Auf dem Friedhof Saint-Mihiel sind 6.046 deutsche Tote des Ersten Weltkrieges begraben. Außerdem fanden hier zwei Soldaten der k.u.k. Österreichisch-Ungarischen Armee ihre letzte Ruhestätte. Nach dem Krieg fanden umfangreiche Zubettungsarbeiten aus St. Mihiel und Umgebung statt.

Die Gestaltung von Kriegsgräbern und Soldatenfriedhöfen wurde erstmals im Ersten Weltkrieg durch den Gesetzgeber geregelt. Die allgemeine Wehrpflicht hatte für eine Besserstellung des Soldatenstandes gesorgt, nun wurden auch weitestgehend einfache Soldaten in Einzelgräbern bestattet. Nach Kriegsbeginn waren zunächst die Etappeninspektionen für deren Anlage und Pflege zuständig. Als sich der Krieg in die Länge zog, wurde man gewahr, dass viele Einheiten direkt hinter der Front, teils in dichten Wäldern, Friedhöfe und Denkmäler errichtet hatten.
Nach Kriegsende
Diese konnten jedoch nach Kriegsende nicht weiter gepflegt werden. Nach dem Krieg begann der französische Staat mit dem Auflösen kleinerer Friedhöfe und dem Anlegen von Sammelfriedhöfen. Ab 1923 folgte der deutsche Volksbund mit Umbettungsarbeiten und der Errichtung individueller deutscher Soldatenfriedhöfe in Belgien und Frankreich. Im Gegensatz zu den europäischen Nachbarn – dort gibt es staatliche Stellen für den Erhalt der Soldatenfriedhöfe – hat damit bis heute eine private, gemeinnützige Organisation die Pflege und Instandhaltung übernommen. Sie finanziert sich durch Spenden und Sammelaktionen. An dieser Stelle sei uns der Hinweis gestattet, dass auch zahlreiche Zivilarbeiter und Krankenschwestern ihre letzte Ruhestätte dort gefunden haben.
Der Sanitätsbericht des Deutschen Heeres schreibt für den September 1914 über die Lazarette in St. Mihiel:
Die Sanitätskompanie 3 errichtete in Senonville und St. Mihiel mit je einem Zuge Hauptverbandsplätze. Am 26. September vereinte sich die ganze Sanitätskompanie 3 auf dem Hauptverbandsplatz St. Mihiel und barg 300 deutsche und französische Verwundete. Auch in den folgenden Tagen versorgte sie etwa täglich 80 bis 150 Verwundete. St. Mihiel wurde täglich heftig beschossen. Vor den Stellungen lagen 800 Tote, die wegen des dauernden Schießens nicht begraben werden konnten, sie wurden deshalb 2 Tage später, als man sie immer noch nicht bergen konnte, mit Chlorkalk bestreut.
Am 28. September setzte der Korpsarzt das Feldlazarett 5 im Hospital St. Anne ein und übernahm von der Sanitätskompanie 3 194 Verwundete (größtenteils Franzosen). Die hygienischen Verhältnisse waren gut. Die Wasserleitung stellte man wieder her. Französische Frauen vom Roten Kreuz halfen die Verwundeten pflegen. St. Mihiel lag im feindlichen Artilleriefeuer. Der Abschub der Verwundeten aus dem Lazarett war dadurch oft mehrere Tage unterbrochen. Nach dem Rapport wurden behandelt: 152 Verwundete (25 Franzosen) und 37 Kranke (17 Franzosen). 5 deutsche und 2 französische Verwundete starben.
Im September 2023 hat die UNESCO 139 Friedhöfe des Ersten Weltkrieges zu Weltkulturerbestätten erklärt. 24 deutsche Grabanlagen sind in Obhut des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V..
St.-Mihiel ist einer der ausgewählten Soldatenfriedhöfe.




Etwa 1800 m südöstlich des Soldatenfriedhofs befindet sich ein betonierter deutscher Unterstand, der im Ersten Weltkrieg als Verbandsplatz diente. Der Abtransport der Verwundeten erfolgte mit Hilfe einer Schmalspurbahn im Pferdebetrieb.

Wo zu finden: