Soldatenfriedhof Servon



Die Gestaltung von Kriegsgräbern und Soldatenfriedhöfen wurde erstmals im Ersten Weltkrieg durch den Gesetzgeber geregelt. Die allgemeine Wehrpflicht hatte für eine Besserstellung des Soldatenstandes gesorgt, nun wurden auch weitestgehend einfache Soldaten in Einzelgäbern bestattet. Nach Kriegsbeginn waren zunächst die Etappeninspektionen für deren Anlage und Pflege zuständig. Als sich der Krieg in die Länge zog, wurde man gewahr, dass viele Einheiten direkt hinter der Front, teils in dichten Wäldern, Friedhöfe und Denkmäler errichtet hatten.
Diese konnten jedoch nach Kriegsende nicht weiter gepflegt werden. Ab 1923 begann der Volksbund mit Umbettungsarbeiten und der Errichtung individueller deutscher Soldatenfriedhöfe in Belgien und Frankreich. Im Gegensatz zu den europäischen Nachbarn – dort gibt es staatliche Stellen für den Erhalt der Soldatenfriedhöfe –  hat damit bis heute eine private, gemeinnützige Organisation die Pflege und Instandhaltung übernommen. Finanziert wird sie durch Spenden und Sammelaktionen.


Servon
Blick in die Champagne


Das kleine Dorf Servon-Melzicourt liegt am Rande der westlichen Argonnen, nahe der Champagne. Die Gegend um Servon war während des Ersten Weltkrieges schwer umkämpft:

20. Juni bis 03. Juli 1915 Angriffsschlacht im Argonnerwald
16. Februar bis 20. März Winterschlacht in der Champagne
25. September bis 06. November 1915 Herbstschlacht in der Champagne
05. April bis 27. Mai 1917 Doppelschlacht Aisne-Champagne
26. September bis 11. November 1918 Maas-Argonnen-Offensive

Der Soldatenfriedhof wurde bereits im Ersten Weltkrieg angelegt. Aufgrund seiner Lage finden sich hier Tote aus den Argonnen und der Champagne.

Auf dem Friedhof befinden sich heute 10.147 deutsche Soldaten. 3621 ruhen davon in Einzelgräbern und 6526 in drei Kameradengräbern. Von diesen blieben 6114 unbekannt.


Heckhoff
Grab in Servon 1915



Auf dem Friedhof befinden sich zwei besondere Denkmäler, die nach dem Krieg hierhin überführt wurden. Das erste Denkmal war der 1./ Kompanie des Pionierbataillons Nr. 29 gewidmet. Es hatte seinen Standort an der Varenner Straße. Der genaue ursprüngliche Standort ist unbekannt. Die Einheit war bis 1917 im Argonnerwald eingesetzt.

Das zweite Denkmal stand auf dem Friedhof des Pionier-Bataillons Nr. 20, ebenfalls an der Varenner Straße. Die Reste dieses Friedhofs sind heute noch sichtbar. Es ist denkbar, dass die Toten ebenfalls hierhin umgebettet wurden.

Servon
Soldatenfriedhof Servon mit Denkmal des Pionierbataillons Nr. 29

Vom oberen Teil des Friedhofs hat der Besucher einen sehr guten Blick in die weitläufige Champagne.

Servon





Main de Massiges – Ehrenberg – Höhe 191

Die „Main de Massiges“ ist ein Hügel am östlichen Rand der Champagne, der wie eine Hand geformt, die Finger nach Süden streckt. Weiter südlich liegt der kleine Ort Massiges. Die Argonnen sind nur eine kurze Wegstrecke weiter östlich gelegen.

Massiges

Nach dem Erstarren der Frontlinien im Herbst 1914 hielten die Franzosen die Höhe besetzt. Die Höhe war der beherrschende Punkt zwischen Tourbe und Aisne. Die Höhe ermöglichte den französischen Truppen einen weiten Einblick ins deutsche Hinterland. Vom Kanonenberg aus arbeiteten sich die deutschen Truppen heran. Am 03. Februar 1915 griffen die deutschen Soldaten nach vorherigem unterirdischen Minenangriff auch oberirdisch an und erorberten die Höhe.
Kronprinz Wilhem von Preußen soll den Angriff von Bouconville aus beobachtet haben.

Bericht eines Pionier Offiziers zum Angriff auf Höhe 191

Während der Champagne-Herbstschlacht (22. September – 06. November 1915) konnten die deutschen Truppen die Höhe nicht gegen die fortwährenden französischen Angriffe verteidigen und so wurde die Höhe am 28. September 1915 geräumt.

In den letzten Jahren wurde die Höhe von der Association Main de Massiges als Gedenkstätte und Freilichtmuseum ausgebaut. Regelmäßig werden dort Führungen in französischer Sprache angeboten.

 Hinweis:
In Massiges einfach den Wegweisern zur „Main de Massiges“ folgen.