Varennes en Argonne

Die Kleinstadt Varennes en Argonne im Nordosten der Argonnen lag 4 Jahre lang etwa 3 km hinter der Frontlinie. Waren im September 1914 nur einige Häuser zerstört, bestand der Ort im Jahr 1918 nur noch aus Ruinen.

Im Ort waren einige wichtige Einrichtungen zur Versorgung und Unterstützung der deutschen Truppen eingerichtet worden:

  • Munitions-Park
  • Zwei Pionier-Zwischenparks
  • Divisions-Gefechtsstand
  • Feldpost-Amt
  • Zwei Bahnhöfe der Argonnenbahn (Feldbahn)

 

Varennes
Kriegerfriedhof Varennes

 

 

 

 

 

 

 

Varennes heute

Varennes en Argonne
Varennes en Argonne – im linken Hintergrund das amerikanische Denkmal

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Varennes
Strasse nach Cheppy
       Varennes
     
 
Varennes
Die Ruine der Kirche
   
Kirche in Varennes
Kirche in Varennes

 

 

 
Varennes
Brücke über die Aire
            Varennes
     
 
Varennes_02
Feldbahnhof
        
Varennes
Die Stelle heute

 

 

Hinter dem Schlossberg – an der Strasse nach Montblainville – errichteten die deutschen Pioniere einen Pionierpark.

 
Varennes
Pionier-Park in Varennes
        
Schlossberg Varennes
Schlossberg Varennes

 

Hauptmann Thassilo von Studnitz

Hauptmann und Kommandeur der III. Abteilung
Thassilo von Studnitz

4. Garde-Feldartillerie-Regiment
Stab III.

*03. September 1890 Buderose/Guben
+04. Oktober 1918 Exermont/Argonnen

In der 1. Batterie begann für Hauptmann von Studnitz 1914 der Weltkrieg mit dem Einmarsch in Frankreich. Schon im Dezember 1914 wurde er als Führer der 6. Batterie eingesetzt und früh am 10. Dezember wurde ihm dort das Eiserne Kreuz I. Klasse verliehen.

Studnitz
Hauptmann von Studnitz (stehend)

Im März 1918 folgte als Auszeichnung das Ritterkreuz des Kgl. Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern.

Ab Januar 1917 verliert sich sein Name und seine Spur in den Kriegsranglisten des Regiments, erst im August 1918 taucht er dort wieder als Führer der III. Abteilung gelistet wieder auf.

Das 4. Garde-Feldartillerie-Regiment bezog im September 1918 Quartier im Raum Grandpré als Teil der Eingreifdivision der Gruppe Argonnen. Einsatzabschnitt war der Bereich Tiefland-West.

Am 24. September bezogen die Batterien Feuerstellungen südlich Varennes und nördlich von Cheppy um das Patrouillenunternehmen „Herbstzeitlose“ des 4. GRzF, westlich Vauquois, mit Feuer zu unterstützen. Danach ging es für die III. Abteilung nach Exermont.

Kurze Zeit später folgte die Abwehrschlacht in den Argonnen, das erste Mal traf das Regiment auf feindliche Tanks. In der Gegend der Tromsol-Ferme wurde die „Gruppe von Studnitz“ gebildet und nahm an der Abwehr der Angriffe teil. Die nächsten Tage waren geprägt von Abwehr, Umgruppierungen und Stellungswechseln im Bereich Exermont/Montrebeauwald.

Am 4. Oktober 1918 begann der letzte Großkampftag des Krieges, mit schweren Angriffen der amerikanischen Infanterie und Tankunterstützung, hierbei fiel Thassilo von Studnitz an seinem Gefechtsstand.

Dazu die späteren Aufzeichnungen:

“ 4. 10. um 5 Uhr 30 früh werden wir durch das schlagartig einsetzende fdl. Artilleriefeuer geweckt. Dichter Nebel machte eine Beobachtung unmöglich. Da Telephonleitungen zerschossen, war Untergruppe auf Meldungen der sofort losgeschickten Meldegänger angewiesen. Batterien hatten selbstständig Feuer aufgenommen und schossen starkes Störungs- und Vernichtungsfeuer. Zusammengefaßtes feindliches Feuer liegt auf der mit B-Stellen stark besetzten Lichtenauer Höhe. Starke Verluste bei den an der Höhe bereitstehenden Inf.Reserven und der als Tankzug hier stehenden Leibbatterie 1.GFAR.

Stab III. wird mehrmals hintereinander aus den Baracken herausgeschossen. Durch Meldegänger über die Lage aufgeklärt, diktierte Hptm. von Studnitz, dicht umdrängt von seinen Offizieren, dem Adjutanten einen Befehl an die Batterie, als ein Volltreffer die Gruppe vernichtet.

Hptm. von Studnitz, Leutn. Ehrensberger, Leutn. Brinkmann und 3 Meldegänger gefallen, Leutn. von Scotti liegt verwundet unter allen. Sämtliche Leute der Gruppe sind durch das Feuer versprengt und finden sich erst langsam wieder vereinzelt ein. Tiefste Trauer über den Heldentod ihres allverehrten, vorbildlichen Führers, zu dem sie gerade in den letzten schweren Gefechten stets voller Vertrauen und Bewunderung aufgeblickt haben.

Hptm. von Studnitz gefallen! Jedem, der ihn kannte, wird dieser wahrhaft deutsche Mann, ein Held in des Wortes tiefster Bedeutung, geliebt und verehrt von seiner früheren 6. Batterie, unvergessen bleiben.“

 

 Studnitz

 

 

 

 

 

 

 

Thassilo von Studnitz Grabstätte ist auf dem Bornstedter Friedhof in Potsdam zu finden.

Pionier-Friedhof Varenner Straße

Der Pionierfriedhof an der Varenner Straße ist ein interessantes Kleinod im Argonnerwald.

Über die Geschichte des Pionier-Bataillons Nr. 20 in den Argonnen ist nur wenig bekannt. Es gehörte zum XVI. Armeekorps in Metz, die 1. / (Major Muth) und 4./ Feldkompanie (Hptm. Lindemann) waren in den Argonnen bei wechselnden Einheiten eingesetzt. Später kam noch die 2./ Feldkompanie hinzu. Je eine Pionierkompanie war einem Abschnitt zugeordnet. So befand sich eine Pionierkompanie auf der Höhe 285 und eine weitere auf der Höhe La Fille Morte, die dort in erster Linie den unterirdischen Minenkrieg führten.

St. Hubert Pavillion, Barricade-Rücken und die Bolante seien weitere bekannte Einsatzorte in den Argonnen.

An der Varenner Straße stehen noch die Überreste des Pionierfriedhofs des Pionier-Bataillon 20. Das Denkmal steht heute auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Servon-Melzicourt. Wohin die Toten umgebettet wurden, ist im Detail nicht bekannt. Viele wurden nach den deutschen Kriegsgräberstätten in Servon-Melzicourt oder nach Consenvoye umgebettet.

 

Pionier Friedhof
Pionier Friedhof
         
     
Denkmal Pi20
Denkmal Pi20
 
Friedhof Pi 20
Friedhof Pi 20

 

Aktualisierung März 2015:

Im Herbst 2014 wurden die beiden eisernen Torflügel von Metalldieben entwendet. Dabei wurden die beiden Eingangssäulen erheblich beschädigt.

 

Pi Friedhof
Beschädigter Friedhofseingang

 

 

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Der Kronprinz Unterstand – Abri du Kronprinz

Nachdem sich die Front in den Argonnen zum Jahresende 1914 auch in den Argonnen weitestgehend stabilisiert hatte, begannen auch dort umfangreiche Baumaßnahmen um die Front zu verstärken. Neben Feldbahnen und Truppenlagern wurden auch Gefechtsstände für die höhere Führung angelegt.

Im Dezember 1916 begann die 1. Feldkompanie des Pionierbataillons 16 mit dem Bau des Kronprinz-Unterstandes nahe der Varenner Straße. Es handelt sich hier jedoch nicht um einen einzelnen Unterstand, sondern um zwei Gruppen von Unterständen. Gelegen am abfallenden Hang einer Höhenwelle, gedeckt durch hohe Bäume, bot sich hier auch eine ausgezeichnete Beobachtungsstellung durch Baumbeobachter. Diese Baumbeobachter saßen auf hölzernen Plattformen in den Baumwipfeln, die durch Leitern zu erreichen waren und beobachteten in Richtung Höhe 285.

Die Bauweise der Unterstände war für die damaligen Verhältnisse sehr umfangreich. Jeder Unterstand steht tief in der Erde und wurde mit mehreren Schichten als Deckung versehen. Dazu dienten Eisenbahn-Schienen sowie die dazugehörigen Schwellen, Erd-, Holz- und Sandsackschichten. Die Unterstände waren untereinander mit verdeckten Laufgräben verbunden.

Wie der Name Kronprinz-Unterstand zu Stande kam, ist unbekannt. Es ist nicht bekannt, dass Kronprinz Wilhelm, der Führer der 5. Armee, jemals da war. Eine Nutzung als Brigade Gefechtsstand ist da eher wahrscheinlich.

Die Unterstände wurden luxuriös ausgestattet. So ist nach Einnahme durch die Amerikaner im September 1918 von vorgefundenen Badewannen, Konzertflügeln, Spiegeln, Wein- und Schnapsvorräten die Rede.

Die Unterstände befinden sich am Ende der geschotterten Forststraße.

 

 

 

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Die Varenner Straße

Die Varenner Straße, einst Hauptverbindungsstraße durch die Argonnen, zeigt heute nur noch wenig sehenswerte Punkte. Im östlichen Teil zweigt ein Weg zum Kronprinz-Unterstand ab. Wenige Meter nach der Abzweigung zum Kaisertunnel liegt der ehemalige Friedhof des Pionierbataillons 20 am nördlichen Straßenrand.

 

Varenner Straße
Einzelgräber an der Varenner Straße

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Ende der Straße liegt der sogenannte Four de Paris, eine ehemalige Glasbrennerei.

 

 

 

 

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