Unteroffizier Willy Lutsche

Willy Lutsche
Unteroffizier der Reserve

Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 236
12./ Kompanie

*14. Juni 1878 in Eyba
+10. März 1917 Champagne Ferme

Endlich erhielt ich von Kameraden Max Ischt, Studienrat in Greiz eine Nachricht, schreibt die Witwe Hermine Lutsche:

Kamerad Lutsche trat am 27.April 1916 bei der 2. Kompanie, II. Ersatz-Batalion Regt.96 in Rudolstadt ein. Am 27.Juni1916 kamen wir zur weiteren Ausbildung zum Rekr.Depot, 26. Res. Arm. Korps nach Gent. Im Felde war Kamerad Jutsche seit dem 01. Oktober1916. Und zwar war er der 9. Komp. Res. Infant. Regiment, 236, 26 Res. Korps, zugeteilt.
Mitgemachte Gefechte:
01.  bis 02. Oktober 1916, Schlacht an der Somme.
Vom 03. Oktober 1916 bis zu seinem Tode, Stellungskämpfe in der Champagne.

15. Februar 1917: Wegnahme der Höhe 185 bis 13. 03. 1917 Kämpfe auf Höhe 185.

Trauerbild Hermine Lutsche

Willy Lutsche aus Eyba bei Saalfeld/Saale in Thüringen diente im Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 236. Er fiel am 10. März bei den Stellungskämpfen um die Champagne-Ferme.


Studienrat Ischt schreibt noch folgendes:
Kamerad Lutsche von unserer 9. Kompanie ist mir noch in guter Erinnerung.
Ich glaube, noch genau zu wissen, dass er beim Vorgehen auf Höhe 185 gefallen ist (Champagne südl. Ripont).
Es war ein schöner, sonniger Vorfrühlingstag, nachdem es zuvor geregnet und leicht geschneit hatte, sodass die Gräben ziemlich verschlammt waren. Ich erinnere mich noch sehr deutlich des Tages. Ich war damals Unteroffizier und hatte bei leichtem Gewehrfeuer unsere Essenholer vorgeschickt. Wir haben sie nie Wieder zu sehen bekommen! Plötzlich wurden wir alarmiert! Wir gingen ohne Mantel und Tornister vor, wie ich meine, zum Ersatz der 12. Kompanie, die einen Feuerüberfall über sich ergehen lassen mußte. Wir kamen bei heftigem Gewehrfeuer nur langsam vorwärts! Außerdem kamen wir bei heftigem Gewehrfeuer nur mühsam vorwärts. Wir wateten bis an die Knie im zähen Champagneschlamm. Schon beim Anmarsch fiel Kamerad Lutsche. Wir mußten im engen Graben über ihn hinwegsteigen. Er lag mit dem Gesicht nach unten und fiel mir durch seine Länge auf, wahrscheinlich hatte er Kopfschuß. Ob er Gefreiter oder Unteroffizier war, weiß ich nicht mehr genau zu sagen.

So weit der Bericht von Kamerad Ischt

Lehrer H. Krieg schreibt über W. Lutsche:
Auch ich kann mich der fürchterlichen Märztage noch erinnern.  Der Schlamm ( Kreide) reichte uns bis an die Knie, viele Kameraden blieben stecken, andere verloren die Stiefel. Auch ich glaube, damals gehört zu haben, dass  Kamerad Lutsche einen Kopfschuß hatte. ( er war sehr groß und bot so ein gutes Ziel)
Ich habe unseren guten Kameraden von der Stellung im Sarge mit zurückgetragen. Er war Unteroffizier und Offiziersaspirant. Am 16. 03. wurde er auf dem Heldenfriedhof in Falaise bei Vouziers Champ.) in ein Einzelgrab gebettet.
Er war ein treuer Kamerad. Immer war er freudig. Ich kann mich nicht erinnern, dass er einmal murrte oder klagte, obwohl er damals schon 38 Jahre alt war.
Nichts tat ich lieber, als über ihn zu berichten.

Die Schulgemeinde Unterloquitz, wo er zuletzt gewirkt hat, ehrte ihn mit einer Gedenkfeier und sein Bild wurde im Klassenzimmer aufgehängt.

Willy Lutsche wurde zur Kriegsgräberstätte Chestres umgebettet. Vermutlich ruht er neben seinen 868 Kameraden im großen Kameradengrab, eingebettet zwischen Wiesen und Wäldern.