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Der Soldatenfriedhof Bellefontaine

Die Gestaltung von Kriegsgräbern und Soldatenfriedhöfen wurde erstmals im Ersten Weltkrieg durch den Gesetzgeber geregelt. Die allgemeine Wehrpflicht hatte für eine Besserstellung des Soldatenstandes gesorgt, nun wurden auch weitestgehend einfache Soldaten in Einzelgräbern bestattet. Nach Kriegsbeginn waren zunächst die Etappeninspektionen für deren Anlage und Pflege zuständig. Als sich der Krieg in die Länge zog, wurde man gewahr, dass viele Einheiten direkt hinter der Front, teils in dichten Wäldern, Friedhöfe und Denkmäler errichtet hatten.

Nach Kriegsende

Diese konnten jedoch nach Kriegsende nicht weiter gepflegt werden. Nach dem Krieg begann der französische Staat mit dem Auflösen kleinerer Friedhöfe und dem Anlegen von Sammelfriedhöfen. Ab 1923 folgte der deutsche Volksbund mit Umbettungsarbeiten und der Errichtung individueller deutscher Soldatenfriedhöfe in Belgien und Frankreich. Im Gegensatz zu den europäischen Nachbarn – dort gibt es staatliche Stellen für den Erhalt der Soldatenfriedhöfe –  hat damit bis heute eine private, gemeinnützige Organisation die Pflege und Instandhaltung übernommen. Sie finanziert sich durch Spenden und Sammelaktionen. An dieser Stelle sei uns der Hinweis gestattet, dass auch zahlreiche Zivilarbeiter und Krankenschwestern ihre letzte Ruhestätte dort gefunden haben.

Hier ruhen 1.288 gefallene Deutsche und 288 gefallene Franzosen sowie 28 Österreicher, 29 Italiener und 17 Russen des Ersten Weltkrieges.

Hier verlinken wir die Artikelserie über die Vergessenen Österreicher.

Bilder der Kriegsgräberstätte
Bellefontaine
Blick auf das deutsche und französische Gräberfeld
Die Schlacht bei Longwy

Die Kämpfe auf dem Höhenzug von Bellefontaine gehörten zur Schlacht bei Longwy 22. und 23. August 1914. Auf dem Höhenzug kam es zu einem Begegnungsgefecht der 9. Infanterie-Division mit der 7. französischen „Division d‘ Infanterie“. Diese Kämpfe waren ein Teil der sogenannten Grenzschlachten zu Beginn des Ersten Weltkriegs.
Die Toten wurden zunächst auf 9 kleineren Friedhöfen im Umfeld von Virton und Ethe bestattet und 1957 vom Volksbund nach Bellefontaine umgebettet.

Bellefontaine
Der Höhenzug von Bellefontaine zwischen Virton und Etalle
Aus dem Sanitätsbericht des Deutschen Heeres:

Die 3. Kavallerie-Division ging am 22. August in der Lücke zwischen 4. und 5. Armee bei St. Marie und Bellefontaine gegen den Feind vor und hatte im Gefecht etwa 50 Verwundete, die sie nach St. Marie brachte und unter der Obhut eines Truppenarztes ließ.
Das V. Armeekorps ging am 22. August mit der 9. Infanterie-Division auf der Chaussee Etalle – Virton, mit der 10. Infanterie-Division von Etalle über Buzenol auf Ethe (Virton) vor. Das Korps hatte Vance als Leichtverwundetensammelplatz bestimmt, Feldlazarette der I. und später II. Staffel sollten den Dienst versehen. Beide Divisionen standen um 6 Uhr an den Eisenbahnübergängen. Die 9. Infanterie-Division entwickelte sich um 7 Uhr gegen die bei Meix, Robelmont, Virton stehenden feindlichen Kräfte. Gegen 10 Uhr errichtete die Sanitätskompanie 1 im Walde neben der Chaussee in Höhe von Robelmont nach Abholzung des überall dichten Gehölzes den Hauptverbandsplatz.

Trinkwasser fehlte und wurde von der an der Chaussee haltenden Sanitätskompanie 3 in Wassersäcken vorgebracht. Gebrauchswasser lieferte ein Waldbach. Verwundete strömten reichlich zu, so dass die Sanitätsoffiziere der Sanitätskompanie 3 zur Unterstützung herangezogen wurden. Ein Wagenhalteplatz brauchte wegen der Nähe des Gefechtsfeldes nicht angelegt zu werden; dagegen mußten die Verwundeten auf Tragen und selbstgefertigten Nottragen bis 7 km weit herangetragen werden. Gegen 13 Uhr verlegte die Sanitätskompanie 1 den Hauptverbandsplatz aus dem Artilleriefeuer 3 km zurück bis südwestlich von Höhe 332. Gegen 17 Uhr errichtete die Sanitätskompanie 3 auf der alten Stelle ihrerseits einen Hauptverbandsplatz, doch mußte auch sie diesen bald infolge des Artilleriefeuers um 1 1/2 km zurücknehmen. Hinter der Front waren eine Reihe Truppenverbandsplätze angelegt. Die Krankenwagen der Sanitätskompanie fuhren die Verwundeten nach den Feldlazaretten 3 in Fratin und 2 in Etalle, die sich mittags auf Befehl des Korpsarztes dort eingerichtet hatten.

Kurze Notiz im Sanitätsbericht über das Massaker von Etalle am 22. August 1914

In Etalle überfielen am 22. August abends Einwohner das Generalkommando mit Gewehrfeuer; dabei fiel ein Unterarzt des Feldlazaretts 2; der Ort wurde größtenteils eingeäschert.
Anm.: Dabei kamen 19 Bewohner um und etwa 30 Gebäude verbrannten.

Am 23. August setzte das Korps den Angriff fort. Die 9. Infanterie-Division lag im Artilleriekampf gegen Virton. Beide Sanitätskompanien arbeiteten angestrengt. Die Sanitätskompanie 3 gab die Zahl der in 26 Stunden versorgten Verwundeten mit etwa 600 an; 19 starben. Die Überfüllung der Straßen mit Fahrzeugen erschwerte sehr die Abbeförderung der Verwundeten nach den Feldlazaretten Fratin und Etalle.

Später schreibt die 9. Infanterie-Division:

Beim Vormarsch zeigten sich in Ethe und Gomery furchtbare Spuren des Franciteurkrieges, der von der aufgehetzten Bevölkerung sogar unter dem Schutzes des Roten Kreuzes nach einem gewissen Plan durchgeführt wurde. Das deutsche Rote Kreuz wurde nicht beachtet.
Anm.: Dabei kamen 218 Bewohner um und etwa 256 Gebäude verbrannten.


Soldatenfriedhöfe im Raum Verdun

55150 Azannes-et-Soumazannes, Frankreich

D66, 55150 Azannes-et-Soumazannes, Frankreich

54260 Charency-Vezin, Frankreich

2 Rue Adrien Picart, 55110 Dannevoux, Frankreich

1 Rue Somme Arné, 08310 Saint-Étienne-à-Arnes, Frankreich

51600 Souain-Perthes-lès-Hurlus, Frankreich

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Soldatenfriedhöfe

Der Soldatenfriedhof Musson-Baranzy

Die Gestaltung von Kriegsgräbern und Soldatenfriedhöfen wurde erstmals im Ersten Weltkrieg durch den Gesetzgeber geregelt. Die allgemeine Wehrpflicht hatte für eine Besserstellung des Soldatenstandes gesorgt, nun wurden auch weitestgehend einfache Soldaten in Einzelgräbern bestattet. Nach Kriegsbeginn waren zunächst die Etappeninspektionen für deren Anlage und Pflege zuständig. Als sich der Krieg in die Länge zog, wurde man gewahr, dass viele Einheiten direkt hinter der Front, teils in dichten Wäldern, Friedhöfe und Denkmäler errichtet hatten.

Nach Kriegsende

Nach dem Krieg begann der französische Staat mit dem Auflösen kleinerer Friedhöfe und dem Anlegen von Sammelfriedhöfen. Ab 1923 folgte der deutsche Volksbund mit Umbettungsarbeiten und der Errichtung individueller deutscher Soldatenfriedhöfe in Belgien und Frankreich. Im Gegensatz zu den europäischen Nachbarn – dort gibt es staatliche Stellen für den Erhalt der Soldatenfriedhöfe –  hat damit bis heute eine private, gemeinnützige Organisation die Pflege und Instandhaltung übernommen. Sie finanziert sich durch Spenden und Sammelaktionen. An dieser Stelle sei uns der Hinweis gestattet, dass auch zahlreiche Zivilarbeiter und Krankenschwestern ihre letzte Ruhestätte dort gefunden haben.

Soldatenfriedhöfe im Raum Verdun

55150 Azannes-et-Soumazannes, Frankreich

D66, 55150 Azannes-et-Soumazannes, Frankreich

54260 Charency-Vezin, Frankreich

2 Rue Adrien Picart, 55110 Dannevoux, Frankreich

1 Rue Somme Arné, 08310 Saint-Étienne-à-Arnes, Frankreich

51600 Souain-Perthes-lès-Hurlus, Frankreich

Der Soldatenfriedhof Musson-Baranzy

Die Tage vom 20. bis zum 24. August 1914 sind geprägt von der Grenzschlacht bei Longwy nahe der belgisch/ französischen Grenze. Die Soldaten des V. Armeekorps – IR 124, 125, 127 und 127 – kämpften gegen Soldaten der französischen Armee, die sich bei Virton bereit gestellt hatte.
Nach den Kämpfen bei Signeulx, Baranzy und Mussy-la-Ville werden Zivilisten zwangsverpflichtet insgesamt knapp 1000 Gefallene zu begraben. Dies geschieht auf 31 kleinen Friedhöfen, buchstäblich an jeder Hecke oder Straßenkreuzung. Die sterblichen Überreste von 251 deutschen Soldaten exumierte man 1917 und überführte sie nach Baranzy auf den von deutschen Truppen angelegten Friedhof.

Übersichtskarte zu den Kämpfen 1914 bei Longwy
Wo zu finden:
Baranzy, 6750 Musson, Belgien

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Verdun - rückwärtiger Bereich

Die Denkmäler in Cesse und Luzy-Saint-Martin

Die Kämpfe um Cesse und Luzy-Saint-Martin gehörten zu den Folgekämpfen nach der Schlacht um Longwy – 22. bis 25. August 1914. Diese Grenzschlacht führte die Heeresleitung entlang der Festungslinie Montmédy–Longuyon–Longwy, danach setzten die deutschen Verbände über die Maas, um die geschlagenen französischen Truppen zu verfolgen und endgültig zu vernichten.

Das Reichsarchiv schreibt zum 26. – 28. August 1914:
Das VI. Armeekorps vollends sah sich außerstande, eine Erleichterung der Lage des rechten Flügels herbeizuführen, da es nach Überschreiten der Maas auf heftigen Widerstand stieß. Der nachts und in den frühen Morgenstunden bei Martincourt übergegangenen 11. Infanterie-Division gelang es zwar, in erbitterten Kämpfen sich in Besitz der Dörfer Luzy und Cesse zu setzen, doch gewann ihr weiterer Angriff, der sich gegen den Ostrand des vorliegenden Waldes und gegen die Straße Laneuville – Beaumont richtete, nur sehr allmählich Boden. Der Feind ließ es an kräftigen Gegenstößen nicht fehlen und verstärkte sich zusehends. Sein Artilleriefeuer verursachte schwere Verluste. Auf den Höhen westlich Luzy und Cesse war die Angriffskraft der schlesischen Infanterie erschöpft. Feld- und schwere Artillerie vermochten aus ihren Stellungen vom jenseitigen Maas-Ufer nicht wirksam genug in die Kämpfe einzugreifen. Der Versuch, eine Feldbatterie über die Brücke in eine offene Feuerstellung bei Luzy vorzuziehen, endigte sehr bald mit ihrer Niederkämpfung. Die Pontonbrücke selbst war in Gefahr, eingeschossen zu werden, und wurde zeitweise ausgefahren.

Der Maasübergang

Während so das Gefecht der 11. Infanterie-Division bis zum Mittag mehr und mehr in ein kritisches Stadium geriet, gelang es der 12. Infanterie-Division, mit der 24. Infanterie-Brigade und einer Feldartillerie-Abteilung ungeachtet feindlichen Artilleriefeuers bei Inor den Übergang zu vollziehen und sich in leichterem Gefecht zunächst in dem westlich gelegenen Maas-Bogen festzusetzen. Als dann in den ersten Nachmittagsstunden unter der Wirkung des französischen Artilleriefeuers auf dem rechten Flügel der 11. Infanterie-Division rückgängige Bewegungen eintraten, die allerdings dank dem tatkräftigen Eingreifen der örtlichen Führung bei Luzy und am Bahndamm nördlich des Ortes zum Stillstand kamen, setzte der Kommandeur der 24. Infanterie-Brigade, Generalmajor v. d. Heyde, seine Infanterie zum flankierenden Vorstoß in südlicher Richtung durch den vorliegenden Wald an und brachte hierdurch den feindlichen Angriff gegen die Infanterie-Division nicht nur zum Stehen, sondern allmählich auch zum Zurückfluten. Auch das französische Artilleriefeuer wurde schwächer. Der rechte Flügel der 11. Division schloss sich dem Vorgehen an und trieb den Feind in den Wald zurück.

Eine ernste Krise aber war noch am Abend auf dem Südflügel der Armee beim VI. Armeekorps entstanden. Dort lebte nach Eintritt völliger Dunkelheit das französische Artillerie- und Infanteriefeuer schlagartig wieder zu großer Heftigkeit auf. Es übte eine erhebliche moralische Wirkung auf die durch die Eindrücke des schweren Kampftages bereits stark erschütterte Infanterie der 11. Division aus. In dichten, ungeordneten Haufen strömten Teile, darunter zahlreiche Verwundete, über die unter feindlichen Feuer liegende Pontonbrücke auf das andere Ufer zurück. Erst dort gelang es allmählich, die Zurückweichenden regimenterweise zu sammeln. Klarheit über die wirkliche Lage an der Front war vom Standpunkt des Divisionsstabes 1 km östlich Martincourt nicht zu gewinnen.

Bei Martincourt

Der Divisionskommandeur, Generalleutnant v. Webern, eilte daher persönlich an die Brückenstelle vor. In seiner Abwesenheit entwarf der an der Befehlsstelle zurückgebliebene Generalstabsoffizier für alle Fälle einen Befehl zur planmäßigen Räumung des linken Maas-Ufers und sandte den Entwurf dem Divisionskommandeur nach, damit dieser je nach seiner Auffassung der Lage über die Ausgabe des Befehls entscheiden sollte. Der mit Überbringung des Entwurfs beauftragte Offizier erhielt für den Fall, daß er den Divisionskommandeur nicht finden und die Lage es erforderlich machen sollte, die Ermächtigung, den Befehl selbstständig zur Durchführung zu bringen. Es hat sich nicht ermitteln lassen, ob dem General v. Webern der Befehlsentwurf vorgelegt und von ihm gutgeheißen worden ist, oder ob der betreffende Ordonnanzoffizier ihn selbstständig ausgegeben hat. Nur soviel steht fest, daß er bei drei Regimentern der Division gegen Mitternacht, bei dem zur 12. Infanterie-Division gehörigen Infanterie-Regiment 63 um 01.30 Uhr nachts durchgedrungen ist. Dieses Regiment hatte noch zwei Stunden zuvor bei Luzy einen Vorstoß feindlicher Infanterie in blutigem Handgemenge zurückgeworfen, wie überhaupt die vordere Linie nach wie vor gehalten worden war.

Luzy-Saint-Martin

Eine Übersichtstafel erläutert in französischer und deutscher Sprache die Ereignisse vom 26. und 27. August 1914.

Gliederung 11. Infanterie-Division
  • 21. Infanterie-Brigade (Breslau)
    • Grenadier-Regiment „König Friedrich Wilhelm II.“ (1. Schlesisches) Nr. 10 (Schweidnitz)
    • Füsilier-Regiment „General-Feldmarschall Graf Moltke“ (Schlesisches) Nr. 38 (Glatz)
    • 22. Infanterie-Brigade (Schweidnitz)
    • Grenadier-Regiment „König Friedrich III.“ (2. Schlesisches) Nr. 11 (Breslau)
    • 4. Niederschlesisches Infanterie-Regiment Nr. 51 (Breslau)
    • 2. Schlesisches Jäger-Bataillon Nr. 6 (Oels)
  • Jäger-Regiment zu Pferde Nr. 11 (Gleiwitz)
  • 11. Feldartillerie-Brigade
    • Feldartillerie-Regiment „von Peucker“ (1. Schlesisches) Nr. 6
    • 2. Schlesisches Feldartillerie-Regiment Nr. 42
  • 1. Kompanie/Schlesisches Pionier-Bataillon Nr. 6
Luzy-Saint-Martin
Die 5. Armee im August 1914 vor Verdun
Nach den Kämpfen

Nach den Kämpfen in Cesse und Luzy-Saint-Martin begruben die Deutschen die Leichen größtenteils mit Hilfe lokaler Arbeitskräfte.

Mehr als tausend Tote oder Vermisste wurden auf französischer Seite gezählt, und wir können eine entsprechende Menge an deutschen Verlusten schätzen. Die Bestattung der Leichen dauerte bis Mitte September. Die Toten befanden sich teilweise in einem solchen Zustand des Verfalls, dass sie die Verwendung von Eisenhaken erforderten, um sie vor der Bestattung auf Wagen zum Abtransport zu laden.
Zu Beginn der Besatzung errichteten die deutschen Truppen sieben Grabdenkmäler auf dem Gebiet der beiden Gemeinden, davon sechs in Luzy-Saint-Martin, an dem Ort Grand Truche, und eines in Cesse, an dem Ort Chaumont. Später wurden die Grabstätten aufgelöst und die Gefallenen nach Brieulles-sur-Meuse überführt.

Die Denkmäler
Luzy-Saint-Martin

Eins der zwei deutschen Denkmäler am Grand Truche. Neben dem ehemaligen Waldfriedhof sind es die einzigen erhaltenen Denkmäler aus der Zeit zu Beginn des Weltkrieges. Alle anderen Denkmäler aus dem Jahre 1914 sind nicht mehr aufzufinden.
Vor dem Wald am Horizont fließt die Maas entlang.

Das Grenadier-Regiment Nr. 11 berichtet:
Am Nachmittag beschoß unsere Artillerie, die dicht hinter den Vorposten aufgefahren war, die jenseitigen Höhen, ohne daß der Franzose erwiderte oder sonst ein Erfolg zu bemerken war. Gegen Abend setzte starkes Regenwetter ein, daß für ein unbeobachtetes Überschreiten des Maas günstig schien. Nach 12 Uhr nachts begann dann der Vormarsch. Gegen 2 Uhr erreichte das an der Spitze der Div. befindliche Gren.-Regt. 11den Fluß westl. Martincourt. 4./11 besetzt den Ort und 2./11 verlängerte die Stellung nach Nordwesten am Kanal entlang.

Zur Sicherung des Überganges wurden zunächst II./11 und die M.G.K als erste Truppe gegen 03.30 Uhr morgens am 27. August auf Pontons übergesetzt, da die Pontonbrücke noch nicht fertig war. Nur schwaches fdl. Inf.-Feuer setzte ein. Als bald darauf die Pionierbrücke passierbar wurde, ging das Überschreiten des Flusses schneller vor sich, so daß gegen 6 Uhr morgens das ganze Rgt. ohne die beiden zur Deckung des Überganges zurückgelassene Komp. (2./ und 4./) hinüber war.

Der Übergang

Rechts vom I.R. 51, das bald auch den Übergang bewerkstelligt hatte, entwickelte sich nun Gren.Regt. 11 nach Westen. Kurz darauf ging bei der Brigade die Meldung ein, daß der Feind nach Süden in Richtung Stenay abmarschiere. Daher wurde die Brigade mit breiter Front nach Süden entwickelt, wobei Regt. 11 aus Luzy und den mit Buschwerk besetzten Höhen westl. davon starkes Feuer erhielt. Die Schwenkung hatte bei dem plötzlichen Angriff nicht durchgeführt werden können, daher kamen beide Regimenter, 11 und 51, etwas durcheinander, was die Führung erschwerte. Bald griff auch die 21. I.B. in den Kampf, deren Regimenter (10 und 38) sich gleichfalls mit den anderen Verbänden vermischten. Gegen Mittag kam das Gefecht 800 m westl. Luzy zum Stehen, weil die anfangs zurückgewichene Inf. des Feindes sich hier eingegraben hatte und ein rasendes Schnellfeuer auf die deutschen Linien unterhielt.

Der weitere Kampf

Besonders wirksam war die vorzügliche franz. Artl., während die deutsche von den Höhen am rechten Maasufer leider vielfach die eigenen Truppen beschoß und dadurch schwer behinderte. Unter so schwierigen Verhältnissen begannen die deutschen Linien zu wanken, und es bedurfte des entschlossenen Eingreifens der Offz. und energischer Uoffz., darunter des Feldw. Heilmanns 3./11, die Schützen zum Aushalten zu bewegen. Nachdem es endlich erreicht war, die Artl. zu verständigen, gelang es durch einen kräftigen Vorstoß gegen die Höhen westl. Luzy, den Feind in das Fôret de Jaulney zurückzuwerfen.

Ein weiteres Vordringen in die dichten Waldungen war wegen der starken Verluste, der Vermischung der Verbände, die eine straffe Leistung fast unmöglich machte und der hereinbrechenden Dämmerung wegen nicht ratsam. Da der Gegner, dessen Artl. den Tag über sich ziemlich zurückgehalten hatte, von 7 Uhr abends an begann, das ganze Gelände bei Luzy und besonders auch den Maasübergang bei Martincourt in wirksamster Weise mit Granaten abzustreuen, wurde die am Bahndamm dicht nördl. Luzy gesammelte 22. I.B. gegen 12 Uhr nachts wieder über die Maas zurückgenommen.
Neben vielen Verwundeten hatte das Regt. an Gefallenen den Verlust von 9 Offz., 4 Feldw. und 130 Uo. und Mannschaften zu beklagen.

Luzy-Saint-Martin
Denkmal des Grenadier-Regiments Nr. 11 und des Infanterie-Regiments Nr. 51

Der aufgelassene Waldfriedhof in Luzy-Saint-Martin

Ein kleiner Pfad führt vom Picknickplatz am Grand Truche rechts den Hang hoch zum Waldrand. Der Soldatenfriedhof wurde in Form einer Rotunde errichtet. Ursprünglich waren dort die Gräber für 82 französische und 118 deutsche gefallene Soldaten, die vom nahen Schlachtfeld geborgen wurden. Später wurden die Leichen umgebettet; sie ruhen nun auf den zentralen Soldatenfriedhöfen von Brieulles-sur-Meuse.

Wo zu finden: