Oberleutnant und Regiments-Adjutant Hans Richter

Oberleutnant und Regiments-Adjutant
Hans Richter

4. Unterelsässisches Infanterie-Regiment Nr. 143

*10. Juli 1890 in Roßlau/Zerbst
+29. April 1916 bei Hermeville

Laut Rangliste des IR 143 wurde Leutnant Hans Richter seit 1913 als Regiments-Adjutant geführt und marschierte zu Kriegsbeginn ins Feld.

 

Richter

 

 

 

 

 

 

Ein Auszug aus seinem Tagebuch über den Kampf bei Sitifort-Vallerysthal im August 1914:

…ging ein Zug der 11. /143 durch ein kleines Wäldchen gegen das Dorf vor. Wir folgten, da die Granaten sich von hinten näherten, und setzten uns am Waldrand in Deckung. Sehen konnte man keinen Schützen. Ich selbst versuchte von einem etwas vorgeschobenen Hügel aus zu erkunden, schoß auch auf etwas Verdächtiges. Plötzlich sagte ein Mann, der neben mir lag: „Der Oberst ist getroffen!“ (Oberst von Petersdorff) Ich ging zurück und wirklich, das Furchtbare war geschehen. Mitten durch die Brust war das Geschoß gegangen...

Zwischen Mai und Juli 1915 traf die Beförderung zum Oberleutnant ein, am 7. September 1915 wurde Richter das Eiserne Kreuz I. Klasse verliehen.

Über den Tod von Oberleutnant Hans Richter schreibt die Regimentsgeschichte:

Am 29. April traf das Regiment ein ganz schwerer Schlag. Um 9 Uhr vormittags erhielt der Regimentsgefechtsstand an der Straße Abaucourt-Moranville einen Volltreffer. Der Regimentskommandeur, Major Pinder, wurde schwer verletzt, sein Adjutant, Oblt. Richter getötet. Außerdem erlitten Lt. Schmeil und mehrere Melder Verletzungen. Major Pinder wurde sofort ins Lazarett abtransportiert, wo er auch am 20. Mai seiner schweren Kopfverletzung erlag. In ihm hatte das Regiment einen fähigen Führer, Offiziere und Mannschaften einen väterlichen Freund verloren. Im März vom IR 136 zu uns kommandiert, hatte er sich durch sein gerades und offenes Wesen, durch seinen gerechten Sinn und durch seinen Mut und seine Unerschrockenheit bald die Herzen aller erobert. Er hatte alle Eigenschaften die den Deutschen Offizier auszeichnen sollen. Was von ihm galt, traf auch auf seinen Adjutanten Oblt. Richter zu. Es war eine selten glückliche militärische Ehe zwischen den beiden, sehr zum Nutzen unseres Regiments. Die Trauer um die beiden tüchtigen Offiziere war eine allgemeine.

 

Richter
Vor dem Regiments-Gefechtsstand in Abaucourt, März 1916

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Bericht eines Melders:
„Am 29. April gegen 07.15 Uhr vormittags erhielt der Unterstand der Offiziere einen Volltreffer.

Die Offiziere waren gerade bei der Morgentoilette, als die schwere Granate angefegt kam. Wir Melder wurden durch den Einschlag aus unserem Unterstand vertrieben. Als wir herauskamen, liefen uns direkt drei verwundete Kameraden entgegen: Lt. Schmeil, Gefr. Paschen und Gefr. Month. Da sahen wir auch den zertrümmerten Nachbarstollen! Herr Major Pinder lag schwerverwundet etwa 3 Meter davor. Er war gerade beim Waschen gewesen, als ihn ein Splitter am Kopf verletzte. Wir fragten dann sogleich nach Oblt. Richter, aber niemand hatte ihn gesehen. Auch er war bei der Toilette gewesen. Nach einigem Suchen fanden wir ihn etwa sieben Meter vom Unterstand entfernt. Er war bereits verschieden…

…Herr Major Pinder hatte uns auf dem Rücktransport nach Oblt. Richter befragt. Natürlich sagten wir ihm nicht die traurige Wahrheit.“

Hans Richters Leichnam wurde kurze Zeit später in die Heimat überführt und auf dem Ehrenfriedhof in Dessau beerdigt.

 

Richter
Grabmal in Dessau

 

 

Nicht weit davon entfernt, ruht der Jagdflieger und Pour le Mérite Träger, Hauptmann Oswald Boelcke.

 

 

 

 

Vielen Dank an Thorsten Pietsch www.frontflieger.de für die Bereitstellung des Grabbildes.

Leutnant und Zugführer Erich Gollmer

Leutnant und Zugführer
Erich Gollmer

4. Badisches Infanterie-Regiment „Prinz Wilhelm“ Nr. 112
4. Maschinengewehr-Kompagnie

* 03. September 1897 Metz
+ 02. August 1917 bei Malancourt

Gollmer, Sohn eines Militär-Intendantursekretärs bei der 29. Infanterie-Division, besuchte das Großherzogliche Friedrich-Gymnasium in Freiburg. Am 5. August 1914 trat er als Freiwilliger, im I. Rekrutendepot des I. Ersatzbataillons im Infanterie-Regiment Nr. 113, der Armee bei. Am 4. November 1914 wurde er vereidigt, dort schon ins 4. badische Leib-Grenadier-Regiment 109 versetzt. Mitte November 1914 folgte die Versetzung in das Reserve-Infanterie-Regiment 203. Das Infanterie-Regiment 112 war ab Mai 1915 die letzte Station in seiner militärischen Karriere. Am 15. Juni 1915 wurde er zum Unteroffizier ernannt, die Beförderung zum Feldwebel folgte am 6. September 1915.

Mit dem Offizier-Patent zum Leutnant am 26. März 1916, hatte Gollmer seinen Enddienstgrad erreicht und wurde als Zugführer eingesetzt.

Das I. Bataillon und somit die zugeteilte 4. Maschinengewehr-Kompagnie wurde am 01. August 1917 beim Unternehmen „Zähringen“ eingesetzt. Zähringen hatte zum Ziel die verlorenen Stellungen vom französischen Angriff am 17. Juli 1917 in den Abschnitten Quelle, Wald und Straße auf der Höhe 304 wieder zu erobern.

Vom 23. Juli  bis zum 29. Juli 1917 wurde das I. Bataillon als Sturmbataillon bei der Robinette-Ferme ausgebildet. Abschluss der Ausbildung war eine Angriffsübung auf ein Übungswerk bei Bantheville unter den Augen des Generals v. Francois.

Durch starken Regen setzte sich der Angriff des Sturmbataillons am 01. August schwerlich in Gang. Er endete mit einem Geländegewinn von 700 m auf 2 km Breite und über 700 Gefangenen. 97 Batterien und 230 Minenwerfer schossen das Vorbereitungsfeuer, teilweise mit Buntschießen.

Leutnant Gollmer fiel am Tag nach dem Angriff, der geprägt war von Angriffen und Gegenstößen. Er wurde um 2 Uhr 30 morgens durch Granatsplitter im Kopf und in der Brust tödlich verletzt.

In der Regimentsgeschichte ist sein Name nicht verzeichnet.

Er wurde auf dem Soldatenfriedhof Romagne bestattet, später zum Freiburger Hauptfriedhof überführt. Vielen Dank an Thierry Ehret für die Bereitstellung von Informationen zu seinem Werdegang.

 

 

 

Höhe 304
Karte Einsatzgebiet 304

 

Das zerstörte Dorf Douaumont

Die „Rote Zone“, ein Begriff für das heutige, touristisch erschlossene Schlachtfeld Verdun und ein Inbegriff für die restlose Zerstörung von urbanem Leben. Hier befanden sich die neun, im Krieg vollends zerstörten und nicht wieder aufgebauten Dörfer Beaumont-en-Verdunois, Bezonvaux, Cumières, Douaumont, Louvemont-Côte-du-Poivre, Fleury-devant-Douaumont, Haumont-près-Samogneux und schlussendlich Ornes. Sie alle lagen im Bereich des Festungsgürtels um Verdun, mehr oder weniger befestigt und wurden Opfer der deutschen und später der französischen Artillerie. Wohnhäuser, Gehöfte, Kirchen und Straßen wurden durch tausende Granaten dem Erdboden gleichgemacht. Die Bevölkerung der Dörfer sah sich bereits zu Beginn des Krieges und der kommenden Verdun-Schlacht zur Flucht gezwungen. 1918 allerdings war an eine Rückkehr nicht mehr zu denken. Das Ausmaß der Zerstörung, die Gefahr des von Munitions, Kadaver- und gasverseuchten Bodens ließen keinen Wiederaufbau und keine Besiedelung mehr zu. Bekannt unter dem Begriff „Villages détruits“ kann der Besucher heute nur noch den Verlauf von Häusern, Gebäuden und Straßen erahnen. Kaum etwas lässt mehr auf ein Leben schließen, welches die ländlich geprägte Bevölkerung vor dem Krieg dort verbrachte. Wenige Mauer- oder  Schrottreste, Gräben, Trichter, sowie nachträglich angebrachte Schilder vom Standort der Gebäude und dem Verlauf der Straßen, prägen das heutige Bild.

Polarisierend wirken die nachträglich gebauten Kapellen und Denkmäler auf denen die Namen der gefallenen Dorfbewohner prangen. Noch im Oktober 1919 erhielt jedes der Dörfer per Gesetzesbeschluss einen Gemeinderat und einen Gemeindevorstand, dessen Befugnisse jenen eines Bürgermeisters gleichkommen. Dieses besteht noch bis heute. Feierlichkeiten und Erinnerungsmessen mit Nachkommen der Einwohner werden einmal jährlich abgehalten.

 

Douaumont:

Am westlichen Ausläufer des Douaumont-Rückens, im Schatten des beherrschenden Forts, lag das stark zur Verteidigung ausgebaute Dorf welches 1914 noch 288 Bewohner zählte. Die Ferme Thiaumont zählte ebenso zur Gemeinde. Am 25. Februar 1916 kam es zu ersten Kämpfen.

Douaumont
Dorf Douaumont

Die dort eingebauten Maschinengewehre des 95. Regiment d’Infanterie erschwerten dem Infanterie-Regiment 24 den Marsch auf das Fort Douaumont, dennoch wurde das Fort abends eingenommen. Alle Versuche das Dorf einzunehmen wurden, durch die im Dorf liegenden Franzosen und die im Albain-Wald verteidigenden Zouaven, vereitelt. Den Grenadier-Regimentern 8 und 12 sowie den Infanterie-Regimentern 52 und 105 misslang vorerst jegliche Einnahme des Dorfes. Am 2. März, mit Unterstützung des eingesetzten MG-Turmes des Fort Douaumont, gelang dem Infanterie-Regiment 52 die Eroberung und die Gefangennahme von ca. 1000 Gefangenen. Die verteidigenden Teile des 33. RI wurde nahezu aufgerieben, der Kompanieführer und spätere General Charles de Gaulle geriet, verwundet durch ein Bajonettstich, in Gefangenschaft.

 

Douaumont
Luftbild der Feldfliegerabteilung 44 vom 18. April 1916
Am oberen Bildrand der Kehlgraben des Forts

 

Einzig die 1932 eingeweihte Kapelle, die 11 Namen der Gefallenen auf dem Denkmal sowohl platzierte Monolithen an markanten Stellen lassen noch auf den Standort des Dorfes schließen.

 

 

Douaumont
Gedenkkapelle im Dorf Douaumont
  Douaumont

 

 

Das zerstörte Dorf Cumières-le Mort-Homme

Die „Rote Zone“, ein Begriff für das heutige, touristisch erschlossene Schlachtfeld Verdun und ein Inbegriff für die restlose Zerstörung von urbanem Leben. Hier befanden sich die neun, im Krieg vollends zerstörten und nicht wieder aufgebauten Dörfer Beaumont-en-Verdunois, Bezonvaux, Cumières, Douaumont, Louvemont-Côte-du-Poivre, Fleury-devant-Douaumont, Haumont-près-Samogneux und schlussendlich Ornes. Sie alle lagen im Bereich des Festungsgürtels um Verdun, mehr oder weniger befestigt und wurden Opfer der deutschen und später der französischen Artillerie. Wohnhäuser, Gehöfte, Kirchen und Straßen wurden durch tausende Granaten dem Erdboden gleichgemacht. Die Bevölkerung der Dörfer sah sich bereits zu Beginn des Krieges und der kommenden Verdun-Schlacht zur Flucht gezwungen. 1918 allerdings war an eine Rückkehr nicht mehr zu denken. Das Ausmaß der Zerstörung, die Gefahr des von Munitions, Kadaver- und gasverseuchten Bodens ließen keinen Wiederaufbau und keine Besiedelung mehr zu. Bekannt unter dem Begriff „Villages détruits“ kann der Besucher heute nur noch den Verlauf von Häusern, Gebäuden und Straßen erahnen. Kaum etwas lässt mehr auf ein Leben schließen, welches die ländlich geprägte Bevölkerung vor dem Krieg dort verbrachte. Wenige Mauer- oder  Schrottreste, Gräben, Trichter, sowie nachträglich angebrachte Schilder vom Standort der Gebäude und dem Verlauf der Straßen, prägen das heutige Bild.

Polarisierend wirken die nachträglich gebauten Kapellen und Denkmäler auf denen die Namen der gefallenen Dorfbewohner prangen. Noch im Oktober 1919 erhielt jedes der Dörfer per Gesetzesbeschluss einen Gemeinderat und einen Gemeindevorstand, dessen Befugnisse jenen eines Bürgermeisters gleichkommen. Dieses besteht noch bis heute. Feierlichkeiten und Erinnerungsmessen mit Nachkommen der Einwohner werden einmal jährlich abgehalten.

Cumières-le Mort-Homme

Cumières ist das einzige der Village détruits auf dem Westufer der Maas gelegen, zwischen Forges-sur-Meuse und Marre und ca. 11 km entfernt von Verdun. Cumières, überwacht von den Befestigungen auf dem Marre-Rücken ist eng verknüpft mit dem Ringen um den Toten Mann und den dort erbitterten Kämpfen. 1913 verfügte es, freundlich zwischen grünen Pappeln gelegen, über 205 Einwohner. Seit dem 6. März 1916 lief der deutsche Angriff auf dem Westufer, Cumières wechselte einige Male den Besitzer, blieb aber letztendlich lange in französischer Hand. Ein im Wald eingebautes Marinegeschütz wurde am 7. März 1916 erobert. Erst am frühen Morgen des 24. Mai 1916 wurden die Trümmer des Dorfes den Franzosen, durch das Reserve-Regiment 94 und Teile des Reserve-Jäger-Bataillons 11, abgerungen. 380 Gefangene der  frz. 60. Reserve-Division und des 251. IR wurden abgeführt.

 

Cumières
Marinegeschütz bei Cumières Hauptmann Freiherr von Rinck, Leutnant Schnitzer, Oberleutnant Bandelow

 

Das Marschregiment der Fremdenlegion übernahm im Rahmen einer französischen Offensive am 20. August 1917 die kläglichen Reste des Dorfes.

Cumières
Cumières
  Cumieres

 

Das zerstörte Dorf Vaux-devant-Damloup

Die „Rote Zone“, ein Begriff für das heutige, touristisch erschlossene Schlachtfeld Verdun und ein Inbegriff für die restlose Zerstörung von urbanem Leben. Hier befanden sich die neun, im Krieg vollends zerstörten und nicht wieder aufgebauten Dörfer Beaumont-en-Verdunois, Bezonvaux, Cumières, Douaumont, Louvemont-Côte-du-Poivre, Fleury-devant-Douaumont, Haumont-près-Samogneux und schlussendlich Ornes. Sie alle lagen im Bereich des Festungsgürtels um Verdun, mehr oder weniger befestigt und wurden Opfer der deutschen und später der französischen Artillerie. Wohnhäuser, Gehöfte, Kirchen und Straßen wurden durch tausende Granaten dem Erdboden gleichgemacht. Die Bevölkerung der Dörfer sah sich bereits zu Beginn des Krieges und der kommenden Verdun-Schlacht zur Flucht gezwungen. 1918 allerdings war an eine Rückkehr nicht mehr zu denken. Das Ausmaß der Zerstörung, die Gefahr des von Munitions, Kadaver- und gasverseuchten Bodens ließen keinen Wiederaufbau und keine Besiedelung mehr zu. Bekannt unter dem Begriff „Villages détruits“ kann der Besucher heute nur noch den Verlauf von Häusern, Gebäuden und Straßen erahnen. Kaum etwas lässt mehr auf ein Leben schließen, welches die ländlich geprägte Bevölkerung vor dem Krieg dort verbrachte. Wenige Mauer- oder  Schrottreste, Gräben, Trichter, sowie nachträglich angebrachte Schilder vom Standort der Gebäude und dem Verlauf der Straßen, prägen das heutige Bild.

Polarisierend wirken die nachträglich gebauten Kapellen und Denkmäler auf denen die Namen der gefallenen Dorfbewohner prangen. Noch im Oktober 1919 erhielt jedes der Dörfer per Gesetzesbeschluss einen Gemeinderat und einen Gemeindevorstand, dessen Befugnisse jenen eines Bürgermeisters gleichkommen. Dieses besteht noch bis heute. Feierlichkeiten und Erinnerungsmessen mit Nachkommen der Einwohner werden einmal jährlich abgehalten.

 

Vaux-devant-Damloup

Vom heutigen 70 Seelen zählenden Dorf Vaux-devant-Damloup, am Standort des alten Bahnhofs ist es nicht weit bis zum 1916 völlig zerstörten alten Dorf.

 

Vaux
Hauptstraße Vaux-devant-Damloup

 

Im Norden verlief die Bahnlinie nach Verdun und befand sich der Steinbruch, im Westen der Vaux-Teich mit Damm. Vor dem Fort gelegen, musste das Dorf während der Offensivbemühungen durchschritten werden um an das Ziel, den Vaux-Berg mit Fort zu gelangen. Das stark befestigte Dorf, sowie die Stellungen am und im Steinbruch erschwerten und vereitelten jegliche Angriffe. Nachdem am 8. März der Ostteil von Vaux-devant-Damloup erreicht und gehalten wurde wurde konnte das Reserve-Infanterie-Regiment 7 den Rest des Dorfes am 31. März in Besitz nehmen. Durch den ständigen Beschuss versumpfte der Vaux-Grund mit dem stetig verschwindenden Dorfresten, lediglich der von den Franzosen einzusehende Damm am Teich half beim Überqueren in Richtung Vaux-Berg und Fort.

 

Vaux
Blick vom Vauxhang auf den Vauxteichdamm und des Todespfad

 

Vielen wurde der Weg über den Damm zum Verhängnis, man taufte ihn Todesweg oder Weg des Todes. Am 2. November 1916 räumte man deutscherseits den Bereich Vaux. Vom Dorf selbst ist heute im Dickicht nichts mehr zu erkennen.

 

Vaux
Der Vaux Teich heute
 
Vaux
Krieger-Denkmal in Vaux

 

Das zerstörte Dorf Ornes

Die „Rote Zone“, ein Begriff für das heutige, touristisch erschlossene Schlachtfeld Verdun und ein Inbegriff für die restlose Zerstörung von urbanem Leben. Hier befanden sich die neun, im Krieg vollends zerstörten und nicht wieder aufgebauten Dörfer Beaumont-en-Verdunois, Bezonvaux, Cumières, Douaumont, Louvemont-Côte-du-Poivre, Fleury-devant-Douaumont, Haumont-près-Samogneux und schlussendlich Ornes. Sie alle lagen im Bereich des Festungsgürtels um Verdun, mehr oder weniger befestigt und wurden Opfer der deutschen und später der französischen Artillerie. Wohnhäuser, Gehöfte, Kirchen und Straßen wurden durch tausende Granaten dem Erdboden gleichgemacht. Die Bevölkerung der Dörfer sah sich bereits zu Beginn des Krieges und der kommenden Verdun-Schlacht zur Flucht gezwungen. 1918 allerdings war an eine Rückkehr nicht mehr zu denken. Das Ausmaß der Zerstörung, die Gefahr des von Munitions, Kadaver- und gasverseuchten Bodens ließen keinen Wiederaufbau und keine Besiedelung mehr zu. Bekannt unter dem Begriff „Villages détruits“ kann der Besucher heute nur noch den Verlauf von Häusern, Gebäuden und Straßen erahnen. Kaum etwas lässt mehr auf ein Leben schließen, welches die ländlich geprägte Bevölkerung vor dem Krieg dort verbrachte. Wenige Mauer- oder  Schrottreste, Gräben, Trichter, sowie nachträglich angebrachte Schilder vom Standort der Gebäude und dem Verlauf der Straßen, prägen das heutige Bild.

Polarisierend wirken die nachträglich gebauten Kapellen und Denkmäler auf denen die Namen der gefallenen Dorfbewohner prangen. Noch im Oktober 1919 erhielt jedes der Dörfer per Gesetzesbeschluss einen Gemeinderat und einen Gemeindevorstand, dessen Befugnisse jenen eines Bürgermeisters gleichkommen. Dieses besteht noch bis heute. Feierlichkeiten und Erinnerungsmessen mit Nachkommen der Einwohner werden einmal jährlich abgehalten.

 

Ornes:

Das schon fast kleinstädtisch anmutende, 718 Einwohner zählende Ornes, 12 km Luftlinie nordöstlich von Verdun entfernt,verfügte über eine hervorragende Infrastruktur, samt Bahnanbindung. Schmieden, eine Spinnerei, Händler und Schankbetriebe waren zu finden.

 

Ornes
Ornes – Hauptstraße

Am 24. Februar 1916, die Bewohner waren schon geflüchtet, setzten sich die  Reserve-Infanterie-Regimenter 51 und 98, nach leichtem Kampf,  im Ort fest.

 

Ornes
Hauptstraße in Ornes, Weihnachten 1917

 

 

 

 

 

 

Bekannt war Ornes als Dreh- und Angelpunkt für die Versorgung mit Material und als Durchmarschpunkt für die Reserven und die abgelösten Truppenteile. Gefürchtet bei vielen der kämpfenden Truppe als Ein- und Ausgang zum Schlachtfeld, als Grenze zum Tod und zum Leben. Zahlreiche Batterien der Artillerie standen im umliegenden Bereich, die nordöstlich liegende Doppelhöhe von Ornes (307/310), im September 1914 eingenommen, bot Platz für eine Vielzahl von Lagern, militärischen Einrichtungen und weiterer Artillerie. Mitten im Ort fiel der Kommandeur des Infanterie-Regiments 32,  Oberstleutnant Hans Freiherr von Wangenheim am 10. Juli 1916.

Ornes
Todesort von Oberstleutnant Hans Freiherr von Wangenheim

 

Ornes
Gedenkkapelle in Ornes
    
Ornes
Kirche in Ornes

 

Das zerstörte Dorf Bezonvaux

Die „Rote Zone“, ein Begriff für das heutige, touristisch erschlossene Schlachtfeld Verdun und ein Inbegriff für die restlose Zerstörung von urbanem Leben. Hier befanden sich die neun, im Krieg vollends zerstörten und nicht wieder aufgebauten Dörfer Beaumont-en-Verdunois, Bezonvaux, Cumières, Douaumont, Louvemont-Côte-du-Poivre, Fleury-devant-Douaumont, Haumont-près-Samogneux und schlussendlich Ornes. Sie alle lagen im Bereich des Festungsgürtels um Verdun, mehr oder weniger befestigt und wurden Opfer der deutschen und später der französischen Artillerie. Wohnhäuser, Gehöfte, Kirchen und Straßen wurden durch tausende Granaten dem Erdboden gleichgemacht. Die Bevölkerung der Dörfer sah sich bereits zu Beginn des Krieges und der kommenden Verdun-Schlacht zur Flucht gezwungen. 1918 allerdings war an eine Rückkehr nicht mehr zu denken. Das Ausmaß der Zerstörung, die Gefahr des von Munitions, Kadaver- und gasverseuchten Bodens ließen keinen Wiederaufbau und keine Besiedelung mehr zu. Bekannt unter dem Begriff „Villages détruits“ kann der Besucher heute nur noch den Verlauf von Häusern, Gebäuden und Straßen erahnen. Kaum etwas lässt mehr auf ein Leben schließen, welches die ländlich geprägte Bevölkerung vor dem Krieg dort verbrachte. Wenige Mauer- oder  Schrottreste, Gräben, Trichter, sowie nachträglich angebrachte Schilder vom Standort der Gebäude und dem Verlauf der Straßen, prägen das heutige Bild.

Polarisierend wirken die nachträglich gebauten Kapellen und Denkmäler auf denen die Namen der gefallenen Dorfbewohner prangen. Noch im Oktober 1919 erhielt jedes der Dörfer per Gesetzesbeschluss einen Gemeinderat und einen Gemeindevorstand, dessen Befugnisse jenen eines Bürgermeisters gleichkommen. Dieses besteht noch bis heute. Feierlichkeiten und Erinnerungsmessen mit Nachkommen der Einwohner werden einmal jährlich abgehalten.

 

Bezonvaux:

Das Dorf, ca. 1 km entfernt vom gleichnamigen Infanteriewerk Bezonvaux im Südwesten, wurde am Abend des 25. Februar 1916 von Truppen der 10. Reserve-Division nach längerem Kampf eingenommen, Teile des Infanterie-Regiments 155 besetzen das Infanteriewerk. Am 16. Dezember 1916 erobern die Franzosen, vorrangig Zouaven das Dorf zurück, in welchem vor dem Krieg 149 Einwohner lebten. Strategisch gesehen hatte Bezonvaux keine Bedeutung.

 

Bezonvaux
Am Bezonvaux-Werk
 
Bezonvaux
Dorf Bezonvaux
 

Bezonvaux
Geschützstellung bei Bezonvaux
   
Bezonvaux
Bezonvaux im Oktober 1916

 

 

 
Bezonvaux
Bezonvaux
        Bezonvaux
Bezonvaux    

 

Leutnant der Reserve Kurt Reinbacher

Kurt Reinbacher
Leutnant der Reserve
cand. jur.

Feldartillerie-Regiment „Generalfeldzeugmeister“ (2. Brandenb.) Nr. 18
5. Batterie

*14. März 1894 in Berlin
verwundet zu unbekanntem Zeitpunkt vor Verdun

+16. März 1916 im Vereinslazarett Heilbronn

Der genaue Weg von Kurt Reinbacher ist leider nicht mehr aufzuschlüsseln, die Regimentsgeschichte und alle weitere Akten geben leider keinen Aufschluss.
Das FAR 18 ist zu Beginn der Schlacht von Verdun direkt in den Kampf geworfen worden, schon in den Nächten vom 7.-9. Februar 1916 beziehen die Batterien mit ca. 1200 Schuss Stellung. Der Gefechtsstand befand sich auf der Romagne-Höhe, die vorgeschobene Zentrale in der „Gelber Affe“ genannten Kap-Stellung. Am Angrifsstag beteilligten sich die Batterien am Sturmreifschießen der feindlichen Stellungen, im laufenden Angriff zogen sie mit der angreifenden Infanterie vor. Im weiteren Verlauf unterstütze das Feldartillerie-Regiment 18 die kämpfende Infanterie bei den Angriffen auf Fosses-Wald, Chaume-Wald, Dorf und Fort Douaumont. Am 11. März wurde das Regiment zur Ruhe herausgezogen. 5 Offiziere, 120 Unteroffiziere und Mannschaften sowie 114 Pferde blieben auf dem Feld. Verschossen wurden von I. und II. Abteilung insgesamt 94.483 Schuss.

Kurt Reinbacher wurde nach seinem Tod zu unbekanntem Zeitpunkt auf dem Friedhof Stahnsdorf bei Berlin im Kreise seiner Familie bestattet.

Reinbacher
Grabmal der Familie Reinbacher

Das zerstörte Dorf Beaumont-en-Verdunois

Die „Rote Zone“, ein Begriff für das heutige, touristisch erschlossene Schlachtfeld Verdun und ein Inbegriff für die restlose Zerstörung von urbanem Leben. Hier befanden sich die neun, im Krieg vollends zerstörten und nicht wieder aufgebauten Dörfer Beaumont-en-Verdunois, Bezonvaux, Cumières, Douaumont, Louvemont-Côte-du-Poivre, Fleury-devant-Douaumont, Haumont-près-Samogneux und schlussendlich Ornes. Sie alle lagen im Bereich des Festungsgürtels um Verdun, mehr oder weniger befestigt und wurden Opfer der deutschen und später der französischen Artillerie. Wohnhäuser, Gehöfte, Kirchen und Straßen wurden durch tausende Granaten dem Erdboden gleichgemacht. Die Bevölkerung der Dörfer sah sich bereits zu Beginn des Krieges und der kommenden Verdun-Schlacht zur Flucht gezwungen. 1918 allerdings war an eine Rückkehr nicht mehr zu denken. Das Ausmaß der Zerstörung, die Gefahr des von Munitions, Kadaver- und gasverseuchten Bodens ließen keinen Wiederaufbau und keine Besiedelung mehr zu. Bekannt unter dem Begriff „Villages détruits“ kann der Besucher heute nur noch den Verlauf von Häusern, Gebäuden und Straßen erahnen. Kaum etwas lässt mehr auf ein Leben schließen, welches die ländlich geprägte Bevölkerung vor dem Krieg dort verbrachte. Wenige Mauer- oder  Schrottreste, Gräben, Trichter, sowie nachträglich angebrachte Schilder vom Standort der Gebäude und dem Verlauf der Straßen, prägen das heutige Bild.

Polarisierend wirken die nachträglich gebauten Kapellen und Denkmäler auf denen die Namen der gefallenen Dorfbewohner prangen. Noch im Oktober 1919 erhielt jedes der Dörfer per Gesetzesbeschluss einen Gemeinderat und einen Gemeindevorstand, dessen Befugnisse jenen eines Bürgermeisters gleichkommen. Dieses besteht noch bis heute. Feierlichkeiten und Erinnerungsmessen mit Nachkommen der Einwohner werden einmal jährlich abgehalten.

 

Beaumont-en-Verdunois:

Die 185 Einwohner des Dorfes ließen sich im September 1914 in das Hinterland Frankreichs evakuieren. Hier ins Dorf flüchteten sich die Reste der 56er und 59er Jäger, die unter Lieutenant-Colonel Driant erfolgreich den Vorstoß im Caures-Wald aufgefangen haben und verstärkten die im Dorf liegende Garnison. Am 24. Februar 1916 wurde das Dorf, 1 ½ km entfernt vom Südrand des Caures-Wald gelegen, von den Infanterie-Regimentern 116 und 117 genommen. Hart umkämpft war der Bereich der Dorfkirche. Den Franzosen gelang es nicht, das später stark befestigte Dorf zurück zu erobern, erst November 1918 wurde es von Amerikanern besetzt.

Beaumont
Das Dorf Beaumont vor dem Krieg
Beaumont
Die Hauptstrasse 1917

Jedes Jahr am 4. Sonntag im September, am Tag des Dorfheiligen Saint Maurice, werden an der Kapelle Feierlichkeiten abgehalten.

 

Beaumont
Hauptstrasse in Beaumont
      
Beaumont
Die Kapelle

 

Das zerstörte Dorf Haumont-près-Samogneux

Die „Rote Zone“, ein Begriff für das heutige, touristisch erschlossene Schlachtfeld Verdun und ein Inbegriff für die restlose Zerstörung von urbanem Leben. Hier befanden sich die neun, im Krieg vollends zerstörten und nicht wieder aufgebauten Dörfer Beaumont-en-Verdunois, Bezonvaux, Cumières, Douaumont, Louvemont-Côte-du-Poivre, Fleury-devant-Douaumont, Haumont-près-Samogneux und schlussendlich Ornes. Sie alle lagen im Bereich des Festungsgürtels um Verdun, mehr oder weniger befestigt und wurden Opfer der deutschen und später der französischen Artillerie. Wohnhäuser, Gehöfte, Kirchen und Straßen wurden durch tausende Granaten dem Erdboden gleichgemacht. Die Bevölkerung der Dörfer sah sich bereits zu Beginn des Krieges und der kommenden Verdun-Schlacht zur Flucht gezwungen. 1918 allerdings war an eine Rückkehr nicht mehr zu denken. Das Ausmaß der Zerstörung, die Gefahr des von Munitions, Kadaver- und gasverseuchten Bodens ließen keinen Wiederaufbau und keine Besiedelung mehr zu. Bekannt unter dem Begriff „Villages détruits“ kann der Besucher heute nur noch den Verlauf von Häusern, Gebäuden und Straßen erahnen. Kaum etwas lässt mehr auf ein Leben schließen, welches die ländlich geprägte Bevölkerung vor dem Krieg dort verbrachte. Wenige Mauer- oder  Schrottreste, Gräben, Trichter, sowie nachträglich angebrachte Schilder vom Standort der Gebäude und dem Verlauf der Straßen, prägen das heutige Bild.

Polarisierend wirken die nachträglich gebauten Kapellen und Denkmäler auf denen die Namen der gefallenen Dorfbewohner prangen. Noch im Oktober 1919 erhielt jedes der Dörfer per Gesetzesbeschluss einen Gemeinderat und einen Gemeindevorstand, dessen Befugnisse jenen eines Bürgermeisters gleichkommen. Dieses besteht noch bis heute. Feierlichkeiten und Erinnerungsmessen mit Nachkommen der Einwohner werden einmal jährlich abgehalten.

 

 

Haumont-près-Samogneux

Etwa 13 km Luftlinie nördlich von Verdun gelegen, hatte es 1913 eine Einwohnerzahl von 131 Personen, schon Ende August 1914 wurde es evakuiert. Das Dorf wurde, durch ein im vorgelagerten Haumont-Wald angelegtes Sternwerk, geschützt.

 

Haumont
Das Dorf Haumont
    
Haumont am 23. Februar 1916
Haumont am 23. Februar 1916

 

Im Laufe des Angriffes fiel das Dorf, trotz aller Verteidigung des 362. RI, schon am 22. Februar in die Hand des Infanterie-Regiments 159 unter Major von der Gablentz.

1366 Gefangene wurden eingebracht.

Bekannt für Haumont sind die heute noch existierenden MG-Bunker am südlichen Dorfrand.

Haumont
MG Bunker in Haumont