Das Repressalien-Lager in Flabas

Kriegsgefangenschaft im Ersten Weltkrieg ist ein weitestgehend wenig erforschtes Thema. In Frankreich und Deutschland wurde das Los der eigenen Soldaten meist bedauert und versucht durch Hilfspakete und Zugang vom Roten Kreuz zu erleichtern. Generell kamen Übergriffe gegen feindliche Kriegsgefangene häufig vor, wurden aber gleichzeitig durch eine Art ‚Gleichgewicht des Schreckens‘ begrenzt. Schikanen gegen Gefangene in den eigenen Lagern konnten jederzeit durch scharfe Repressalien gegen die eigenen Leute in der Hand des Feindes beantwortet werden.

 

Kriegsgefangene
Deutsche Gefangene in einem französischen Lager

 

 

 

 

 

 

Der Ort Flabas ist im Bereich Verdun vor allen Dingen mit dem dortigen Repressalienlager eng verknüpft.

Im Dezember 1916 hatten deutsche Artilleriebeobachter beobachtet, dass im rückwärtigen französischen Teil des Höhenrückens bei Fleury deutsche Gefangene zu Trägerdiensten herangezogen wurden. Offensichtlich wurden sie zu dieser Arbeit gezwungen.
Ebenfalls wurden deutsche Gefangene im Wirkungsbereich der Artillerie an der Voie-Sacrée und zwischen dem Fort Regret und Dugny eingesetzt. In den Aufzeichnungen der französischen Armee ist erwähnt, dass mangels Arbeitskräften Gefangene im Dezember 1916 auf dem Ostufer eingesetzt wurden.

Dieser Einsatz stand im Widerspruch zu den damals gültigen Vereinbarungen im Umgang mit Kriegsgefangenen:
– Kein Einsatz bis 30 km hinter der jeweiligen Front.


Am 21. Dezember 1916 wurde von Deutschland  ein Ultimatum an Frankreich gesendet, dieses bis zum 15. Januar 1917 abzustellen.

Die Forderungen lauteten:

          – Verbot der Arbeit von Kriegsgefangenen im Umkreis von 30 km hinter der Front

          – Genehmigung für die Gefangenen per Post mit Deutschland zu korrespondieren

          – Verpflichtung zur Angabe der Namen der Lager, in denen sie interniert wurden

 

Mangels einer Antwort aus der französischen Regierung begannen die deutschen Truppen damit, ab dem 15. Januar 1917, französische Kriegsgefangene in sogenannten „Repressalienlagern“ zu internieren. Eines davon lag 500 m vom Caures-Wald entfernt, im Bereich der französischen Artillerie.

 

Flabas
Gedenkstelle bei Flabas

 

 

 

 

 

 

 

Der französische Leutnant Léon Cuvelle wurde im Lager eingesperrt.

 

Flabas

 

 

 

 

 

 

Abkommandiert zur Verteidigung der Höhe 304, wurde er bei einem deutschen Angriff gefangen genommen. Zum Verhör wurde er zum Gefechtsstand Ferme de la Madeleine gebracht. Dort traf er den „Kronprinzen“, den Sohn des Kaisers Wilhelm II, aus Stenay, der von den Soldaten der „Schlächter von Verdun“ genannt wurde. Dann kam er über Brieulles, Dun-sur-Meuse nach Clery-le-Petit, wo er einen Monat in einem Lager verbrachte. Von dort wird er mit fünf Kameraden, Offiziere wie er, nach Louppy gebracht.

Dann werden sie, ohne Erklärung, durch drei Kavalleristen mit vorgehaltenen Waffen über Felder und Gräben geführt. „Der Schnee fiel, wir stürzten bei den Anstrengungen und diesem Wettlauf.“  Man sperrte  sie in eine Umzäunung mitten auf einer Brachfläche.
Deutsche Offiziere informierten sie, dass sie solange eingesperrt blieben, bis die Französische Regierung die neuen Regelungen in Bezug auf die Arbeit von Gefangenen, angenommen hat.

Es ist ein Viereck aus Stacheldraht, die Seiten sind zwei Meter lang und die Höhe beträgt drei Meter.

„Was für schreckliche Tage haben wir dort verbracht. Sitzend auf unserem Helm der tief im Schlamm versinkt, mit dem Rücken gegen den Stacheldraht gelehnt, der am Mantel zerrt, so schliefen wir auch. Die Kälte trug auch zum Schrecken jener endlosen Tage bei. Schnee und Hagel wechselten und machten aus unserem Gefängnis eine Kloake … „

Wenn wir den Rest der Geschichte für wahr nehmen, sollten diese „Umzäunungen“ auf dem Gebiet von Lissey, zumindest in der Nähe gewesen sein.

„Nach einem Besuch unter der Leitung von drei Stabsoffizieren, der uns offiziell zu sein schien, wurde der Käfig geöffnet. Der siebte Tag unserer Existenz, gefangen wie Raubtiere, hatte begonnen.
Die Besucher erkannten die klägliche Situation und hielten es für notwendig, die Strenge dieser Repressalien zu mildern. Sie hatte den Befehl gegeben, die Dauer unseres Aufenthalts in dieser Stacheldraht Umzäunung zu verkürzen.
Unstrittig wäre sonst unser Asyl noch mehr bewohnt. Bis die Offiziere für uns eine neue Verwendung haben, ist es die Zelle, in der wir auf ihre Entscheidung warten.
           Immer unter Begleitung, als ob wir noch in der Lage wären zu flüchten, bringt man uns in die, ein paar hundert Meter von unserem Käfig entfernt gelegenen Ruinen eines kleinen Dorfes namens Lissey.
An einer alten Hütte, die aufeinander folgenden Bombardements getrotzt hat, sind zwei Türen geöffnet, die uns zu begrüßen scheinen. Dies sind die Eingänge von zwei Kellerlöchern, die , nehme ich an, widerspenstigen Soldaten Zuflucht gewährten und für uns geräumt wurden. In einem Nebenraum ist auch die Polizeistation. Wir werden in diesen Zellen zu dritt, für eine Dauer von 48 Stunden gesperrt.
Wir haben jetzt Schutz vor dem Wetter und – höchsten Komfort! – Ein Bank wird es uns ermöglichen, unsere schmerzenden Glieder auszustrecken. Die Kälte war  bitter (Winter 1917 war besonders hart) und verhindert, dass wir diese glückliche Veränderung unserer Behandlung zu sehr genießen.
Das Essen war immer noch sparsam  und wurde mit der Suppe zugleich verteilt. Leider, wenn wir auch mit unserem Drahtkäfig reichlich frische Luft und Licht hatten, wurden wir während der 24 Stunden des Tages in völlige Dunkelheit getaucht ….
 … Dieses war ein unvergesslicher Aufenthalt … und leider zu kurz in diesen Zellen. „

Von dort wurden sie mit kleinen Schritten dank ihres dürftigen körperlichen Zustandes durch Reville, Etraye, Crépion, Moirey nach Flabas gebracht.

 

Das Lager

Sehr rudimentär; es wurde auf die Schnelle mit improvisierten Mitteln  von Gefangenen des Französischen 173e Régiment d’Infaterie gebaut. Ein einfacher Drahtzaun aus Stacheldraht in der Form eines Rechtecks 50 m lang und 30 m breit. Innerhalb eine Hütte, 2 Meter 50 hoch, keine Fenster. Als Dach dienten lose Bretter, auch nicht mit Teerpappe gedeckt. Fünfhundert Poilus wurden darin untergebracht. Die Kapazität war kaum ausreichend für 200 Mann, zur Aufnahme von 250 mußten diese aufeinander liegen. Die Hälfte der Gefangenen mussten draußen bleiben, sich an den Außenwänden, im tiefen Schlamm der Schlucht sitzend, anlehnen. In einer Ecke, drei Löcher, die Abortgruben. In einer anderen Ecke stand eine winzige Hütte als Küche und ein wenig weiter eine dritte Hütte, die als Krankenstation … und Leichenhalle diente. Von dieser Unterkunft waren , Lt. Cuvelle und seine Begleiter, als Offiziere betroffen.

Terror herrschte an diesem Ort. Er war unter der Aufsicht eines Vize-Feldwebel und zweier Unteroffiziere, sowie vierzig Mannschaften, meist unter dem Einfluss von reichlich Schnaps.

 

Flabas

 

 

 

 

 

Das Leben im Lager

Es ist unmöglich, im Detail auf den Missbrauch und die Schikanen einzugehen, deren Gegenstand die Gefangenen waren. Die Schläge der Stöcke, Gewehrkolben, Bajonette, Zwangsarbeit, unzureichende Nahrung, Krankheit, verwandelte sie in der Realität schnell in menschliche Wracks.

 

Von den 500 Gefangenen im Lager verloren 200 in drei Monaten ihr Leben. Hier sind einige Auszüge aus der Geschichte von Leo Cuvelle:

„Jeden Morgen in der Dämmerung gab es Alarm. Zehn Soldaten schrien herum und schwangen ihre Stöcke, trafen den bewegungslosen Körper eines unsrigen, der nicht einmal mehr die Schläge abwehren konnte. Die Armen flüchteten, wurden gejagt und versuchten, irgendwie zu entkommen. Dieses abscheuliche Schauspiel der brutalen Kerle wurde zum Höhepunkt bejubelt!

War das Wecken beendet, holten wir einen Blechnapf aus unseren Taschen, ein Gefäss , das wir unterwegs im Dreck gefunden hatten.
Wir gingen dann, einer nach dem anderen zur Küche, um  eine Ration heißes schwarzes Wasser zu empfangen, das Kaffee sein sollte. Wir rieben unsere schmutzigen Fingern über das Gesicht, es wurde noch dreckiger: das war unsere Morgentoilette. Aber schon warteten vierzig Soldaten draußen auf uns und wir stellten uns unter Stockschlägen auf. Da der Boden in der schlechten Jahreszeit sehr rutschig war, fielen wir unter dem Gelächter unserer Wachen oft hin. Dann, nach einer langen Wartezeit in der Kälte, zählte uns der Feldwebel und schickte die Kranken auf die Krankenstation, die auch als Leichenhalle diente,  denn wir sahen sie nicht wieder …

…. unsere Kompanie wurde in zwei Gruppen eingeteilt. Die wichtigste davon ging nach Samogneux und bestand aus 300 Mann. Deren Aufgabe war es, Straßen und Wege zu den vorderen Linien zu reparieren. Die anderen Gefangenen blieben im Caureswald oder was davon übrig war, um dort Wege zu erhalten  und deutlich schwieriger, Munition zu den Kampflinien zu transportieren. Kein Gefangener ging freiwillig mit, denn mal wurde die eine Gegend beschossen, mal die andere…

… die Wege denen wir folgten waren in einem schlechten Zustand. Die Einschläge pflügten sie jeden Tag um und in den Löchern stand der Schlamm. Die Bosheit unserer Bewacher nutzte dies schändlich aus. Die Barbaren verlangten, dass wir zu viert in einer Reihe marschieren, ohne die Ausrichtung zu verlieren. Sie setzten eine grimmige Entschlossenheit auf, um uns Respekt zu zeigen, trotz der unüberwindlichen Schwierigkeiten des Weges. Das abscheulichste Schauspiel, das es oft gab,  war dies: eine schwacher, erschöpfter Poilu wollte in der Kolonne bleiben, musste aber manchmal, um ein Granatloch zu vermeiden, einen Schritt nach links oder rechts machen. Die Wachen, immer auf der Suche nach sadistischem Vergnügen, ließen dies scheitern. Sie packten einen Poilu aus der Reihe und zogen ihn fort. Als die Gruppe weiter ging, wurde dieser Gefangene zum nächsten Granattrichter geführt und wurde unter Schlägen gezwungen mehrmals durch das Loch zu gehen.  Der Unglückliche blieb schrecklicherweise oft stecken, musste aber schnell wieder raus, da die Schläge sich sonst verdoppelten. Ich sah, wie mehrere so starben. Einen Tag nach einer herzzerreißenden Szene dieser Art, war ich der letzte in der Gruppe. Ein der Wachposten war besonders wütend über ein tapferen Kameraden um die vierzig Jahre. Trotz seiner Bemühungen, konnte er nicht aufstehen, an diesem Tag war alles sehr vereist. Er war komplett erschöpft. Nach zwei oder drei Aufforderungen nahm die Wache kühl ihren Stock beiseite, nahm die Waffe, die er auf dem Rücken trug, spannte, zielte und schoß auf den Poilu. Die Kugel durchschlug seinen Hals… Auf der Baustelle ließen, unter dem Vorwand sich ein wenig zwischen zwei Schaufelhüben auszuruhen oder den Kopf zu drehen, die Wachen nicht von einem Mann ab. Der Unglückliche mußte ohne Unterlass arbeiten und bald fiel er völlig erschöpft um. Unsere Wachen zeigten größte Rohheit auch bei der Wahl der Strafen und oft nahmen sie den Tod der Gefangenen in Kauf …

… in der Nacht hatten wir die einzige Mahlzeit am Tag. Eine Suppe mit einer Mischung aus Gerste und unbekannten Substanzen, zweimal wöchentlich mit einem winzigen Stück Pferdefleisch. Das Brot enthielt kein Mehl, es war durch Sägemehl ersetzt worden … Das Brot löste sich in unseren Taschen auf. Die Verteilung wurde alle vier Tage durchgeführt …

… Bei einigen grausigen Sachen war ich als Zuschauer anwesend. Ich sah, wie zwei Poilus, die dem Hunger nicht mehr widerstehen konnten, mit dem Rücken an die Baracke gelehnt saßen und zusammen ihre eigenen Läuse aßen. Sie suchten sie überall ohne große Schwierigkeiten, auf ihren Köpfen, einfach ohne große Prahlerei , ohne Aufmerksamkeit zu erregen. Ja, ich schwöre, ich habe Männer wie Affen Läuse essen gesehen …

…. eine Nacht, ich fühlte mich grob behandelt und gezwungen auf das harte Drängen eines dieser Unmenschen aufzustehen. Im Mondlicht, denn er hatte mich sofort nach draußen gebracht, konnte ich nur unschwer erkennen, dass er sturzbetrunken war. Zu meiner großen Überraschung und Trauer, sah ich einen Soldaten an den Pfahl gebunden, welcher dazu verwendet wurde, Gefangene zu zu bestrafen. Man konnte sein todesröcheln hören. Seine Hände und Füße waren mit Draht gefesselt, seine Füße berührten nicht mal den Boden. Mich als Zeuge nehmend, versuchte mir dieser berüchtigte Säufer zu erklären, dass der Gefangene ein schlechter Soldat sei, ihm dabei einige kräftige Stockschläge verabreichend und derbe fluchend…

 

 

 

 

 

 

 

… eines Tages, schaffte es ein kleiner willensstarker Soldat der Überwachung seiner Wächter zu entwischen und sich den Arbeitstag über zu verstecken. In der Nacht nahm er den Weg Richtung französischer Linien, um diese zu erreichen. Doch er war so schwach, dass er dieses Ziel nicht erreichte. Er wurde erneut gefasst und ins Lager zurückgebracht. Doch sein neuer Aufenthalt war nur von kurzer Dauer. Die neuerlichen Schikanen raubten ihn seiner letzten Kräfte und so kam er bald auf den nahe gelegenen Friedhof, der beunruhigende Dimensionen annahm.

… dann kam die Ruhr und raffte viele Gefangene hinweg, auch von uns. Keine große Überraschung. Wir aßen jeden Tag alle Arten von schmutzigen Kräutern, die wir unter unseren Füßen finden konnten. Eine Wache warf eine Zigarettenkippe weg – wir stürtzten uns alle, ohne Unterschied des Ranges, wie die Wilden darauf um sie zu bekommen. Um diesen schmutzigen Krankheitserreger zuerst zu erreichen, kämpften wir darum, bis der glückliche Gewinner sich die Frucht seines miasmatischen Sieges in den Mund stopfen konnte. Das war um den Hunger abzuwehren und die Gesten wurden von uns mit entwaffnender Leichtigkeit gemacht. Jedes Mal bewunderten wir mit Neid den glücklichen Gewinner…

…Schließlich, als wir eines Tages von der Arbeit zurückkehrten, sagte der Feldwebel uns, dass die Vergeltungsmaßnahmen aufhören sollten. Frankreich hatte die Auflagen von Deutschland akzeptiert. Wir konnten uns nicht halten uns Freude! Wie ein Lauffeuer gingen die Worte des Feldwebels von Mund zu Mund und wir waren von dem Anblick überwältig, zu sehen, wie die menschlichen Wracks neue Energie fanden, jauchzten und sich wie Kinder küssten.“

Nachdem sie gründlich geduscht hatten und mehrfach desinfiziert wurden, ging es für die Gefangenen mit dem Zug nach Montmédy und Longuyon, wo sie für zwei Wochen in Quarantäne blieben. Sie unterzogen sich hier eine neuen Desinfizierung und kamen über Luxemburg, Trier, Mainz, Frankfurt nach Giessen in Hessen.

Als Offizier beendet Léon Cuvelle seinen Aufenthalt bis zum Waffenstillstand 1918 als Gefangener  in Karlsruhe.

1934 fertigte Léon Cuvelle, der Bildhauer war, ein Denkmal zur Erinnerung an alle internierten Gefangenen im Lager. Es wurde von den Deutschen im Jahr 1940 gesprengt. Es wurde vom Verfasser mit den Trümmern des alten Denkmal wieder aufgebaut.

 

 

 

Aus dem Französischen übersetzt. Dank an M. AUBRY-COUPARD für die Überlassung des Textes und der Bilder.

 

Das österreichische Denkmal in Samogneux

Am 14. Juni 2014 fand die Einweihung des ersten Denkmals für die an der Westfront gefallenen Soldaten der österreichisch-ungarischen Armee in Samogneux bei Verdun statt. Das Denkmal steht in unmittelbarer Nähe des Frontverlaufs vom Oktober 1918.

Als Vorbild für das Denkmal von Samogneux diente ein von den Deutschen, für die auf den Maashöhen „gefallenen Kameraden“, errichtetes Denkmal, von dem nur mehr ein Foto erhalten geblieben ist.

 

Samognex
Denkmal für die Österreichischen Kameraden auf den Maashöhen (Bild J.C. Laparra)
     
Samogneux
Neues Denkmal bei Samogneux

 

Neben dem Denkmal wurde eine erklärende, mit Fotografien versehene Hinweistafel errichtet, dessen Texte vom Generalkonsulat in Französisch, Deutsch und Englisch verfasst und zur Verfügung gestellt worden sind. Auf der Rückseite des Denkmals stehen alle österreich-ungarischen Einheiten, die sich zwischen 1914 und 1918 an der Westfront aufgehalten haben.

 

Samogneux
Hinweistafel
     
Samogneux
Blick nach Osten auf den Verteidigungsabschnitt der k.u.k. 1. Infanteriedivision

 

Text der Erinnerungstafel:

 Das Denkmal von Samogneux
 
ZurErinnerung an alle an der Westfront eingesetzten und ums Leben gekommenen Soldaten der österreichisch-ungarischen Armee wurde im Frühjahr 2014 in Samogneux/Verdun ein integrales Denkmal errichtet.
Es war die Absicht des Conseil Général de la Meuse, zusammen mit dem Österreichischen Schwarzen Kreuz – Kriegsgräberfürsorge und dem österreichischen Generalkonsulat in Straßburg eine  Gedenkstätte einzurichten, die eine Mahnung zum Frieden und eine
Aufforderung zur Freundschaft sein soll.
 
Das Monument steht in unmittelbarer Nähe des Verteidigungsabschnitts der k.u.k. 1. Infanteriedivision aus der Zeit zwischen 21.  August und 17.  Oktober 1918. Es befindet sich auch in der Nähe jenes Bereiches, wo dieselbe Division vom 18. Oktober bis Anfang November 1918 ihre Stellungen hielt und wo die k.u.k. 106. Landsturmdivision vom 26. September bis Mitte Oktober 1918 eingesetzt war.
Von diesem Ausgangspunkt kann man die Kampfzone in welcher diese Divisionen eingesetzt waren, entlang von zwei Achsen begehen:
 
Auf der Departementstraße von Samogneux –Sivry sur Meuse – Vilosnes – Liny devant Dun (D964) und dem Waldweg Samogneux –
Haumont.
 
Die Besucher gelangen dabei zu den deutschen Soldatenfriedhöfen von Consenvoye, mit 62 Gräbern von k.u.k. Soldaten im oberen Teil des Friedhofes, sowie Dun sur Meuse, Damvillers und Lissey.
Es sind dies die vier nächstgelegenen von 37 Kriegerfriedhöfen an der ehemaligen Westfront, wo Soldaten aus der österreichisch – ungarischen Monarchie bestattet sind.
 
 
Bilder und Text teilweise:
Österreichisches Generalkonsulat Strassburg
 

 

Das Lager im Tilly-Wald

Nach der Schlacht bei Longwy – 22. bis 25. August 1914 – besetzten die deutschen Truppen ab dem 26. August die Nordostfront von Verdun und somit den Bereich um die Stadt Étain.

Da die Stadt weitestgehend durch den vorherigen Beschuss zerstört wurde, richteten sich die deutschen Truppen in den umliegenden Wäldern ein. Große Feldlager entstanden, einige Bauernhöfen in der Gegend wurden als Stützpunkte ausgebaut. Um die Stützpunkte und Lager miteinander zu verbinden und um die Versorgung sicher zu stellen, bauten die deutschen Truppen ein umfangreiches Feldbahnnetz auf.

Den Lagerbereich verteilten die deutschen Truppen über den gesamten Wald. So kam es nicht zu einer Anhäufung von Gebäuden und Einrichtungen, die sonst den französischen Ballon- oder Flug-Beobachtern aufgefallen wären.

 

 Der Tilly Wald ist über die D618 zwischen Étain und Spincourt zu erreichen. Am Anfang des Rundwanderweges ist ein kleiner Parkplatz vorhanden. Der Weg ist gut beschildert und auf jeder Hinweistafel ist eine Skizze zum nächsten Punkt vorhanden. 90 Minuten sind für den Weg zu veranschlagen.

 

Der Weg wurde durch die Stadt Étain und die deutsche Partnergemeine Düppenweiler angelegt.

Tillywald
Hinweis Tafel im Tilly-Wald
 
Tillywald
Alle Punkte sind auf französisch und deutsch erklärt. Der Weg zum nächsten Punkt ist immer auf der Skizze verzeichnet und gut zu finden.
     
Tillywald
Hinweis Tafel im Tilly-Wald
   

 

 

 

 

 

 

 

Denkmal der gefallenen Jüdischen Soldaten Frankreichs

Unmittelbar östlich neben dem National-Friedhof des Beinhauses befindet sich das Denkmal für die französischen Gefallenen jüdischen Glaubens. Ein Offizier der Wehrmacht rettete dieses Denkmal während der deutschen Besatzungszeit. Er ließ das Denkmal durch die Kreiskommandantur mit Brettern verkleiden und Material davor lagern. Dadurch war das Denkmal nicht mehr zu sehen. Wahrscheinlich handelte es sich um Hauptmann Wunderlich, Adjutant des Kreiskommandanten. Er hatte während des Ersten Weltkriegs 1917 auf Höhe 304 gekämpft.

 

 

Denkmal der muslimischen Kolonialsoldaten Frankreichs

 Am 25. Juni 2006 wurde durch den Präsidenten der französischen Republik Jacques Chirac das Denkmal für die gefallenen Kolonialsoldaten muslimischen Glaubens eingeweiht. Es steht direkt westlich vom Nationalfriedhof von Douaumont am Gebeinhaus und wurde im maurischen Stil errichtet.

Von den acht Millionen französischen Soldaten, die für Frankreich in den Krieg zogen, kamen eine halbe Million aus den französischen Kolonien, die überwiegende Mehrheit aus Afrika (Tunesien, Marokko, Algerien, Senegal) aber auch aus Neu-Guinea. Die Wahrnehmung in Deutschland schwankte zwischen „Edlen Wilden“ und „Bestien“ und wurde dementsprechend für die Propaganda ausgenutzt. 

 

Monument

 

 

 

 

 

 

Das Beinhaus von Douaumont

Das Beinhaus oder Ossuaire de Douaumont liegt inmitten des Schlachtfeldes, zwischen dem Fort Douaumont und dem Thiaumont-Rücken. Diese Gedenkstätte liegt unweit der einstigen Thiaumont-Ferme (Bauernhof) und beherbergt heute im Inneren die sterblichen Überreste von 130.000 nicht identifizierten Soldaten, die nach dem Krieg auf den Schlachtfeldern östlich und westlich der Maas geborgen wurden.

 

Gebeinhaus
Das neu restaurierte Gebeinhaus

 

Die Initiative zum Bau eines Gebeinhauses ging von Monsignore Ginisty, dem Bischof von Verdun, aus. Er war entsetzt, dass Sammler nicht nur Helme, Waffen und Munitionsteile, sondern auch Knochen und Schädel sammelten und gewinnbringend veräußerten. So scharrte er einige Getreue um sich und begann die Überreste der Gefallenen zunächst in einer Holzbaracke zu sammeln.
Später begann er frankreichweit Spenden für das Beinhaus zu sammeln. Bereits am 20. August 1920 erfolgte die Grundstenlegung. Die Fertigstellung und Eröffnung dauerte jedoch wegen finanzieller Schwierigkeiten bis 1929.

Die Kapelle ist einfach und schlicht gehalten. Der 46 m hohe Turm ist in der Form einer Granate erbaut, indem sich auch ein kleines Museum und ein Filmvorführraum im Untergeschoss befinden. Vom Turm aus lässt sich das Schlachtfeld in alle Richtungen überblicken. Der Kreuzgang ist in die geografischen Abschnitte der Schlacht eingeteilt. In jedem Wandbogen stehen die Namen zweier Abschnitte des Schlachtfeldes von Verdun. „Die Flamme der Erinnerung“ brennt an Gedenktagen auf den vorgesehenen Plätzen. Im Innern des Kreuzgangs stehen die Namen vermisster oder gefallener französischer Soldaten auf den von ihren Familien gestiftete Steinen. Ebenso finden sich dort gespendete Steine von unterschiedlichsten französischen Veteranen- bzw. Kriegervereinigungen. Außen auf den Wandbögen stehen die Städte Frankreichs, die sich mit Spenden am Aufbau des Gebeinhauses beteiligt haben.
Von außen kann man die Knochen durch Panzerscheiben lagern sehen: Meter um Meter Gebein, staubige Knochen, Ellen, Schädel, Beckenschaufeln, kleine Knöchelchen, Wirbel, zahllos, unzählbar, Tausende und Abertausende Tote, namenlos.

Bis zum 29. Mai 2016 gab allerdings hier keinen Hinweis darauf, dass es sich um die Überreste von Franzosen und Deutschen handelte. Bei gemeinsamen Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Präsident François  Hollande haben beide nun eine Tafel eingeweiht, die dieses Totenhaus zu einem gemeinsamen macht: „Hier ruhen die Überreste deutscher und französischer Soldaten“.

Hier bekräftigten auch in der Vergangenheit am 22. September 1984 der Präsident der französischen Republik François Mitterand und Bundeskanzler Helmut Kohl mit einer Geste der Versöhnung die deutsch – französische Freundschaft. Eine Gedenkplatte vor dem Beinhaus erinnert an die einzigartige Zusammenkunft: „Wir haben uns versöhnt. Wir haben uns verständigt. Wir sind Freunde geworden.“  Noch nie vorher hatten sich der französische Staatspräsident und der deutsche Bundeskanzler auf den Schlachtfeldern zum gemeinsamen Gedenken getroffen.
Die erste Station des Besuchs war Consenvoye, nördlich von Verdun. Mit Mitterrand betrat zum ersten Mal ein französischer Staatspräsident einen deutschen Soldatenfriedhof in Frankreich. 

 Seit dem 09. Februar 2014 findet sich dort auch ein erster deutscher Name: Peter Freundel, +28. Mai 1916 (Bayerisches 12. Infanterie-Regiment).

 

Öffnungszeiten:

  • Februar: von Montag bis Freitag: 09:00-12:00 / 14:00 – 17:00, Samstag und Sonntag und Feiertage : 14:00-17:00
  • März: von Montag bis Freitag: 09:00-12:00 / 14:00-17:30, Samstag und Sonntag und Feiertage: 10:00-12:00 / 14:00-17:30
  • April bis Juni: von Montag bis Freitag: 09:00-18:00, Samstag und Sonntag und Ferientage: 10:00-18:00
  • Juli und August: 09:00-18:30
  • September: von Montag bis Freitag : 09:00-18:00, Samstag und Sonntag und Feiertage: 10:00-18:00
  • Oktober von Montag bis Freitag: 09:00-17:30, Samstag und Sonntag und Feiertage: 10:00-17:30
  • Samstag 31. Oktober: 10:00 – 12:00 / 14:00 – 17:00
  • November von Montag bis Freitag: 9:00 – 12:00 / 14:00 – 17:00
  • Samstag und Sonntag und Feiertage : 10:00 – 12:00 / 15:00 – 17:00
  • Dezember 14:00-17:00

 

 

Gebeinhaus
Das provisorische Gebeinhaus um 1920
      
Gebeinhaus
François Mitterand und Bundeskanzler Helmut Kohl vor dem Gebeinhaus

 

Der National-Friedhof

Auf dem französischen National-Friedhof vor dem Beinhaus befinden sich Gräber mit 15.000 identifizierten Gefallenen. Die Form der Grabsteine unterscheidet sich nach christlichen, muslimischen und jüdischen Gefallenen.
Die Gräber der muslimischen Gefallenen wurden in 2006, anlässlich der Einweihung des Denkmals für die muslimischen Kolonialsoldaten, umgestaltet und nach Mekka ausgerichtet.

Vom Herbst 2011 bis Sommer 2014 wurde der Friedhof neu gestaltet und das Gebeinhaus von außen restauriert.

 

 

Caures-Wald – Bois des Caures

Der Caures-Wald oder Bois des Caures bezeichnet ein Waldgebiet nördlich von Verdun umgeben von den Ortschaften Flabas, Ville-devant-Chaumont, Beaumont-en-Verdunois und Haumont.

 

Hier befindet sich eine etwas entfernte, aber interessante Stätte um die Anfänge der Schlacht von Verdun.
Der Caures-Wald ist geprägt durch die Geschichte des Lieutenant-Colonel Driant und seinen 1200 Jägern. Emile Driant wandte sich nach seiner militärischen Karriere zunächst der Politik zu und wurde Abgeordneter. Nach Beginn des Krieges 1914 bat er darum wieder in Dienst gestellt zu werden. Er erhält das Kommando über die französischen Jägerbataillone 56 und 59. Als Mitglied des Armeeausschusses bemängelt er im Sommer 1915 den schlechten Verteidigungszustand der Festung Verdun.

Bei Angriffsbeginn am 21. Februar 1916 lieferten sich sich die beiden französischen Jägerbataillone mit den angreifenden Deutschen über zwei Tage erbitterte Gefechte. Dadurch ermöglichten sie es den französischen Reserven heran zu kommen. Die deutschen Truppen, die  im Caures-Wald mit nur  wenigen Stunden Widerstand gerechnet haben, gerieten so ins Stocken. Im Caures-Wald befindet sich das Grab Driants, der dort in den Kämpfen sein Leben ließ. Von seinen 1200 Jägern kehrten knapp 100 zurück.

 

Caures-Wald
Zerstörte französische Stellung im Norden des Caures-Waldes 1916

 

 

 

 

 

 

 

Am 22. Oktober 1922 wurde das Driant-Denkmal im Caures-Wald eingeweiht. Jedes Jahr findet hier um den 21. Februar ein Gedenkmarsch mit anschliessender Feier statt.

 

Einige Meter vom Denkmal entfernt, befindet sich der Gefechtsstand des Lieutenant-Colonel Driant. Die Straßengabelung vor dem Gefechtsstand trug bei den deutschen Soldaten den Namen Hessenplatz.
An der Straßengabelung  sieht man einen betonnierten Unterstand. Dieser Bunker diente der Überwachung der von Vacherauville heraufführenden Straße.

Nach Beginn der Schlacht um Verdun entstanden im Caures-Wald zahlreiche Ruhelager. Im Laufe des Jahres 1918 wurden hier auch zahlreiche Beton-Unterstände errichtet.

 

Caures-Wald
Rugelager im Caures-Wald
 
      
Caureswald
Unterstand im Caureswald

 

Ein Rundweg führt vom Parkplatz über die Landstraße zum Gefechtsstand und anschließend an diesem vorbei über einige exemplarische Schützengräben zum Drian-Denkmal. Gegenüber des Driant-Denkmals führt eine kleine Schneise zum ursprünglichen Begräbnisort während der Kämpfe. Anschließend geht es weiter nach links zurück zum Parkplatz. Reichliche Hinweistafeln informieren den Besucher auf französisch und deutsch.

 

 

 

Mémorial de Verdun

Das Mémorial de Verdun in Fleury zählt neben den Museen in Meaux, Peronne und Ypern zu den bedeutensten und umfangreichsten Museen des Ersten Weltkriegs in Europa.
Konzipiert als Stätte der Erinnerung soll es dem Einsatz und dem Leiden aller beteiligten französischen, deutschen, österreichischen und amerikanischen Soldaten vor Verdun gewidmet sein.

Nach drei Jahren Renovierungsarbeiten, 2013 – 2016, ist das Mémorial wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.

Memorial

 

 

 

 

 

Die Erinnerungsstätte wurde vollständig erneuert und bietet nun einen lehrreichen und unterhaltsamen Besichtigungsrundgang mit Schwerpunkt auf den französischen und deutschen Frontsoldaten an. Die Sammlung des Museums umfasst 2000 Objekte, unzählige Fotos, von denen der Großteil erstmals gezeigt wird, audiovisuelle Darstellungen sowie deutsche und französische Augenzeugenberichte.

Hinweis an dieser Stelle:
Der vordere Parkplatz wurde entfernt. Der Zugang zum Museum ist nur durch die beiden Seiteneingänge möglich.

Memorial
Einer der beiden Seiten-Eingänge

 

 

 

 

 

 

 

Der Aufbau der Ausstellung:

Unteres Erdgeschoss
Das Schlachtfeld des Jahres 1916 ist weiterhin Schwerpunkt des Mémorials. Eingerahmt von gläsernen Schaubildern erstreckt sich eine mehrteilige Leinwand. Diese audiovisuelle Vorführung vermittelt die Heftigkeit der 300 Tage dauernden Kämpfe.
Alltagsgegenstände – in Schaukästen und Schubladen – zeigen dem Besucher die menschliche Perspektive der Schlacht um Verdun.
Der anschließende Bereich mit Geschützen und LKWs erinnert an die „Voie sacrée“ und erinnert an die logistischen Aufwände, die auf beiden Seiten betrieben wurden.

Oberes Erdgeschoss
Hier bieten sich Möglichkeiten die Umgebung des Schlachtfeldes kennen zu lernen und zu verstehen. Wer hat die Schlacht befehligt? Wie war die Rolle der Artillerie und gab es eine Luftwaffe? Was spielte sich im Hinterland ab und was machte eigentlich der Sanitätsdienst?
Zu guter Letzt werden die Kämpfe bis 1918 und der Beginn der Erinnerungskultur um die Schlacht von Verdun gezeigt.

 

 

Homepage des Mémorial

 Öffnungszeiten:

22 Februar bis 31 März 2016 : 9 h 30 bis 17 h
1 April bis 13 November 2016 : 9 h 30 bis 19 h
14 November bis 31 Dezember 2016 : 9 h 30 bis 17 h

 

 

Fort Souville

Das Fort Souville stellte auf Grund seiner Größe und seiner Höhe (388m ü. N.N) ein imposantes Bauwerk dar. Man konnte vom Zwischenwerk Kalte Erde über Douaumont bis nach Vaux beobachten und schießen.

Das Fort Souville wurde in den Jahren 1875 bis 1877 auf dem Hügel Souville errichtet. Außerhalb des Forts baute man Schutzräume, die mit dem Fort durch zwei gemauerte Stollen verbunden wurden. 

Beiderseits des Forts befand sich ein 10 m breiter und 7 m tiefer gemauerter Graben. Die in der Mitte der Anlage vorhandene Tiefkaserne und das Munitionsdepot sind mit Beton verstärkt worden. Die Turmunterbauten erhielten aus Beton verstärkte Munitionsräume.

Zu Beginn des Weltkriegs stationierte man Stäbe und eine Telefonzentrale im Fort. Das Fort Souville stellte neben dem Werk Thiaumont und der Höhe Kalte Erde, das letzte große Hindernis in der zweiten Verteidigungslinie östlich der Maas dar, um einen feindlichen Durchbruch ins Tal der Maas zu verhindern.

Als am 21. Februar 1916 der deutsche Angriff auf Verdun begann, verstärkten die Franzosen sofort die Besatzung des Fort mit einer Bedienungsmannschaft für den Geschützpanzerturm des Forts. Im Laufe des Jahres 1915 war auch dieses Fort nur schwach besetzt worden. Nach 600 Schüssen beschädigte ein Rohrkrepierer das Geschütz und setzte es außer Betrieb. 

Am 10. April 1916 wurde der Geschützpanzerturm endgültig eingefahren und in seinem Inneren ein Brigadestab untergebracht.

Nach dem Fall des Fort Douaumont erhielt das Fort Souville durch seinen ausgezeichneten Beobachtungspunkt große strategische Bedeutung. 

Anfang Juni 1916 verfügte das Fort über zwei 5,8-cm-Geschütze und 16 Maschinengewehre. Das Fort lag täglich unter schwerem deutschen Artilleriefeuer. 

Als am 7. Juni 1916 das Fort Vaux kapitulierte, lagen die deutschen Truppen zweitausend Meter weiter nördlich im Dorf Fleury

Ab dem 21. Juni 1916 verstärkten die deutschen Soldaten ihren Angriff auf das Fort Souville und feuerten am 22. Juni 1916 fast 200 000 Gasgranaten auf die Hochebene von Souville und die französischen Batteriestellungen. Am 22. Juni trafen fast 38 000 Geschosse das Fort Souville. Die nicht betonierten Gebäude des Forts erlitten dabei große Zerstörungen, alle gemauerten Anlagen wurden zerstört und die Grabenstreiche eingeebnet.

Nach verstärktem Artilleriefeuer stießen dann am Morgen des 23. Juni 1916, einem heißen und schwülen Hochsommertag, die deutschen Truppen auf Souville vor. 

Über die Höhen und durch die Schluchten drangen die deutschen Soldaten, 80.000 Bayern, Jäger vom Alpenkorps, vor. Vor dem Fort Souville wurde der deutsche Angriff unter großen Opfern zurückgeschlagen. 

Mit dem 23. Juni 1916 endete die deutsche Verdun-Offensive. Die weiteren deutschen Angriffe sollten eigentlich nur noch die kritische Lage der stark dezimierten Truppen verbessern. 

Am 12. Juli 1916 war der größte Teil des oberirdischen Forts zerstört, ein weiterer von den Deutschen bei Morgengrauen herbeigeführter Angriff konnte abgewehrt werden. Das Fort Souville blieb in französischer Hand. 

 

 

Souville
Das Denkmal des verwundeten Löwen – Symbol fürdie Verteidiger von Fort Souville – an der Kreuzung D112/D913 bezeichnet den Punkt des äußersten Vorstoßes der deutschen Truppen – das Kernwerk des Fort Souville am 12. Juli 1916

Die 14. bayerische Infanterie-Division errang den letzten deutschen Sturmerfolg vor Verdun durch das Eindringen in die Souville-Schlucht. Der Angriff scheiterte aber letztlich, so daß das Fort von den Franzosen endgültig gesichert und repariert werden konnte. Man verband die Schutzräume des Forts mit dem Geschützpanzerturm und dem einzigen noch erhaltenen betonierten Raum des oberirdischen Anlagenteils. Französische Soldaten gruben einen Brunnen, Schächte und Stollen und installierten auf dem Fortoberbau einen kleinen und wenig geschützten Beobachtungsstand. 

Bis Dezember 1916 wurde das Fort von deutscher Artillerie beschossen. 1917 vollendete man den unterirdischen Verbindungsgang zum Geschützturm, den man repariert und zugleich mit einer Beobachtungsglocke ausgestattet hatte.

 

 

Fort Vaux

Das Fort Vaux, ein ähnliches Festungswerk wie Fort Douaumont nur weitaus kleiner, lässt sich ebenso von Innen besichtigen. Ausgestattet war das Fort ebenfalls mit einem Galopin Geschützturm, sowie drei gepanzerten Beobachtungstürmen. Während der Schlacht um Verdun wurde das Fort von den deutschen Truppen belagert. Erst am 07. Juni 1916 kapitulierte die französische Besatzung.

 

Vaux
Bei Fort Vaux
     
Fort Vaux
Stellung in der Grabenwehr von Fort Vaux
 

 

Öffnungszeiten:

 

  • Februar / März : 10.00 – 17.00
  • April : 10.00 – 17.30
  • Mai / Juni : 10.00-18.30
  • Juli / August : 10.00 – 19.00
  • September : 10.00 – 17.30
  • Oktober / November : 10.00 – 17.00
  • Dezember : 10.00 – 16-30

 

Außerhalb dieser Zeit ist das Fort geschlossen.