Brief des Oberarztes Dr. Mölleney an den Kompanieführer

Feldpost – Brief des Oberarztes Dr. Mölleney an den Kompanieführer

 

Gedenkbuch Gustav Schmidt

 

 

 

 

 

 

 

Gedenkbuch Gustav Schmidt

 

 

 

 

 

 

 

Gedenkbuch Gustav Schmidt

 

 

 

 

 

 

 

Gedenkbuch Gustav Schmidt

 

 

 

 

 

 

 

Abschrift , 12.XII

Lieber Herr Szrepanski

Ihrem Wunsch kann ich heute entsprechen und sende Ihnen die fertiggestellten Abzüge. Ich bedauere lebhaft, Ihnen nicht mehr senden zu können. Wir haben alles durchgesucht – leider ist aber bei unserem Umzug die Platte, die Unteroffizier Schmidt allein zeigte, verloren gegangen. Diese beiden sind die beiden einzigen noch hier befindlichen Aufnahmen. Vielleicht aber hat Kroll noch eine Platte von ihm. Leider konnte ich Ihnen auch die Platten nicht senden, die Nachfrage nach Abzügen ist so erheblich, daß der Photograph sie noch fast jeden Tag gebraucht. Auf der Rückseite habe ich einige Erläuterungen zu den Bildern gegeben. Das Bild: Eisenbahntrupp zeigt Schmidt in ausgezeichneter Weise. Sein Trupp hat bei dem Septemberangriff, wie sie sehen, sehr gelitten. Die letzte Ruhestätte unseres lieben Schmidt wird mit großer Liebe gepflegt. Lassen Sie bitte die Eltern auch wissen, daß das Grab nicht ein Massengrab ist, sondern daß jeder einzeln liegt und nur der Grabhügel gemeinsam ist. Wenn man vor dem Grab steht, so liegt Schmidt als zweiter von links.Vielleicht ist auch das den Eltern lieb zu wissen. Das Fehlen unseres lieben Schmidt macht sich sehr fühlbar. Er war uns allen ein lieber Kamerad und wegen seiner Tüchtigkeit hochgeschätzt. Noch in der Nacht vor seinem Tode war ich mit ihm zusammen in einem furchtbaren Schrapnellfeuer und Minenfeuer – in solcher Situation benahm sich Schmidt hervorragend. So ist er auch bei dem eigentlichem Sturm am 25. IX mit todverachtender Tapferkeit vorgestürmt, ein glänzendes Beispiel wahren Heldenmuts und hat seine Treue gegenüber seinem Vaterland mit seinem Herzblut besiegelt. Mitten ins Herz traf ihn der Tod, unmittelbar war seinem Leben dies Ziel gesetzt. Auf einen solchen Sohn können seine Eltern stolz sein- er war in Wahrheit ein Held.

Herzliche Grüße

Dr. Mölleney

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