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Kriegstagebuch Theodor Kuhlmann

 

 
 

 

 

 

Blatt 54 (Anm. d. Verfasser: 1915)

21.7 Batl. exerzieren


22.7. Besichtigung durch Prinz Luitpold v. Bayern


23.7. Impfen, Kirchgang


24.7. Marsch mit Gefechtsübung. 10 Uhr Alarmbereitschaft, 3 Uhr Abmarsch nach Lesnaja, wo wir verladen werden. Abfahrt 7 Uhr abends.


25.7. Gegen Mittag fahren wir durch Kowel. Einige Stationen weiter werden wir ausgeladen. Nach 2stündigem Marsch bezieht das ganze Regiment Quartier.


26.7. 8 Uhr kommt Befehl zum Abrücken. Marsch nach Nyry, wo das Bataillon Quartier bezieht, das Regiment in Nowy-Dwor.


27.7. 9 Uhr Abmarsch nach Ostrow, wo wir biwackieren


28.7. 10 Uhr Abmarsch nach Alexandrowka, Ankunft 12 Uhr. 1 Uhr wird weiter marschiert nach Janov Zapust. Ankunft 7 Uhr. 9 Uhr Rückmarsch nach Twerdyn. Einige Stunden Ruhe.

 

 

Blatt 55


29.7. 1 Uhr nachts Alarm. Abrücken in Stellung. Anschluß links I/74, rechts Abschnitt Deichmann. Leitungsbau. 4stündiges herumirren im Sumpf zwischen den Stellungen. Über Tag etwas Artilleriefeuer.


30.7. Stab bezieht den Gefechtsstand bei Sieniawka. Tagsüber volkommene Ruhe. 8 Uhr abends heftiges Artilleriefeuer, worauf ein starker Angriff erfolgt. Russen gelangen durch den Sumpf, der unbesetzt war, in unseren Rücken. Es entsteht ein wüstes Handgemenge, wobei wir durch das tatkräftige Eingreifen des Bataillonskommandeurs die Oberhand behalten. Feind muß sich unter wüsten Verlusten zurückziehen.


31.7 3 Uhr morgens ein zweiter Angriff, welcher abgeschlagen wird. Bei Tagesanbruch wird der Wald gesäubert durch stärkere Patrouillen, wobei über 100 Gefangene in unsere Hand fallen. Es liegen sehr viele Tote vor und hinter unsere Front.