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Verdun - In der Stadt

Porte Chaussée

Das Porte Chaussée ist ein Teil der alten Stadtbefestigung von Verdun. Östlich des alten Stadtkerns, direkt an der Maas gelegen, bildete es einen Hauptteil der früheren defensiven Bewehrung.
Es wurde gegen Ende des 14. Jahrhunderts (1380) erbaut, im 15. Jahrhundert baulich verändert und der Zeit angepasst.

Porte Chaussee in Verdun
Das Porte Chaussee in Verdun

Das 3-stöckige burgähnliche Stadttor wurde ab 1754 als königliches Militärgefängnis genutzt.
Ein schweres heute noch erhaltenes Fallgatter verwehrte möglichen Angreifern den Zutritt zur Stadt. Heute lädt es den Besucher förmlich ein es zu durchwandern und die Altstadt von Verdun zu betreten.

In naher Entfernung finden Sie auch das Tourismus-Büro der Stadt mit dem gegenüberliegenden Monument aux Enfants de Verdun.

Monument aux Enfants in Verdun
Monument aux Enfants in Verdun
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Die Zitadelle von Verdun

Schon im frühen Mittelalter war Verdun eine befestige Stadt an der wichtige Handelsrouten entlangliefen. Durch den Vertrag von Chambord fällt die Stadt Verdun 1552 an den König von Frankreich, Heinrich II.

Eingang zum Kasernenbereich der Zitadelle

Der Bau der Zitadelle in Verdun begann schon 1567 nach der Bastionsbauweise auf dem Saint-Vanne-Felsen, erstreckte sich aber über mehrere Jahrhunderte bis zu seiner Fertigstellung. Der Festungsbaumeister Vauban (1633 – 1707), gestaltete den Bau weiter und noch Mitte des 19. Jahrhunderts arbeitete man nach seinen Plänen.
Nach dem die Preußische Besatzungsmacht 1873 die Zitadelle verließ, wurden die Arbeiten, allerdings unterirdisch, zur Verstärkung weiter fortgesetzt. In den Jahren 1890 und 1893 wurden unter Kommandant Guinot 4 km unterirdische Gänge angelegt. 1914 wurden 4 Horchstollen angelegt und mit dem Stollensystem verbunden. Im dritten Kriegsjahr wurden Bäckereien geschaffen, Telefonzentralen, Lagerräume, Aufenthaltsräume und vieles mehr eingerichtet, um das Leben und Arbeiten zu erleichtern. Nun war Platz für mehrere tausend Menschen, unterschiedliche Quellen sprechen von 5000 – 10000 Personen.

Porte de France – ein Teil der Stadtbefestigung nah der Zitadelle

Am 13. September 1916 wird in ihren Gewölben die Stadt mit der Aufnahme in die Ehrenlegion ausgezeichnet und ihr das Kriegsverdienstkreuz verliehen.

Schon 1916 schlägt der Präsident des Souvenir Francais aus Rennes vor, dass ein unidentifizierter französischer Soldat im Panthéon bestattet werden soll. Der anschliessende Gesetzesentwurf wird einstimmig duch die Nationalversammlung beschlossen und der Bestattungsort geändert: Arc de Triomphe de l’Ètoile in Paris

Die Richtlinien sehen vor, dass in jedem der festgelegten Frontabschnitte: Flandres, Artois, Somme, Marne, Chemin de Dames, Champagne, Verdun, Lothringen und Elsaß ein nicht identifizierter französischer Soldat exhumiert wird. Am 09. November 1920 werden die Särge nach der Zitadelle von Verdun transportiert. Aber nur acht Särge kommen an, da bei einem der Särge Zweifel aufkommen.

Verdun
Die Zitadelle im Grün versunken

Am nächsten Tag überreicht André Maginot, Minister für Pensionen und Kriegshilfe, Auguste Thin, einem jungen Obergefreiten des Regiment d’Infanterie 132, der zuvor dazu bestimmt wurde den unbekannten Soldaten auszuwählen, einen Blumenstrauß mit den Worten: „Soldat, Sie werden diesen Blumenstrauß auf einen der acht Särge ablegen, derjenige ist dann der unbekannte Soldat (…). Dies ist die höchste Würdigung und sie ist nicht zu hoch, wenn es sich um den handelt, dessen anonymes Opfer und dessen übermenschlicher Mut das Vaterland, die Rechte und die Freiheit gerettet hat.“
Der junge Soldat bleibt vor dem 6. Sarg stehen, er zählte die Zahlen seines Regiments zusammen – Regiment d’Infanterie No. 132.

Der nun auserwählte Leichnam findet seinen Platz als „Unbekannter Soldat Frankreichs” unter dem Arc de Triumph.
Die übrigen sieben Gefallenen werden auf dem Französischen Soldatenfriedhof Faubourg – Pavé in Verdun unter dem Hochkreuz bestattet. Zunächst war eine Bestattung in der Krypta des Siegesdenkmals geplant gewesen. Dieser Plan zur Bestattung wurde jedoch verworfen.

Verdun Zitadelle
Eingang zur Zitadelle

Heute dient ein Teil der Zitadelle als Museum. Im Rahmen einer Rundfahrt werden dem Besucher 15 Szenen aus dem Leben in der Zitadelle während des Ersten Weltkriegs audiovisuell dargestellt. Ein Weg durch den Park der Marschälle der an die Zitadelle im Südwesten anschließt, führt an den hohen Umwallungen der Befestigung vorbei. Sie werden flankiert von 16 Statuen französischer Marschälle aus der Zeit Napoleons I. bis zum Ersten Weltkrieg.

Park der Marschälle
Vielerorts ist die Zitadelle mittlerweile in das Stadtbild einbezogen worden

Öffnungszeiten:

  • Februar : 9.30 – 12.30 Uhr / 13.30 – 17.30 Uhr
  • März : 9.30 – 17.30 Uhr
  • April / Mai : 9 – 18 Uhr
  • Juni / Juli : 9 – 19 Uhr
  • August / September : 9 – 19 Uhr
  • Oktober und November : 9.00 – 12.30 Uhr / 13.30 – 18.00 Uhr
  • Dezember : 10 – 12 Uhr / 14 – 17 Uhr
  •  Vom 24. Dezember bis zum 1. Februar geschlossen
  • Letzte Besichtigung 45 Minuten vor dem Ende der Öffnungszeit

Außerhalb dieser Zeiten ist die Zitadelle geschlossen.

Gruppen sollten auf jeden Fall reservieren

Homepage mit weiteren Informationen

Tél. : +33 3 29 84 84 42

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Verdun - In der Stadt

Das Weltfriedenszentrum

Im Schatten der Kathedrale Notre Dame befindet sich der ehemalige Bischofspalast (Palace Episcopal), dessen Bau 1724 nach einem Entwurf vom Pariser Baumeister Robert de Cotte begonnen wurde.
Die Namen der residierenden Bischöfe lassen sich im Eingangsbereich des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes, betrachten.
Seit 1994 beherbergt es innerhalb seiner Mauern das „Centre Mondial de la Paix”, besser bekannt als „Weltfriedenszentrum”. Hier soll es dem Besucher möglich sein, sich mit Krieg, Frieden und Versöhnung, der Freiheit und den Menschenrechten auseinander
zu setzen.


Es können Ausstellungen zu verschiedenen Themenbereichen, Seminare besucht, sowie Konferenz- und Klassenräume genutzt werden. Der Schwerpunkt wird hier auf Aufklärung der Jugend gelegt, gerne arbeitet das Zentrum mit Schulklassen und Teilnehmern von Bildungsfahrten zuammen.
Zum 90. Jahrestag der Schlacht wurden vor dem Weltfriedenszentrum 2 Skulpturen eingeweiht und der Palast selbst, als neues Teilstück in die „Straße des Friedens” aufgenommen.

Öffnungszeiten des Weltfriedenszentrum:

Täglich: 09:30 – 12:00 / 14:00-18:00, montags geschlossen

Innenhof des Weltfriedenszentrum
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Verdun - In der Stadt

Kathedrale Notre-Dame de Verdun

Auf den Ruinen des alten römischen Castrums „Virodunum” errichteten ab 457 n. Chr. die ansässigen Siedler das erste Gotteshaus. Auch der heutige Monumentalbau mit romanischen Einflüssen, dessen Bau ca. 990 n. Chr. begonnen wurde, befindet sich an dieser Stelle und wacht über die Stadt. Im Laufe der Jahrhunderte wurden weitere Anbauten wie die Krypta und Portale angefügt, sowie spätgotische Elemente hinzugefügt. Nach einem verheerenden Brand im Jahr 1755 existieren bis heute nur noch zwei der ehemaligen vier Türme.

Zahlreichen Beschuß und dadurch resultierende Beschädigungen musste die Kathedrale in den Jahren 1914-1918 über sich ergehen lassen.
Historische Quellen beschreiben, dass die erste Granate am 21. Februar 1916 gegen 8 Uhr 15 das südöstliche Querschiff streifte und zwischen Kathedrale und Palast einschlug.

Kathedrale
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Das Siegesdenkmal

Mitten im Herzen der Stadt an der Rue Mazel gelegen, befindet sich das Siegesdenkmal, welches in die Mauer der alten Stadtbefestigung integriert wurde. Dieses Monument wurde im Juni 1929 eingeweiht. Es zeigt einen fränkischen Ritter auf dein Schwert gestützt, den Blick streng nach Osten Richtung Deutschland gewandt. Das Denkmal bildet in der Stadt einen zentralen Punkt des Gedenkens an die Schlacht. Somit entwickelte sich bereits früh der Gedenktourismus an den Ersten Weltkrieg in der Stadt Verdun, die wie keine andere Stadt Frankreichs davon profitiert.

Siegesdenkmal
Siegesdenkmal

73 Stufen führen an den eigentlichen Sockel des 30 m hohen, von russischen Beute-Kanonen flankierten Denkmals. Durch den dortigen Eingangsbereich betritt man die Krypta, in der das „Goldene Buch” ausliegt. In diesem Buch sind alle Namen der vor Verdun Gefallenen und der mit Medaillen geehrten Poilus verzeichnet. „Poilus“ wurden die französischen Soldaten im Ersten Weltkrieg genannt. Auch in der heutigen Zeit werden immer wieder Namen nachgetragen.

Siegesdenkmal
Siegesdenkmal

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Heimgeholt

Leutnant Helmuth Kabisch

Leutnant
Helmuth Kabisch

Geboren am 20. April 1898 in Berlin

Schleswig-Holsteinisches Fußartillerie-Regiment Nr. 9
1./ Batterie

Leutnant Helmuth Kabisch war der Sohn des Generalleutnants Ernst Kabisch.

 

Kabisch
Vater Generalleutnant Ernst Kabisch, ehem. Kommandeur IR 144 und Schriftsteller ( Somme 1916, Verdun)

 

 

 

 

 

 

 

 

Helmuth Kabisch fiel als Artillerie-Verbindungsoffizier beim IR 87 am 22. Februar 1916 zu Beginn der Verdun-Schlacht (Verlustliste 899/11528).
Seine Batterie befand sich in Feuerstellung südwestlich von Crepion und bekämpfte 3 feindliche Batterien im Bereich Caures-Wald. Die Feuerbeobachtung fand vom Westhang der Côte d’Horgne statt.
Kabisch wurde am 21. Februar 1916 bei Flabas durch Granatsplitter am Kopf verwundet und verstarb tags darauf in Gibercy.

Er wurde auf dem Invalidenfriedhof in Berlin beerdigt. Sein Grab wurde bei der Einebnung von Teilen des Friedhofs (Mauerstreifen) durch die DDR-Grenztruppen verschont.

 

 

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Argonnen

Maison du Pays d’Argonne

Im Maison du Pays d’Argonne in Vienne-le-Château befindet sich im Untergeschoß ein kleines Museum. Einige Informationstafeln erläutern die Kämpfe in den Nordargonnen. Hierzu werden verschiedene Ausstellungsstücke aus dem Bois de la Gruerie und aus der Feste Kronprinz gezeigt, unter anderem ist das Bett und der Schreibtisch des späteren Generalfeldmarschall Erwin Rommel zu sehen. Rommel diente als junger Infanterie-Offizier 1914/1915 beim Infanterie-Regiment 124 aus Weingarten in den Argonnen.

Bitte melden sie sich zum Besuch des Museums einfach in der Touristen-Information im Erdgeschoß.

Der Besuch ist kostenlos.

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Argonnen

Der Kaisertunnel

Nach den beiden deutschen Großangriffen vom Juli und September 1915 beherrschten die deutschen Truppen den Sattel der Höhe La Fille Morte. Die Höhe 285 blieb dagegen im Besitz der französischen Truppen.   Die französischen Beobachter erhielten von dort aus einen tiefen Einblick in die Täler und Schluchten westlich dieser Höhe. Um sich den Blicken der Franzosen auch bei Tage zu entziehen, gruben die deutschen Truppen mehrere Verbindungstunnel unter den Höhen und Schluchten hindurch. Einer von ihnen war der Kaisertunnel.

Der Kaisertunnel wurde in den ersten Monaten des Jahres 1916 vom 9. lothringischen Infanterie-Regiment Nr. 173 (St. Avold, Metz) gegraben. Vom Südgrund aus nach Norden war, unter der Kronprinzenhöhe hindurch, bis zum Nordgrund (auch Jägerschlucht genannt) ein über 300 m langer bergmännisch gebauter Tunnel, der Kaiser-Tunnel, gegraben worden. Der Einbau der Küchen wurde schon im März 1916 begonnen und war Anfang April beendet. Später kamen eine Zisterne, ein Sanitätsraum und ein Generatorraum hinzu. Die Generatoren versorgten die Minenkriegsanlage mit Strom für Ventilatoren und Beleuchtung.

Im Januar 1918 berichten die Pioniere vom württembergischen Pionier-Bataillon 402 vom Ausfall der Generatoren mangels Ersatzteilen und Kabeln. Der Strom wird zunächst vom Lager Lehmannschlucht und später von der Kraftzentrale im Meurissonsgrund bezogen.

Kaisertunnel
Frühes Bild des Kaisertunnels
Kaisertunnel
Spätere Aufnahme des Eingangs
Kaisertunnel
Seiteneingang des Kaisertunnels

Des weiteren wurde ein Verbindung zur 2. Linie geschaffen – der Bataillons-Tunnel. Somit war es möglich vor den französischen Beobachtern auf der Höhe 285 unbeobachtet, durch den Siebenschläfer-Graben kommend, zunächst durch den Ortliebtunnel in den Nordgrund hinabzusteigen und im Anschluß durch den Kaisertunnel und Bataillonstunnel über eine Strecke von 400 m sich völlig unsichtbar zu bewegen.

Aktuelle Situation des Kaisertunnel:

Der Kaisertunnel ist für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich. Im Rahmen der Vorbereitung für die 100-Jahr Feier des Ersten Weltkriegs wurde der Kaisertunnel wegen maroder Eingänge im Dezember 2012 geschlossen. Ein neues Sicherheitskonzept erwies sich als zu teuer, so dass es mit Stand September 2014 so aussieht, dass die dringend erforderlichen Restaurationsarbeiten an beiden Eingängen und der Beleuchtung nicht durchgeführt werden können.

Zur weiteren Nutzung des Museums kann mit Stand Januar 2019 nichts Neues gesagt werden.

Der Stein, den die deutschen Erbauer auf dem Nordausgang plazierten, wurde von den Les Amis de Vauquois im Juni 2014, nach Genehmigung der Behörden zum Schutz vor Diebstahl abmontiert und in das Minenkriegsmuseum auf Vauquois gebracht.

Kaisertunnel

Wo zu finden:

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Argonnen

Höhe 285 / Haute Chevauchée

Nach dem Angriff vom Juli 1915 bildete sich auf dem Kamm der Höhe 285, die französische Ortsbezeichnung lautet La Haute Chevauchée,  eine neue Kampflinie, die sehr bald vom unterirdischen Minenkrieg geprägt wurde. Diese Minensprengungen dienten primär zum Schlagen von Breschen in die gegnerische Linie, um die Wahrscheinlichkeit des Gelingens von Infanterieangriffen zu erhöhen.

 Am Parkplatz aus sehen Sie bereits die Informationstafeln, hinter denen der historische Lehrpfad zu den Argonnenkämpfen beginnt.

H285
Graben bei Höhe 285
H285
Sprengkammer bei Höhe 285

Nach wenigen Schritten gelangen Sie zunächst zum Denkmal für die Toten der französischen Armee und ihrer Verbündeten, indem sich auch ein kleines Gebeinhaus befindet. Auf den Seitenwänden und der Rückwand des Denkmals sind die jeweiligen französischen, amerikanischen, italienischen und tschechoslowakischen Einheiten die in den Argonnen gekämpft haben, aufgeführt. Das Denkmal wurde 1923 eingeweiht. Alle 2 Jahre findet am ersten Sonntag im Juli eine Gedenkfeier für die Gefallenen in den Argonnen statt. Sie wird vom Comité Commémoratif de L’Argonne ausgerichtet.

Dahinter liegt der Sprengtrichter vom 12. Dezember 1916, der durch eine unterirdische deutsche Sprengung mit 52500 kg Sprengstoff entstand. Dieses war zugleich die größte Sprengung an der Westfront im Ersten Weltkrieg. Auf der gegenüberliegenden Seite steht ein Hochkreuz für die Gefallenen in den Argonnen. Dieses wurde 1971 von der 4./Panzerbataillon 144 aus Koblenz zusammen mit französischen Pionieren errichtet.

Hinter dem Hochkreuz führt ein kleiner Pfad weiter auf den historischen Lehrpfad der Höhe 285. Die Gesamtdauer des Lehrpfades beträgt etwa 30 Minuten. Er führt sie durch zahlreiche Schützengräben bis zum Eingang des Kaisertunnels im Südgrund.

In den rückwärtigen Schluchten entstanden an den steilen Hängen zahlreiche Lagerbereiche, deren Spuren heute noch gut sichtbar sind.

Argonnen 285
Unterstände bei Höhe 285
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Heimgeholt

Hauptmann Kurt Helf und Oberleutnant Julius Freiherr Grote

Hauptmann
Kurt Helf

Kompagnieführer 9./ Kp.

Infanterie-Regiment von Keith (1. Oberschlesisches) Nr. 22

Geboren am 01. Januar 1873

Gefallen   am 02. September 1914 (Verlustliste 21/129 vom 12. September 1914)

Oberleutnant
Julius Freiherr Grote

Kompagnieführer 12./ Kp.

Infanterie-Regiment von Keith (1. Oberschlesisches) Nr. 22

Geboren am 21. August 1880

Gefallen   am 02. September 1914

Hauptmann Helf und Oberleutnant Grote fielen in den Vormarschkämpfen der ersten Kriegswochen. Das Regiment ging entlang der Route Nationale gegen die feindlichen Hauptstellungen auf der Höhe von Montfaucon vor, mit dem Auftrag diese zu nehmen und dem Franzosen somit die   Aufklärungsmöglichkeiten auf die Anmarschstraßen zu verwehren. Im Bereich Romagne-Cierges wurde das Regiment in ein Gefecht verwickelt, indessen Rahmen Helf und Freiherr Grote auf unbekannte Art und Weise den Soldatentod fanden.

Auszug aus der Regimentsgeschichte des IR 22:

…Etwa 12 Uhr mittags trat das III. Batl. in lichten Schützenlinien an; der Bach hart südlich Romagne wurde teils übersprungen, teils durchwatet. In den hohen Getreidefeldern verschwanden die Schützen fast vollständig. Als sie nach etwa einer halben Stunde den Höhenrücken 1 km südlich der Straßengabel Romagne-Cierges-Romagne-Charpentry erreichten, platzten über ihren Köpfen die ersten Schrappnells, denen sie sich durch schneidige Sprünge in die Mulde südlich des Rückens entzogen. Noch einige Sprünge weiter, da schlug ihnen Infanteriefeuer aus dem Waldstück hart links der Straße, westlich Gesnes entgegen. Nach kurzem Feuergefecht, das   wie auf dem Schießplatz durch Befehl der Führer eröffnet wurde, gingen die Kompagnien erneut vor…

…Außerdem hatte das Regiment den Tod zweier seiner besten Offiziere zu beklagen. Hptm. Helf, Kompagniechef der 9. Komp. und Obltn. Freiherr Grote, Führer der 12. Komp. Beide fielen dicht vor Cierges an der Spitze ihrer Kompagnien.

…Als sich das Offizierkorps gerade versammelte, um seinen Kameraden Hptm. Helf und Oblt. Freiherr Grote das letzte Geleit zu geben, erhielt das Regiment Befehl, sich im Bois Emont bereitzustellen, um zur Unterstützung des XVI. Armeekorps, das südlich und südwestlich des noch immer brennenden Montfaucon im Kampfe stand, eingreifen zu können…

Das Grab von Julius Freiherr Grote findet sich heute auf dem Ehrenteil des Friedhofes der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis Gemeinde in Berlin-Charlottenburg.

Sein Bataillonskamerad Kurt Helf ist heute auf dem III. Städtischen Friedhof Stubenrauchstraße in Berlin bestattet.