Soldatenfriedhof Servon

Das kleine Dorf Servon-Melzicourt liegt am Rande der westlichen Argonnen, nahe der Champagne. Die Gegend um Servon war während des Ersten Weltkrieges schwer umkämpft:

1914/1915 Kämpfe im Argonnerwald
1914/1915 Winterschlacht in der Champagne
1915 Herbstschlacht in der Champagne
1917 Doppelschlacht Aisne-Champagne

Der Soldatenfriedhof wurde bereits im Ersten Weltkrieg angelegt. Aufgrund seiner Lage finden sich hier Tote aus den Argonnen und der Champagne.

Auf dem Friedhof befinden sich heute 10.147 deutsche Soldaten. 3621 ruhen davon in Einzelgräbern und 6526 in drei Kameradengräbern. Von diesen blieben 6114 unbekannt.

 

Servon

      
Heckhoff
Grab in Servon 1915

 

Auf dem Friedhof befinden sich zwei besondere Denkmäler, die nach dem Krieg hierhin überführt wurden. Das erste Denkmal war der 1./ Kompanie des Pionierbataillons Nr. 29 gewidmet. Es hatte seinen Standort an der Varenner Straße. Der genaue ursprüngliche Standort ist unbekannt. Die Einheit war bis 1917 im Argonnerwald eingesetzt.

Das zweite Denkmal stand auf dem Friedhof des Pionier-Bataillons Nr. 20, ebenfalls an der Varenner Straße. Die Reste dieses Friedhofs sind heute noch sichtbar. Es ist denkbar, dass die Toten ebenfalls hierhin umgebettet wurden.

 

Servon
Soldatenfriedhof Servon

Vom oberen Teil des Friedhofs hat der Besucher einen sehr guten Blick in die weitläufige Champagne.

 

Servon

 

 

 

 

 

 

Die Gestaltung von Kriegsgräbern und Soldatenfriedhöfen wurde erstmals im Ersten Weltkrieg durch den Gesetzgeber geregelt. Die allgemeine Wehrpflicht hatte für eine Besserstellung des Soldatenstandes gesorgt, nun wurden auch weitestgehend einfache Soldaten in Einzelgäbern bestattet. Nach Kriegsbeginn waren zunächst die Etappeninspektionen für deren Anlage und Pflege zuständig. Als sich der Krieg in die Länge zog, wurde man gewahr, dass viele Einheiten direkt hinter der Front, teils in dichten Wäldern, Friedhöfe und Denkmäler errichtet hatten.
Diese konnten jedoch nach Kriegsende nicht weiter gepflegt werden. Ab 1923 begann der Volksbund mit Umbettungsarbeiten und der Errichtung individueller deutscher Soldatenfriedhöfe in Belgien und Frankreich. Im Gegensatz zu den europäischen Nachbarn – dort gibt es staatliche Stellen für den Erhalt der Soldatenfriedhöfe –  hat damit bis heute eine private, gemeinnützige Organisation die Pflege und Instandhaltung übernommen. Finanziert wird sie durch Spenden und Sammelaktionen.

 

 

Pionier-Friedhof Varenner Straße

Der Pionierfriedhof an der Varenner Straße ist ein interessantes Kleinod im Argonnerwald.

Über die Geschichte des Pionier-Bataillons Nr. 20 in den Argonnen ist nur wenig bekannt. Es gehörte zum XVI. Armeekorps in Metz, die 1. / (Major Muth) und 4./ Feldkompanie (Hptm. Lindemann) waren in den Argonnen bei wechselnden Einheiten eingesetzt. Später kam noch die 2./ Feldkompanie hinzu. Je eine Pionierkompanie war einem Abschnitt zugeordnet. So befand sich eine Pionierkompanie auf der Höhe 285 und eine weitere auf der Höhe La Fille Morte, die dort in erster Linie den unterirdischen Minenkrieg führten.

St. Hubert Pavillion, Barricade-Rücken und die Bolante seien weitere bekannte Einsatzorte in den Argonnen.

An der Varenner Straße stehen noch die Überreste des Pionierfriedhofs des Pionier-Bataillon 20. Das Denkmal steht heute auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Servon-Melzicourt. Wohin die Toten umgebettet wurden, ist im Detail nicht bekannt. Viele wurden nach den deutschen Kriegsgräberstätten in Servon-Melzicourt oder nach Consenvoye umgebettet.

 

Pionier Friedhof
Pionier Friedhof
         
     
Denkmal Pi20
Denkmal Pi20
 
Friedhof Pi 20
Friedhof Pi 20

 

Aktualisierung März 2015:

Im Herbst 2014 wurden die beiden eisernen Torflügel von Metalldieben entwendet. Dabei wurden die beiden Eingangssäulen erheblich beschädigt.

 

Pi Friedhof
Beschädigter Friedhofseingang

 

 

 

 

Die Varenner Straße

Die Varenner Straße, einst Hauptverbindungsstraße durch die Argonnen, zeigt heute nur noch wenig sehenswerte Punkte. Im östlichen Teil zweigt ein Weg zum Kronprinz-Unterstand ab. Wenige Meter nach der Abzweigung zum Kaisertunnel liegt der ehemalige Friedhof des Pionierbataillons 20 am nördlichen Straßenrand.

 

Varenner Straße
Einzelgräber an der Varenner Straße

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Ende der Straße liegt der sogenannte Four de Paris, eine ehemalige Glasbrennerei.