Leutnant der Reserve Ewerhard Iblitz

Leutnant der Reserve
Ewerhard Iblitz

4./ (4. Rheinisches-) Infanterie-Regiment Nr. 30

*26. September 1879 in Bonn
+13. Oktober 1914 im Argonnerwald

 

Zu welchem Zeitpunkt und wo Ewerhard Iblitz seinen Wehrdienst abgeleistet hat, bleibt im Dunkel der Geschichte verborgen. Bekannt ist, dass der gelernte Landmesser und Geometer Ewerhard Iblitz, er hatte die Landmesser Prüfung 1901 in Poppelsdorf abgelegt, zu Beginn des Weltkrieges im I./ Bataillon des Infanterie-Regiment Nr. 30 aus Saarlouis seinen Dienst antrat.

 

Die Regimentsgeschichte schreibt zu den Ereignissen im Oktober 1914:

Die Sappenarbeit im Abschnitt Nerlich ging ihren vorgeschriebenen Weg, aber der Termin des geplanten Sturmangriffs mußte von Tag zu Tag hinausgeschoben werden, da das Heranarbeiten an die Sturmausgangsstellung weit größere Mühe verursachte, als vorausgesehen war. Die Ungeduld, an die feindliche Stellung heranzukommen, veranlaßte den Major Warnberg, am 13. Oktober mit der 10./ Kompagnie, auf dem linken Flügel des Abschnitts (Anm.: Mortierbach-Tal), einen Sturmangriff mit schlagenden Tambouren über das freie Gelände hinweg zu versuchen: Der Versuch scheiterte jedoch, wie vorauszusehen war, vollkommen. Kaum war die Kompagnie aus ihrem Graben heraus, als ein vernichtendes Infanterie- und Maschinengewehr-Feuer einsetzte. Die braven Stürmer versuchten vergebens, das mit Stacheldraht, Astverhauen und wirrem Gestrüpp durchsetzte freie Gelände zwischen den beiderseitigen Gräben zu überwinden. Unter schweren Verlusten brach der Angriff zusammen. Als einer der ersten wurde Major Warnberg selber durch einen Oberschenkelschuß verwundet, der Tambour an seiner Seite fiel; mit blutigen Köpfen wurde die tapfere Kompagnie in ihren Graben zurückgeworfen. Am selben Tage fiel bei einem Rekognozierungsgang durch einen Gewehrschuß in den Kopf getroffen, der tapfere Lt. d. R. Iblitz und wurde am Barricade Pavillion, wo die Toten des Regiments ihre Ruhestätte fanden, bestattet.

 

IR 30
Friedhof des IR 30 am Barricade Pavillion

 

Das Familiengrab der Familie Iblitz befindet sich auf dem städtischen  Nordfriedhof in Bonn.

 

Iblitz
Grabstätte der Familie Iblitz in Bonn

Oberleutnant Kurt Blumenthal

Oberleutnant
Kurt Blumenthal

11./ Infanterie-Regiment „Graf Werder“ (4. Rheinisches) Nr. 30

*1885
+1. September 1914 bei Dannevoux

Der Sohn eines ehemaligen Leutnants und Offiziers der Unteroffiziersschule Jülich, Oberleutnant Kurt Blumenthal, fiel bei den Kämpfen um den Maas-Übergang.

Am 1. September 1914 stand die 34. Infanterie-Division zum Übergang über die Maas bereit. Das Infanterie-Regiment 30 sollte bei Vilosnes mit dem Rest der Division den Fluss überschreiten, wurde vorerst aber mit I. und III. Bataillon als Sicherungstruppe eingesetzt.

Im Morgengrauen erreichte das III. Batl. den Höhenrücken zwischen Wald von Chatillon und Vilosnes. Die Maschinengewehrkompanien von IR 30 und IR 145 gingen westlich des Dorfes in Stellung um zu sichern. Nach dem IR 173 setzte das I. Batl um 7 Uhr morgens selbstständig auf Pontons östlich Vilosnes über die Maas. Es folgte das IR 145. Die übergesetzten Teile der Regimenter wurden kurze Zeit später zwischen Bahnhof von Vilosnes und Wald von Moriaux in erste Gefechte verwickelt. Währenddessen stellten Pioniere die Kriegsbrücke fertig.

Von den verbliebenen Kompanien rückte die 11./30 als erstes nach und wurde sofort Richtung Dannevoux dirigiert wo die Lage mittlerweile kritisch war. Im Nordwesten des Dorfes trat man in das Gefecht ein und wurde gegen den Bois de Septsarges eingesetzt.

Die Regimentsgeschichte beschreibt den Angriff folgendermaßen:

Trotz des furchtbaren Feuers gewann die Kompagnie angriffsweise Gelände. Mit dem 3. Zuge, der vorläufig als Reserve zurückgehalten war, griff Oblt. Blumenthal persönlich von Dannevoux her gegen Abend ein und fand hierbei seinen Heldentod. Im Garten eines Hauses am Südausgang von Dannevoux begrub die Kompagnie am nächsten Morgen ihren geliebten und tapferen Führer, der sich schon in Südwestafrika in den Kämpfen gegen die Hereros Lorbeeren erworben hatte.

 

Blumenthal

 

Das heutige Grab mit der Nummer 132 ist auf dem Ehrenfeld des Aachener Waldfriedhofs, Block 5, zu finden.

Sanitäts-Gefreiter Paul Klapdor

Sanitäts-Gefreiter

Paul Klapdor

* 02. April 1889 in Velbert

+ 24. Dezember 1914 in den Argonnen

Infanterie-Regiment „Graf Werder“ (4. Rheinisches) Nr. 30

5. Kompagnie

 

Paul Klapdor fiel bei den Kämpfen um die Rheinbaben-Höhe in den Argonnen.

 

Die Regimentsgeschichte schreibt:

Die 7./ und 8./30 stürmten im Verband der 33. Division am 27. Oktober französische Schützengräben, zwischen Barricade Pavillion und dem „Tiefen Grund“. Die 5./ und 06./30 eroberten am 06. und 07. November und 13. November feindliche Stellungen bei St. Hubert, die 09./ und 11./30 nisteten sich, nachdem sie auf der Jäger-Höhe mitgekämpft hatten, auf der Rheinbaben-Höhe ein und warfen den Gegner dort am 31. Dezember in schneidigem Draufgehen gegen den Charmes-Bach zurück.

Paul Klapdor liegt auf dem Kriegsgräberfeld des evangelischen Friedhofs in Velbert.

 

Hubertushöhe_11
Artillerie-Stellung auf der Hubertushöhe
 
Hubertushöhe
Hubertushöhe
     
Klapdor
Grabstein