Apremont

Apremont ist eine kleine Ortschaft am südlichen Rand der Ardennen. Der Ostausläufer des Argonnerwaldes verläuft nur wenige Hundert Meter vom westlichen Ortsrand entfernt.

 

Apremont

 

 

 

 

 

Apremont Apremont 

 

Während des Weltkriegs befanden sich in und um Apremont umfangreiche Einrichtungen der deutschen Armee. So gab es in Apremont unter anderem ein Betriebsamt der Argonnenbahn (Feldbahn) und in der Nähe das Munitionslager Zillertal. Nördlich von Apremont befand sich der Feldbahnhof Klein-Zwickau. Auf halben Weg zum Lager Borrieswalde lag noch der Bahnhof Bauthen.
Weitere Verbindungen führten nach Châtel, zum Noltelager und nach Marcq.

 

Apremont  

Apremont

 

Apremont

 Apremont

 

 

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Das Lager Borrieswalde – Soldatenfriedhof Apremont

Das Lager Borrieswalde

Auf der Mudra-Höhe – wenige Kilometer westlich von Apremont sur Aire, am Südrand der Ardennen – befand sich in der Zeit des Weltkrieges der Lagerkomplex Borrieswalde. Der Namensgeber war der Chef des Generalstabs des XVI. Armee-Korps aus Metz – Oberst Rudolf von Borries. Im Verband der 5. Armee nahm er am Vormarsch nach Westen teil, am 31. Mai 1915 verließ er das in den Argonnen kämpfende XVI. Armee-Korps zur 7. Armee.

Zu diesem Lagerkomplex gehörten ein umfangreiches Truppenlager, welches in mehreren Terassen am steilen Hang angelegt worden war. In diesem Lager befanden sich ein Hauptverbandsplatz, eine Krankensammelstation, eine Zahnstation, eine Bücherei, und ein Lichtspielsaal. Des weiteren gab es einen Gas-Raum und eine Gas-Schutzmittel-Depot. Einen unterirdische Stollenanlage schützte zudem vor Überaschungen bei Fliegerangriffen. Unweit des Lagers hatte auch die Argonnen-Division ihren Gefechtsstand.

 

 
Borrieswalde
Blockhaus am Hang
        
Borrieswalde
Der Hang heute mit Überresten des Lagers
     
 
Borrieswalde
Hüttenlager am Hang
   

 

Das Truppenlager wurde durch die Argonnenbahn versorgt, eine Schmalspurbahn welche die Versorgung der Front und der Truppenlager übernahm. Zum Lager gehörte der Bahnhof Borrieswalde, in der Nähe befanden sich noch der Bahnhof Bauthen und Kleinzwickau. Dieser Teil der Argonnenbahn nannten die Soldaten auch Mudrabahn. Eine Eisenbahn-Güter-Stelle koordinierte die Verladung.

 

Argonnenbahn
Bahnhof Borrieswalde

 
      
Argonnenbahn
Mudrabahn

 
     
Wasserbehälter Argonnenbahn
Wasserbehälter Argonnenbahn
 
Borrieswalde
Trasse der Argonnenbahn
     
Mudrahöhe
Bahnhof Mudrahöhe
   

 

In der näheren Umgebung des Lagers gab es noch den Mudra-Turm und den Blinkstand Mudra. Der Mudraturm war ein hölzerner Turm von etwa 30 m Höhe, so dass man über die Baumwipfel hinweg das Schlachtfeld beobachten konnte. Der betonnierte Blinkstand Mudra beherbergte eine Lichtsignalstation, die der schnellen Nachrichtenübermittlung diente. Des weiteren befand sich noch ein Pionierpark in der Nähe des Lagers.

 

Apremont
Blinkstand Mudra
                 
Mudra
Mudraturm

 

 

Der deutsche Soldatenfriedhof Apremont

 Direkt an der Strasse, die von Apremont sur Aire hinauf zur Mudra-Höhe und dann weiter durch den Argonnerwald nach Binarville führt, befindet sich noch heute der deutsche Soldatenfriedhof Apremont. Dieser vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge betreute Friedhof wurde im November 1915 durch deutsche Truppen angelegt. Bis Oktober 1918 fanden dort Beisetzungen statt. Später kamen noch einzelne Umbettungen aus der näheren Umgebung hinzu. Der Friedhof ist der einzige Friedhof im Gebiet des Argonnerwaldes, der erhalten geblieben ist. Auf ihm kann der Besucher den ursprünglichen Charakter der Friedhöfe im Argonnerwald nachempfinden. Die hier Bestatteten gehörten insgesamt 13 Infantrie- und Landwehr-Infanterie-Regimentern an, deren Heimatstandorte in Württemberg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern, Brandenburg, Lothringen und im Rheinland lagen. Das Denkmal auf dem Friedhof wurde vom Landwehr-Infanterie-Regiment 27 aus Quedlinburg erbaut.

 

Apremont
Soldatenfriedhof Apremont
 
Denkmal
Denkmal Landwehr IR 27
     
 Apremont        Apremont
     
 
Apremont
Grab des Wladislaus Antoniewicz aus Posen (28 Jahre)
   
Apremont
Grab des Karl Jakobsberg aus Neustettin (19 Jahre)

 

Die Gestaltung von Kriegsgräbern und Soldatenfriedhöfen wurde erstmals im Ersten Weltkrieg durch den Gesetzgeber geregelt. Die allgemeine Wehrpflicht hatte für eine Besserstellung des Soldatenstandes gesorgt, nun wurden auch weitestgehend einfache Soldaten in Einzelgäbern bestattet. Nach Kriegsbeginn waren zunächst die Etappeninspektionen für deren Anlage und Pflege zuständig. Als sich der Krieg in die Länge zog, wurde man gewahr, dass viele Einheiten direkt hinter der Front, teils in dichten Wäldern, Friedhöfe und Denkmäler errichtet hatten.
Diese konnten jedoch nach Kriegsende nicht weiter gepflegt werden. Ab 1923 begann der Volksbund mit Umbettungsarbeiten und der Errichtung individueller deutscher Soldatenfriedhöfe in Belgien und Frankreich. Im Gegensatz zu den europäischen Nachbarn – dort gibt es staatliche Stellen für den Erhalt der Soldatenfriedhöfe –  hat damit bis heute eine private, gemeinnützige Organisation die Pflege und Instandhaltung übernommen. Finanziert wird sie durch Spenden und Sammelaktionen.

 

 

 

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Leutnant der Reserve Fritz-Carl-Ludwig Hinselmann

Leutnant der Reserve
Fritz-Carl-Ludwig Hinselmann

Geboren am 17. März 1894 in Ibbenbüren/Kreis Steinfurt
Gefallen am 28. September 1918 in den Argonnen

4. Garde-Regiment zu Fuß
1./ Maschinengewehr-Kompagnie

Fritz Hinselmann, Sohn eines Postsekretärs, versah seinen Kriegsdienst bei den ”Moabiter Blauen Veilchen“; benannt nach ihrer Garnison Berlin-Moabit und ihren blauen Schulterklappen.   Im Wintersemester 1914/1915   war er an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule zu Aachen für das Studienfach Bergbau/Hüttenkunde/Chemie/Elektrochemie immatrikuliert. Nebenbei war er Mitglied des Corps Montania Aachen.

Laut Stellenbesetzung des 4. GR z. F. wurde er ab Oktober 1917 als Vizefeldwebel und Zugführer in der 2./ Maschinen-Gewehr-Kompagnie M.G.K. eingesetzt. Sein Dienst vorher ist unbekannt. Zwischen Oktober 1917 und Februar 1918 wurde er zum Leutnant der Reserve ernannt und übernahm einen Zug in der 1./ M.G.K. Bis zum 20. September 1918 wechselte er mehrmals den Posten zwischen Kompagnieführer und Zugführer.

Hinselmann fiel bei der Wiedereinnahme des von Amerikanern gehaltenen Montrebeau-Waldes, gelegen zwischen Exermont und Apremont in den Argonnen.

 

Auszüge aus der Regimentsgeschichte des 4. Garde-Regimentes zu Fuß:

Passy, 1. Juni 1918
Ein Widerstandsnest am Wegeknick, 1 km nordwestlich Punkt 163, machte dem 1. Bataillon Schwierigkeiten. Die 4. Kp., unterstützt von den Zügen der 1. M.G.K., tritt zum Sturm an. Durch das Vorbild der Lts. d. R. Röhl, Hinselmann und Köhler fortgerissen, stürzen die Leute, erschöpft, wie sie waren auf den im Graben sitzenden, erst in nächster Nähe sichtbar werdenden Feind, der außer zahlreichen Toten und Verwundeten über 30 Gefangene in ihren Händen ließ…

 

La Ferte-Milon, 2. Juni 1918
Gegen Abend wurde Lt. Wagner bei einer Streife durch MG-Schuß am Unterschenkel verwundet.
Lt. d. R. Hinselmann mußte die Führung der 3. Kp. übernehmen.

 

Montrebeau-Wald, 28. September 1918
Südlich Montrebeau-Wald leistete der Gegner erheblichen Widerstand, der sich von Stunde zu Stunde verstärkte. Im Laufe des Vormittages ging der Feind mit mehreren Divisionen von allen Seiten zum Angriff über. Hierbei wurden die beiden Bataillons-Führer, Hauptm. Lüdicke, der älteste 4. Gardist, und Hauptm. Frhr. v. Reißwitz, tödlich verwundet. Lt. d. R. Hermann, der in den letzten Tagen sich so vorzüglich geschlagen hatte, fiel gegen Tanks kämpfend, an der Spitze seiner 4. Kp., ebenso der tüchtige MG-Zugführer, Lt. d. R. Hinselmann, 1 M.G.K.

Fritz Hinselmann wurde in der Familiengruft auf dem ev. Friedhof Halterner Straße in Recklinghausen bestattet.

 

Hinselmann

  Hinselmann  
       
Kasernentrakt 4. Garde-Regiment zu Fuß
        Hinselmann