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Leutnant der Reserve Anton „Toni“ Reiff

Leutnant der Reserve
Anton „Toni“ Reiff

Kurze-Marinekanonen-Batterie Nr. 6

*12. Juni 1884 in Mayen
+16. April 1916 Fort Douaumont

Ernennung zum Leutnant der Reserve am 20. Mai 1913
Eisernes Kreuz 2. Klasse

Zur Mobilmachung fand sich Toni Reiff am 4. August 1914 beim Ersatzbataillon des Schleswig-Holsteinischen FußartillerieRegiments Nr. 9 ein. Hier verliert sich erstmal seine Spur, in der Regimentsgeschichte ist er namentlich nicht zu finden. Am 26. Juni 1915 trifft er vom Ersatzbataillon des FußAR 9 in der Stadt Essen ein und beginnt seinen Dienst bei der Kurzen-Marinekanonen-Batterie Nr.6. Es folgt die Ausbildung am für ihn unbekannten Gerät, bis die Kompanie in Etatstärke ergänzt und Ende Juni 1915 mobilgemacht wird.

Die Batterie war ausgestattet mit 2 kurzen Marinekanonen 14, 42 cm Mörser mit Räderlafette (M-Gerät), im Volksmund auch „Dicke Berta“ genannt.

42 cm Mörser mit Räderlafette (M-Gerät), die „Dicke Berta“

Sie verlegte im Juli 1915 in den Osten und führt nahe Josefwo ihre erste Feuertätigkeit durch. Über Serbien und diffuse Umwege, landet die Batterie am 27. Januar 1916 in Stenay.

Sie bezieht am 30. Januar 1916 ihre erste Feuerstellung im Wald von Damvillers bei Baraque Forestière an der Straße nach Merles-sur-Loison. Nicht weit davon lag der Gündell-Berg oder Côte d´Horgne, vom dortigen Gündellturm fand die Beobachtung statt. Der Lagerbau wurde am Pont-de-quatres Kommune betrieben. Am 3. Februar 1916 ist der umfangreiche Einbau der Geschütze vollzogen, die Batterie ist feuerbereit, nur die Munition fehlt noch. Diese trifft erst am 12 Februar ein. Nachdem das Wetter den geplanten Angriff auf Verdun einen Strich durch die Rechnung machte, greift die Batterie am 21. Februar um 9 Uhr 56 in den Beginn der Schlacht um Verdun ein.

Nach dem Verlegen in die nächste Stellung nahe Ville-devant-Chaumont bekämpft ein Mörser das Zwischenwerk Thiaumont am 26. Februar. Das zweite Geschütz wird erst später bei Beaumont-en-Verdunois eingebaut. In den kommenden Tagen werden die Rohre stets neu ausgerichtet um verschiedene Ziele zu bekämpfen. Es wird auf diverse Batterien, das Zwischenwerk Thiaumont, Dorf Fleury, Fausse Côte  und Fort Vaux gerichtet. Ab dem 14. April bezieht Leutnant Reiff seinen Beobachtungspunkt als Beobachtungsoffizier in der Südwestecke im Fort Douaumont. Die Batterie soll am 16. April den großen I-Raum nordwestlich Punkt 320 (Abri 320) mit Feuer belegen. 60 Schuss sind bewilligt falls einwandfrei beobachtet werden kann. Von 9 Uhr 30 morgens bis 18 Uhr 23 abends werden 55 Schuss auf den I-Raum teilweise mit beobachteten Treffer abgegeben.

Unterstand-320
Unterstand (Abri)-320
Skizze des Zwischenwerks Thiaumont und Abri-320

Toni Reiff verbleibt im Fort Douaumont falls das Schießen in den kommenden Tagen fortgesetzt werden soll. Er beobachtet freiwillig für andere Batterien aus dem Panzerturm West, als er durch einen Volltreffer getötet wird. Am Abend des 19. April wird seine Leiche trotz schweren Sperrfeuers aus dem Fort verbracht und am gleichen Tage auf dem Kriegerfriedhof in Ville-devant-Chaumont beerdigt. Leutnant Reiff wird am 27. April 1916 nach Köln überführt und auf dem dortigen Nordfriedhof bestattet.

Möglicherweise war Anton Reiff Mitglied in der Fußballmannschaft des Kölner SC 1899, und nahm am 1. November 1904 am „Kronprinzenspiel“ gegen Racing Paris teil, welches der KSC 3:2 in der französischen Hauptstadt für sich entschied.

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Verdun - Östlich der Maas

Zwischenwerk Thiaumont – Ouvrage de Thiaumont

Viel zu sehen gibt es an dem Ouvrage de Thiaumont nicht mehr wirklich viel. Doch dort lässt sich wie an keiner anderen Stelle in Verdun die fast noch unveränderte Mond- und Kraterlandschaft erkennen, die von monatelangen Beschuss aller Kaliber herführte.

Das kleine Zwischenwerk Thiaumont wurde ab 1887 von den Franzosen als Infanteriewerk in Bruchsteinmauerwerk erbaut und ab 1902 – 1915 modernisiert. Zu Anfang gab es nur 3 gepanzerte Beobachtungstürme. Die Unterkunftsräume befanden sich unter dem rechten Kehlwall. Um 1905 bekam das Werk zusätzlich einen drehbaren, einfahrbaren MG-Turm. Dazu kamen eine Zwischenraumstreiche, ein gepanzerter Beobachtungsturm und einige betonierte Räume.

Am Rande des Werkes finden wir die zwei heftig umkämpften Befehlsstände PC 118 und PC 119.

Thiaumont
Zwischenwerk Thiaumont
Das Reichsarchiv schreibt in seinem Band 10: Die Westfront bis zum Sommer 1916 – Verdun – Durchführung des Hauptangriffs:

Am 23. Juni errang das I. bayerische Armeekorps einen der größten Erfolge der ganzen Verdun Offensive. Zum Angriff waren angesetzt:

Auf dem linken, die französischen Stellungen in der Thiaumont-Schlucht umfassenden Flügel der 19. Reserve-Division zwei, bei der 1. bayerischen Infanterie Division drei und beim Alpenkorps des Generalleutnants   Krafft von Delmensingen vier Bataillone. Starke Reserven standen dahinter zum Nähren des Angriffs bereit. Sorgfältige, bis in die geringfügigsten Einzelheiten gehende Vorbereitungen sollten den Erfolg verbürgen.

Der Sturm erfolgte unter den günstigsten Bedingungen. Das zweistündige Wirkungsschießen hatte gut vorgearbeitet, die vornehmlich im Angriffsstreifen des I. bayerischen Armeekorps erfolgte Grünkreuzvergasung die feindlichen Batterien nahezu ausgeschaltet. Mit Tagesanbruch hatten diese zwar teilweise ihr Feuer wieder aufgenommen, es blieb aber schwach und lag teilweise auf dem Hintergelände, so daß die Sturmkompagnien im Gegensatz zu früheren Angriffen ungeschwächt und darum auch voll Siegeszuversicht antreten konnten und anfangs nur geringe Verluste erlitten. Mit Ungestüm warfen sie sich auf den verstörten Feind, der sein Heil in der Flucht suchte oder sich gefangen gab. Die zahlreich in und hinter den französischen Kampfgräben liegenden Betonklötze wurden in erbittertem Nahkampf ausgeräumt. Noch nicht zehn Minuten nach Sturmbeginn war das Zwischenwerk Thiaumont in der Hand der Sieger…

Das Werk liegt zwischen dem Beinhaus von Douaumont und dem Zwischenwerk Kalte Erde.  Am Rande des Werkes finden wir die zwei heftig umkämpften Befehlsstände PC 118 und PC 119.

Wo zu finden:

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