Leutnant Hugo Berentelg

Samstag, 28. November; morgens 9.30

Noch halbdunkel; auch sonst unter dem Eindruck der Nacht. Um 10.20 Trompetensignale bei den Franzosen und zwar so, daß der Trompeter von 5./140 zu 3./144 ging. Natürlich Kompanie alarmiert und kampfbereit. Aber natürlich ausgeschlossen, daß die Franzosen ihren Angriff uns erst mitteilen. Also andere Deutung. Gestern oder heute Entscheidung bei Calais erwartet.
Etwa gefallen zu Gunsten der Franzosen; also grande victoire? Schneider der Schwarzseher hält das für einzige mögliche Erklärung. Habe opponiert; schlimmstenfalls könne, momentaner Erfolg der Franzosen als Entscheidungssieg von der Pariser Presse gemeldet worden sein; glaube aber auch daran noch nicht; denn dann würden die Franzosen uns das zugerufen haben.
Halte es für wahrscheinlich, daß es nur zu unserer Beunruhigung dienen sollte. Natürlich ist die Spannung, mit der man Nachricht von Calais erwartet, jetzt noch gestiegen.
Vor drei, vier Tagen haben wir die Franzosen abends 9 Uhr durch „Hurrah“ (Befehl der Division) wegen 40.000 russischen Gefangenen in Schrecken gejagt. Heftiges Artillerie- und Infanteriefeuer der Franzosen quittierte, sodaß wir in den naßkalten Unterstand kletterten, den wir in den letzten Nächten überhaupt öfters haben aufsuchen müssen, da die französische Granaten in bedrohlicher Nähe einschlugen.
Franzosen und unsere Posten Antrittbesuche gemacht. Nach längerem Hin- und Herrufen haben sich beide auf halbem Wege getroffen; Tabak, Wein, Schnaps, Zeitungen ausgetauscht. Der „Petit Parisien“ war besonders für mich interessant. Allerdings kam im Augenblick, als ich anfing zu lesen, Anfrage vom Bataillon, warum Zeitungen nicht sofort zurückgestellt. Habe aber die Ordonnanz ruhig Stunde warten lassen. Habe auch Interesse daran! Nicht totes Rad an der Maschine! Jablonski entgegnet, ich solle mir solche Scherze in Zukunft sparen. Mahlzeit! Wie Jablonski seine höheren Vorgesetzten würde warten lassen, weiß ich ganz genau – Na, Inhalt: Fester Glaube an den Sieg der Verbündeten; der Tatenweg [Tatendrang ?] der Franzosen, die wirtschaftliche finanzielle Organisation Englands sowie die
hervorragende Strategie Rußlands bürgten für Erfolg, so lautete z.B. das Resümee eines Artikels.
Ein anderes: Die Bayern wollten nicht mehr für den Kaiser kämpfen, denn von ihren 300.000 seien nur noch 110.000 übrig. Die Zahlen mögen stimmen, denn die Verluste der sich hervorragend schlagenden Bayern mögen 60 – 70% betragen; aber deren Kampfeslust werden die Feinde noch wohl zu fühlen bekommen.
Der persönliche Verkehr der Posten mit den Franzosen von [Kommandanten des Bataillons] II./144, dem wir unterstehen, verboten.
Darf auch nicht sein, obgleich es heißt, die 34.Division habe auf diese Weise, d.h. durch Liebesgaben, fünfhundert Franzosen zum Übertritt veranlaßt. Bin Gegner dieser Methode. Bankrott unserer bisherigen Kriegsführung. Letztere würde zur Posse. Tatendrang würde abnehmen; ganz abgesehen von der Gefährdung durch Einblick in unsere Stellung; gefährliches Wort des Postens etc.
Schließe dieses Buch in entscheidungsvoller Stunde: Ist die Entscheidung bei Calais schon gefallen? Tatsächlich zu Gunsten der Franzosen? Schneiders Pessimismus hatte mich in der schlaflosen Stunde der letzten Nacht auch ein wenig gefaßt, sodaß ich nun schon die Ereignisse, die zur Schlacht am Birkenbaum führten, dachte. Ferner wird Hindenburg seinen Sieg noch mehr ausnützen können?

Freitag, 11. Dezember 1914


Diese Zeilen werden im tiefsten Unterstande bei Kerzenlicht geschrieben, 9.30 morgens. Man „steht“ morgens schon recht früh auf. Da bei Tage kein Rauch gesehen werden darf, kann nur in der Dunkelheit Feuer angemacht werden. Um 7 Uhr morgens wird daher schon das Feuer angefacht. Um 8 – 8.30 ist unser Frühstück, das wirklich „kriegsstark“ ist in letzter Zeit, beendet. Glücklicherweise waren gestern wieder Kerzen zu kaufen, sodaß man nicht ständig im Dunkel zu hausen braucht. Bei Tage haben wir freilich nur selten die Kerzen brennen; Zeitungen liest Schneider, auf halber Treppe sitzend, vor, bei einigermaßen ausreichendem Tageslicht, während ich mich in dem innersten Winkel des Unterstandes verkrieche und lausche und öfters den Lesenden durch Kommentare unterbreche. Lese gern mit Schneider zusammen, da er ziemlich urteilsfähig ist; freilich etwas Schwarzseher. Briefe etc. wurden bis vor acht Tagen in dem alten Unterstande geschrieben. Seitdem aber ein Volltreffer das Dach davon zerstörte, ist es da aus Sicherheitsgründen und auch sonst (naß, zugig) zu ungemütlich. Bislang daher der Briefwechsel auf „halber Treppe“ erledigt. Auf der einen breiten Stufe steht der dem „Stabe“ entzogene Stuhl, den man jetzt gar nicht mehr entbehren könnte. Essen seit drei Wochen ausreichend, da vieles geschickt wurde (von Berta, Recke …).
Feldküchenessen, das seit vier Wochen morgens im Dunkel, gleichzeitig mit Post und Brot, geholt wird, ist allmählich nicht mehr zu essen. Viele Leute verzichten darauf; ständig derselbe Papp. Ich esse bislang ziemlich „resolut“ durch, da es nahrhaft ist und anderseits im allgemeinen auch bekömmlich.
Seit drei Tagen kommt der „Merkur“ wieder, wie früher unregelmäßig, die Nummer 1 kam zwei Tage nach Nr. 2. Meine Ehrung durch Eisernes Kreuz stand sehr spät in der Nummer vom 3. Dezember – Aus den vielen Karten meiner Quartaner ersehe ich, daß denen das E. K., das ihren Ordinarius ziert, sehr große Freude macht. Freue mich wirklich auf den Augenblick, wo ich wieder vor diese munteren Jungen treten kann.
Lage: Seit (ungefähr) fünf Tagen erwarten wir sehnlichst Nachricht über die Vervollständigung des Hindenburg-Sieges über 2. und 3. russische Armee, die uns hier am 7. bereits amtlich gemeldet wurde. Daß diese Schlacht den russischen Feldzug zum Abschluß bringt, also in diesem Sinne „entscheidend“ ist, glaube ich nicht. Daß Hindenburg der Sieger bleibt in dem Ringen dieser Woche, glaube ich fest; dafür spricht, der bisherige Verlauf des Krieges im Osten Aber vielleicht ist es doch nur ein Pyrrhussieg. Denn können wir wirklich, ohne die Hälfte der Leute zu verlieren, den doppelt überlegenen Gegner vernichten? Wenn ja, dann hätte die Kunst der Strategie ihren Gipfelpunkt erreicht.
Wage es nicht zu hoffen. denke mir den Verlauf so: Russen haben sehr starke Verluste; wir desgleichen; verfolgen aber doch und es wird bei der beiderseitigen Erschöpfung zum Stellungskrieg kommen, wie er hier in Frankreich geführt wird. Der Erfolg wäre dann also auf unserer Seite, denn der berühmte russische Vorstoß würde wohl endgültig aufgehoben, und damit unsere westlichen Gegner um den stärksten Trumpf ärmer gemacht.
Wie sich der Verlauf des Krieges weiter gestaltet, darüber Vermutungen auszusprechen, würde jeder Grundlage entbehren. Man wird darin vorsichtig, nachdem vieles so anders gekommen ist, als man gedacht hatte. Welche Überraschungen hat der Krieg nicht meinen Anschauungen gebracht?

  1. Hielt bis zum letzten Augenblick Weltkrieg überhaupt für
    ausgeschlossen! „Das Risiko ist zu groß“.
  2. Englands Teilnahme hielt ich für sehr unwahrscheinlich;
    hielt bis dahin England für zu anständig, um den Kriegsmachern
    zu helfen;
  3. Japans Verhalten!
  4. Dauer des Stellungskrieges!
  5. Einzelne deutsche Erfolge frappant
  6. Sedan

Sehr hat mir auch Bethmanns Rede im Reichstag gefallen: Rußland äußerer, England innerer Anstifter des Krieges; sehr gut!
Über Italien schwieg er sich aus!

Sylvester 1914, 9.30 vormittags
bei Kerzenlicht in der Höhle.

Ja, Balkan, Serbien! Wieder mal eine Überraschung. Potiorek, der auf dem Wege nach Nisch war, hat vor serbischer Übermacht ganz Serbien, selbst Belgrad, unter empfindlichen Verlusten räumen müssen! Serben sollen französische Unterstützung bekommen haben. Die Aufgabe Belgrads recht unangenehm.
Mögen tatsächlich Österreichs Truppen dort noch so schwach gewesen sein, sodaß neuerlich „strategischer Rückzug und Neugruppierung“ geboten erschien, das Prestige Österreichs hat auf alle Fälle auf dem Balkan gelitten. Es mag sich in manchen Köpfen die Vorstellung Raum verschaffen, Österreich leiste, wo es allein sei, kläglich wenig. Ich halte Österreich für militärisch durchaus leistungsfähig; allein der Besitz der Motorbatterien zeigt doch, daß es den Forderungen unserer Tage gewachsen gewesen ist; und forsch ist der Österreicher, Ungar, immer gewesen.
Sie haben auch an der großen Schlacht in Ponten im Dezember bedeutenden Anteil, wie die Zahl der von ihnen gefangenen Russen beweist. Im übrigen ist Marderbrücke wieder hergestellt.
Französische Munition und Lebensmittel treffen, nach Rußland Donau aufwärts! Wie ist das möglich! Zwei russische Schiffe mit Munition nach Meldung von gestern in der Donau gesunken! Dürfen denn russische Schiffe die Donau befahren?! Die Türkei scheint Rußland keine großen Schwierigkeiten zu machen. Von Konstantinopel freilich oft Siege gemeldet, aber was ist davon wahr? Es heißt, das türkische Gros nähere sich dem Sieg. Vielversprechend scheint das Vorgehen der Sudanneger der Somme zu sein. Daß wir den Türken Unterstützung, besonders an Kriegsmaterial, nach Ägypten schickten, glaube ich sicher; Voraussetzung: Bulgarien zu uns. Bedienungsmannschaft für Artillerie und Maschinengewehre werden auch wohl hingehen. Wie wäre an England sonst beizukommen?

  1. Landung? Gewiß war die Beschießung der Ostküste eine hervorragende Tat! Zum 1. Mal floß in England Blut!
    Aber Landung von Truppenmassen setzt doch Vernichtung der englischen Flotte voraus.
  2. „Aushungern“, davon plaudert Tirpitz: Durch unsere vielen Unterseeboote würden wir Handelsschiffe alle vernichten können und dadurch England die Zufuhr abschneiden.
    Halte diesen Weg für eher möglich. Halte folgendes für wahrscheinlich:
  3. Zahlreiche Zeppeline wüten über dem Lande und auf dem
    Wasser.
  4. Anzahl Unterseeboote bedroht Englands Zufuhr und vernichtet Teil der englischen Flotte.
  5. Wenn alles klappt, kann unsere Flotte dann den Kampf
    zum Schluß mit der englischen aufnehmen.

Bin daher der Ansicht, daß wir uns doch sobald wie möglich daran machen, die Kanalküste als Operationsgebiet und Basis in unseren Besitz aufzunehmen, hängt natürlich von der Entwicklung der Dinge in Rußland ab. Nehme an, daß wir dort die Stellung, die die Russen auf ihrem Rückzuge zur Deckung des Weichselüberganges bezogen haben, bald nehmen; (vielleicht ist sie schon genommen.) Ob wir …

Fortsetzung: Neujahrstag 12 Uhr mittags

Also das neue Jahr erlebt. Für Zivilberuf fehlt also jetzt nur noch ein Jahr, um Anrecht auf Pension für die Hinterbliebenen geltend machen zu können.
Weihnachten, Neujahr hier! Ganz gewiß auch nach Ostern kein Friede. Es wird Spätsommer werden. Habe mich an Schneiders Seite an den Feiertagen ziemlich gut über Heimwehgefühle hinwegsetzen können. Die stille heilige Nacht ward entweiht durch ein furchtbares Feuer des Feindes, Artillerie, Bomben. Hatten am Heiligabend in unserer neuen Höhle die Erbauer zu uns eingeladen: Schellak, Krause, Jebri, Jablonski, Cablinsky, dazu Förster. Weihnachtsbaum (von Maria Mettingen und den Schülern) und Tee mit Rum, dazu Gebäck und vor allem der Gesang der schönen Weihnachts- und Volkslieder befriedigte sichtlich alle, nicht zuletzt mich. Am Weihnachtstage selbst beging ich mit Gruppe Feldkamp eine kleine Weihnachtsfeier; dort war der Weihnachtsbaum des Zuges. Suchte durch
das Kriegsgebet noch mehr die religiöse Seite des Tages zum Bewußtsein zu bringen. War so recht was für mein Gemüt. Am Abend nach dem Essen las man die heimatlichen Briefe, versenkte sich in das Bild der drei Teuersten. Schöne Stunden.
Ein anderer seltsamer Moment: Habe in der Weihnacht draußen einige Zeit den sternklaren Himmel betrachtet und der Mondsichel einen Gruß an die Lieben zugewinkt. Wetter an den Tagen prächtig, trockener Frost. Seitdem aber Regen; sodaß in unserer Höhle in drei Konservenbüchsen und einem Schangel Kochgeschirr das von der Zeltbahn laufende Wasser aufgefangen
wird. Die Wände sind natürlich auch nur an wenigen Stellen trocken.
Große Genugtuung gewährt uns augenblicklich die anscheinend richtige Meldung über die dreitausend englischen Toten, zu deren Beerdigung zwei Tage Waffenstillstand von uns gewährt sei. „Gott strafe England! Er strafe es!“ Mich beunruhigt etwas die Frage der Dardanellen. Eine starke Flotte geht nach letzter Meldung gegen sie vor. Dann würde Konstantinopel ja bald frei.

Schützengraben bei Four de Paris

10. Januar 1915, 5.00 abends,
im Unterstand bei Kerzenlicht

Dauernd regnerisches bzw. nässendes Wetter. In den Unterständen ist’s überall sehr naß; man liegt unter nassen Decken. Das Feuer, das von 7 – 8 Uhr vormittags und um 6 – 9 nachmittags brennt, bringt mehr Rauch als Wärme. Das Holzzerkleinern habe ich mir vorbehalten, um etwas Bewegung zu haben. Neben Rödings Unterstand ist günstiger Platz dafür. –
Gestern abend zum 1. Mal im Feldzuge Skat gespielt. Anlaß: Murman und _ zu Hptm. Winter, Schneider und ich zu Holterm. und bei Grog (der zuletzt aus Mangel an Stoff mit Kompanieschnaps gemengt wurde) den Abend bis 1 Uhr verbracht.
Wedler von 8./144 und neuer Artillerist, der von Cernay her die Berta und Genossinnen beschießen soll, leisteten uns von 11.30 bis 1 Uhr Gesellschaft. Der Artillerist war ziemlich herumgekommen auf dem Kriegsschauplatz. Nancy, Metz, Antwerpen, Nieuwpoort – Cernay. ……. – Wir dauernd in Spannung!


1.) Wie wird’s sein bei Verdun? Soll hier ein Schlag geführt werden? Artillerie ist verstärkt worden; schon wird mehr als sonst vorgegangen: Gestern 1.200 Gefangenen gemacht und vier Schützengräben in Richtung auf wichtige Höhe genommen; vorher allerdings sollen die 135er schwer beschossen worden sein, wobei von 7. Kompanie z.B. nur 35 Mann geblieben seien. Die 34. Division ist anscheinend heute am kämpfen; man hört das Feuer. – Oder wird die französische „Offensive Joffre“ doch noch Erfolg erzielen. Wir werden in den letzten Tagen sehr stark beschossen;
9./144 z. B. hat in diesen zehn Januartagen 56 Mann Verluste. Artillerie und Minen, das sind die bösen Waffen, denen wir nichts Gleiches gegenüberstellen können. Immerhin halten wir die Stellung, auch wenn unsere Artillerie weiterhin versagt. Die französische Offensive würde hier scheitern; auserlesen und zu sterben bereit ist unsere Linie. Unsere Posten wissen, daß es kein Verlassen des Schützengrabens nach rückwärts geben kann und passen daher auf.


2.) Wird sich vielleicht im Oberelsaß ein größerer Zusammenstoß entwickeln: Sah gestern zum ersten Mal Karte von dem Gebiet; staunte, daß die Franzosen ein so großes Gebiet von Oberelsaß besetzt haben. Treten wir ihnen da vielleicht, hinreichend weit von Belfort, mit stärkerer Macht entgegen? Daß die Franzosen gerade dort etwas beabsichtigen, geht aus dem öfteren Fliegerbombardement Freiburgs hervor. Vor acht Tagen wurde Landung großer indischer Truppenteile in Marseille von einem Schweizer
Blatt gemeldet; sollten die bei Mühlhausen eingesetzt werden? Und gleichzeitig die Engländer, die nach Zeitungsbericht der letzten Tage sechs neue Armeen aufgestellt hatten, im Norden bei Arras einen entscheidenden
Schlag tun? In beiden Fällen könnte man an ein Vorgehen nach Verdun nicht denken, obgleich nach zerrissenen Parolen am 15. des Monats Beschießung Verduns und Vorgehen auf der ganzen Linie in Aussicht genommen sein sollte.


3.) Wie wird’s im Osten? Werden wir die Russen vor Warschau, wo jetzt gekämpft wird, von neuem besiegen und dann Warschau beschießen und einnehmen? Man ist verwöhnt, man glaubt schon durch die Siegesnachricht vom 01 – 18. Dezember, daß die russische Armee aufgerieben sei! Oder Stellungskrieg? Oder weiterer Rückzug vor russischer
Übermacht? Gelingt den Russen Vorstoß l. Karpaten auf Budapest zu? Nein!

4.) Wird England gefaßt werden können? Prächtig die Tat des Unterseeboots in Plymouth! Also dort sind die englische Schiffe schon nicht mehr sicher! Tirpitz äußert im Interview mit Amerikanern, daß wir mit dem Unterseeboot England die Zufuhr abschneiden würden! Diese Äußerung mir ganz unverständlich! Haben wir ernstlich diese Absicht, warum wird sie dann ausgeplaudert? Einzige Erklärung: Druck auf Amerika ausüben, das seine Handelsflotte und Güter dadurch gefährdet sieht und vielleicht die Lieferung an die Entente eher einstellen würde.

Heute Samstag! Weckt Erinnerung an den letzten Samstag in Münster! Dazu heute (desgleichen gestern und morgen) Buß und Bittage im katholischen Deutschland. Daher selbst in gedrückter, wehmütiger Stimmung. – Trage übrigens Trauring im Portemonnaie, sobald Gefahr in Verzug; nicht immer im Portemonnaie (seit Vauquois).