Kategorien
Die zerstörten Dörfer

Das zerstörte Dorf Cumières-le Mort-Homme

Die „Rote Zone”, ein Begriff für das heutige, touristisch erschlossene Schlachtfeld Verdun und ein Inbegriff für die restlose Zerstörung von urbanem Leben. Hier befanden sich die neun, im Krieg vollends zerstörten und nicht wieder aufgebauten Dörfer Beaumont-en-Verdunois, Bezonvaux, Cumières, Douaumont, Louvemont-Côte-du-Poivre, Fleury-devant-Douaumont, Haumont-près-Samogneux und schlussendlich Ornes. Sie alle lagen im Bereich des Festungsgürtels um Verdun, mehr oder weniger befestigt und wurden Opfer der deutschen und später der französischen Artillerie. Wohnhäuser, Gehöfte, Kirchen und Straßen wurden durch tausende Granaten dem Erdboden gleichgemacht.

Die Bevölkerung der Dörfer sah sich bereits zu Beginn des Krieges und der kommenden Verdun-Schlacht zur Flucht gezwungen. 1918 allerdings war an eine Rückkehr nicht mehr zu denken. Das Ausmaß der Zerstörung, die Gefahr des von Munitions, Kadaver- und gasverseuchten Bodens ließen keinen Wiederaufbau und keine Besiedelung mehr zu. Bekannt unter dem Begriff „Villages détruits” kann der Besucher heute nur noch den Verlauf von Häusern, Gebäuden und Straßen erahnen. Kaum etwas lässt mehr auf ein Leben schließen, welches die ländlich geprägte Bevölkerung vor dem Krieg dort verbrachte. Wenige Mauer- oder   Schrottreste, Gräben, Trichter, sowie nachträglich angebrachte Schilder vom Standort der Gebäude und dem Verlauf der Straßen, prägen das heutige Bild.

Polarisierend wirken die nachträglich gebauten Kapellen und Denkmäler auf denen die Namen der gefallenen Dorfbewohner prangen. Noch im Oktober 1919 erhielt jedes der Dörfer per Gesetzesbeschluss einen Gemeinderat und einen Gemeindevorstand, dessen Befugnisse jenen eines Bürgermeisters gleichkommen. Dieses besteht noch bis heute. Feierlichkeiten und Erinnerungsmessen mit Nachkommen der Einwohner werden einmal jährlich abgehalten.


Cumières-le Mort-Homme

Cumières



Cumières ist das einzige der Village détruits auf dem Westufer der Maas gelegen, zwischen Forges-sur-Meuse und Marre und ca. 11 km entfernt von Verdun. Cumières, überwacht von den Befestigungen auf dem Marre-Rücken ist eng verknüpft mit dem Ringen um den Toten Mann. 1913 verfügte es, freundlich zwischen grünen Pappeln gelegen, über 205 Einwohner. Seit dem 6. März 1916 lief der deutsche Angriff auf dem Westufer. Cumières wechselte einige Male den Besitzer, blieb aber letztendlich lange in französischer Hand. Ein im Wald eingebautes Marinegeschütz wurde am 7. März 1916 erobert. Erst am frühen Morgen des 24. Mai 1916 wurden die Trümmer des Dorfes den Franzosen, durch das Reserve-Regiment 94 und Teile des Reserve-Jäger-Bataillons 11, abgerungen. 380 Gefangene der   frz. 60. Reserve-Division und des 251. IR wurden abgeführt.


Cumières
Marinegeschütz bei Cumières Hauptmann Freiherr von Rinck, Leutnant Schnitzer, Oberleutnant Bandelow


Das Marschregiment der Fremdenlegion übernahm im Rahmen einer französischen Offensive am 20. August 1917 die kläglichen Reste des Dorfes.

Das Dorf heute
Cumieres
Gedenkstele am Dorf Cumières

Ein kleiner Rundweg bietet an auf den Spuren der Legion die Umgebung von Cumières zu erkunden.

Cumieres
Cumieres – Auf den Spuren der Legion



Frankreich

Kategorien
Die zerstörten Dörfer

Das zerstörte Dorf Vaux-devant-Damloup

Die „Rote Zone”, ein Begriff für das heutige, touristisch erschlossene Schlachtfeld Verdun und ein Inbegriff für die restlose Zerstörung von urbanem Leben. Hier befanden sich die neun, im Krieg vollends zerstörten und nicht wieder aufgebauten Dörfer Beaumont-en-Verdunois, Bezonvaux, Cumières, Douaumont, Louvemont-Côte-du-Poivre, Fleury-devant-Douaumont, Haumont-près-Samogneux und schlussendlich Ornes. Sie alle lagen im Bereich des Festungsgürtels um Verdun, mehr oder weniger befestigt und wurden Opfer der deutschen und später der französischen Artillerie. Wohnhäuser, Gehöfte, Kirchen und Straßen wurden durch tausende Granaten dem Erdboden gleichgemacht.

Die Bevölkerung der Dörfer sah sich bereits zu Beginn des Krieges und der kommenden Verdun-Schlacht zur Flucht gezwungen. 1918 allerdings war an eine Rückkehr nicht mehr zu denken. Das Ausmaß der Zerstörung, die Gefahr des von Munitions, Kadaver- und gasverseuchten Bodens ließen keinen Wiederaufbau und keine Besiedelung mehr zu. Bekannt unter dem Begriff „Villages détruits” kann der Besucher heute nur noch den Verlauf von Häusern, Gebäuden und Straßen erahnen. Kaum etwas lässt mehr auf ein Leben schließen, welches die ländlich geprägte Bevölkerung vor dem Krieg dort verbrachte. Wenige Mauer- oder   Schrottreste, Gräben, Trichter, sowie nachträglich angebrachte Schilder vom Standort der Gebäude und dem Verlauf der Straßen, prägen das heutige Bild.

Polarisierend wirken die nachträglich gebauten Kapellen und Denkmäler auf denen die Namen der gefallenen Dorfbewohner prangen. Noch im Oktober 1919 erhielt jedes der Dörfer per Gesetzesbeschluss einen Gemeinderat und einen Gemeindevorstand. Dessen Befugnisse kommen dem eines Bürgermeisters gleich. Dieses besteht noch bis heute. Feierlichkeiten und Erinnerungsmessen mit Nachkommen der Einwohner werden einmal jährlich abgehalten.

Am 1. Januar 2019 legte man die beiden bestehenden Gemeinden Vaux -devant-Damloup und Douaumont offiziell zur Gemeinde Douaumont-Vaux zusammen. Die commune nouvelle zählt heute etwa 80 Bewohner.

Vaux-devant-Damloup

Vom heutigen 70 Seelen zählenden Dorf Vaux-devant-Damloup, am Standort des alten Bahnhofs ist es nicht weit bis zum 1916 völlig zerstörten alten Dorf.

Vaux
Hauptstraße Vaux-devant-Damloup

Im Norden verlief die Bahnlinie nach Verdun und befand sich der Steinbruch, im Westen der Vaux-Teich mit Damm. Vor dem Fort gelegen, musste das Dorf während der Offensivbemühungen durchschritten werden um an das Ziel, den Vaux-Berg mit Fort zu gelangen. Das stark befestigte Dorf, sowie die Stellungen am und im Steinbruch erschwerten und vereitelten jegliche Angriffe. Am 8. März konnte der Ostteil von Vaux-devant-Damloup erreicht und gehalten werden. Das Reserve-Infanterie-Regiment 7 hat den Rest vom Dorf am 31. März in Besitz genommen. Durch den ständigen Beschuss versumpfte der Vaux-Grund mit dem stetig verschwindenden Dorfresten. Lediglich der von den Franzosen einzusehende Damm am Teich half beim Überqueren in Richtung Vaux-Berg und Fort.

Vaux
Blick vom Vauxhang auf den Damm des Vauxteichs und den Todespfad
Der Vaux-Teich

Vielen wurde der Weg über den Damm zum Verhängnis, man taufte ihn Todesweg oder Weg des Todes. Am 2. November 1916 räumte man deutscherseits den Bereich Vaux. Vom Dorf selbst ist heute im Dickicht nichts mehr zu erkennen.


Vaux
Der Vaux Teich heute
Vaux
Krieger-Denkmal in Vaux




Frankreich

Kategorien
Die zerstörten Dörfer

Das zerstörte Dorf Ornes

Die „Rote Zone”, ein Begriff für das heutige, touristisch erschlossene Schlachtfeld Verdun und ein Inbegriff für die restlose Zerstörung von urbanem Leben. Hier befanden sich die neun, im Krieg vollends zerstörten und nicht wieder aufgebauten Dörfer Beaumont-en-Verdunois, Bezonvaux, Cumières, Douaumont, Louvemont-Côte-du-Poivre, Fleury-devant-Douaumont, Haumont-près-Samogneux und schlussendlich Ornes. Sie alle lagen im Bereich des Festungsgürtels um Verdun, mehr oder weniger befestigt und wurden Opfer der deutschen und später der französischen Artillerie. Wohnhäuser, Gehöfte, Kirchen und Straßen wurden durch tausende Granaten dem Erdboden gleichgemacht.

Die Bevölkerung der Dörfer sah sich bereits zu Beginn des Krieges und der kommenden Verdun-Schlacht zur Flucht gezwungen. 1918 allerdings war an eine Rückkehr nicht mehr zu denken. Das Ausmaß der Zerstörung, die Gefahr des von Munitions, Kadaver- und gasverseuchten Bodens ließen keinen Wiederaufbau und keine Besiedelung mehr zu. Bekannt unter dem Begriff „Villages détruits” kann der Besucher heute nur noch den Verlauf von Häusern, Gebäuden und Straßen erahnen. Kaum etwas lässt mehr auf ein Leben schließen, welches die ländlich geprägte Bevölkerung vor dem Krieg dort verbrachte. Wenige Mauer- oder  Schrottreste, Gräben, Trichter, sowie nachträglich angebrachte Schilder vom Standort der Gebäude und dem Verlauf der Straßen, prägen das heutige Bild.

Polarisierend wirken die nachträglich gebauten Kapellen und Denkmäler auf denen die Namen der gefallenen Dorfbewohner prangen. Noch im Oktober 1919 erhielt jedes der Dörfer per Gesetzesbeschluss einen Gemeinderat und einen Gemeindevorstand, dessen Befugnisse jenen eines Bürgermeisters gleichkommen. Dieses besteht noch bis heute. Feierlichkeiten und Erinnerungsmessen mit Nachkommen der Einwohner werden einmal jährlich abgehalten.

Ornes

Ornes zählte im Jahr 1914 718 Einwohner. Es lag 12 km Luftlinie nordöstlich von Verdun entfernt, verfügte über eine hervorragende Infrastruktur, samt Bahnanbindung. Schmieden, eine Spinnerei, Händler und Schankbetriebe waren zu finden.


Ornes
Ornes – Hauptstraße

Am 24. Februar 1916 setzten sich die  Reserve-Infanterie-Regimenter 51 und 98, nach leichtem Kampf,  im Ort fest. Die Bewohner waren bereits geflüchtet.


Ornes
Hauptstraße in Ornes, Weihnachten 1917
Ornes
Todesort von Oberstleutnant Hans Freiherr von Wangenheim

Bekannt war Ornes als Dreh- und Angelpunkt für die Versorgung mit Material und als Durchmarschpunkt für die Reserven und abgelösten Truppenteile. Gefürchtet bei vielen der kämpfenden Truppe als Ein- und Ausgang zum Schlachtfeld, als Grenze zum Tod und zum Leben. Zahlreiche Batterien der Artillerie standen im umliegenden Bereich, die nordöstlich liegende Doppelhöhe von Ornes (Höhe 307/310). Im September 1914 eingenommen, bot sie viel Platz für eine Vielzahl von Lagern, militärischen Einrichtungen und weiterer Artillerie. Mitten im Ort fiel der Kommandeur des Infanterie-Regiments 32,  Oberstleutnant Hans Freiherr von Wangenheim am 10. Juli 1916.


Ornes
Gedenkkapelle in Ornes
Ornes
Kirche in Ornes
Kategorien
Die zerstörten Dörfer

Das zerstörte Dorf Bezonvaux

Die „Rote Zone”, ein Begriff für das heutige, touristisch erschlossene Schlachtfeld Verdun und ein Inbegriff für die restlose Zerstörung von urbanem Leben. Hier befanden sich die neun, im Krieg vollends zerstörten und nicht wieder aufgebauten Dörfer Beaumont-en-Verdunois, Bezonvaux, Cumières, Douaumont, Louvemont-Côte-du-Poivre, Fleury-devant-Douaumont, Haumont-près-Samogneux und schlussendlich Ornes. Sie alle lagen im Bereich des Festungsgürtels um Verdun, mehr oder weniger befestigt und wurden Opfer der deutschen und später der französischen Artillerie. Wohnhäuser, Gehöfte, Kirchen und Straßen wurden durch tausende Granaten dem Erdboden gleichgemacht.

Die Bevölkerung der Dörfer sah sich bereits zu Beginn des Krieges und der kommenden Verdun-Schlacht zur Flucht gezwungen. 1918 allerdings war an eine Rückkehr nicht mehr zu denken. Das Ausmaß der Zerstörung, die Gefahr des von Munitions, Kadaver- und gasverseuchten Bodens ließen keinen Wiederaufbau und keine Besiedelung mehr zu. Bekannt unter dem Begriff „Villages détruits” kann der Besucher heute nur noch den Verlauf von Häusern, Gebäuden und Straßen erahnen. Kaum etwas lässt mehr auf ein Leben schließen, welches die ländlich geprägte Bevölkerung vor dem Krieg dort verbrachte. Wenige Mauer- oder  Schrottreste, Gräben, Trichter, sowie nachträglich angebrachte Schilder vom Standort der Gebäude und dem Verlauf der Straßen, prägen das heutige Bild.

Polarisierend wirken die nachträglich gebauten Kapellen und Denkmäler auf denen die Namen der gefallenen Dorfbewohner prangen. Noch im Oktober 1919 erhielt jedes der Dörfer per Gesetzesbeschluss einen Gemeinderat und einen Gemeindevorstand, dessen Befugnisse jenen eines Bürgermeisters gleichkommen. Dieses besteht noch bis heute. Feierlichkeiten und Erinnerungsmessen mit Nachkommen der Einwohner werden einmal jährlich abgehalten.


Bezonvaux:

Bezonvaux
Bezonvaux

Das Dorf lag ca. 1 km entfernt vom gleichnamigen Infanteriewerk Bezonvaux. Es wurde am Abend des 25. Februar 1916 von Truppen der 10. Reserve-Division nach längerem Kampf eingenommen. Teile des Infanterie-Regiments 155 besetzen das Infanteriewerk. Am 16. Dezember 1916 erobern die Franzosen, vorrangig Zouaven, das Dorf zurück.  Strategisch gesehen hatte Bezonvaux keine Bedeutung.

Bezonvaux
Am Bezonvaux-Werk

Vor dem Krieg lebten 149 Einwohner in Bezonvaux.

Bezonvaux
Bezonvaux
Geschützstellung bei Bezonvaux
Bezonvaux
Bezonvaux im Oktober 1916
Bezonvaux
Rundweg in Bezonvaux
Bezonvaux

Frankreich

Kategorien
Heimgeholt

Leutnant der Reserve Kurt Reinbacher

Kurt Reinbacher
Leutnant der Reserve
cand. jur.

Feldartillerie-Regiment „Generalfeldzeugmeister“ (2. Brandenb.) Nr. 18
5. Batterie

*14. März 1894 in Berlin
verwundet zu unbekanntem Zeitpunkt vor Verdun

+16. März 1916 im Vereinslazarett Heilbronn

Der genaue Weg von Kurt Reinbacher ist leider nicht mehr aufzuschlüsseln, die Regimentsgeschichte und alle weitere Akten geben leider keinen Aufschluss.
Das FAR 18 ist zu Beginn der Schlacht von Verdun direkt in den Kampf geworfen worden, schon in den Nächten vom 7. – 9. Februar 1916 beziehen die Batterien mit ca. 1200 Schuss Stellung. Der Gefechtsstand befand sich auf der Romagne-Höhe, die vorgeschobene Zentrale in der „Gelber Affe“ genannten Kap-Stellung. Am Angriffsstag beteiligten sich die Batterien am Sturmreifschießen der feindlichen Stellungen, im laufenden Angriff zogen sie mit der angreifenden Infanterie vor. Im weiteren Verlauf unterstützte das Feldartillerie-Regiment 18 die kämpfende Infanterie bei den Angriffen auf Fosses-Wald, Chaume-Wald, Dorf und Fort Douaumont. Am 11. März wurde das Regiment zur Ruhe herausgezogen. 5 Offiziere, 120 Unteroffiziere und Mannschaften sowie 114 Pferde blieben auf dem Feld. Verschossen wurden von I. und II. Abteilung insgesamt 94.483 Schuss.

Kurt Reinbacher wurde nach seinem Tod zu unbekanntem Zeitpunkt auf dem Friedhof Stahnsdorf bei Berlin im Kreise seiner Familie bestattet.

Reinbacher
Grabmal der Familie Reinbacher
Kategorien
Damals und heute

Montmedy

Die Kleinstadt Montmédy liegt direkt an der belgischen Grenze am Fluss Chiers.  Von weither lässt sich die mächtige Zitadelle auf dem Bergrücken erblicken. Die Zitadelle von Montmédy ist eine der größten Befestigungsanlagen Nordostfrankreichs, die 1545 während der Regierungszeit Karls V. erbaut und dann im 17. Jahrhundert von Vauban umgebaut wurde. Später ließ Séré de Rivières hier zahlreiche Kasematten einrichten.

Zeitgenössischer Bericht über Montmédy

Die Zitadelle von Montmedy im 1. Weltkrieg:

Die Festung Montmedy liegt im Chierstal und sperrt die von Diedenhofen nach Sedan führende Bahn, sowie mehrere sich hier kreuzende Straßen. Sie ist auch ganz veraltet und wurde längst nicht mehr als Festung angesehen, die eine Belagerung aushalten könne. Ihre Aufgabe sollte einzig darin bestehen, den Grenztruppen und evtl. auch der Feldarmee vorübergehend als Stützpunkt zu dienen, doch dürfe sie unter keinen Umständen geräumt werden, bevor der unter der Festung durchführende Eisenbahntunnel zerstört worden sei.

Bei Kriegsbeginn bestand die Besatzung aus anderthalb Bataillonen Infanterie, einem Bataillon Fußartillerie und einer halben Geniekompagnie, im ganzen, mit Einbezug der Dienstzweige, aus ca. 2.500 Mann. Als artilleristische Armierung der Festung waren vorhanden: vier lange 12-cm-Kanonen, sechs 90-mm-Kanonen und eine Anzahl älterer Festungsgeschütze.

Nach dem Aufmarsche der französischen Armeen gegen die Ostfront befand sich die Festung auf deren linkem Flügel. Als dann die 4. und 5. Armee gegen die über Belgien heranrückenden deutschen Armeen Front machen mußten, befand sich die Festung auf dem rechten Flügel der 4. Armee. Während der Schlacht am Semois und beidseitig Longwy kam die Festung nicht zur Geltung, da sie hinter der Front lag. Nach dem Rückzuge der Franzosen blieb sie dann aber auf ihre eigenen schwachen Kräfte angewiesen und zog am 26. August alle noch außerhalb der Umwallung befindlichen Detachemente in die Festung zurück.

Vor Montmédy

Die Deutschen waren unterdessen an der Festung vorbeigegangen, und zwar außerhalb der Tragweite ihrer Geschütze. Sie trieben nur einige Patrouillen gegen die Festung vor, und diese gelangten ohne Widerstand bis an die Festungsmauern. Der Festungskommandant ersuchte nun das Oberkommando in Verdun, mit dem er durch ein unterirdisches Telephonkabel verbunden war, um Verhaltungsmaßregeln. Er erhielt darauf den Befehl, den Eisenbahntunnel und die Brücken über den Chiers zu sprengen, das Kriegsmaterial der Festung zu zerstören und hernach zu versuchen, mit der Besatzung die französische Feldarmee zu erreichen.

Am 27. August wurden diese Zerstörungen ausgeführt, und in der Nacht zum 28. räumte die Besatzung die Festung. Sie suchte dann auf Schleichwegen nach Süden zu entkommen, wurde aber am 29. früh in einem Walde nördlich Verdun von den Deutschen entdeckt und nach verlustreichem Kampfe gefangen genommen.

Die Deutschen, welche am 26. August zwei Brigaden mit Fußartillerie und Pionieren zur Wegnahme der Festung bereitgestellt hatten, konnten diese in der Nacht zum 29. kampflos besetzen.

Quelle: Genieoberst J.Rebold, ehem. Chef des eidg. Festungsbaubureau „Die Festungskämpfe im Weltkriege“ 1938


Militärische Einrichtungen in Montmédy

Die Stadt teil sich auf in Unter- und Oberstadt. Im Weltkrieg 1914 – 1918 befanden sich hier unter anderem:

Etappenmagazin
Etappenlazarett
Lazarett-Fachabteilungen
Feldbäckerei
Feldgericht

Da der Eisenbahntunnel Ende August 1914 gesprengt worden war, galt es möglichst schnell wieder eine funktionierende Bahnstrecke in Gang zu bringen.

Montmedy
Zerstörter Eisenbahn-Tunnel
Die Bahnlinie in der Stadt
Montmedy
Montmédy am 15. Oktober 1914


Kurzerhand wurde die Eisenbahnlinie durch die Stadt verlegt. Dazu musste auch ein Haus weichen, die Bahnlinie wurde kurzerhand durch das Haus gebaut. Auf dem linken Bild ist das Haus wieder erbaut.

Der Kaiserplatz in Montmédy
Weitere Bilder aus der Stadt
An der Zitadelle von Montmédy
Montmedy
Montmedy



Straße von Iré le Sec nach Montmédy
Montmedy
Montmedy
Oberhalb der Stadt befindet sich der Soldatenfriedhof von Montmédy

Für die hier Verstorbenen – insbesondere während der Schlacht um Verdun – reichten die Gemeindefriedhöfe bald nicht mehr aus, so dass der heutige Soldatenfriedhof am Rande der Stadt angelegt werden musste.

Das Sturmbataillon Nr. 5 betrieb eine Kantine in Montmédy
Sturmbataillon
Kantine des Sturmbataillons Nr. 5 in Montmédy
Kategorien
Die zerstörten Dörfer

Das zerstörte Dorf Beaumont-en-Verdunois

Die „Rote Zone”, ein Begriff für das heutige, touristisch erschlossene Schlachtfeld Verdun und ein Inbegriff für die restlose Zerstörung von urbanem Leben. Hier befanden sich die neun, im Krieg vollends zerstörten und nicht wieder aufgebauten Dörfer Beaumont-en-Verdunois, Bezonvaux, Cumières, Douaumont, Louvemont-Côte-du-Poivre, Fleury-devant-Douaumont, Haumont-près-Samogneux und schlussendlich Ornes. Sie alle lagen im Bereich des Festungsgürtels um Verdun, mehr oder weniger befestigt und wurden Opfer der deutschen und später der französischen Artillerie. Wohnhäuser, Gehöfte, Kirchen und Straßen wurden durch tausende Granaten dem Erdboden gleichgemacht.

Die Bevölkerung der Dörfer sah sich bereits zu Beginn des Krieges und der kommenden Verdun-Schlacht zur Flucht gezwungen. 1918 allerdings war an eine Rückkehr nicht mehr zu denken. Das Ausmaß der Zerstörung, die Gefahr des von Munitions, Kadaver- und gasverseuchten Bodens ließen keinen Wiederaufbau und keine Besiedelung mehr zu. Bekannt unter dem Begriff „Villages détruits” kann der Besucher heute nur noch den Verlauf von Häusern, Gebäuden und Straßen erahnen. Kaum etwas lässt mehr auf ein Leben schließen, welches die ländlich geprägte Bevölkerung vor dem Krieg dort verbrachte. Wenige Mauer- oder Schrottreste, Gräben, Trichter, sowie nachträglich angebrachte Schilder vom Standort der Gebäude und dem Verlauf der Straßen, prägen das heutige Bild.

Polarisierend wirken die nachträglich gebauten Kapellen und Denkmäler auf denen die Namen der gefallenen Dorfbewohner prangen. Noch im Oktober 1919 erhielt jedes der Dörfer per Gesetzesbeschluss einen Gemeinderat und einen Gemeindevorstand, dessen Befugnisse jenen eines Bürgermeisters gleichkommen. Dieses besteht noch bis heute. Feierlichkeiten und Erinnerungsmessen mit Nachkommen der Einwohner werden einmal jährlich abgehalten.


Beaumont-en-Verdunois:

Die 185 Einwohner des Dorfes ließen sich im September 1914 in das Hinterland Frankreichs evakuieren. Das Dorf Beaumont lag 1 ½ km entfernt vom Südrand des Caures-Wald. Hier ins Dorf flüchteten sich die Reste der 56er und 59er Jäger, die unter Lieutenant-Colonel Driant erfolgreich den Vorstoß im Caures-Wald aufgefangen haben. Sie verstärkten die im Dorf liegende Garnison. Am 24. Februar 1916 wurde das Dorf von den Infanterie-Regimentern 116 und 117 eingenommen. Hart umkämpft war der Bereich der Dorfkirche. Den Franzosen gelang es nicht, das später stark befestigte Dorf zurück zu erobern. Erst November 1918 wurde es von Amerikanern besetzt.


Beaumont
Das Dorf Beaumont vor dem Krieg
Beaumont
Die Hauptstraße 1917

Jedes Jahr am 4. Sonntag im September, am Tag des Dorfheiligen Saint Maurice, werden an der Kapelle Feierlichkeiten abgehalten.

Beaumont
Hauptstraße in Beaumont
Beaumont
Die Kapelle

Frankreich

Kategorien
Damals und heute

In der Etappe – Stenay

Stenay ist eine französische Kleinstadt am Rande der französischen Ardennen an der Maas. In der Zeit des Ersten Weltkriegs hatte der deutsche Kronprinz Wilhelm sein Hauptquartier im Schloss der Familie Verdier. Von September 1914 bis Februar 1918 hielt er sich dort als Befehlshaber des Armee-Oberkommandos der 5. Armee mit seinem Stab auf. Die 5. Armee befehligte den Angriff auf Verdun. Der Bereich der 5. Armee erstreckte sich vom Ostrand der Champagne bis hin zur Mosel im Süden von Verdun.

Zahlreiche Truppeneinrichtungen der Etappe waren hier ansässig:

Etappen-Kommandantur
Futtermittel-Depot
Haupt-Lazarett
Militär-Gericht


Kirche
Kirche in Stenay
Kirche
Heute vor der Kirche
Der Marktplatz
Marktplatz
Marktplatz
Stenay
Stenay



Die Kaserne
Stenay
Stenay
Schloss Tilleul – Unterkunft des Kronprinzen
Stenay
Stenay
Der Bahnhof
Stenay
Der Bahnhof in Stenay




Das Tribunal (Militärgericht)
Stenay



Die Paradestraße – Avenue Tilleul
Stenay
Stenay
Stenay
Abnahme einer Parade



Frankreich

Kategorien
Woëvre Ebene

Das Baroncourt-Geschütz

Das Baroncourt-Geschütz im Bois d’Herméville

Entlang des historischen Pfades zum Barancourt-Geschütz gibt es viel über den Ersten Weltkrieg zu entdecken. Zunächst sind da die Hinterlassenschaften der französischen Armee aus den Jahren 1914 – 1916 und ab dem Jahr 1916  – 1918 die Einrichtungen der deutschen Armee.

Schon Ende des Jahres 1914 begannen die deutschen Truppen große Marinegeschütze im Norden und Osten von Verdun einzurichten. Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken befahl auch der Kommandant der Festung Verdun, General Coutanceau, die Aufstellung französischer Marinegeschütze.

Der Rundweg beinhaltet folgende Besichtigungspunkte:

  •  Spuren der Feldbahn
  • Geschützstellung des Marinegeschützes
  • Beobachtungsstand in einem Baum
  • Deutsche Batteriestellung
  • Deutscher Beton-Gruppenunterstand mit Brustwehr
Barancourt
Hinweisschild am Parkplatz
Das Baroncourt-Geschütz

Das Baroncourt-Geschütz wurde im Juni 1915 aufgestellt, um in erster Linie deutsche Versorgungs- und Eisenbahneinrichtungen zu bekämpfen. Die deutschen Material- und Personalverstärkungen kamen aus der Festung Metz und wurden in den Bahnhöfen Étain und Dommary-Baroncourt entladen. Die Schußrichtung lag in Richtung Nord-Ost. Etwa 150 Arbeiter waren an der Einrichtung des Geschützes beteiligt. Die Arbeiten fanden aus Gründen der Tarnung ausschließlich nachts statt.
Alle 90 Sekunden konnte ein Schuß mit maximal 15 km Reichweite abgegeben werden.
Am 25. Februar 1916 besetzten die deutschen Truppen die Wälder um Herméville und Braquis. Das Geschütz wurde ausgebaut und zur Rohstoffgewinnung verschrottet.

Baroncourt
Der Bahnhof in Baroncourt
Der Hagen-Riegel

Benannt nach einem Helden aus der Nibelungen-Sage, errichteten die deutschen Truppen in der Woevre-Ebene eine Linie aus betonnierten Infanterie-Schutzräumen.

Diese Stellung – genannt Hagen-Riegel – zieht sich von Nord nach Süd durch die Wälder von Auterey und Braquis. Die Beton-Unterstände haben zwei Eingänge und einen Gruppenraum. Von außen sind Tritteisen angebracht, um auf die Brustwehr zu steigen.

Hagen-Riegel
Beton-Unterstand

Frankreich

Kategorien
Heimgeholt

Rittmeister Carl Friedrich Erich Graf von Holck

Rittmeister
Carl Friedrich Erich Graf von Holck

Artillerie-Flieger-Abteilung 203

* 5. Februar 1886 in Monterrey/Mexiko
+30. April 1916 Verdun

Diplomatensohn Erich Graf von Holck wechselte 1915 vom Dragoner-Regiment Nr. 9 zur Fliegertruppe. Der bekannte Springreiter gewann als Leutnant des 3. Garde-Ulanen-Regiment den Kaiser-Preis 1909 und 1910 auf der Rennbahn Berlin-Karlshorst. August 1915 flog er mit Manfred Freiherr von Richthofen in der Feldfliegerabteilung 69 im Osten.

Graf Holk wurde in seiner Fokker am 30. April 1916 über dem Caurières-Wald durch Albert Louis Deullin aus nächster Entfernung abgeschossen.

Der Franzose notiert nach dem Abschuss: Der Bursche wurde derartig durchlöchert, dass Blutspritzer meine Motorhaube, Cockpitfenster, Fliegerkappe und Fliegerbrille besprühten. Natürlich war der Absturz aus 2.600 m Höhe ein genussvoller Anblick.

Richthofen über seinen Fliegerkameraden:
Holck
Rittmeister
Carl Friedrich Erich Graf von Holck

Von der Person Holcks ging ein eigenartiger Zauber aus. Wo immer er sich bewegte, ob bei Hofe in möndänen Lokalen, auf der Straße, im Salon oder bei der Truppe, in der Heimat oder im Felde, überall schlug er die Menschen in seinen Bann. Das muss an der geraden, natürlichen, offenen und männlichen Art dieses Reiters und Fliegers gelegen haben. (Aus: Der Rote Baron – Die ganze Geschichte des Manfred von Richthofen)

Bei Douaumont

Als junger Flugzeugführer flog ich mal bei einem Jagdfluge über das Fort Douaumont hinweg, auf dem gerade heftiges Trommelfeuer lag. Da sah ich, wie ein deutscher Fokker drei Caudrons angriff. Zu seinem Pech war aber sehr starker Westwind. Also ungünstiger Wind. Er wurde im Laufe des Kampfes über die Stadt Verdun hinausgetrieben. Ich machte meinen Beobachter darauf aufmerksam, der auch meinte, das muß ein ganz schneidiger Kerl sein.

Wir überlegten, ob es Boelcke sein könnte, und wollten uns nachher danach erkundigen. Da sah ich aber zu meinem Schrecken, wie aus dem Angreifer ein Verteidiger wurde. Der Deutsche wurde von den Franzosen, die sich mittlerweile auf mindestens zehn Flugzeuge verstärkt hatten, immer mehr heruntergedrückt. Ihm zu Hilfe kommen, konnte ich nicht. Ich war zu weit ab von den Kämpfenden und kam zudem in meiner schweren Maschine nicht gegen den Wind an. Der Fokker wehrte sich verzweifelt. Jetzt hatten ihn die Feinde schon mindestens auf sechshundert Meter heruntergedrückt. Da wurde er plötzlich von einem seiner Verfolger erneut angegriffen. Er verschwand in einem Sturzflug in einer Kumuluswolke. Ich atmete auf, denn das war meiner Ansicht nach seine Rettung.

Zu Hause angekommen, erzählte ich, was ich gesehen hatte, und erfuhr, daß es Holck, mein alter Kampfgenosse aus dem Osten, war, der vor kurzem vor Verdun Jagdflieger geworden war. Mit Kopfschuß war Graf Holck senkrecht abgestürzt. Es ging mir sehr nahe, denn er war nicht bloß ein Vorbild an Schneid, er war eben auch als Mensch eine Persönlichkeit, wie es nur wenige gibt.

Quelle: „Der Rote Kampfflieger“ von Rittmeister Manfred Freiherr von Richthofen

Wieder bei Douaumont

Am 30. April kehrte er von einem Luftkampf über dem Douaumont zurück und war mit nahezu leerem Tank und nur noch zwei halben Trommeln Munition in den beiden Maschinengewehren bereits im Landen, als er ein französisches Aufklärungsflugzeug bemerkte, das unangefochten in das deutsche Hinterland pirschte. Da zog er noch einmal hoch. Benzin und Munition reichten, den fliehenden Caudron abzuschießen, aber nicht mehr, den Kampf mit den sichernden französischen Jägern aufzunehmen, die den Aufklärer begleitet hatten. Er wurde von rückwärts abgeschossen; sein Fokker stürzte zwischen die Linien. In der Nacht barg Holcks Bursche, der auch Betreuer des Reiters Holck gewesen war, die Leiche seines Herrn. Holck war durch Kopfschuss gefallen. Einmal, ein erstes und ein letztes Mal hatte er doch ein Finish geritten.

(Quelle: Kavalkade: Eine Chronik von Reitern und Pferden 1950 )

Holck wurde in die Heimat überführt und auf dem Friedhof Hamburg- Niensteden beerdigt.

Grabstätte Fam. Holck