Auf dem Friedhof Saint-Mihiel sind 6.046 deutsche Tote des Ersten Weltkrieges begraben. Außerdem fanden hier zwei Soldaten der k.u.k. Österreichisch-Ungarischen Armee ihre letzte Ruhestätte. Nach dem Krieg fanden umfangreiche Zubettungsarbeiten aus St. Mihiel und Umgebung statt.
Eingang zum Soldatenfriedhof St. Mihiel
Der Sanitätsbericht des Deutschen Heeres schreibt für den September 1914 über die Lazarette in St. Mihiel:
Die Sanitätskompanie 3 errichtete in Senonville und St. Mihiel mit je einem Zuge Hauptverbandsplätze. Am 26. September vereinte sich die ganze Sanitätskompanie 3 auf dem Hauptverbandsplatz St. Mihiel und barg 300 deutsche und französische Verwundete. Auch in den folgenden Tagen versorgte sie etwa täglich 80 bis 150 Verwundete. St. Mihiel wurde täglich heftig beschossen. Vor den Stellungen lagen 800 Tote, die wegen des dauernden Schießens nicht begraben werden konnten, sie wurden deshalb 2 Tage später, als man sie immer noch nicht bergen konnte, mit Chlorkalk bestreut.
Am 28. September setzte der Korpsarzt das Feldlazarett 5 im Hospital St. Anne ein und übernahm von der Sanitätskompanie 3 194 Verwundete (größtenteils Franzosen). Die hygienischen Verhältnisse waren gut. Die Wasserleitung mußte wiederhergestellt werden. Französische Frauen vom Roten Kreuz halfen die Verwundeten pflegen. St. Mihiel lag im feindlichen Artilleriefeuer. Der Abschub der Verwundeten aus dem Lazarett war dadurch oft mehrere Tage unterbrochen. Nach dem Rapport wurden behandelt 152 Verwundete (25 Franzosen) und 37 Kranke (17 Franzosen). 5 deutsche und 2 französische Verwundete starben.
Im September 2023 hat die UNESCO 139 Friedhöfe des Ersten Weltkrieges zu Weltkulturerbestätten erklärt. 24 deutsche Grabanlagen sind in Obhut des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.. St.-Mihiel ist einer der ausgewählten Soldatenfriedhöfe.
Etwa 1800 m südöstlich des Soldatenfriedhofs befindet sich ein betonierter deutscher Unterstand, der im Ersten Weltkrieg als Verbandsplatz diente. Der Abtransport der Verwundeten erfolgte mit Hilfe einer Schmalspurbahn im Pferdebetrieb.
Die Gestaltung von Kriegsgräbern und Soldatenfriedhöfen wurde erstmals im Ersten Weltkrieg durch den Gesetzgeber geregelt. Die allgemeine Wehrpflicht hatte für eine Besserstellung des Soldatenstandes gesorgt, nun wurden auch weitestgehend einfache Soldaten in Einzelgräbern bestattet. Nach Kriegsbeginn waren zunächst die Etappeninspektionen für deren Anlage und Pflege zuständig. Als sich der Krieg in die Länge zog, wurde man gewahr, dass viele Einheiten direkt hinter der Front, teils in dichten Wäldern, Friedhöfe und Denkmäler errichtet hatten.
Nach Kriegsende
Nach dem Krieg begann der französische Staat mit dem Auflösen kleinerer Friedhöfe und dem Anlegen von Sammelfriedhöfen. Ab 1923 folgte der deutsche Volksbund mit Umbettungsarbeiten und der Errichtung individueller deutscher Soldatenfriedhöfe in Belgien und Frankreich. Im Gegensatz zu den europäischen Nachbarn – dort gibt es staatliche Stellen für den Erhalt der Soldatenfriedhöfe – hat damit bis heute eine private, gemeinnützige Organisation die Pflege und Instandhaltung übernommen. Finanziert wird sie durch Spenden und Sammelaktionen. An dieser Stelle sei uns der Hinweis gestattet, dass auch zahlreiche Zivilarbeiter und Krankenschwestern ihre letzte Ruhestätte dort gefunden haben.
Soldatenfriedhöfe vor Verdun
55150 Azannes-et-Soumazannes, Frankreich
D66, 55150 Azannes-et-Soumazannes, Frankreich
54260 Charency-Vezin, Frankreich
2 Rue Adrien Picart, 55110 Dannevoux, Frankreich
1 Rue Somme Arné, 08310 Saint-Étienne-à-Arnes, Frankreich
51600 Souain-Perthes-lès-Hurlus, Frankreich
Der Soldatenfriedhof Consenvoye
Kriegsgräberstätte Consenvoye
Der Soldatenfriedhof wird erst nach dem Weltkrieg 1920 vom französischen Etat-Civil als Sammelfriedhof angelegt. Sie liegt an der Landstraße D964 Verdun – Sedan, 1 km südöstlich der gleichnamigen Ortschaft Consenvoye. Die Anzahl der Toten in Einzel- und Kameradengräbern beträgt 8609. In einem groß angelegten Kameradengrab ruhen 2537 identifizierte Soldaten und eine große Anzahl unbekannter Soldaten. Die Sammelgräber befinden sich auf dem oberen Teil des Friedhofs und entstanden durch zahlreiche Umbettungen im Laufe der Jahre.
Weltkulturerbe
Seit dem September 2023 gehört der Soldatenfriedhof zum Unesco Weltkulturerbe. Die Entscheidung der UNESCO, 139 Kriegsgräberstätten und Erinnerungsorte des Ersten Weltkrieges auf die Liste des Weltkulturerbes zu setzen, hat in Deutschland für Begeisterung gesorgt. Zu den ausgewählten Friedhöfen gehören auch 24 Anlagen für die der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. zuständig ist.
Die Gesamtbelegungszahl des Friedhofs wird mit 11.146 angegeben. Dazu kommen 62 österreich-ungarische Kriegstote, 1 russischer Kriegstoter und 1 Krankenschwester. Die Gefallenen der österreich-ungarischen Armee gehörten vier k.u.k. Divisionen an, die ab Sommer 1918 zur Unterstützung der deutschen Armee an die Westfront entsandt worden waren und die noch bis zum Waffenstillstand am 11. November 1918 in die Kämpfe vor Verdun eingriffen. Mehrere k.u.k. Artillerie-Regimenter waren im Westen bereits seit Februar 1918 im Einsatz.
Eine Liste der bestatteten Österreicher kann hier eingesehen werden.
Eine Hinweistafel erläutert den Umstand der hier beigesetzten Österreicher
Überführungen nach Consenvoye
Der deutsche Soldatenfriedhof Consenvoye ist von der Fläche und Anzahl der Toten einer der größten Anlagen vor Verdun. Er wird in den 1920er Jahren vom französischen Gräberdienst angelegt, daher erfolgen auch die Zubettungen aus einem großen Umkreis um Verdun bis hin zu den Argonnen.
1921
Béthelainville
Bevaux
Baleycourt
Dannevoux
Moirey
Flabas
1922
Esnes-Malancourt
Brabant
Récicourt
Brocourt
Forges
Gercourt
Drillancourt
Fromeréville
Montfaucon
Ville-sur-Cousances
Chattancourt
Souhesmes
Dombasle
Etraye
Avocourt
Ornes
Blercourt
Vadalaincourt
1924
Verdun
Belrupt
Béthincourt
Stenay
1943
1943 führt der Gräberdienst der Wehrmacht einige Umbettungen durch.
Consenvoye
Sivry
Ecury
Crépion
Septsarges
Vienne-Le-Château
Bei Vienne-Le-Château werden drei große Friedhöfe aufgelöst:
Der Friedhof des Infanterie-Regiments Nr. 124 mit 1.255 Toten
Der Friedhof „Bagatelle-Pavilion“ des Infanterie-Regiments Nr. 67 mit 1.336 Toten
Eine Postkarte des Friedhofs des Infanterie-Regiments Nr. 67
Der Friedhof des Grenadier-Regiments Nr. 123 mit 1.053 Toten
Denkmal des Grenadier-Regimentes Nr. 123 auf dem Friedhof des Regiments in den Argonnen
Zu den Besonderheiten des Friedhofs in Consenvoye gehört, dass im Kameradengrab eine Krankenschwester bestattet wurde. In der Namensliste steht unter dem Buchstaben „G“ – Johanna Gabriel, Krankenschwester, verstorben an einer Krankheit am 30.10.1916. Vom Reservelazarett in Sivry ist bekannt, dass dort Krankenschwestern eingesetzt waren.
Ein kleines Stück Weltgeschichte…
Welthistorische Bedeutung erfährt der Ort 1984. Am 22. September betrat erstmals mit François Mitterand ein französischer Staatspräsident in Begleitung von Bundekanzler Helmut offiziell einen deutschen Soldatenfriedhof. Dieser Besuch war seinerzeit sehr umstritten.
Am Vormittag des 29. Mai 2016, anlässlich der 100-Jahr Feier der Schlacht um Verdun, ehrten Bundeskanzlerin Angela Markel und Staatspräsident Francois Hollande die Gefallenen von Verdun auf dem Soldatenfriedhof.
Die Gestaltung von Kriegsgräbern und Soldatenfriedhöfen wurde erstmals im Ersten Weltkrieg durch den Gesetzgeber geregelt. Die allgemeine Wehrpflicht hatte für eine Besserstellung des Soldatenstandes gesorgt, nun wurden auch weitestgehend einfache Soldaten in Einzelgräbern bestattet. Nach Kriegsbeginn waren zunächst die Etappeninspektionen für deren Anlage und Pflege zuständig. Als sich der Krieg in die Länge zog, wurde man gewahr, dass viele Einheiten direkt hinter der Front, teils in dichten Wäldern, Friedhöfe und Denkmäler errichtet hatten.
Nach Kriegsende
Nach dem Krieg begann der französische Staat mit dem Auflösen kleinerer Friedhöfe und dem Anlegen von Sammelfriedhöfen. Ab 1923 folgte der deutsche Volksbund mit Umbettungsarbeiten und der Errichtung individueller deutscher Soldatenfriedhöfe in Belgien und Frankreich. Im Gegensatz zu den europäischen Nachbarn – dort gibt es staatliche Stellen für den Erhalt der Soldatenfriedhöfe – hat damit bis heute eine private, gemeinnützige Organisation die Pflege und Instandhaltung übernommen. Finanziert wird sie durch Spenden und Sammelaktionen. An dieser Stelle sei uns der Hinweis gestattet, dass auch zahlreiche Zivilarbeiter und Krankenschwestern ihre letzte Ruhestätte dort gefunden haben.
Soldatenfriedhöfe im Raum Verdun
55150 Azannes-et-Soumazannes, Frankreich
D66, 55150 Azannes-et-Soumazannes, Frankreich
54260 Charency-Vezin, Frankreich
2 Rue Adrien Picart, 55110 Dannevoux, Frankreich
1 Rue Somme Arné, 08310 Saint-Étienne-à-Arnes, Frankreich
51600 Souain-Perthes-lès-Hurlus, Frankreich
Der Soldatenfriedhof Chestres
Der Soldatenfriedhof Chestres liegt 2 km nördöstlich der Stadt Vouziers in den französischen Ardennen und gehört zu einer deutsch/französischen Gemeinschaftsanlage. Auch in Verdun gibt es beispielsweise keine ähnliche Friedhofsanlage. Die Anlage wurde von den französischen Behörden nach dem Ersten Weltkrieg als Sammelfriedhof angelegt. Der Friedhof liegt an der Landstraße D947 Buzancy – Vouziers, südlich außerhalb der Ortschaft Chestres.
Deutscher Soldatenfriedhof Chestres
Weltkulturerbe
Seit dem September 2023 gehört der Soldatenfriedhof zum Unesco Weltkulturerbe. Die Entscheidung der UNESCO, 139 Kriegsgräberstätten und Erinnerungsorte des Ersten Weltkrieges auf die Liste des Weltkulturerbes zu setzen, hat in Deutschland für Begeisterung gesorgt. Zu den ausgewählten Friedhöfen gehören auch 24 Anlagen für die der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. zuständig ist.
Auf dem deutschen Teil der Friedhofs ruhen heute 1843 Gefallene, davon 874 in Einzelgräbern und 969 in einem Sammelgrab. Auf dem französischen Teil liegen 2476 Soldaten begraben.
Im vorderen Drittel des deutschen Grabfeldes steht ein Denkmal. Eine aus unbearbeiteten Natursteinen zusammengefügte, etwa 2,50 m hohe, Steinpyramide bildet den zentralen Punkt des Friedhofs. Im oberen Bereich findet sich ein in den Naturstein eingearbeitetes Eisernes Kreuz. Darunter steht der Satz:
„Erhaben und ehrenvoll ist es für das Vaterland zu sterben.“
Das Denkmal aus Olizy
Dieses Denkmal stammt von einem aufgelösten Friedhof aus der Gegend um Olizy, etwa 10 km südwestlich von Chestres. Das Kameradengrab befindet sich am östlichen Ende der Ehrenstätte. Die Einfassung des Grabes besteht aus hellem Granitstein. Die am vorderen zentralen Bereich befestigten 10 Namenstafeln bestehen aus hellem Granitstein. Die linke Platte trägt folgende Inschrift:
„In einem gemeinsamen Grabe ruhen hier 969 deutsche Soldaten, 869 blieben unbekannt.“
Das Denkmal von Olizy
Die demnach 100 namentlich bekannten Toten sind auf den Granittafeln alphabetisch aufgeführt. Den überwiegenden Teil dieser identifizierten bilden Gefallene aus dem Herbst 1918, als im Raum Chestres und Vouziers Abwehrkämpfe stattfanden. Bei Chestres sind insbesondere die Kämpfe um den „Käseberg“ zu erwähnen. Aus den Vormarschkämpfen von 1914 ist nur eine geringe Anzahl an Gefallenen zu verzeichnen.
Einige Bibliographien von Gefallenen heben sich hervor. Es sind Offiziere, die nicht aufgrund ihres Ranges hier Erwähnung finden, sondern da ihr Tod dokumentiert ist. Es handelt sich um Hauptmann von Bosse, Oberleutnant von Schimonsky und Leutnant Freiherr von Nordenflycht.
Hauptmann von Bosse
Hauptmann von Bosse war bis zu seinem Tode am 9. Oktober 1918 Kommandeur der II. Abteilung des Feld-Artillerie-Regiments Nr. 406. Das Regiment ist in den Oktobertagen an schweren Abwehrkämpfen beteiligt. Die gesamte Divisions-Artillerie der 202. Infanterie-Division wird schließlich aus dem Gebiet südlich der Aisne zurück genommen. Auch die II./ FAR 406 erhielt diesen Befehl und geht am 09. Oktober über den Fluß zurück, um auf der sogenannten Talma-Höhe erneut in Stellung zu gehen. Der Abteilungsstab wird ebenfalls aus der alten Stellung herausgezogen. Er rückt gegen 6 Uhr früh aus dem Gefechtsstand bei Noiré le Coi ab. Hier ereilt Hauptmann von Bosse das Schicksal. Er fällt tödlich getroffen einem Artilleriegeschoß zum Opfer. Der Erstbestattungsort von Lothar von Bosse ist unbekannt. Heute ruht er in Block 2, Grab 258.
Oberleutnant d. R. Guido Schimony von Schimonsky
Am 11. Oktober 1918 – nur zwei Tage später – fällt bei Vouziers Oberleutnant d. R. Guido Schimony von Schimonsky vom Feldartillerie-Regiment Nr. 6 als Führer der 8./ Batterie. Als ein Mann seiner Batterie, Unteroffizier Ackermann, in den Morgenstunden des besagten 11. Oktober verwundet wird, will Oberleutnant von Schimonsky dem Verwundeten helfen und eilt zu ihm hin. Er wird hierbei zusammen mit einem weiteren Mann der Batterie tödlich getroffen. Guido Schimony von Schimonsky ruht heute im Block 2, Grab 159.
Grab des Oberleutnant Guido Schimony von Schimonsky
Leutnant der Reserve Hans Freiherr von Nordenflycht
Leutnant der Reserve Hans Freiherr von Nordenflycht fällt westlich der Ortschaft Semide am 01. Juni 1917. Der 25-jährige in Kapstadt geborene Offizier war Offizier der 2./ Batterie des 1. Garde-Feld-Artillerie-Regiments. Offensichtlich werden an diesem Tage mehrere Angehörige der Batterie tödlich verwundet. Am Nachmittag des 03. Juni 1917 findet auf dem Kirchhof von St. Morel, 6 km südlich der Ortschaft Vouziers, die Beisetzung der Gefallenen statt. Wann die Überführung des Leutnants d. R. von Nordenflycht von St. Morel nach Cestres statt fand, lässt sich nicht mehr ermitteln. Sein Grab findet man heute im Block 1 Grab 293.
Die Toten von Falaise
Vom aufgelösten deutschen Soldatenfriedhof Falaise wurden folgende Offiziere nach Chestres überführt.
RIR 236 Leutnant Adolf Keutmann, Block 2 – Grab 83
Leutnant Josef Kremer, Block 2 – Grab 41
Leutnant Kurt Merten, Block 2 – Grab 31
Sie fielen in den Kämpfen um die Champagne-Ferme zwischen dem 07. und 13. März 1917.
IR 78 Leutnant Kurt Fricke, Block 2 – Grab 128
Auch Leutnant Fricke fällt bei der Abwehr eines französischen Angriffs bei der Champagne-Ferme.