Soldatenfriedhof Romagne-sous-Montfaucon

Der Ort Romagne-sous-Montfaucon liegt nördlich von Varennes-en-Argonne am Rande des Argonnerwaldes. Der dortige deutsche Soldatenfriedhof ist ähnlich wie der Soldatenfriedhof in Cheppy Begräbnisort für beide Kampfabschnitte, den von Verdun und des Argonnerwaldes. Für die Entstehung des Soldatenfriedhofs sind überwiegend Lazaretteinheiten verantwortlich, die in Romagne-sous-Montfaucon tätig waren. Die ersten Gräber dürften im September 1914 dort angelegt worden sein.

 

Romagne
Friedhof des LIR 125 in Romagne-sous-Montfaucon

 

Bereits am 02. September 1914 richtete die Reserve-Sanitätskompanie Nr. 6 der 11. Reserve-Division einen Haupt-Verbandplatz in der Kirche von Romagne ein, in der sie bereits viele Verwundete vorfindet. Am 03. September 1914 wird das Reserve-Feldlazarett Nr. 31 eingerichtet, welches die 170 Verwundeten der Reserve-Sanitätskompanie Nr. 6 übernimmt. Das Lazarett behandelt bis zum 07. September 1914 über 200 Verwundete und Fußkranke. Am 08. September 1914 übernimmt die Kriegslazarettabteilung des V. Armeekorps das Feldlazarett. Dieses wird aufgelöst und folgt am 09. September der Truppe.

Am 18. September 1914 übernimmt das Feldlazarett Nr. 9 des XVI. Armeekorps von den hier eingesetzten Sanitätskompanien 1 und 3 die Krankensammelstelle und richtet sich am 19. September in der Kirche ein. Noch am gleichen Tag werden etwa 200 Verwundete behandelt. Ein Teil dieser Verwundeten wird weiter zurück nach Dun-sur-Meuse abtransportiert. Bis zum 28. September 1914 verursachen die heftigen Kämpfe im Raum Varennes-en-Argonne über 1000 Verwundete. Diese nutzen die große Straße Varennes – Dun als Rückweg und durchqueren Romagne auf dem Weg zum Lazarett. Sie werden verpflegt und erhalten ärztliche Versorgung, dann werden sie in Trupps von 30 – 40 Mann nach Dun in Marsch gesetzt. Auch die Schwerverwundeten erreichen Romagne, zumeist im Krankenwagen. Bis zum 28. September sterben 30 Verwundete. Am 29. September übernimmt das Personal der Kriegslazarett-Abteilung des XVI. Armeekorps auch das Feldlazarett 9. Die Angehörigen des Feldlazaretts erreichen noch am selben Tage Anschluss an das Korps und errichteten in Dun-sur-Meuse eine Krankensammelstelle.

Das Feldlazarett Nr. 9 übergibt 102 Verwundete an die Kriegslazarett-Abteilung, darunter 65 Schwerverwundete. Weitere Verwundete gehen in den nächsten Tagen zu. Außer der Kirche werden das Schulhaus, das Bürgermeisteramt und zwei Bürgerhäuser belegt. Leider sind im ganzen nur 10 Matratzen vorhanden. Die meisten Verwundeten lagern auf Stroh. Das Personal des Kriegslazarett besteht aus 3 Ärzten, 17 männlichen und 11 weiblichen Pflegekräften. Ein Krankenrapport wird nach dem Hauptkrankenbuch nachträglich für das Feld- und Kriegslazarett erstellt; es sind darin 379 Verwundete und 41 Kranke aufgeführt.
Ende 1914 baut man das Kriegslazarett weiter aus. Unter anderem wird eine gesonderte Typhus-Abteilung eingerichtet.

 

Romagne sous Montfaucon

Romagne-sous-Montfaucon

 

Aus dem Jahre 1915 gibt es keine besonders nenneswerten Ereignisse. Erst nach Beginn des deutschen Angriffs am Westufer der Maas im Rahmen der Verdun-Offensive 1916 sind weitere Berichte verfügbar.
Am 06. März 1916 richtet sich das bayerische Feldlazarett Nr. 3 der bayerischen 11. Infanterie-Division in Romagne ein. Es besteht aus 7 Baracken, 2 Krankenzelten und der Kirche, die nach wie vor als Verbandsplatz genutzt wird. Im Ganzen befinden sich 312 Lagerstellen im Ort. Im Mai 1916 erscheint das XI. Armeekorps und löst die bis dahin tätigen Sanitätseinheiten in Romagne ab. Das Feldlazarett 1./54 und das Feldlazarett 7./XI übernehmen die gesamten Einrichtungen in Romagne. Für das Feldlazarett 1./54 wird eine Reihe von Holzbaracken, Döckerschen Baracken und Krankenzelte errichtet. Schon sehr bald wird das Lazarett von der verkehrsreichen Hauptstraße in einen abseits gelegenen Park verlegt. Eine Operationsabteilung und ein Röntgenapparat werden eingerichtet.
Nach der französischen Offensive im August 1917 gegen das westliche Maasufer wird das in Romagne liegende Feldlazarett wegen massiver Gefährung nach Sassey zurück verlegt.

 

Romagne sous Montfaucon

 

Heute ruhen in Romagne-sous-Montfaucon 1415 Tote in Einzelgräbern.

Ab 2014 wurde der überalterte Fichtenbestand gerodet und nur teilweise ersetzt. Der Gedanke eines Ehrenhaines wurde in den Außenbereichen aufgegriffen und bildet einen Rahmen für die Anlage. Im Inneren der Anlage wird dieser Hain jedoch aufgebrochen, um einen landschaftlichen Charakter zu schaffen und zukünftige Beschädigungen der Grabkreuze weitestgehend auszuschließen. Da das Gelände von vorn nach hinten ansteigt, wurden im Eingangsbereich Sträucher gepflanzt. Die Sicht auf die Anlage wird somit nicht sofort freigegeben und der damals gewünschte Effekt, die Anlage in Ihrer Schönheit erst bei Austritt aus der kleinen Kapelle zu erfassen, wurde wieder hergestellt, ein Moment der Innehaltung geschaffen. 2016 wurde der Friedhof wieder eröffnet.

Romagne-sous-Montfaucon

 

Romagne-sous-Montfaucon

 

Alte Grabsteine befinden sich an der nördlichen, südlichen und westlichen Umfriedung des Grabfeldes in Romagne-sous-Montfaucon, die entweder aus Umbettungen stammen oder hier bereits vor der Umgestaltung und Vereinheitlichung der Grabfelder vorhanden waren. Besonders eindrucksvoll ist ein massiver Gedenkstein des Armierungs-Bataillon 66.
Zwischen den Grabkreuzen aus Granit befinden sich zwei Gräber von deutschen Soldaten jüdischen Glaubens.

 

Gedenkstein Armierung-Bataillon 66
Gedenkstein Armierung-Bataillon 66
 
Der amerikanische Friedhof in Romagne-sous-Montfaucon

Einige Hundert Meter östlich des deutschen Soldatenfriedhofs liegt die amerikanische Kriegsgräberstätte mit gleichen Namen. Dieser sollte der Besucher vor Ort auf jeden Fall auch einen Besuch abstatten. Sofort erkennt der Besucher den Unterschied zwischen den beiden Friedhöfen. Welch ein Gegensatz!
In den ersten Jahren nach dem 1. Weltkrieg herrschte sogar ein Wettstreit um die Ausgestaltung der beiden Ehrenstätten. Heute steht die deutsche Schlichtheit der amerikanischen Großmannssucht gegenüber. Die Besucher sollten jedoch ihre eigenen Eindrücke sammeln, sich ihre Meinung bilden und ihr persönliches Fazit ziehen.

 

Romagne-sous-Montfaucon
Gräber auf amerikanischem Soldatenfriedhof

 

 

 

Soldatenfriedhof Epinonville

Die deutsche Kriegsgräberstätte liegt am östlichen Rand der Argonnen und 10 km von Varennes entfernt. Der Friedhof liegt an der Landstraße D998 zwischen Romagne-sous-Montfaucon und Charpentry.

 

Epinonville
Epinonville

 

Zur Entstehung des Friedhofes kann nichts Genaues gesagt werden, da schriftliche Hinweise völlig fehlen. In den in der Nähe gelegenen Ortschaften Cierges-sous-Montfaucon und Gesnes-en-Argonne sowie in Eclisfontaine waren während des 1. Weltkrieges verschiedene Sanitätseinheiten aktiv. In nördlicher und östlicher Richtung des Friedhofs schließt sich ein großes Waldstück – Les Epinettes – an. Dort befand sich das Emont-Lager, aufgeteilt in die Abschnitte Emont-West, -Mitte und -Ost. In diesem Ruhelager befand sich auch Sanitätseinrichtungen und Stollenkasernen.
Eine nachweisliche Tätigkeit verschiedener Sanitätseinheiten in unmittelbarer Umgebung des heutigen Friedhofgeländes stammt vom September 1914. Am 03. September waren die französischen Truppen aus dieser Gegend abgezogen und die deutsche 26. Infanterie-Division besetzte kampflos die Ortschaften Charpentry und Eclisfontaine. Die einzelnen Sanitätseinheiten marschierten mit ihrer Division. Die 27. Division erreicht Gesnes; die San-Kp 2 folgt ihr, nachdem sie das unübersichtliche Kampfgelände im nahen Wald nochmals nach Verwundeten beider Seiten abgesucht hatte.

Aus dieser Zeit stammt auch eine Bemerkung aus der Regimentsgeschichte des Landwehr-Infanterie-Regiments Nr. 125. Dort wurde erwähnt, daß der Friedhof von einer Sanitätskompanie des XVI. Armeekorps angelegt wurde.
Während der zweiten Schlacht um Varennes (17. – 24. September 1914) befanden sich in der Umgebung von Epinonville einige Sanitätseinrichtungen, die weitere Erkenntnisse auf die Entstehung des Friedhofs geben können. Neben der bereits erwähnten San-Kp Nr. 2 der 27. Infanterie-Division wurde am 22. September 1914, das Feldlazarett 11 der 26. ID nach Gesnes befohlen.  Es richtete sich im Rathaus, der Kirche und in zwei Scheunen ein. In den ersten beiden Tagen nahm es 80 Verwundete und Kranke auf.
Die San-Kp 1 der 33. ID richtete etwas weiter südlich in Eclisfontaine einen Hautverbandsplatz ein. Diese San-Kp holte auch die ganze Nacht des 22. September hindurch Verwundete aus den brennenden Häusern des Dorfes Véry.
Die Kämpfe um die Ortschaft Varennes waren äußerst heftig und verlustreich. Der zuständige Korpsarzt des XIII. Armeekorps bezifferte am 25. September, also 3 Tage nach Beginn der Kämpfe, die Verluste mit etwas mehr als 1000 Toten, Verwundeten und Vermissten.
Später, als die Kämpfe abgeflaut waren und sich die Gefechte weiter westlich in die Argonnen verlagerten, wurde Cierges zu einem Sammelpunkt für eine Anzahl von Sanitätseinheiten, die dort vorübergehend eingerichtet waren.

Die hierfür zuständige 2. württembergische Landwehr-Division war im Bereich des VI. Reservekorps eingesetzt. Bei ihr trafen aus der Heimat am 07. November 1914 die neu aufgestellte bayerische Landwehr-San Kp 4 und das bayerische Feldlazarett 4 ein, sowie die württembergische Landwehr-San Kp 23 und das Feldlazarett 25 in Cierges ein.

Während der ersten Monate der Kämpfe im Argonnerwald richtete die Sanitätskompanie 3 der 33. Infanterie-Division einen Hauptverbandsplatz in Eclisfontaine ein. Die in Apremont eingerichtete Sanitätskompanie 1 und die erwähnte Sanitätskompanie 3 entsendeten Gespanne in den Argonnerwald zur Übernahme von Verwundeten, wobei mehrfach Krankenträger fielen oder verwundet wurden.

Im März 1916 kommt eine weitere Belastung auf die hier in der Umgebung eingesetzten Sanitätsformationen zu. Auf dem Westufer der Maas beginnt der Angriff auf die Festung Verdun. Die 11. bayerische Infanterie-Division richtet einen Leichtverwundeten-Sammelplatz in Cierges ein. Kurz darauf folgen weitere Einrichtungen der 2. Landwehr-Division. Je ein Hauptverbandsplatz wird in Cierges durch die Landwehr-Sanitätskompanie 35 sowie in Gesnes durch die Landwehr-Sanitätskompanie 23 eingerichtet. Der Leichtverwundeten-Sammelplatz 2. der Landwehr-Division befindet sich neben dem der 11. bayerischen Infanterie-Division ebenfalls in Cierges.

Nach Ablösung des VI. Reserve-Korps durch das XIV.  Reserve-Korps von der Verdun-Front im Mai 1916 errichtet die 54. Infanterie-Division einen Hauptverbandsplatz in Cierges, der durch die Sanitätskompanie 2/XII unterhalten wird. Er besteht aus 2 Baracken und einem Zelt. In den ersten schwierigen Tagen des Einsatzes erlitt die Sanitätskompanie durch den äußerst schwierigen Verwundetentransport auf den Annäherungswegen zwischen den weit zur Front hin liegenden Truppenverbandsplätzen und dem Hauptverbandsplatz empfindliche Verluste durch französisches Artilleriefeuer.
Am 14. Juni 1916 wird die Sanitätskompanie 2/XII der 2. LD zugeteilt und durch die Reserve-Sanitätskompanie 45 der 54. ID abgelöst. In der Ortschaft Eclisfontaine, die südwestlich des Friedhofs liegt, war im Jahr 1916 ein Hauptverbandsplatz des VXI. Armeekorps eingerichtet. Dieses erhielt hauptsächlich Verwundete aus dem Argonnerwald.

 

Epinonville
Soldatenfriedhof Epinonville

 

Für seine am 20. August 1917, während schwerer Abwehrkämpfe im Avocourt-Wald, gefallenen Kameraden ließ das Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 122 auf diesem Friedhof ein Denkmal aus Stein errichten, in dem die Namen der Gefallenen auf einer Tafel eingelassen waren. Das Denkmal bestand aus zusammengesetzten Bruchsteinen und war 2 m hoch. Die Überschrift lautete:

Landw. Inf. Regiment 122
Seinen im Wald von Avocourt
gefallenen Kameraden
August 1917

Das Denkmal existiert heute nicht mehr. Auch das Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 125 belegt den „stimmungsvollen Friedhof bei Eclisfontaine“ mit seinen Gefallenen, vorwiegend aus seinem Abschnitt des Cheppywaldes. Der Regimentsgeschichte ist zu entnehmen, dass man noch zu Beginn des Stellungskrieges Ende 1914, seine Gefallenen an Ort und Stelle der Kampfhandlungen begrub. Mit Beginn der heftigen Kämpfe bei Verdun, die sich bis an den Ostrand der Argonnen bemerkbar machen, darunter auch im Cheppywald, wurden die kleinen Friedhöfe häufig durch Artilleriefeuer zerstört. Aus diesem Grund wurden die Friedhöfe zu den Ruhelagern verlegt, so auch nach Eclisfontaine. Die Regimentsgeschichte des LIR 125 fügt hier an. „… aber selbst dorthin sandte später, im Jahr 1918, der Feind seine Geschosse und störte auch hier den Frieden der Toten.“

Ein weiteres Regiment bestattete hier seine Toten: Infanterie-Regiment 186 bettete seine Gefallenen „auf dem schönen Soldatenfriedhof im Emont-Wald“. 47 Gefallene kosteten die Kämpfe 1918 zwischen Avocourt- und Cheppywald.

Weitere Gefallene stammen von den Infanterie-Regimentern 135 und 98.

Soldatenfriedhof Cheppy

Die deutsche Kriegsgräberstätte Cheppy liegt zwischen dem Kampfgebiet der Argonnen und den westlichen Ausläufern des Frontbogen von Verdun.

Der Friedhof selbst wird schon im Ersten Weltkrieg, unweit des gleichnamigen kleinen Ortes Cheppy nahe Varennes en Argonne, angelegt. Nach Ende des Weltkriegs wird der kleine Friedhof als Sammel- und Umbettungsfriedhof vieler kleinerer Friedhofe im Umland genutzt. Durch die Umbettungen aus Apremont, dem Grurie-Wald, aus Boureuilles, Charpentry, dem Cheppy-Wald, Châtel, Clermont-en-Argonne, Cornay, Florent-en-Argonne, Les Islettes, Marcq, dem Meurisson-Tal, Montblainville, Neuvilly-en-Argonne, Rarécourt, Sommerance, Vauquois und Vauquois-Wäldchen und dem Véry-Wald. Normalerweise hätten diese Umbettungen einen weiten Umkreis gehabt, hier haben sie sich jedoch auf die Ost- und Nordargonnen beschränkt. 

Auf der Krieggräberstätte ruhen heute 6165 deutsche Soldaten. 2345 Soldaten ruhen in Einzel-, der Rest in zwei großen Kameradengräbern. Dank vorhandener Unterlagen kann man einen Großteil der Gefallenen folgenden Einheiten zuordnen:

Reserve-Ersatz-Regiment Nr. 1
Infanterie-Regiment Nr. 30
Infanterie-Regiment Nr. 130
Infanterie-Regiment Nr. 135
Infanterie-Regiment Nr. 144
Infanterie-Regiment Nr. 173
Pionier-Bataillon Nr. 16
Pionier-Bataillon Nr. 20
Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 26

 

Cheppy
Das Kameradengrab

 

 

 

 

 

 

Am Freitag, den 13. November 2009, fand eine vom Conseil Général des Departements Meuse, dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., den Amis de Vauquois und vom Deutschen Erinnerungskomitée Argonnerwald 1914 – 1918 e.V.  organisierte Einbettungszeremonie für 35 in 2008 auf Vauquois bei Grabungsarbeiten entdeckten deutschen Soldaten statt.

 

Das Grab von Xaver Hermanutz und Heinrich Achternkamp

 

 

 

 

 

 

 

An den französischen Angriff am 17. Februar 1915, bei dem Xaver Hermanutz (12. Kompanie/I.R. 120) ums Leben kam, sowie des deutschen
Gegenangriffs am 3. März 1915, bei dem Heinrich Achternkamp (8. Kompanie/I.R. 144) fiel, wurde bei der Gedenkveranstaltung erinnert.

 

Cheppy
Gedenkveranstaltung 13. November 2009

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Gestaltung von Kriegsgräbern und Soldatenfriedhöfen wurde erstmals im Ersten Weltkrieg durch den Gesetzgeber geregelt. Die allgemeine Wehrpflicht hatte für eine Besserstellung des Soldatenstandes gesorgt, nun wurden auch weitestgehend einfache Soldaten in Einzelgäbern bestattet. Nach Kriegsbeginn waren zunächst die Etappeninspektionen für deren Anlage und Pflege zuständig. Als sich der Krieg in die Länge zog, wurde man gewahr, dass viele Einheiten direkt hinter der Front, teils in dichten Wäldern, Friedhöfe und Denkmäler errichtet hatten.
Diese konnten jedoch nach Kriegsende nicht weiter gepflegt werden. Ab 1923 begann der Volksbund mit Umbettungsarbeiten und der Errichtung individueller deutscher Soldatenfriedhöfe in Belgien und Frankreich. Im Gegensatz zu den europäischen Nachbarn – dort gibt es staatliche Stellen für den Erhalt der Soldatenfriedhöfe –  hat damit bis heute eine private, gemeinnützige Organisation die Pflege und Instandhaltung übernommen. Finanziert wird sie durch Spenden und Sammelaktionen.

 

Soldatenfriedhof Servon

Das kleine Dorf Servon-Melzicourt liegt am Rande der westlichen Argonnen, nahe der Champagne. Die Gegend um Servon war während des Ersten Weltkrieges schwer umkämpft:

1914/1915 Kämpfe im Argonnerwald
1914/1915 Winterschlacht in der Champagne
1915 Herbstschlacht in der Champagne
1917 Doppelschlacht Aisne-Champagne

Der Soldatenfriedhof wurde bereits im Ersten Weltkrieg angelegt. Aufgrund seiner Lage finden sich hier Tote aus den Argonnen und der Champagne.

Auf dem Friedhof befinden sich heute 10.147 deutsche Soldaten. 3621 ruhen davon in Einzelgräbern und 6526 in drei Kameradengräbern. Von diesen blieben 6114 unbekannt.

 

Servon

      
Heckhoff
Grab in Servon 1915

 

Auf dem Friedhof befinden sich zwei besondere Denkmäler, die nach dem Krieg hierhin überführt wurden. Das erste Denkmal war der 1./ Kompanie des Pionierbataillons Nr. 29 gewidmet. Es hatte seinen Standort an der Varenner Straße. Der genaue ursprüngliche Standort ist unbekannt. Die Einheit war bis 1917 im Argonnerwald eingesetzt.

Das zweite Denkmal stand auf dem Friedhof des Pionier-Bataillons Nr. 20, ebenfalls an der Varenner Straße. Die Reste dieses Friedhofs sind heute noch sichtbar. Es ist denkbar, dass die Toten ebenfalls hierhin umgebettet wurden.

 

Servon
Soldatenfriedhof Servon

Vom oberen Teil des Friedhofs hat der Besucher einen sehr guten Blick in die weitläufige Champagne.

 

Servon

 

 

 

 

 

 

Die Gestaltung von Kriegsgräbern und Soldatenfriedhöfen wurde erstmals im Ersten Weltkrieg durch den Gesetzgeber geregelt. Die allgemeine Wehrpflicht hatte für eine Besserstellung des Soldatenstandes gesorgt, nun wurden auch weitestgehend einfache Soldaten in Einzelgäbern bestattet. Nach Kriegsbeginn waren zunächst die Etappeninspektionen für deren Anlage und Pflege zuständig. Als sich der Krieg in die Länge zog, wurde man gewahr, dass viele Einheiten direkt hinter der Front, teils in dichten Wäldern, Friedhöfe und Denkmäler errichtet hatten.
Diese konnten jedoch nach Kriegsende nicht weiter gepflegt werden. Ab 1923 begann der Volksbund mit Umbettungsarbeiten und der Errichtung individueller deutscher Soldatenfriedhöfe in Belgien und Frankreich. Im Gegensatz zu den europäischen Nachbarn – dort gibt es staatliche Stellen für den Erhalt der Soldatenfriedhöfe –  hat damit bis heute eine private, gemeinnützige Organisation die Pflege und Instandhaltung übernommen. Finanziert wird sie durch Spenden und Sammelaktionen.

 

 

Soldatenfriedhof Dun sur Meuse

Bereits im Jahre 1914 wurde der Soldatenfriedhof Dun-sur-Meuse von dort ansässigen Sanitätseinheiten auf dem Berghang oberhalb der Stadt angelegt. Im September 1914 wird am Bahnendpunkt Dun-sur-Meuse die Krankensammelstelle zum Kriegslazarett erweitert. Das Lazarett wird in einigen privaten Häusern eingerichtet. Der Zugang von Verwundeten und Kranken ist jeden Tag groß. Im Schnitt erreichen zwischen 200 und 400 Personen den Bahnendpunkt Dun-sur-Meuse.

Ende 1914 kann das Lazarett 500 Betten aufweisen. Dazu gehören Röntgenabteilung, Badestube und Desinfektionsanstalt.
Die Verwundeten kommen aus den Feldlazaretten Romagne-sous-Montfaucon, Aincreville und Cléry-le-Grand. Nach der Fertigstellung der Feldbahn auf dem westlichen Massufer im April 1916 nimmt die Anzahl der Verwundeten zu. Sie kommen von den Hauptverbandsplätzen Cierges, Romagne-sous-Montfaucon und Ainvreville. Der Friedhof wird bis September 1918 genutzt. Danach schreitet die amerikanische Maas-Argonnen-Offensive voran und der Ort wird geräumt.

 

Dun sur Meuse

 

 

Auf dem Friedhof liegen 1664 Tote in Einzelgräbern bestattet. Für die geringe Anzahl Bestatteter ist der Friedhof großräumig angelegt. Die Belegung besteht hauptsächlich aus Angehörigen der Infanterieregimenter:

  • Infanterie-Regiment Nr. 22
  • Infanterie-Regiment Nr. 156
  • Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 10 (I. Bataillon Striegau, II. Wohlau, III. Breslau)
  • Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 11 (I. Bataillon Glatz, II. Schweidnitz, III. Münsterberg)
  • Reserve-Infanterie-Regiment 23 (I. und II. Bataillon Oppeln)
  • Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 38 (I. Bataillon Oels, II. und III. Breslau)
  • Reserve-Jäger-Bataillon Nr. 6 Oels
  • Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 22 (I. Bataillon Rybnik, II. Ratibor, III. Cosel)
  • Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 51 (I. Bataillon Neisse, II. Gleiwitz)

 Diese Infanterieregimenter aus Schlesien wurden im Rahmen des VI. Reserve-Korps bei den Kämpfen um die Höhe Toter Mann und Höhe 304 eingesetzt.

 

Dun sur Meuse
Kriegerfriedhof Dun-sur-Meuse
  Dun sur Meuse

 

Weiterhin wurden auf dem Friedhof zwei Angehörige der österreichischen Armee bestattet, die hier im Spätsommer 1918 eingesetzt war.

 

Dun sur Meuse
Der Friedhof im Jahr 1916

 

 Auch hier verstorbene belgische und deutsche Zivilarbeiter, die im Straßen- oder Eisenbahnbau eingesetzt waren, sind hier beigesetzt worden.

 

Die Gestaltung von Kriegsgräbern und Soldatenfriedhöfen wurde erstmals im Ersten Weltkrieg durch den Gesetzgeber geregelt. Die allgemeine Wehrpflicht hatte für eine Besserstellung des Soldatenstandes gesorgt, nun wurden auch weitestgehend einfache Soldaten in Einzelgäbern bestattet. Nach Kriegsbeginn waren zunächst die Etappeninspektionen für deren Anlage und Pflege zuständig. Als sich der Krieg in die Länge zog, wurde man gewahr, dass viele Einheiten direkt hinter der Front, teils in dichten Wäldern, Friedhöfe und Denkmäler errichtet hatten.
Diese konnten jedoch nach Kriegsende nicht weiter gepflegt werden. Ab 1923 begann der Volksbund mit Umbettungsarbeiten und der Errichtung individueller deutscher Soldatenfriedhöfe in Belgien und Frankreich. Im Gegensatz zu den europäischen Nachbarn – dort gibt es staatliche Stellen für den Erhalt der Soldatenfriedhöfe –  hat damit bis heute eine private, gemeinnützige Organisation die Pflege und Instandhaltung übernommen. Finanziert wird sie durch Spenden und Sammelaktionen.

 

Das Lager Borrieswalde – Soldatenfriedhof Apremont

Das Lager Borrieswalde

Auf der Mudra-Höhe – wenige Kilometer westlich von Apremont sur Aire, am Südrand der Ardennen – befand sich in der Zeit des Weltkrieges der Lagerkomplex Borrieswalde. Der Namensgeber war der Chef des Generalstabs des XVI. Armee-Korps aus Metz – Oberst Rudolf von Borries. Im Verband der 5. Armee nahm er am Vormarsch nach Westen teil, am 31. Mai 1915 verließ er das in den Argonnen kämpfende XVI. Armee-Korps zur 7. Armee.

Zu diesem Lagerkomplex gehörten ein umfangreiches Truppenlager, welches in mehreren Terassen am steilen Hang angelegt worden war. In diesem Lager befanden sich ein Hauptverbandsplatz, eine Krankensammelstation, eine Zahnstation, eine Bücherei, und ein Lichtspielsaal. Des weiteren gab es einen Gas-Raum und eine Gas-Schutzmittel-Depot. Einen unterirdische Stollenanlage schützte zudem vor Überaschungen bei Fliegerangriffen. Unweit des Lagers hatte auch die Argonnen-Division ihren Gefechtsstand.

 

 
Borrieswalde
Blockhaus am Hang
        
Borrieswalde
Der Hang heute mit Überresten des Lagers
     
 
Borrieswalde
Hüttenlager am Hang
   

 

Das Truppenlager wurde durch die Argonnenbahn versorgt, eine Schmalspurbahn welche die Versorgung der Front und der Truppenlager übernahm. Zum Lager gehörte der Bahnhof Borrieswalde, in der Nähe befanden sich noch der Bahnhof Bauthen und Kleinzwickau. Dieser Teil der Argonnenbahn nannten die Soldaten auch Mudrabahn. Eine Eisenbahn-Güter-Stelle koordinierte die Verladung.

 

Argonnenbahn
Bahnhof Borrieswalde

 
      
Argonnenbahn
Mudrabahn

 
     
Wasserbehälter Argonnenbahn
Wasserbehälter Argonnenbahn
 
Borrieswalde
Trasse der Argonnenbahn
     
Mudrahöhe
Bahnhof Mudrahöhe
   

 

In der näheren Umgebung des Lagers gab es noch den Mudra-Turm und den Blinkstand Mudra. Der Mudraturm war ein hölzerner Turm von etwa 30 m Höhe, so dass man über die Baumwipfel hinweg das Schlachtfeld beobachten konnte. Der betonnierte Blinkstand Mudra beherbergte eine Lichtsignalstation, die der schnellen Nachrichtenübermittlung diente. Des weiteren befand sich noch ein Pionierpark in der Nähe des Lagers.

 

Apremont
Blinkstand Mudra
                 
Mudra
Mudraturm

 

 

Der deutsche Soldatenfriedhof Apremont

 Direkt an der Strasse, die von Apremont sur Aire hinauf zur Mudra-Höhe und dann weiter durch den Argonnerwald nach Binarville führt, befindet sich noch heute der deutsche Soldatenfriedhof Apremont. Dieser vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge betreute Friedhof wurde im November 1915 durch deutsche Truppen angelegt. Bis Oktober 1918 fanden dort Beisetzungen statt. Später kamen noch einzelne Umbettungen aus der näheren Umgebung hinzu. Der Friedhof ist der einzige Friedhof im Gebiet des Argonnerwaldes, der erhalten geblieben ist. Auf ihm kann der Besucher den ursprünglichen Charakter der Friedhöfe im Argonnerwald nachempfinden. Die hier Bestatteten gehörten insgesamt 13 Infantrie- und Landwehr-Infanterie-Regimentern an, deren Heimatstandorte in Württemberg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern, Brandenburg, Lothringen und im Rheinland lagen. Das Denkmal auf dem Friedhof wurde vom Landwehr-Infanterie-Regiment 27 aus Quedlinburg erbaut.

 

Apremont
Soldatenfriedhof Apremont
 
Denkmal
Denkmal Landwehr IR 27
     
 Apremont        Apremont
     
 
Apremont
Grab des Wladislaus Antoniewicz aus Posen (28 Jahre)
   
Apremont
Grab des Karl Jakobsberg aus Neustettin (19 Jahre)

 

Die Gestaltung von Kriegsgräbern und Soldatenfriedhöfen wurde erstmals im Ersten Weltkrieg durch den Gesetzgeber geregelt. Die allgemeine Wehrpflicht hatte für eine Besserstellung des Soldatenstandes gesorgt, nun wurden auch weitestgehend einfache Soldaten in Einzelgäbern bestattet. Nach Kriegsbeginn waren zunächst die Etappeninspektionen für deren Anlage und Pflege zuständig. Als sich der Krieg in die Länge zog, wurde man gewahr, dass viele Einheiten direkt hinter der Front, teils in dichten Wäldern, Friedhöfe und Denkmäler errichtet hatten.
Diese konnten jedoch nach Kriegsende nicht weiter gepflegt werden. Ab 1923 begann der Volksbund mit Umbettungsarbeiten und der Errichtung individueller deutscher Soldatenfriedhöfe in Belgien und Frankreich. Im Gegensatz zu den europäischen Nachbarn – dort gibt es staatliche Stellen für den Erhalt der Soldatenfriedhöfe –  hat damit bis heute eine private, gemeinnützige Organisation die Pflege und Instandhaltung übernommen. Finanziert wird sie durch Spenden und Sammelaktionen.