Soldatenfriedhof Dun sur Meuse

Bereits im Jahre 1914 wurde der Soldatenfriedhof Dun-sur-Meuse von dort ansässigen Sanitätseinheiten auf dem Berghang oberhalb der Stadt angelegt. Im September 1914 wird am Bahnendpunkt Dun-sur-Meuse die Krankensammelstelle zum Kriegslazarett erweitert. Das Lazarett wird in einigen privaten Häusern eingerichtet. Der Zugang von Verwundeten und Kranken ist jeden Tag groß. Im Schnitt erreichen zwischen 200 und 400 Personen den Bahnendpunkt Dun-sur-Meuse.

Ende 1914 kann das Lazarett 500 Betten aufweisen. Dazu gehören Röntgenabteilung, Badestube und Desinfektionsanstalt.
Die Verwundeten kommen aus den Feldlazaretten Romagne-sous-Montfaucon, Aincreville und Cléry-le-Grand. Nach der Fertigstellung der Feldbahn auf dem westlichen Massufer im April 1916 nimmt die Anzahl der Verwundeten zu. Sie kommen von den Hauptverbandsplätzen Cierges, Romagne-sous-Montfaucon und Ainvreville. Der Friedhof wird bis September 1918 genutzt. Danach schreitet die amerikanische Maas-Argonnen-Offensive voran und der Ort wird geräumt.

 

Dun sur Meuse

 

 

Auf dem Friedhof liegen 1664 Tote in Einzelgräbern bestattet. Für die geringe Anzahl Bestatteter ist der Friedhof großräumig angelegt. Die Belegung besteht hauptsächlich aus Angehörigen der Infanterieregimenter:

  • Infanterie-Regiment Nr. 22
  • Infanterie-Regiment Nr. 156
  • Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 10 (I. Bataillon Striegau, II. Wohlau, III. Breslau)
  • Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 11 (I. Bataillon Glatz, II. Schweidnitz, III. Münsterberg)
  • Reserve-Infanterie-Regiment 23 (I. und II. Bataillon Oppeln)
  • Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 38 (I. Bataillon Oels, II. und III. Breslau)
  • Reserve-Jäger-Bataillon Nr. 6 Oels
  • Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 22 (I. Bataillon Rybnik, II. Ratibor, III. Cosel)
  • Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 51 (I. Bataillon Neisse, II. Gleiwitz)

 Diese Infanterieregimenter aus Schlesien wurden im Rahmen des VI. Reserve-Korps bei den Kämpfen um die Höhe Toter Mann und Höhe 304 eingesetzt.

 

Dun sur Meuse
Kriegerfriedhof Dun-sur-Meuse
  Dun sur Meuse

 

Weiterhin wurden auf dem Friedhof zwei Angehörige der österreichischen Armee bestattet, die hier im Spätsommer 1918 eingesetzt war.

 

Dun sur Meuse
Der Friedhof im Jahr 1916

 

 Auch hier verstorbene belgische und deutsche Zivilarbeiter, die im Straßen- oder Eisenbahnbau eingesetzt waren, sind hier beigesetzt worden.

 

Die Gestaltung von Kriegsgräbern und Soldatenfriedhöfen wurde erstmals im Ersten Weltkrieg durch den Gesetzgeber geregelt. Die allgemeine Wehrpflicht hatte für eine Besserstellung des Soldatenstandes gesorgt, nun wurden auch weitestgehend einfache Soldaten in Einzelgäbern bestattet. Nach Kriegsbeginn waren zunächst die Etappeninspektionen für deren Anlage und Pflege zuständig. Als sich der Krieg in die Länge zog, wurde man gewahr, dass viele Einheiten direkt hinter der Front, teils in dichten Wäldern, Friedhöfe und Denkmäler errichtet hatten.
Diese konnten jedoch nach Kriegsende nicht weiter gepflegt werden. Ab 1923 begann der Volksbund mit Umbettungsarbeiten und der Errichtung individueller deutscher Soldatenfriedhöfe in Belgien und Frankreich. Im Gegensatz zu den europäischen Nachbarn – dort gibt es staatliche Stellen für den Erhalt der Soldatenfriedhöfe –  hat damit bis heute eine private, gemeinnützige Organisation die Pflege und Instandhaltung übernommen. Finanziert wird sie durch Spenden und Sammelaktionen.

 

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Fahrer Michael Hirschauer

Fahrer
Michael Hirschauer

*12. Januar 1889 in München
+22. September 1917 bei Romagne-sous-Montfaucon

Kgl. Bayer. 9. Feldartillerie-Regiment (Landsberg)
9. (F) Batterie

Hirschauer, von Beruf Huf-und Wagenschmied, trat am 22. Oktober 1909 in die bayerische Armee ein, diente in der 4. Batterie des K.B. 4. FAR und wurde im September 1911 zur Reserve entlassen. Zwischenzeitlich wechselte er in die 1. Batterie, mit welcher er 1914 ins Feld zog, nachdem er am 3. August 1914 in den Dienst gezogen wurde. Vorreiter einer fahrbaren Batterie war dort seine Tätigkeit.

Am 9. Februar 1917 wurde er zur 9. (F)ahrenden Batterie des K.B. 9. FAR versetzt und nahm bis dorthin an folgenden Kämpfen teil:

1914 bei Badonviller, Vezoufe, Lothringen, Saarburg, Nancy, an der Somme.

1915 im Artois.

1916 bei Neuville und vor Verdun, dort vorranging bei Fort Douaumont, im Cailette-Wald, bei den Wabengräben, an der Kalten Erde und bei Fleury.

Im Jahre 1917 wurde sein Regiment wieder im Großraum Verdun eingesetzt.

Dort wurde Michael Hirschauer bei Romagne-sous-Montfaucon/ Wegekreuzung südöstlich Very, am 22. September 1917 um 14:30, auf der Fahrt in die Feuerstellung der 9./ 9. FAR durch Granatsplitter im Kopf, Brust, rechtes und linkes Bein tödlich verletzt.

 

Hirschauer
Grabstätte Hirschauer
         

Hirschauer

Erstbestattungsort war Romagne-sous-Montfaucon, wann er zum Waldfriedhof München umgebettet wurde, ist unbekannt. Dort fand er Platz in der Familiengruft.

Michael Hirschauer war Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse und des Militärverdienstkreuzes III. Klasse mit Schwertern, beides innerhalb von 3 Tagen im August 1917 verliehen.

 

 

Leutnant d. Reserve Eduard Dietz

Leutnant d. Reserve

Eduard Dietz

*24. Dezember 1897

+ 9. Oktober 1918

 

Eingesetzt als Zugführer 9. und 11. Kompagnie

Letzte Beförderung: 18. Oktober 1918 zum Leutnant. d. Reserve (laut Regimentsgeschichte)

Eingliederung in das Regiment am 2. Juni 1917

Verwundet am 21. März 1918 bei Fayet, 30. Mai 1918 bei Le Charmel.

1. Badisches Leib-Grenadier-Regiment Nr. 109

Leutnant Dietz fiel nahe Romagne-sous-Montfaucon. Das GR 109 führte schwere Abwehrkämpfe nach der Eroberung der Marienhöhe. Das Regiment lag in einem weit in die feindliche Stellung vorgeschwungenen Bogen.

Aus der Regimentsgeschichte des Grenadier-Regiment Nr. 109:

…Inzwischen war das feindl. Artilleriefeuer zu gewaltiger Stärke angewachsen. Es leitete Massenstürme der Amerikaner ein. Westlich der Marienhöhe und östlich der Höhe 255, also gerade in den Abschnitten, die durch die Gewehre der Grenadiere nicht gestützt waren, wurden die deutschen Linien durchbrochen…

…Der 9. Oktober war ein Kampftag erster Ordnung gewesen und hatte an das Regiment und dessen Führer höchste Anforderungen gestellt….Blutige Verluste hatte der Tag nach den sofort erstellten Erhebungen dem Regiment gebracht. Lt.d.R Hahner, Müntefering, Schroda und Dietz sowie 42 Grenadiere waren gefallen…

 Dietz

Das Grab des Leutnat d.R. Dietz findet man heute auf dem Hauptfriedhof Karlsruhe.