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Vauquois ist einer der berühmtesten
Punkte der Kämpfe in den Argonnen. Die Deutschen hatten es
im September 1914 bei ihrem Vorstoß gegen die 3. französische
Armee besetzt, als sie Verdun einzuschließen versuchten.
Die Höhe verbarg ihre Tätigkeiten nördlich von
Varennes, deckte ihre Zufuhrstrasse zu den Argonnen über
den Four de Paris und stellte über dies einen ausgezeichneten
Artilleriebeobachtungspunkt dar.
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Kirchstellung
1915 Eingang zum Kampfstollen XII der 1./ Pionierbataillons
30. |
Die Deutschen verwandelten diese wichtige Stellung in eine wahre
Festung. Unterstände wurden in die Felsen gehauen und durch
unterirdische Laufgänge verbunden; die Strassen wurden ausgehoben,
damit die Kellerluken zu Schießscharten wurden.
Die Mauern der Häuser
und Gärten wurden mit Sandsäcken und Grabenschildern
befestigt, Gräben an den Hängen vor dem Dorfe angelegt.
Die Stellung wurde unterstützt und flankiert von den Feuerstellungen
in Cheppy, Montfaucon und aus den Argonnen. Die Annäherung
war schwierig; auf allen Seiten umgaben sie Schluchten und gut
einsehbares Vorgelände, die den Schützen ein ausgezeichnetes
Schussfeld boten.
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Graben in
der deutschen Stellung. |
Diese Stellung, die zu Beginn des Krieges als uneinnehmbar gelten
konnte, wurde von der 10. französischen Infanterie Division
angegriffen. Die ersten Angriffe waren besonders verlustreich,
da sie ohne Unterstützung der Artillerie vorgetragen wurden.
Der erste Sturm wurde am 28. Oktober 1914 von zwei Bataillonen
ausgeführt. Die ersten französischen Linien befanden
sich damals auf dem weissen Hügel gegenüber von Vauquois.
Zwei Kompanien gingen aus dem schwarzen Wald in Schützenlinie
auf die Westhänge der Höhe vor, ohne jegliche Artillerievorbereitung.
Die Soldaten, die sprungweise vorgingen, wurden durch die wohl
verborgenen deutschen Schützen niedergestreckt. Sie kamen
in dem Kugelhagel trotzdem vorwärts, bis eine Lage schwerer
deutscher Granaten sie vernichtete. Nach dreißig Minuten
war der Angriff abgewehrt.
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Minengallerie
mit Feldbahn |
Der zweite Angriff wurde schon am 29. Oktober ausgeführt;
es ging ihm nur eine kurze Artillerievorbereitung voraus, die
auf Vauquois nur einige Geschosse legte, von denen viele nicht
krepierten. Neun Kompanien griffen weiter rechts bei der Cigalerie
an. Die Truppen gingen mit aufgepflanztem Bajonett vor, wie am
Vorabend wurden sie niedergeschossen und der Angriff scheiterte
unter großen Verlusten.
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Küche in der Stollenkaserne |
Der dritte Angriff wurde am 17. Februar 1915 ausgeführt und
wäre beinah geglückt. Die Artillerievorbereitung hatte
über einen halben Tag gedauert; vor dem Angriff sollten drei
Minen gesprengt werden und die feindliche Stellung zerstören.
Eine einzige explodierte nur, die aber nicht tief genug unter
dem Hügel lag; sie brach empor und die aufgeworfenen Steine
verwundeten dreißig Mann im Sturmausgangsgraben. Trotz der
Verwirrung, die darauf folgte, stiegen die Franzosen die Leiter
aus dem Graben hinauf und stürmten vor. Die vorgehenden Spitzenkompanien
erstiegen die Hänge. Die Sturmbataillone drangen in Vauquois
ein und erreichten die Ruinen der Kirche, mußten aber unter
dem Feuer der deutschen Batterien in den Argonnen, von Montfaucon
und der Maschinengewehre von Cheppy nach schweren Verlusten weichen.
Sie gaben die Hügelkuppe auf und richteten sich auf halber
Höhe des Hügels ein.
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Kriegerfriedhof im Vauquois Wäldchen |
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Ein vierter Angriff fand am 28. Februar 1915 statt, er hatte aber
keinen Erfolg. Schließlich wurde am 1. März der entscheidene
Angriff ausgeführt. Die Vorbereitungen dauerten an. Ein Plan
des Dorfes, von dem nur noch Ruinen übrig waren, war an die
Truppen verteilt worden. Jede Kompanie hatte ihr bestimmtes Ziel,
zum ersten Mal wurden die neuen Melinit Handgranaten verteilt.
Die Beschießung begann bei Morgengrauen, die schweren Geschütze
zermalmten die Unterstände; 7,5 cm Geschütze auf dem
Mamelon Blanc aufgestellt, gaben Flachfeuer auf das Dorf ab.
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Graben in
der Kniestellung. |
Der Kampf war schwer; zweimal erreichten die Franzosen die Kuppe,
von Loch zu Loch springend nahmen sie ein Haus nach dem anderen
und stießen bis zur Kirche vor. Ein Dorf war nicht mehr
vorhanden, nur noch Steinhaufen, Mauerreste und aufgerissene Keller.
Am nächsten Tage setzte deutsches Minenwerferfeuer ein, die
Franzosen mußten zurückweichen. Sie zogen sich kämpfend
langsam zurück; ihre im Feuer ausgebaute Widerstandslinie
am Rande der Hochfläche brachte die Deutschen zum Stehen.
Um 14:00 Uhr ging die französische Infanterie erneut zum
Sturm auf das Dorf vor, besetzte die deutschen Gräben und
drang um 14:35 in die Trümmer ein, wo sie den Gegner mit
dem Bajonett zurückdrängte. Um 15:00, 16:00, 17:00 und
17:30 Uhr machten die Deutschen Gegenangriffe, wobei sie nacheinander
Einheiten von 14 verschiedenen Truppenteilen einsetzten; sie konnten
jedoch die Franzosen nicht von der Hauptstrasse verdrängen.
In der Nacht versuchten Letztere zweimal vergeblich die Kirche
zu nehmen. Vier Tage und vier Nächte hielten es die französischen
Truppen unter dem unaufhörlichen feindlichen Feuer ohne Verpflegung
aus, gezwungen sich von den Rationen der Gefallenen zu ernähren.
Die Kolonialinfanterie, welche die Angriffstruppen kurze Zeit
lang ablöste, wurde in wenigen Tagen vernichtet. Die Deutschen
verwandten bereits schwere Minenwerfer, während auf der Gegenseite
nur kleine, primitive Geräte vorhanden waren. Fast jede Nacht
griffen die Deutschen an. Man warf sie mit Handgranaten, Gewehr
und dem Bajonett zurück. Die Stellung war unhaltbar, entweder
hieß es weichen oder sich Luft schaffen. Die Franzosen griffen
nochmals an.
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Minengallerie
am Nordhang |
Am 4. März nachmittags nahm das französische Infanterieregiment
76 die deutschen Gräben westlich der Kirche und erreichte
die Kirchmauer trotz des gegnerischen Feuers. Am 5. wurde ein
deutscher Gegenangriff abgewiesen. Die Einnahme von Vauquois war
entgültig. Die Front blieb noch lange belebt durch häufige
Handstreiche, Minenkämpfe und ständigen Beschuß.
Fast jeden Monat wurden Minen gesprengt. Die Deutschen verschmerzten
den Verlust der Stellung nicht, die den Franzosen Einblick nach
Varennes und auf wichtige Verbindungsstrassen und Feldbahnen gab.
Die 1./ Pionierbataillon 30 wurde Anfang März durch ein Arbeitskommando
der Infanterie mit 150 Bergleuten, die Fußartillerie Kompanie
Nr. 3, ein Zug des Pionierbataillon 29 sowie ein Minenwerferzug
des Pionier Bataillon 13 verstärkt. Bereits am 13. März
1915 wurde ein weiteres Arbeitskommando mit 150 Mann zugewiesen
und am 16. März 1915 waren schon bombensichere Unterstände
für 300 Mann in den Nordhang gesprengt.
Die Stellungskämpfe in den Argonnen flauten in den folgenden
Jahren in diesem Abschnitte verhältnissmäßig ab;
die Gegner verzichteten auf größere Unternehmen. Im
Jahre 1917 kam es nur zu Handstreichen und kleinen Spähtruppvorstößen.
Horchstollen wurden angelegt und bei Bedarf kleinere Quetschsprengungen
durchgeführt.
Am 26. September 1918 begann die amerikanisch /
französische Offensive in den Argonnen. Auf der Vauquois
Höhe lagen zwei schwache Kompanien des II. Bataillon 2. Garde
Regiment zu Fuß. Die Mineure waren in Erwartung einer generischen
Offensive vorzeitig zurück gezogen worden. Um 02.30 Uhr begann
die amerikanische Artillerie zu feuern. Dieses konzentrierte Artillerie-
und Minenwerfer Feuer dauerte bis 05.30 Uhr an. Die deutschen
Verteidiger blieben in ihren sicheren Unterständen und verzichteten
auf eine Beobachtung. Es gelang der 35. amerikanischen Infanterie
Division schnell rechts und links an der Höhe vorbei zu stoßen.
Nun entbrannte ein heftiger Kampf der schwachen Verteidiger um
einzelne Unterstände und Stellungsabschnitte. Die Botschaft
der letzten Brieftaube, die Leutnant von Hüllesheim aufstiegen
ließ, lautete:"In dichten Massen stürmt der Feind
von allen Seiten. Es wird erbittert gerungen bis zum letzten Mann.
Es lebe der König." Zwanzig deutsche Soldaten gingen
schließlich gegen Mittag in Gefangenschaft. Damit endeten
die Kämpfe auf der Vauquois Höhe.
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Pionierpark
der 1./ Pionierbataillon 30 in Varennes |
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