Zwischenwerk Kalte Erde – Ouvrage de Froideterre

 Dieses Festungswerk Kalte Erde – Froideterre liegt etwas fernab im westlichen Bereich des Schlachtfeldes. Die Anlage ist als kleines Infanteriewerk gebaut worden. Die Hauptkaserne liegt im nördlichen Teil. Bewaffnet war das Werk mit einem Galopin-Panzerturm und zwei MG-Versenktürmen. Es galt als das am stärksten bewaffnete Infanteriewerk der Festung Verdun. Einziger Nachteil beim Bau der Anlage war, dass die Panzer- und MG-Türme nicht von der Kaserne aus erreichbar waren.

In den ersten Monaten des Krieges blieb das Werk unbesetzt. Von Anfang an lag das Zwischenwerk unter starkem deutschen Artilleriefeuer. Erst ab dem 26. Februar 1916 zogen 130 französische Soldaten in die große Festungsanlage ein. Während des Krieges brachte man auch einen Verbandsplatz im Zwischenwerk Froideterre unter. Nachdem die deutschen Truppen das Zwischenwerk Thiaumont gleichsam am 23. Juni 1916 erobert hatten, war das Zwischenwerk Froideterre nunmehr eine wichtige Riegelstellung vor den Toren der Stadt. Durch seine ausgesetzte westliche Lage hatte es hervorragende Beobachtungsmöglichkeiten auf das linke Maasufer in Richtung Toter Mann und Höhe 304. In diese Richtung unterstützte das Zwischenwerk durch die Beobachtung und Lenkung des eigenen Artilleriefeuers.  Hilfe erhielt das Festungswerk durch die Artillerie auf dem Marre-Rücken.

Juni 1916

Am 23. Juni 1916 wurde das Werk nach anhaltendem Beschuß durch die deutschen Truppen nahezu eingenommen. Teile des bayerischen Infanterie-Regiments Nr. 10 und Teile des bayerischen Jäger-Battaillons Nr. 2 erreichten das Dach des Zwischenwerks. Da die Panzertürme und MG nicht mehr feuerten, hielt man sie für dauerhaft außer Gefecht gesetzt – ein fataler Irrtum. Um die Besatzung auszuräuchern, warf man Handgranaten in die Luftschächte. Weißer Rauch steig empor…. Die Bayern hielten dies für brennende Zünschnüre und befürchtetetn eine Sprengung des Werkes. Sie wichen hinter die zerstörten Hindernisse aus.

 

Froideterre_01
Zwischenwerk Froideterre 1917

 

Es waren jedoch nur Leuchtmittel in Brand geraten, die den weißen Rauch erzeugten. Diese Pause nutzte die französische Besatzung und machte einen der MG-Türme wiedergangbar. Einige Betonbrocken hatten den Turm verklemmt. Nachdem dieser das Feuer wieder auf die bayerischen Angreifer aufgenommen hatte, bot sich diesen keine erneute Chance an das Werk heranzukommen. Die immer kleiner werdende Abteilung wurde am kommenden Tag durch französische Verstärkungen gefangengenommen. Ihr Anführer Lt. Ludwig fiel bei den Kämpfen.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.