Oberleutnant Kurt Blumenthal

Oberleutnant
Kurt Blumenthal

11./ Infanterie-Regiment „Graf Werder“ (4. Rheinisches) Nr. 30

*1885
+1. September 1914 bei Dannevoux

Der Sohn eines ehemaligen Leutnants und Offiziers der Unteroffiziersschule Jülich, Oberleutnant Kurt Blumenthal, fiel bei den Kämpfen um den Maas-Übergang.

Am 1. September 1914 stand die 34. Infanterie-Division zum Übergang über die Maas bereit. Das Infanterie-Regiment 30 sollte bei Vilosnes mit dem Rest der Division den Fluss überschreiten, wurde vorerst aber mit I. und III. Bataillon als Sicherungstruppe eingesetzt.

Im Morgengrauen erreichte das III. Batl. den Höhenrücken zwischen Wald von Chatillon und Vilosnes. Die Maschinengewehrkompanien von IR 30 und IR 145 gingen westlich des Dorfes in Stellung um zu sichern. Nach dem IR 173 setzte das I. Batl um 7 Uhr morgens selbstständig auf Pontons östlich Vilosnes über die Maas. Es folgte das IR 145. Die übergesetzten Teile der Regimenter wurden kurze Zeit später zwischen Bahnhof von Vilosnes und Wald von Moriaux in erste Gefechte verwickelt. Währenddessen stellten Pioniere die Kriegsbrücke fertig.

Von den verbliebenen Kompanien rückte die 11./30 als erstes nach und wurde sofort Richtung Dannevoux dirigiert wo die Lage mittlerweile kritisch war. Im Nordwesten des Dorfes trat man in das Gefecht ein und wurde gegen den Bois de Septsarges eingesetzt.

Die Regimentsgeschichte beschreibt den Angriff folgendermaßen:

Trotz des furchtbaren Feuers gewann die Kompagnie angriffsweise Gelände. Mit dem 3. Zuge, der vorläufig als Reserve zurückgehalten war, griff Oblt. Blumenthal persönlich von Dannevoux her gegen Abend ein und fand hierbei seinen Heldentod. Im Garten eines Hauses am Südausgang von Dannevoux begrub die Kompagnie am nächsten Morgen ihren geliebten und tapferen Führer, der sich schon in Südwestafrika in den Kämpfen gegen die Hereros Lorbeeren erworben hatte.

 

Blumenthal

 

Das heutige Grab mit der Nummer 132 ist auf dem Ehrenfeld des Aachener Waldfriedhofs, Block 5, zu finden.

Unteroffizier Walter Sinn

Unteroffizier
Walter Sinn

Pionier-Regiment Nr. 30 (3. Rheinisches Pionier-Bataillon Nr. 30)
6. Feldkompanie

*14. Juni 1890 in Aachen
+10. März 1916 bei Fort Vaux

 

Seit Anfang Februar 1916 befand sich das Regiment in den Sturmausgangstellungen und bereitete sich auf den Angriff auf die Festung Verdun vor. Die 6./ Feldkompanie baute Minenwerfer vor Maucourt ein, unterstützte beim Angriff auf Dorf Bezonvaux und den Hardaumont.

Ab dem 8. März stellte sich die 6./Pi30 am Granatwäldchen und mit 2 Zügen in der Hardaumontschlucht zum Angriff auf das Fort Vaux bereit.

Der Angriff erfolgte am Abend des 10. März 1916. Ausgerüstet mit Drahtscheren, Handgranaten, Brandröhren, Flammenwerfern und gestreckten Ladungen unterstützten die Pioniere die angreifenden Infanterieeinheiten. Bereits vorher erkundeten Offizier-Patrouillen die Einbruchstellen und versuchten das Drahthindernis sowie die Flankierungsanlagen zu zerstören.

Der Angriff schlug fehl. Es gelang der schweren Artillerie nicht, das Fort Vaux sturmreif zu schießen, auch wenn der Panzerturm zerstört wurde. So konnten die verteidigenden Franzosen aus den nicht zerstörten Kasernen und den Bereitschaftsräumen Maschinengewehre auf das Glacis und den Wall des Forts in Stellung bringen und den Angriff abwehren. Das Reserve-Infanterie-Regiment 6 griff an, bevor die Patrouillen vom Pionier-Regiment 30 ihre abschließenden Meldungen nach hinten bringen konnten. So konnten die vorbereiteten Gassen im Drahtverhau nicht gefunden werden.

 

Pi Rgt 30
Erinnerung an das Pionier Regiment 30

 

An diesem Tag verlor Unteroffizier Walter Sinn sein Leben. Er wurde in der Familiengruft auf dem Aachener Westfriedhof beerdigt.

 

Walter Sinn
Familiengruft Sinn
Walter Sinn
Familiengruft Sinn

Das zerstörte Dorf Louvemont-Côte du Poivre

Die „Rote Zone”, ein Begriff für das heutige, touristisch erschlossene Schlachtfeld Verdun und ein Inbegriff für die restlose Zerstörung von urbanem Leben. Hier befanden sich die neun, im Krieg vollends zerstörten und nicht wieder aufgebauten Dörfer Beaumont-en-Verdunois, Bezonvaux, Cumières, Douaumont, Louvemont-Côte-du-Poivre, Fleury-devant-Douaumont, Haumont-près-Samogneux und schlussendlich Ornes. Sie alle lagen im Bereich des Festungsgürtels um Verdun, mehr oder weniger befestigt und wurden Opfer der deutschen und später der französischen Artillerie. Wohnhäuser, Gehöfte, Kirchen und Straßen wurden durch tausende Granaten dem Erdboden gleichgemacht. Die Bevölkerung der Dörfer sah sich bereits zu Beginn des Krieges und der kommenden Verdun-Schlacht zur Flucht gezwungen. 1918 allerdings war an eine Rückkehr nicht mehr zu denken. Das Ausmaß der Zerstörung, die Gefahr des von Munitions, Kadaver- und gasverseuchten Bodens ließen keinen Wiederaufbau und keine Besiedelung mehr zu. Bekannt unter dem Begriff „Villages détruits” kann der Besucher heute nur noch den Verlauf von Häusern, Gebäuden und Straßen erahnen. Kaum etwas lässt mehr auf ein Leben schließen, welches die ländlich geprägte Bevölkerung vor dem Krieg dort verbrachte. Wenige Mauer- oder   Schrottreste, Gräben, Trichter, sowie nachträglich angebrachte Schilder vom Standort der Gebäude und dem Verlauf der Straßen, prägen das heutige Bild.

Polarisierend wirken die nachträglich gebauten Kapellen und Denkmäler auf denen die Namen der gefallenen Dorfbewohner prangen. Noch im Oktober 1919 erhielt jedes der Dörfer per Gesetzesbeschluss einen Gemeinderat und einen Gemeindevorstand, dessen Befugnisse jenen eines Bürgermeisters gleichkommen. Dieses besteht noch bis heute. Feierlichkeiten und Erinnerungsmessen mit Nachkommen der Einwohner werden einmal jährlich abgehalten.

 

Louvemont-Côte du Poivre

183 Menschen lebten vor Beginn des Weltkrieges in Louvemont, am Hang des Pfefferrückens. Am 12. Februar 1916 mussten sie ihr Dorf und somit ihre Heimat auf Befehl der militärischen Behörden innerhalb 24 Stunden verlassen. Louvemont wurde zur Verteidigung eingerichtet. Am 25. Februar kämpfte sich das Infanterie-Leibregiment 117 durch die Louvemont-Stellung und Dorf bis an den Rand des Pfefferrückens.

Louvemont
Das Dorf Louvemont

 

Nach der Eroberung blieb das Dorf 10 Monate unter deutscher Besetzung, erst am 15. Dezember 1916 ging es, während der Offensive unter General Mangin, wieder in den Besitz der französischen Armee über. Dem Besucher zeigt sich das heutige Louvemont-Côte du Poivre mit Bäumen bepflanzt die den Straßenverlauf abzeichnen, mit einer 1932 eingeweihten Kapelle nebst Kriegerdenkmal, sowie gut erhaltenen Mauer- und Fundamentresten und einer sprudelnden Quelle.

 

Louvement

   
Louvement
Louvement heute

 

Louvement
Louvement Kapelle

 

Jedes Jahr, am ersten Augustsonntag, wird eine Gedenkmesse abgehalten.

 

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Leutnant und Zugführer Erich Gollmer

Leutnant und Zugführer
Erich Gollmer

4. Badisches Infanterie-Regiment „Prinz Wilhelm” Nr. 112
4. Maschinengewehr-Kompagnie

* 03. September 1897 Metz
+ 02. August 1917 bei Malancourt

Gollmer, Sohn eines Militär-Intendantursekretärs bei der 29. Infanterie-Division, besuchte das Großherzogliche Friedrich-Gymnasium in Freiburg. Am 5. August 1914 trat er als Freiwilliger, im I. Rekrutendepot des I. Ersatzbataillons im Infanterie-Regiment Nr. 113, der Armee bei. Am 4. November 1914 wurde er vereidigt, dort schon ins 4. badische Leib-Grenadier-Regiment 109 versetzt. Mitte November 1914 folgte die Versetzung in das Reserve-Infanterie-Regiment 203. Das Infanterie-Regiment 112 war ab Mai 1915 die letzte Station in seiner militärischen Karriere. Am 15. Juni 1915 wurde er zum Unteroffizier ernannt, die Beförderung zum Feldwebel folgte am 6. September 1915.

Mit dem Offizier-Patent zum Leutnant am 26. März 1916, hatte Gollmer seinen Enddienstgrad erreicht und wurde als Zugführer eingesetzt.

Das I. Bataillon und somit die zugeteilte 4. Maschinengewehr-Kompagnie wurde am 01. August 1917 beim Unternehmen „Zähringen” eingesetzt. Zähringen hatte zum Ziel die verlorenen Stellungen vom französischen Angriff am 17. Juli 1917 in den Abschnitten Quelle, Wald und Straße auf der Höhe 304 wieder zu erobern.

Vom 23. Juli  bis zum 29. Juli 1917 wurde das I. Bataillon als Sturmbataillon bei der Robinette-Ferme ausgebildet. Abschluss der Ausbildung war eine Angriffsübung auf ein Übungswerk bei Bantheville unter den Augen des Generals v. Francois.

Durch starken Regen setzte sich der Angriff des Sturmbataillons am 01. August schwerlich in Gang. Er endete mit einem Geländegewinn von 700 m auf 2 km Breite und über 700 Gefangenen. 97 Batterien und 230 Minenwerfer schossen das Vorbereitungsfeuer, teilweise mit Buntschießen.

Leutnant Gollmer fiel am Tag nach dem Angriff, der geprägt war von Angriffen und Gegenstößen. Er wurde um 2 Uhr 30 morgens durch Granatsplitter im Kopf und in der Brust tödlich verletzt.

In der Regimentsgeschichte ist sein Name nicht verzeichnet.

Er wurde auf dem Soldatenfriedhof Romagne bestattet, später zum Freiburger Hauptfriedhof überführt. Vielen Dank an Thierry Ehret für die Bereitstellung von Informationen zu seinem Werdegang.

 

 

 

Höhe 304
Karte Einsatzgebiet 304

 

Das zerstörte Dorf Douaumont

Die „Rote Zone”, ein Begriff für das heutige, touristisch erschlossene Schlachtfeld Verdun und ein Inbegriff für die restlose Zerstörung von urbanem Leben. Hier befanden sich die neun, im Krieg vollends zerstörten und nicht wieder aufgebauten Dörfer Beaumont-en-Verdunois, Bezonvaux, Cumières, Douaumont, Louvemont-Côte-du-Poivre, Fleury-devant-Douaumont, Haumont-près-Samogneux und schlussendlich Ornes. Sie alle lagen im Bereich des Festungsgürtels um Verdun, mehr oder weniger befestigt und wurden Opfer der deutschen und später der französischen Artillerie. Wohnhäuser, Gehöfte, Kirchen und Straßen wurden durch tausende Granaten dem Erdboden gleichgemacht. Die Bevölkerung der Dörfer sah sich bereits zu Beginn des Krieges und der kommenden Verdun-Schlacht zur Flucht gezwungen. 1918 allerdings war an eine Rückkehr nicht mehr zu denken. Das Ausmaß der Zerstörung, die Gefahr des von Munitions, Kadaver- und gasverseuchten Bodens ließen keinen Wiederaufbau und keine Besiedelung mehr zu. Bekannt unter dem Begriff „Villages détruits” kann der Besucher heute nur noch den Verlauf von Häusern, Gebäuden und Straßen erahnen. Kaum etwas lässt mehr auf ein Leben schließen, welches die ländlich geprägte Bevölkerung vor dem Krieg dort verbrachte. Wenige Mauer- oder   Schrottreste, Gräben, Trichter, sowie nachträglich angebrachte Schilder vom Standort der Gebäude und dem Verlauf der Straßen, prägen das heutige Bild.

Polarisierend wirken die nachträglich gebauten Kapellen und Denkmäler auf denen die Namen der gefallenen Dorfbewohner prangen. Noch im Oktober 1919 erhielt jedes der Dörfer per Gesetzesbeschluss einen Gemeinderat und einen Gemeindevorstand, dessen Befugnisse jenen eines Bürgermeisters gleichkommen. Dieses besteht noch bis heute. Feierlichkeiten und Erinnerungsmessen mit Nachkommen der Einwohner werden einmal jährlich abgehalten.

 

Douaumont:

Am westlichen Ausläufer des Douaumont-Rückens, im Schatten des beherrschenden Forts, lag das stark zur Verteidigung ausgebaute Dorf welches 1914 noch 288 Bewohner zählte. Die Ferme Thiaumont zählte ebenso zur Gemeinde. Am 25. Februar 1916 kam es zu ersten Kämpfen.

Douaumont
Dorf Douaumont

Die dort eingebauten Maschinengewehre des 95. Regiment d’Infanterie erschwerten dem Infanterie-Regiment 24 den Marsch auf das Fort Douaumont, dennoch wurde das Fort abends eingenommen. Alle Versuche das Dorf einzunehmen wurden, durch die im Dorf liegenden Franzosen und die im Albain-Wald verteidigenden Zouaven, vereitelt. Den Grenadier-Regimentern 8 und 12 sowie den Infanterie-Regimentern 52 und 105 misslang vorerst jegliche Einnahme des Dorfes. Am 2. März, mit Unterstützung des eingesetzten MG-Turmes des Fort Douaumont, gelang dem Infanterie-Regiment 52 die Eroberung und die Gefangennahme von ca. 1000 Gefangenen. Die verteidigenden Teile des 33. RI wurde nahezu aufgerieben, der Kompanieführer und spätere General Charles de Gaulle geriet, verwundet durch ein Bajonettstich, in Gefangenschaft.

 

Douaumont
Luftbild der Feldfliegerabteilung 44 vom 18. April 1916
Am oberen Bildrand der Kehlgraben des Forts

 

Einzig die 1932 eingeweihte Kapelle, die 11 Namen der Gefallenen auf dem Denkmal sowohl platzierte Monolithen an markanten Stellen lassen noch auf den Standort des Dorfes schließen.

 

 

Douaumont
Gedenkkapelle im Dorf Douaumont
  Douaumont

 

 

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Das zerstörte Dorf Cumières-le Mort-Homme

Die „Rote Zone”, ein Begriff für das heutige, touristisch erschlossene Schlachtfeld Verdun und ein Inbegriff für die restlose Zerstörung von urbanem Leben. Hier befanden sich die neun, im Krieg vollends zerstörten und nicht wieder aufgebauten Dörfer Beaumont-en-Verdunois, Bezonvaux, Cumières, Douaumont, Louvemont-Côte-du-Poivre, Fleury-devant-Douaumont, Haumont-près-Samogneux und schlussendlich Ornes. Sie alle lagen im Bereich des Festungsgürtels um Verdun, mehr oder weniger befestigt und wurden Opfer der deutschen und später der französischen Artillerie. Wohnhäuser, Gehöfte, Kirchen und Straßen wurden durch tausende Granaten dem Erdboden gleichgemacht. Die Bevölkerung der Dörfer sah sich bereits zu Beginn des Krieges und der kommenden Verdun-Schlacht zur Flucht gezwungen. 1918 allerdings war an eine Rückkehr nicht mehr zu denken. Das Ausmaß der Zerstörung, die Gefahr des von Munitions, Kadaver- und gasverseuchten Bodens ließen keinen Wiederaufbau und keine Besiedelung mehr zu. Bekannt unter dem Begriff „Villages détruits” kann der Besucher heute nur noch den Verlauf von Häusern, Gebäuden und Straßen erahnen. Kaum etwas lässt mehr auf ein Leben schließen, welches die ländlich geprägte Bevölkerung vor dem Krieg dort verbrachte. Wenige Mauer- oder   Schrottreste, Gräben, Trichter, sowie nachträglich angebrachte Schilder vom Standort der Gebäude und dem Verlauf der Straßen, prägen das heutige Bild.

Polarisierend wirken die nachträglich gebauten Kapellen und Denkmäler auf denen die Namen der gefallenen Dorfbewohner prangen. Noch im Oktober 1919 erhielt jedes der Dörfer per Gesetzesbeschluss einen Gemeinderat und einen Gemeindevorstand, dessen Befugnisse jenen eines Bürgermeisters gleichkommen. Dieses besteht noch bis heute. Feierlichkeiten und Erinnerungsmessen mit Nachkommen der Einwohner werden einmal jährlich abgehalten.

Cumières-le Mort-Homme

Cumières ist das einzige der Village détruits auf dem Westufer der Maas gelegen, zwischen Forges-sur-Meuse und Marre und ca. 11 km entfernt von Verdun. Cumières, überwacht von den Befestigungen auf dem Marre-Rücken ist eng verknüpft mit dem Ringen um den Toten Mann und den dort erbitterten Kämpfen. 1913 verfügte es, freundlich zwischen grünen Pappeln gelegen, über 205 Einwohner. Seit dem 6. März 1916 lief der deutsche Angriff auf dem Westufer, Cumières wechselte einige Male den Besitzer, blieb aber letztendlich lange in französischer Hand. Ein im Wald eingebautes Marinegeschütz wurde am 7. März 1916 erobert. Erst am frühen Morgen des 24. Mai 1916 wurden die Trümmer des Dorfes den Franzosen, durch das Reserve-Regiment 94 und Teile des Reserve-Jäger-Bataillons 11, abgerungen. 380 Gefangene der   frz. 60. Reserve-Division und des 251. IR wurden abgeführt.

 

Cumières
Marinegeschütz bei Cumières Hauptmann Freiherr von Rinck, Leutnant Schnitzer, Oberleutnant Bandelow

 

Das Marschregiment der Fremdenlegion übernahm im Rahmen einer französischen Offensive am 20. August 1917 die kläglichen Reste des Dorfes.

Cumières
Cumières
  Cumieres

 

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Das zerstörte Dorf Vaux-devant-Damloup

Die „Rote Zone”, ein Begriff für das heutige, touristisch erschlossene Schlachtfeld Verdun und ein Inbegriff für die restlose Zerstörung von urbanem Leben. Hier befanden sich die neun, im Krieg vollends zerstörten und nicht wieder aufgebauten Dörfer Beaumont-en-Verdunois, Bezonvaux, Cumières, Douaumont, Louvemont-Côte-du-Poivre, Fleury-devant-Douaumont, Haumont-près-Samogneux und schlussendlich Ornes. Sie alle lagen im Bereich des Festungsgürtels um Verdun, mehr oder weniger befestigt und wurden Opfer der deutschen und später der französischen Artillerie. Wohnhäuser, Gehöfte, Kirchen und Straßen wurden durch tausende Granaten dem Erdboden gleichgemacht. Die Bevölkerung der Dörfer sah sich bereits zu Beginn des Krieges und der kommenden Verdun-Schlacht zur Flucht gezwungen. 1918 allerdings war an eine Rückkehr nicht mehr zu denken. Das Ausmaß der Zerstörung, die Gefahr des von Munitions, Kadaver- und gasverseuchten Bodens ließen keinen Wiederaufbau und keine Besiedelung mehr zu. Bekannt unter dem Begriff „Villages détruits” kann der Besucher heute nur noch den Verlauf von Häusern, Gebäuden und Straßen erahnen. Kaum etwas lässt mehr auf ein Leben schließen, welches die ländlich geprägte Bevölkerung vor dem Krieg dort verbrachte. Wenige Mauer- oder   Schrottreste, Gräben, Trichter, sowie nachträglich angebrachte Schilder vom Standort der Gebäude und dem Verlauf der Straßen, prägen das heutige Bild.

Polarisierend wirken die nachträglich gebauten Kapellen und Denkmäler auf denen die Namen der gefallenen Dorfbewohner prangen. Noch im Oktober 1919 erhielt jedes der Dörfer per Gesetzesbeschluss einen Gemeinderat und einen Gemeindevorstand, dessen Befugnisse jenen eines Bürgermeisters gleichkommen. Dieses besteht noch bis heute. Feierlichkeiten und Erinnerungsmessen mit Nachkommen der Einwohner werden einmal jährlich abgehalten.

 

Vaux-devant-Damloup

Vom heutigen 70 Seelen zählenden Dorf Vaux-devant-Damloup, am Standort des alten Bahnhofs ist es nicht weit bis zum 1916 völlig zerstörten alten Dorf.

 

Vaux
Hauptstraße Vaux-devant-Damloup

 

Im Norden verlief die Bahnlinie nach Verdun und befand sich der Steinbruch, im Westen der Vaux-Teich mit Damm. Vor dem Fort gelegen, musste das Dorf während der Offensivbemühungen durchschritten werden um an das Ziel, den Vaux-Berg mit Fort zu gelangen. Das stark befestigte Dorf, sowie die Stellungen am und im Steinbruch erschwerten und vereitelten jegliche Angriffe. Nachdem am 8. März der Ostteil von Vaux-devant-Damloup erreicht und gehalten wurde wurde konnte das Reserve-Infanterie-Regiment 7 den Rest des Dorfes am 31. März in Besitz nehmen. Durch den ständigen Beschuss versumpfte der Vaux-Grund mit dem stetig verschwindenden Dorfresten, lediglich der von den Franzosen einzusehende Damm am Teich half beim Überqueren in Richtung Vaux-Berg und Fort.

 

Vaux
Blick vom Vauxhang auf den Vauxteichdamm und des Todespfad

 

Vielen wurde der Weg über den Damm zum Verhängnis, man taufte ihn Todesweg oder Weg des Todes. Am 2. November 1916 räumte man deutscherseits den Bereich Vaux. Vom Dorf selbst ist heute im Dickicht nichts mehr zu erkennen.

 

Vaux
Der Vaux Teich heute
 
Vaux
Krieger-Denkmal in Vaux

 

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Das zerstörte Dorf Ornes

Die „Rote Zone”, ein Begriff für das heutige, touristisch erschlossene Schlachtfeld Verdun und ein Inbegriff für die restlose Zerstörung von urbanem Leben. Hier befanden sich die neun, im Krieg vollends zerstörten und nicht wieder aufgebauten Dörfer Beaumont-en-Verdunois, Bezonvaux, Cumières, Douaumont, Louvemont-Côte-du-Poivre, Fleury-devant-Douaumont, Haumont-près-Samogneux und schlussendlich Ornes. Sie alle lagen im Bereich des Festungsgürtels um Verdun, mehr oder weniger befestigt und wurden Opfer der deutschen und später der französischen Artillerie. Wohnhäuser, Gehöfte, Kirchen und Straßen wurden durch tausende Granaten dem Erdboden gleichgemacht. Die Bevölkerung der Dörfer sah sich bereits zu Beginn des Krieges und der kommenden Verdun-Schlacht zur Flucht gezwungen. 1918 allerdings war an eine Rückkehr nicht mehr zu denken. Das Ausmaß der Zerstörung, die Gefahr des von Munitions, Kadaver- und gasverseuchten Bodens ließen keinen Wiederaufbau und keine Besiedelung mehr zu. Bekannt unter dem Begriff „Villages détruits” kann der Besucher heute nur noch den Verlauf von Häusern, Gebäuden und Straßen erahnen. Kaum etwas lässt mehr auf ein Leben schließen, welches die ländlich geprägte Bevölkerung vor dem Krieg dort verbrachte. Wenige Mauer- oder  Schrottreste, Gräben, Trichter, sowie nachträglich angebrachte Schilder vom Standort der Gebäude und dem Verlauf der Straßen, prägen das heutige Bild.

Polarisierend wirken die nachträglich gebauten Kapellen und Denkmäler auf denen die Namen der gefallenen Dorfbewohner prangen. Noch im Oktober 1919 erhielt jedes der Dörfer per Gesetzesbeschluss einen Gemeinderat und einen Gemeindevorstand, dessen Befugnisse jenen eines Bürgermeisters gleichkommen. Dieses besteht noch bis heute. Feierlichkeiten und Erinnerungsmessen mit Nachkommen der Einwohner werden einmal jährlich abgehalten.

 

Ornes:

Das schon fast kleinstädtisch anmutende, 718 Einwohner zählende Ornes, 12 km Luftlinie nordöstlich von Verdun entfernt,verfügte über eine hervorragende Infrastruktur, samt Bahnanbindung. Schmieden, eine Spinnerei, Händler und Schankbetriebe waren zu finden.

 

Ornes
Ornes – Hauptstraße

Am 24. Februar 1916, die Bewohner waren schon geflüchtet, setzten sich die  Reserve-Infanterie-Regimenter 51 und 98, nach leichtem Kampf,  im Ort fest.

 

Ornes
Hauptstraße in Ornes, Weihnachten 1917

 

 

 

 

 

 

Bekannt war Ornes als Dreh- und Angelpunkt für die Versorgung mit Material und als Durchmarschpunkt für die Reserven und die abgelösten Truppenteile. Gefürchtet bei vielen der kämpfenden Truppe als Ein- und Ausgang zum Schlachtfeld, als Grenze zum Tod und zum Leben. Zahlreiche Batterien der Artillerie standen im umliegenden Bereich, die nordöstlich liegende Doppelhöhe von Ornes (Höhe 307/310), im September 1914 eingenommen, bot Platz für eine Vielzahl von Lagern, militärischen Einrichtungen und weiterer Artillerie. Mitten im Ort fiel der Kommandeur des Infanterie-Regiments 32,  Oberstleutnant Hans Freiherr von Wangenheim am 10. Juli 1916.

Ornes
Todesort von Oberstleutnant Hans Freiherr von Wangenheim

 

Ornes
Gedenkkapelle in Ornes
    
Ornes
Kirche in Ornes

 

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Das zerstörte Dorf Bezonvaux

Die „Rote Zone”, ein Begriff für das heutige, touristisch erschlossene Schlachtfeld Verdun und ein Inbegriff für die restlose Zerstörung von urbanem Leben. Hier befanden sich die neun, im Krieg vollends zerstörten und nicht wieder aufgebauten Dörfer Beaumont-en-Verdunois, Bezonvaux, Cumières, Douaumont, Louvemont-Côte-du-Poivre, Fleury-devant-Douaumont, Haumont-près-Samogneux und schlussendlich Ornes. Sie alle lagen im Bereich des Festungsgürtels um Verdun, mehr oder weniger befestigt und wurden Opfer der deutschen und später der französischen Artillerie. Wohnhäuser, Gehöfte, Kirchen und Straßen wurden durch tausende Granaten dem Erdboden gleichgemacht. Die Bevölkerung der Dörfer sah sich bereits zu Beginn des Krieges und der kommenden Verdun-Schlacht zur Flucht gezwungen. 1918 allerdings war an eine Rückkehr nicht mehr zu denken. Das Ausmaß der Zerstörung, die Gefahr des von Munitions, Kadaver- und gasverseuchten Bodens ließen keinen Wiederaufbau und keine Besiedelung mehr zu. Bekannt unter dem Begriff „Villages détruits” kann der Besucher heute nur noch den Verlauf von Häusern, Gebäuden und Straßen erahnen. Kaum etwas lässt mehr auf ein Leben schließen, welches die ländlich geprägte Bevölkerung vor dem Krieg dort verbrachte. Wenige Mauer- oder  Schrottreste, Gräben, Trichter, sowie nachträglich angebrachte Schilder vom Standort der Gebäude und dem Verlauf der Straßen, prägen das heutige Bild.

Polarisierend wirken die nachträglich gebauten Kapellen und Denkmäler auf denen die Namen der gefallenen Dorfbewohner prangen. Noch im Oktober 1919 erhielt jedes der Dörfer per Gesetzesbeschluss einen Gemeinderat und einen Gemeindevorstand, dessen Befugnisse jenen eines Bürgermeisters gleichkommen. Dieses besteht noch bis heute. Feierlichkeiten und Erinnerungsmessen mit Nachkommen der Einwohner werden einmal jährlich abgehalten.

 

Bezonvaux:

Das Dorf, ca. 1 km entfernt vom gleichnamigen Infanteriewerk Bezonvaux im Südwesten, wurde am Abend des 25. Februar 1916 von Truppen der 10. Reserve-Division nach längerem Kampf eingenommen, Teile des Infanterie-Regiments 155 besetzen das Infanteriewerk. Am 16. Dezember 1916 erobern die Franzosen, vorrangig Zouaven das Dorf zurück, in welchem vor dem Krieg 149 Einwohner lebten. Strategisch gesehen hatte Bezonvaux keine Bedeutung.

 

Bezonvaux
Am Bezonvaux-Werk
 
Bezonvaux
Dorf Bezonvaux
 

Bezonvaux
Geschützstellung bei Bezonvaux
   
Bezonvaux
Bezonvaux im Oktober 1916

 

 

 
Bezonvaux
Bezonvaux
        Bezonvaux
Bezonvaux    

 

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Leutnant der Reserve Kurt Reinbacher

Kurt Reinbacher
Leutnant der Reserve
cand. jur.

Feldartillerie-Regiment „Generalfeldzeugmeister“ (2. Brandenb.) Nr. 18
5. Batterie

*14. März 1894 in Berlin
verwundet zu unbekanntem Zeitpunkt vor Verdun

+16. März 1916 im Vereinslazarett Heilbronn

Der genaue Weg von Kurt Reinbacher ist leider nicht mehr aufzuschlüsseln, die Regimentsgeschichte und alle weitere Akten geben leider keinen Aufschluss.
Das FAR 18 ist zu Beginn der Schlacht von Verdun direkt in den Kampf geworfen worden, schon in den Nächten vom 7.-9. Februar 1916 beziehen die Batterien mit ca. 1200 Schuss Stellung. Der Gefechtsstand befand sich auf der Romagne-Höhe, die vorgeschobene Zentrale in der „Gelber Affe“ genannten Kap-Stellung. Am Angrifsstag beteilligten sich die Batterien am Sturmreifschießen der feindlichen Stellungen, im laufenden Angriff zogen sie mit der angreifenden Infanterie vor. Im weiteren Verlauf unterstütze das Feldartillerie-Regiment 18 die kämpfende Infanterie bei den Angriffen auf Fosses-Wald, Chaume-Wald, Dorf und Fort Douaumont. Am 11. März wurde das Regiment zur Ruhe herausgezogen. 5 Offiziere, 120 Unteroffiziere und Mannschaften sowie 114 Pferde blieben auf dem Feld. Verschossen wurden von I. und II. Abteilung insgesamt 94.483 Schuss.

Kurt Reinbacher wurde nach seinem Tod zu unbekanntem Zeitpunkt auf dem Friedhof Stahnsdorf bei Berlin im Kreise seiner Familie bestattet.

Reinbacher
Grabmal der Familie Reinbacher