Musketier Arthur Delle

Arthur Delle
Musketier

Infanterie-Regiment Generalfeldmarschall Prinz Friedrich Karl von Preußen (8. Brandenb.) Nr. 64

10./ Kompagnie

*27. Juni 1895 in Berlin

+2. April 1916 in Göttingen

 

Der zwanzigjährige Arthur Delle wurde während der Kämpfe am Fort Douaumont am 3. März 1916 verwundet und erlag nur knapp einen Monat später seinen Verletzungen in einem Lazarett.

Das IR 64 war vom 27. Februar – 2. März 1916 in schwerste Kämpfe am Panzerturm, östlich von Fort Douaumont verwickelt.

Am 1. März sollte das Regiment den Angriff östlich des Forts weiter vortragen, dieses misslang allerdings unter schwersten Verlusten.

Die Regimentsgeschichte schreibt dazu:

„…Maschinengewehre und Flammenwerfer des Bataillons zerschossen, ein frischer, nicht erschütterter Feind unmittelbar vor sich, konnte das Bataillon nur daran denken, die Stellung am Panzerturm zu halten…Um das schwer mitgenommene I. Batl. zu stützen, zog der Regimentskommandeur das III. Batl. hinter den linken, und später auch das halbe II. hinter den rechten der vorderen Linie. Mühselig arbeiteten sich die Kompagnien durch die feindliche Feuersperre, die besonders stark, fast lückenlos am Nordhang des Douaumontrückens lag, hindurch… Von Abschnitt zu Abschnitt wurde um die Feuerräume ein Haken geschlagen, oder es ging durch die feuerärmsten Stellen im Marsch-Marsch, einer hinter dem anderen, zur nächsten Deckung…“

 

In der Nacht zum 4. März wurde das III. Bataillon wieder zurückgenommen.

„…Nach den schweren Kämpfen sah es im halbdunklen Panzerturm wenig erfreulich aus; eine große Anzahl Verwundeter hatten in ihm Zuflucht gefunden und wartete seit 2 Tagen auf ihren Abtransport. Der immer in der vorderen Linie tätige Assistenzarzt des II. Batl., Dr. Koppel*, sorgte unermüdlich für sie, so gut es ohne Wasser und Verpflegung ging. Erst in den folgenden Nächten gelang es, diese Mannschaften Zurückzubringen…“

*Assistenzarzt der Reserve Max Koppel starb schon kurze Zeit später am 8. Mai 1916 beim Treffer einer schweren Mine in den Bataillonsunterstand im Caillettewald.

Im ersten Einsatz vor Verdun verlor das Regiment in 4 Wochen 10 Offiziere, 294 Unteroffiziere und Mannschaften. 29 Offiziere und 1387 Mann wurden verwundet oder sind vermisst.

Delle
Grabmal Familie Delle
       
Delle
Kampfgebiet des IR 64 am Panzerturm-Ost
     
Panzerturm
Der Panzerturm
  Douaumont

 

Im Kreise seiner Familie ruht Arthur Delle heute auf dem Luisenfriedhof II in Berlin-Charlottenburg.

 

Ouvrage de la Falouse

Das Ouvrage de la Falouse befindet sich ganz im Süden von Verdun zwischen Belleray und Dugny auf einem kleinen Hügel nahe dem westlichen Maasufer.

Das Zwischenwerk wurde ab 1906 von den Franzosen als eines der letzten Werke vor Ausbruch des Krieges 1914 errichtet.  Ausgestattet war es mit zwei 7,5 cm Geschützen in einem Versenkturm, einem versenkbaren MG-Turm und einem kleinen Stollensystem. Die betonierte Kaserne konnte 200 Soldaten aufnehmen.

30 Puppen beleben das komplette renovierte Ouvrage heute wieder. Sie vermitteln ein anschauliches Bild vom Festungsleben aus der Zeit des Ersten Weltkrieges.

Das Ouvrage selbst hat im ersten Weltkrieg keinen Treffer abbekommen. Es lag weit außerhalb der Reichweite des deutschen Artilleriefeuers. Daher ist es auch in einem sehr guten Erhaltungszustand.

 

 

Homepage

 

 
Öffnungszeiten des Ouvrage de la Falouse:

Vom 01. April bis 30. September von 09.00 bis 12.00 Uhr und von 13.30 bis 17.00 Uhr

Vom 01. Oktober bis 11. November von 09.00 bis 12.00 Uhr

 

Zwischenwerk Kalte Erde – Ouvrage de Froideterre

 Dieses Festungswerk Kalte Erde – Froideterre liegt etwas fernab im westlichen Bereich des Schlachtfeldes. Die Anlage ist als kleines Infanteriewerk gebaut worden. Die Hauptkaserne liegt im nördlichen Teil. Bewaffnet war das Werk mit einem Galopin-Panzerturm und zwei MG-Versenktürmen. Es galt als das am stärksten bewaffnete Infanteriewerk der Festung Verdun. Einziger Nachteil beim Bau der Anlage war, dass die Panzer- und MG-Türme nicht von der Kaserne aus erreichbar waren.

In den ersten Monaten des Krieges blieb das Werk unbesetzt. Von Anfang an lag das Zwischenwerk unter starkem deutschen Artilleriefeuer.  Erst ab dem 26. Februar 1916 zogen 130 französische Soldaten in die große Festungsanlage ein. Während des Krieges brachte man auch einen Verbandsplatz im Zwischenwerk Froideterre unter.  Nachdem die deutschen Truppen das Zwischenwerk Thiaumont gleichsam am 23. Juni 1916 erobert hatten, war das Zwischenwerk Froideterre nunmehr eine wichtige Riegelstellung vor den Toren der Stadt. Durch seine ausgesetzte westliche Lage hatte es hervorragende Beobachtungsmöglichkeiten auf das linke Maasufer in Richtung Toter Mann und Höhe 304. In diese Richtung unterstützte das Zwischenwerk durch die Beobachtung und Lenkung des eigenen Artilleriefeuers.   Hilfe erhielt das Festungswerk durch die Artillerie auf dem Marre-Rücken.

 

Juni 1916

Am 23. Juni 1916 wurde das Werk nach anhaltendem Beschuß durch die deutschen Truppen nahezu eingenommen. Teile des bayerischen Infanterie-Regiments Nr. 10 und Teile des bayerischen Jäger-Battaillons Nr. 2 erreichten das Dach des Zwischenwerks. Da die Panzertürme und MG nicht mehr feuerten, hielt man sie für dauerhaft außer Gefecht gesetzt – ein fataler Irrtum. Um die Besatzung auszuräuchern, warf man Handgranaten in die Luftschächte. Weißer Rauch steig empor…. Die Bayern hielten dies für brennende Zünschnüre und befürchtetetn eine Sprengung des Werkes. Sie wichen hinter die zerstörten Hindernisse aus.

 

Froideterre_01
Zwischenwerk Froideterre 1917

 

Es waren jedoch nur Leuchtmittel in Brand geraten, die den weißen Rauch erzeugten. Diese Pause nutzte die französische Besatzung und machte einen der MG-Türme wiedergangbar. Einige Betonbrocken hatten den Turm verklemmt. Nachdem dieser das Feuer wieder auf die bayerischen Angreifer aufgenommen hatte, bot sich diesen keine erneute Chance an das Werk heranzukommen. Die immer kleiner werdende Abteilung wurde am kommenden Tag durch französische Verstärkungen gefangengenommen. Ihr Anführer Lt. Ludwig fiel bei den Kämpfen.

 

 

Fort Douaumont

Das Fort Douaumont war der Hauptstützpunkt des Festungsgürtels von Verdun mit einer Größe von 3 Hektar Areal und 3 km Stollenanlagen. Heute kann man über seine von Granaten durchwühlten Decke mit zahlreichen Panzer- und Geschütztürmen flanieren. Für ein kleines Eintrittsgeld kann man den für Touristen freigegebenen Teil innerhalb des Forts besichtigen und sich einen Einblick vom Leben der damaligen Besatzung schaffen. Die deutschen Soldaten nannten das Fort treffenderweise „Sargdeckel“.

 

Das Fort

Das Fort Douaumont war ein Teil der äußeren Befestigungslinie von Verdun. Diese wurde im 19. Jahrhundert nach dem deutsch/französischen Krieg von 1870/71 mit 11 Forts und 23 Zwischenwerken erbaut. Schließlich lag die deutsche Grenze nach 1871 und der Besetzung von Elsass/Lothringen nur noch knapp 60 km von Verdun entfernt. Fort Douaumont war das größte und am stärksten bewaffnete Fort dieses Festungsgürtels.

Ab 1885 wurde das Fort mit Kalksteinen erbaut, doch schon die Erfindung der Sprengranaten machten größere Umbauarbeiten und Verstärkungen erforderlich. Mittlerweile war auch der Stahlbeton bekannt, so dass alle bedeutenden Teile des Forts betoniert wurden.   Neben umfangreichen Grabenstreichen (diese Gebäude dienten zur Verteidigung der Festungsgräben) erhielt das Fort mehrere Panzer- und Versenktürme, welche mit Maschinengewehren ausgestattet waren. Kasematten, Unterkünfte, Munitions- und Proviantlager, Werkstätten und ein Lazarett vervollständigten das Fort.

 

Fort-Douaumont
Straße bei Douaumont
                     
Fort Douaumont von Südosten gesehen
Fort Douaumont von Südosten gesehen

 

Renovierungsarbeiten:

Zur Zeit laufen die Wiederherstellungsarbeiten am alten Kriegseingang. Nach Fertigstellung werden die Besucher durch ihn das Fort betreten.

 

Fort Douaumont
Renovierungsarbeiten am alten Kriegseingang

 

Öffnungszeiten:
  • März : 10.00 – 17.00
  • Achtung, das Fort ist von 7. bis 11.  und von 14. bis 18. März 2016 für Instandsetzungsarbeiten geschlossen
  • April : 10.00 – 18.00
  • Mai bis Juni : 10.00 – 18.30
  • Juli/August : 10.00 – 19.00
  • September : 10.00 – 18.00
  • Oktober : 10.00 – 17.30
  • November : 10.00 – 17.00
  • Dezember : 10.00 – 17.00

 

 

Außerhalb dieser Zeit ist das Fort geschlossen.