Bis zum Waffenstillstand

 In den ersten Monaten des Jahres 1918 wurden an der Westfront die großen Offensiven des Jahres 1918 vorbereitet („Michael“ 21. März und „Georg“ 09. April). Zur Ablenkung führten die deutschen Truppen zahlreiche Patrouillen und kleinere Unternehmungen durch. Nach Beginn der „Großen Schlacht in Frankreich“ flauten die Kämpfe im Raum Verdun merklich ab. Den ganzen Sommer über gab es kaum größere Kampfhandlungen.

Im August 1918 verstärkten österreichische Truppen des XVIII. Armeekorps unter Feldmarschall Goiginger die Deutschen vor Verdun. Sie waren jedoch für die Verhältnisse an der Westfront kaum ausgerüstet oder ausgebildet. Es wurden daher vom Sturmbataillon Rohr Nr. 5 in Beuveille Kurse für den Großkampf abgehalten. Schon am 21. August besetzten die Österreicher den Abschnitt Brabant.

 

Die Maas-Argonnen Offensive

Am 26. September begann die bis dahin größte französisch-amerikanische Offensive von der Champagne bis an die Maas. An diesem Tag herrschte dichter Nebel vor den Stellungen. Den angreifenden Amerikanern gelangen dadurch an diesem Tag große Geländegewinne. Danach blieb aber der Angriff stecken. Oft waren die amerikanischen Befehlshaber weit hinter ihren Einheiten. Die unerfahrenen Amerikaner setzten sich oft mit großem Mut bei unkoordinierten Infanterieangriffen dem deutschem MG Feuer aus, welches aus gut ausgebauten Stellungen kam. Die fortwährende Führungsschwäche der Amerikaner zeigte sich durch widersprüchliche Befehle, Disziplinlosigkeiten und Bummelei hinter der Front. Weiterhin gab es große Schwierigkeiten in der Koordination von Artillerie und Nachschub.
General Pershing, der amerikanische Oberkommandierende, sah sich am 28. September gezwungen, zwei Brigade-Kommandeure, einen Stabschef und drei der vier Regimentskommandeure der 35. US-Infanterie Division abzulösen. Nur Stunden später stand die Division dem Gegenangriff der 1. Preußischen Garde-Division gegenüber.

Dennoch konnten die amerikanischen Truppen bis zum 03. Oktober zwischen Argonnen und Maas auf die Line Apremont – Nantillois – Brieulles vorstoßen. Die dünn besetzten deutschen Linien hielten auch in den folgenden Wochen den Angriffen nicht stand. Auf dem Ostufer griffen die Amerikaner nur mit mäßigem Erfolg an. Der Haumont-Wald und die Doppelhöhe von Ornes wurde vom Infanterie-Regiment 120 aus Stuttgart und von österreichischen Jägertruppen gehalten.
In der Nacht des 5. November wurden die Truppen vom nicht mehr zu haltenden Westufer der Maas auf das Ostufer bei Dun-sur-Meuse verlegt.
Am 10. November überschritten die amerikanischen Truppen die Maas bei Pouilly-sur-Meuse und drängten die schwachen Infanterie-Regimenter 120 und 124 weiter zurück.

Folgender Funkspruch erreichte die deutschen Truppen im Laufe des 11. November:
„Ab 11.50 Uhr vormittags sind alle Kampfhandlungen an der Westfront einzustellen; von diesem Zeitpunkt ab sind alle Bewegungen über die augenblickliche vordere Linie hinaus nach Westen streng untersagt.“

Der Weltkrieg war zu Ende, jetzt hatten die Truppen die Bedingungen des Waffenstillstands schnellstens zu erfüllen. Binnen 15 Tagen mussten sämtliche besetzten Gebiete geräumt werden. Lediglich kleinere Abteilungen blieben zurück um Pionier-, Munitionsdepots sowie russische Kriegsgefangenenlager an die nachrückenden Amerikaner zu übergeben.


Übermenschliche Strapazen, ungeheure Leiden, aber auch größtes Heldentum waren umsonst. Die Erinnerung an die Grausamkeiten des Grabenkrieges, die Europa vor 100 Jahren überzogen haben und zugleich den Ursprung für einen weiteren Weltkrieg bildeten, soll mahnend vor allem an die jüngere Generation weitergegeben werden.

Ein Gedanke zu „Bis zum Waffenstillstand“

  1. Ich versuche, eine Geschichte über einen deutschen Musketier, der am 26. September 1918 in Montfaucon in amerikanische Hände fiel und in das Kriegsgefangenenlager GPWE Nr.1 Lager kam, zu Ende zu schreiben. Ist es möglich, dass die Soldaten, die in Montfaucon gefangen genommen wurden in das Lager von Sivry kamen?

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