quelle
     
Lager Argonnen
Lager Argonnen
 
Argonnenbahn
Argonnenbahn

 

Der Weg zur König-Karl-Quelle

Die König-Karl-Quelle ist von Binarville gut zu Fuß auf einer kleinen Wanderung von etwa 45 Minuten zu erreichen. In Binarville folgen sie der Rue de Bois bis zum Waldrand. Ab dort geht es stetig bergab über eine Forststraße bis unten im Tal eine größere Lichtung zu sehen ist. Folgen sie der Straße noch wenige Hundert Meter weiter, dann ist der Weg zur Quelle mittels Wegweiser rechts am Wegesrand gekennzeichnet. Der sich dort anschließende Weg gehört zu einem größeren Wanderweg-Netz, dass dort in den letzten Jahren erschlossen wurde. Näheres erfahren sie beim Touristen-Büro in Vienne-Le-Château oder Clermont-en-Argonne.

 

 

Das verlorene Batallion – Lost Battalion

Nicht weit entfernt von Binarville bei Sainte-Ménéhould befand sich die Charlepaux-Mühle, in deren Nähe amerikanischen Einheiten vom 02. – 08. Oktober 1918 während der Maas-Argonnen-Offensive eingeschlossen waren.

Zusammengefasst stießen die amerikanischen Einheiten, begünstigt durch das unübersichtliche Gelände und schlechtes Wetter, zweimal durch die schwachen, deutschen Sicherungen und wurden eingeschlossen. Durch Rücknahme der deutschen Sicherungskräfte auf eine neue Hauptwiderstandslinie (zum Verteidigen waren die Einheiten zu schwach) wurden sie wieder „befreit“. Die Begebenheit wurde mehrfach von Hollywood verfilmt. In Deutschland kennt kaum jemand die Geschichte.

Einen längeren Beitrag haben wir hier.

 

Bei den US-Truppen handelte es sich um:

308th Infantry Regiment:

A,B,C,E,G,H Companies

307th Infantry Regiment:

K Company

306th Machinegun Battalion:

C, D Companies

 

Auf deutscher Seite waren beteiligt:

Reserve-Infanterie-Regiment 252 (Darmstadt)

Reserve-Infanterie-Regiment 254 (Darmstadt)

Landwehr-Infanterie-Regiment 83 (Kassel)

Landwehr-Infanterie-Regiment 122 (Ulm)

Reserve-Pionier-Kompanie 76 (Kehl)

 

Der Ort sieht heute auf den ersten Blick ganz anders aus als vor knapp 100 Jahren. Daher versuchen wir die ursprünglichen Verhältnisse deutlich zu machen.
Fuhr man im Sommer 1918 auf der kleinen Straße von Binarville in Richtung Charlepaux-Mühle, so galt es mehrere Lager zu passieren.

Zunächst kamen südlich der Straße die Ausläufer des Mudra-Lagers, anschließend das Pionier-Lager und dann das Charlepaux-Lager. Nördlich der Straße lag noch das Nordwest- oder Minenwerfer-Lager. Die Lager verfügten über einen Anschluss an die Argonnenbahn in Richtung Toter-Mann-Mühle, Binarville und weiter zum Knotenpunkt Hindenburg-Mühle (Lancon).

Richtung Süden gibt es unzählige kleine Hohlwege, Täler und sonstige Geländeeinschnitte, die ein unbemerktes Vordringen begünstigen und die Sicherung des Geländes erschweren.

Im Tal angekommen, findet der Besucher die Brücke über den Biber-Bach (Ruisseau des Bièvres)  und auf der rechten Seite das Denkmal des Lost Batallion’s. Es ist den 687 US-Soldaten gewidmet, die dort eingeschlossen waren, von denen  nur 194 überlebten.

Lost Battalion
Denkmal Lost Battalion

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Teiche auf der rechten Straßenseite gehörten damals zur Charlepaux-Mühle. Unmittelbar hinter dem Denkmal befand sich der Bahnhof Charlepaux-Lager der Argonnenbahn. Die Bahnstrecke führte weiter zum Bahnhof Tafelland, Lager Toter-Mann-Mühle und weiter nach Süden.

 

Charlepeaux-Mühle
Charlepeaux-Mühle
 
Bhf Charlepeaux
Bhf Charlepeaux
     
Minenwerfer-Lager
Minenwerfer-Lager
   

 

Auf der linken Seite der Straße lagen weitere Bahnhofsanlagen, sowie Abstellgleise.

 Standort des Denkmals

 

 

 

 Ein Gedenkstein steht unmittelbar an der Straße oberhalb der Stelle im Müllergrund, wo sich die eingeschlossenen Soldaten befunden haben. Dort ist kaum noch etwas zu sehen. Die in den amerikanischen Berichten vielzitierte Giselher-Stellung meint den weiter südlich verlaufenden Argonnenriegel. Diese Stellung sollte aus mehreren Maschinengewehrnestern mit dazugehörigen Stollenanlagen bestehen, nebst Feldwachen, die das Ganze sichern sollten. Das Meiste befand sich aber nur auf dem Papier. Viele Stollen waren nur angefangen und die MG-Stellungen nur vereinzelt als Erdwerk vorhanden. Die wenigen betonierten Anlagen waren im Bereich der 12. Kompanie LIR 122, diese verfügte noch knapp über 90 Mann und mußte nach Süden und Westen sichern.

 

Gedenkstein Lost Battalion
Gedenkstein Lost Battalion

 

 

 

 

 

Maison du Pays d’Argonne

Im Maison du Pays d’Argonne in Vienne-le-Château befindet sich im Untergeschoß ein kleines Museum. Einige Informationstafeln erläutern die Kämpfe in den Nordargonnen. Hierzu werden verschiedene Ausstellungsstücke aus dem Bois de la Gruerie und aus der Feste Kronprinz gezeigt, unter anderem ist das Bett und der Schreibtisch des späteren Generalfeldmarschall Erwin Rommel zu sehen. Rommel diente als junger Infanterie-Offizier 1914/1915 beim Infanterie-Regiment 124 aus Weingarten in den Argonnen.

Bitte melden sie sich zum Besuch des Museums einfach in der Touristen-Information im Erdgeschoß.

Der Besuch ist kostenlos.






 

 

 

 

Der Kaisertunnel

Nach den beiden deutschen Großangriffen vom Juli und September 1915 beherrschten die deutschen Truppen den Sattel der Höhe La Fille Morte. Die Höhe 285 blieb dagegen im Besitz der französischen Truppen.  Die französischen Beobachter erhielten von dort aus einen tiefen Einblick in die Täler und Schluchten westlich dieser Höhe. Um sich den Blicken der Franzosen auch bei Tage zu entziehen, gruben die deutschen Truppen mehrere Verbindungstunnel unter den Höhen und Schluchten hindurch. Einer von ihnen war der Kaisertunnel.

Der Kaisertunnel wurde in den ersten Monaten des Jahres 1916 vom 9. lothringischen Infanterie-Regiment 173 (St. Avold, Metz) gegraben. Vom Südgrund aus nach Norden war, unter der Kronprinzenhöhe hindurch, bis zum Nordgrund (auch Jägerschlucht genannt) ein über 300 m langer, bergmännisch gebauter Tunnel, der Kaiser-Tunnel, gegraben worden. Der Einbau der Küchen wurde schon im März 1916 begonnen und war Anfang April beendet. Später kamen eine Zisterne, ein Sanitätsraum und ein Generatorraum hinzu. Die Generatoren versorgten die Minenkriegsanlage mit Strom für Ventilatoren und Beleuchtung.

Im Januar 1918 berichten die Pioniere vom württembergischen Pionier-Bataillon 402 vom Ausfall der Generatoren mangels Ersatzteilen und Kabeln. Der Strom wird zunächst vom Lager Lehmannschlucht und später von der Kraftzentrale im Meurissonsgrund bezogen.

 

Kaisertunnel
Frühe Aufnahme des Nord-Eingangs
    
Kaisertunnel
Spätere Aufnahme des Nord-Eingangs
     
 
Kaisertunnel
Seiteneingang des Kaisertunnels
   

 

Des weiteren wurde ein Verbindung zur 2. Linie geschaffen – der Bataillons-Tunnel. Somit war es möglich vor den französischen Beobachtern auf der Höhe 285 unbeobachtet, durch den Siebenschläfer-Graben kommend, zunächst durch den Ortliebtunnel in den Nordgrund hinabzusteigen und im Anschluß durch den Kaisertunnel und Bataillonstunnel über eine Strecke von 400m sich völlig unsichtbar zu bewegen.

 

Aktuelle Situation des Kaisertunnel:

Der Kaisertunnel ist für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich. Im Rahmen der Vorbereitung für die 100-Jahr Feier des Ersten Weltkriegs wurde der Kaisertunnel wegen maroder Eingänge im Dezember 2012 geschlossen. Ein neues Sicherheitskonzept erwies sich als zu teuer, so dass es mit Stand September 2014 so aussieht, dass die dringend erforderlichen Restaurationsarbeiten an beiden Eingängen und der Beleuchtung nicht durchgeführt werden können.

Zur weiteren Nutzung des Museums kann mit Stand Februar 2016 nichts gesagt werden.

Der Stein, den die deutschen Erbauer auf dem Nordausgang plazierten, wurde von den Les Amis de Vauquois im Juni 2014 nach Genehmigung der Behörden zum Schutz vor Diebstahl abmontiert und in das Minenkriegsmuseum auf Vauquois gebracht.

 

Kaisertunnel

 

 

Öffnungszeiten: –

 

 



 

Höhe 285 / Haute Chevauchée

Nach dem Angriff vom Juli 1915 bildete sich auf dem Kamm der Höhe 285, die französische Ortsbezeichnung lautet La Haute Chevauchée,  eine neue Kampflinie, die sehr bald vom unterirdischen Minenkrieg geprägt wurde. Diese Minensprengungen dienten primär zum Schlagen von Breschen in die gegnerische Linie, um die Wahrscheinlichkeit des Gelingens von Infanterieangriffen zu erhöhen.

 Am Parkplatz aus sehen Sie bereits die Informationstafeln, hinter denen der historische Lehrpfad zu den Argonnenkämpfen beginnt.

 

H285
Graben bei Höhe 285
  
H285
Sprengkammer bei Höhe 285

 

Nach wenigen Schritten gelangen Sie zunächst zum Denkmal für die Toten der französischen Armee und ihrer Verbündeten, indem sich auch ein kleines Gebeinhaus befindet. Auf den Seitenwänden und der Rückwand des Denkmals sind die jeweiligen französischen, amerikanischen, italienischen und tschechoslowakischen Einheiten die in den Argonnen gekämpft haben, aufgeführt. Das Denkmal wurde 1923 eingeweiht. Alle 2 Jahre findet am ersten Sonntag im Juli eine Gedenkfeier für die Gefallenen in den Argonnen statt. Sie wird vom Comité Commémoratif de L‘ Argonne ausgerichtet.

Dahinter liegt der Sprengtrichter vom 12. Dezember 1916, der durch eine unterirdische deutsche Sprengung mit 52500 kg Sprengstoff entstand. Dieses war zugleich die größte Sprengung an der Westfront im Ersten Weltkrieg. Auf der gegenüberliegenden Seite steht ein Hochkreuz für die Gefallenen in den Argonnen. Dieses wurde 1971 von der 4./Panzerbataillon 144 aus Koblenz zusammen mit französischen Pionieren errichtet.

Hinter dem Hochkreuz führt ein kleiner Pfad weiter auf dem historischen Lehrpfad. Die Gesamtdauer des Lehrpfades beträgt etwa 30 Minuten. Er führt sie bis zum Eingang des Kaisertunnels im Südgrund.

 

 

 

Das Denkmal von Montfaucon en Argonne

Das auf einem Hügel gelegene Dorf Montfaucon wurde schon im September 1914 von den Deutschen besetzt und zu einem der bekanntesten Beobachtungsstände der ganzen Front ausgebaut.

Von dieser Höhe aus reichte der Horizont von den Argonnen bis zu den Maashöhen.

 

Montfaucon
Am Horizont – Der Hügel von Montfaucon

 

In den Ruinen des Dorfes wurden Beobachtungsstände für die Artillerie eingebaut. 1918 wurden die Stellungen auf dem Hügel im Rahmen der Umgliederung zur Vorfeld Taktik, zur zweiten Linie bzw. Etzel-Stellung umgeordnet. Die Höhe von Montfaucon wurde somit zum wichtigen Bindeglied zwischen den Argonnen und den Maashöhen.

Montfaucon
Kronprinz-Periskop in Montfaucon
     Montfaucon

 

Am 26. September 1918 unternahm die amerikanische 79. US Infanterie-Division einen Angriff auf die Höhe von Montfaucon. Da es zuvor den amerikanischen Einheiten nicht gelang die Artillerie nachzuziehen, stürmten die unerfahrenen US-Truppen ohne Artillerie Unterstützung gegen zwar abgekämpfte, jedoch im Stellungskrieg sehr erfahrene deutsche Truppen der 117. Infanterie Division an. Die MG-Bunker auf der Höhe wehrten alle Angriffe ab und so musste der Angriff zunächst eingestellt werden.

 

 

1937 wurde hier ein imposantes amerikanisches Denkmal durch die American Battle Monuments Comission errichtet. Dabei wurden unter den Trümmern des Dorfes Überreste einer mittelalterlichen Siedlung gefunden. Das Denkmal, knapp 60 m hoch, in Form einer dorischen Säule zeigt eine Freiheitsstatue. Es ist das größte amerikanische Denkmal in Europa. Von hier aus hat man im Sommer einen fantastischen Rundblick über die ganze Gegend. Im Winter ist der Turm nicht zugänglich. Im Norden sieht man von den Romagne-Höhen bis nach Dun-sur-Meuse, im Westen von Vauquois bis zu den Nord-Argonnen, im Süden von Höhe 304 bis zum Cheppy-Wald und im Osten vom Wald von Brieulles bis zum Douaumont.

 

 

Hinter dem Denkmal führt ein kleiner Pfad in die Ruinen des ehemaligen Dorfes. Die große Ruine der Kirche steht eindrucksvoll auf dem höchsten Punkt des Hügels. Überall um die Kirchenruine herum, finden sich mehrere Beton-Beobachter für die Artillerie.

 




Der Kronprinz Unterstand – Abri du Kronprinz

Nachdem sich die Front in den Argonnen zum Jahresende 1914 auch in den Argonnen weitestgehend stabilisiert hatte, begannen auch dort umfangreiche Baumaßnahmen um die Front zu verstärken. Neben Feldbahnen und Truppenlagern wurden auch Gefechtsstände für die höhere Führung angelegt.

Im Dezember 1916 begann die 1. Feldkompanie des Pionierbataillons 16 mit dem Bau des Kronprinz-Unterstandes nahe der Varenner Straße. Es handelt sich hier jedoch nicht um einen einzelnen Unterstand, sondern um zwei Gruppen von Unterständen. Gelegen am abfallenden Hang einer Höhenwelle, gedeckt durch hohe Bäume, bot sich hier auch eine ausgezeichnete Beobachtungsstellung durch Baumbeobachter. Diese Baumbeobachter saßen auf hölzernen Plattformen in den Baumwipfeln, die durch Leitern zu erreichen waren und beobachteten in Richtung Höhe 285.

Die Bauweise der Unterstände war für die damaligen Verhältnisse sehr umfangreich. Jeder Unterstand steht tief in der Erde und wurde mit mehreren Schichten als Deckung versehen. Dazu dienten Eisenbahn-Schienen sowie die dazugehörigen Schwellen, Erd-, Holz- und Sandsackschichten. Die Unterstände waren untereinander mit verdeckten Laufgräben verbunden.

Wie der Name Kronprinz-Unterstand zu Stande kam, ist unbekannt. Es ist nicht bekannt, dass Kronprinz Wilhelm, der Führer der 5. Armee, jemals da war. Eine Nutzung als Brigade Gefechtsstand ist da eher wahrscheinlich.

Die Unterstände wurden luxuriös ausgestattet. So ist nach Einnahme durch die Amerikaner im September 1918 von vorgefundenen Badewannen, Konzertflügeln, Spiegeln, Wein- und Schnapsvorräten die Rede.

Die Unterstände befinden sich am Ende der geschotterten Forststraße.

 

 

 

 

 

Die Varenner Straße

Die Varenner Straße, einst Hauptverbindungsstraße durch die Argonnen, zeigt heute nur noch wenig sehenswerte Punkte. Im östlichen Teil zweigt ein Weg zum Kronprinz-Unterstand ab. Wenige Meter nach der Abzweigung zum Kaisertunnel liegt der ehemalige Friedhof des Pionierbataillons 20 am nördlichen Straßenrand.

Varenner Straße
Einzelgräber an der Varenner Straße

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Ende der Straße liegt der sogenannte Four de Paris, eine ehemalige Glasbrennerei.