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Der Hügel von Vauquois
 
Sehenswertes
 




Vauquois, einst war es ein malerisches Dorf, idyllisch gelegen auf einer Hügelkuppe, nur wenige Kilometer entfernt vom Argonnerwald. Heute ist dieser Ort gleichermassen Symbol für die Kämpfe am Rande der Argonnen. Der Hügel von Vauquois zeigt noch heute die fürchterlichen Wunden, die ihm in den Jahren 1914 - 1918 zugefügt wurden, er ist durchzogen mit überdimensional großen Trichtern, entstanden durch zahlreiche unterirdische Sprengungen. Obwohl Vauquois fast vierzig Kilometer von Verdun entfernt ist, bestimmte die hart umkämpfte Höhe das Schicksal der Festung Verdun entscheidend mit.

Die Kniestellung

 

Das Ostküppchen

 

Mit dem Ziel der Einkreisung Verduns eroberten schon am 24. September 1914 deutsche Truppen, nach dreitägigen harten Kämpfen, den westlich von Verdun auf einem Hügel liegenden Ort Vauquois. Der Hügel von Vauquois war für beide Seiten von strategisch wichtiger Bedeutung, denn wer auf dieser Höhe war, konnte das gesamte Gelände östlich des Argonnerwaldes überblicken und hatte somit auch Einblick über die Nachschubwege und rückwärtigen Gebiete des Feindes. Die deutschen Truppen bauten den Ort zu einer Festung aus. Ab dem 07. Januar 1915 wurde der Bereich des deutschen Kampfabschnittes von Pionieren, der zur 33. Infanteriedivision verlegten 1./ Pionierbataillons 30 aus Koblenz, weiter befestigt.



Feste Petsch



Nach drei zunächst erfolglosen Angriffen gelang es den Franzosen, am 01. März 1915 auf der Höhe Fuß zu fassen. Deutsche Gegenangriffe am 05. und 15. konnten abgewiesen werden. So kam es, daß die Franzosen den Südteil und die Deutschen den Nordteil der Kuppe besetzt hielten. Um im Falle weiterer französischer Angriffe sofort Truppen zur Verfügung zu haben, bauten die Deutschen im Nordteil des Hügels eine unterirdische Kasernenanlage. Nun wollte jeder den anderen vom Hügel verdrängen.

Oberirdisch konnten bald keine Erfolge mehr erzielt werden. So setzte man den Kampf unterirdisch fort. Stollen wurden unter die gegnerische 1. Linie getrieben und dann in die Luft gesprengt. Um dies zu vermeiden, legte man auf beiden Seiten Abwehrstollen an, d.h. wenn infolge von Horchergebnissen ein Stollenbau festgestellt wurde, trieb man unterhalb oder seitlich von diesem einen Stollen vor und sprengte. Der Gegner war somit abgequetscht und wochenlange Arbeit umsonst. Dies war natürlich ein Wettlauf mit der Zeit, denn der Gegner konnte in der Zwischenzeit auch sprengen.

Die ganze Besatzung auf Vauquois, ob Franzosen oder Deutsche, mußte also ständig mit dem Gedanken des in die Luft gesprengt werden, leben. Besonders am Anfang des Minenkrieges, als Abhörgeräte und Abwehrstollen noch nicht so entwickelt waren, war die Gefahr sehr groß.



Das französische Denkmal für die Gefallenen




Nach 52 Monaten Krieg war das Dorf ausgelöscht, nicht einmal mehr Kellerreste waren mehr zu sehen. Die Franzosen im Airetal sind der Meinung, daß kein Dorf im Weltkrieg so zerstört wurde wie Vauquois, es ist buchstäblich in die Luft geflogen. Riesige Sprengtrichter nehmen seine Stelle ein. Dies ist das Ergebnis des unterirdischen Minenkrieges, der ab Frühjahr 1915 ein wahnsinniges Ausmaß annahm.

Blick auf Boureuilles und die Höhe 263 in den Argonnen

 

536 Sprengungen mußte der Berg über sich ergehen lassen.

Im Dezember 1918 wollten einige der geflüchteten Dorfbewohner nach Vauquois zurückkehren. Da jedoch das Kampfgelände noch voller Munition, Kriegsmaterial und Leichen war, untersagten die amerikanischen Truppen, die den letzten Kampf um Vauquois geführt hatten, jeglichen Zutritt. Die kleine Gruppe bezog in der Nähe liegende, verlassene Barackenlager und versuchte immer wieder, ihren Willen durchzusetzen. Sie wurde daraufhin mit Ausweisung und Strafe bedroht. Erst der herbeigerufene General Deprez, der früher selbst auf Vauquois wohnte, konnte dem Präfekten die Erlaubnis abringen, eine Siedlung am Fuße des Südhangs errichten zu dürfen.


 


Der Besucher, der das erste Mal auf der Höhe steht, fragt sich wohl: was mag hier passiert sein - welche Geheimnisse birgt der Berg?

Wenn er dann erfährt, was sich hier zugetragen hat, wie die Männer dieses Leben aushalten konnten, gerät er in Erstaunen, das manchmal auch in Faszination umschlägt.

Die meisten wollen nach dem ersten Eindruck mehr über Vauquois und dem 1. Weltkrieg erfahren, möchten verstehen, lernen, warum Vauquois eine einzigartige Stellung im Krieg war. Der unterirdische Minenkrieg fand zwar auch an anderen Schlachtfeldern der Westfront statt, aber niemals an einem Ort an dem ein Dorf stand und nie mit solcher Verbissenheit auf so kleinen Raum.


Eine Schulklasse die uns einmal hier begleitete, drückte es folgendermassen aus:"Die Enge, Dunkelheit und die Nässe dieser unterirdischen Gänge ließen uns erahnen, wie die Soldaten hier gelebt und gekämpft haben. Wir waren wirklich erstaunt, wie die Soldaten hier über einen so langen Zeitraum überhaupt überleben konnten."

Stollen

Das Wissen über Vauquois wird heute von Führern bei organisierten Besuchen der Stollenanlagen weitergegeben. Die Vereine "Les amis des Vauquois et de sa région" und "Deutsches Erinnerungskomitee Agonnerwald" führen diese Führungen durch. Betreut und verwaltet wird dieses einzigartige Museum von den "Les Amis de Vauquois."

Führungen werden an jedem ersten Sonntag im Monat auf Vauquois in französischer Sprache angeboten.
Bei Interesse an einer Führung in deutscher Sprache wenden sie sich an uns oder an das D.E.A..






"Les amis de Vauquois et de sa région"

Marie, F-55270 Vauquois





"Deutsches Erinnerungskomitee Argonnerwald 1914 - 1918"

Am Hessenstein 19
55743 Idar Oberstein





An dieser Stelle möchten wir uns bei unserem Freund Herrn Adolf Buchner für die Hilfe und die uns zur Verfügung gestellten Fotos bedanken und möchten an dieser Stelle auf seine Bücher über den "Kampf um Vauquois"aufmerksam machen.

  Buch

 

Bei Interesse können sie hier mit Herrn Buchner Kontakt aufnehmen.