Die
"Langer Max" Stellung |
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Im Nordosten der historischen Stadt
Verdun liegen zwei weitere interessante Sehenswürdigkeiten,
lohnenswert für eine Besichtigung. Zum einen ist es die betonierte
Artilleriestellung des 38 cm Geschützes „Langer Max“
im Wald von Warphemont und zum anderen das Lager Marguerre im
nahen Bereich von Loison. Eine detaillierte Wegbeschreibung erfolgt
in den einzelnen Beschreibungen. Beide Besichtigungspunkte liegen
nahe Spincourt und sind größtenteils ausgeschildert
und touristisch erschlossen.
Der "Lange Max" war eine
38 cm Schiffskanone , die auch von einer Eisenbahnlafette aus
eingesetzt werden konnte. Es war möglich, daß Geschütz
auf ein Nebengleis zu transportieren, um von dort aus ein paar
Schüsse abzugeben. Normalerweise wurde es aber auf einer
feste Bettung eingesetzt. Dazu hob man ein großes Loch für
den Unterbau (Bettungsschießgerüst) aus, befestigte
dieses mit Stahl und Beton, schob das Geschütz auf Gleisen
über den Unterbau und befestigete das Geschütz auf diesem.
Diese Vorbereitungen dauerten natürlich viele Wochen, so
daß die "Lange Max Geschütze" weit hinter
den Linien in Stellung gebracht wurden.
Wozu wurden jedoch diese riesigen Geschütze eingesetzt?
Die Notwenigkeit zur Entwicklung
von Langrohrgeschützen (von 17 cm an aufwärts), ergab
sich als der Stellungskrieg an der Westfront immer größere
Schußweiten verlangte. Die ersten Geschütze wurden
aus Dringlichkeit aus den Beständen der Marine entnommen.
Die Marinekanonen waren aber in ihren Schiffslafetten an Land
nicht verwendbar. Ein geeigneter Unterbau mußte deshalb
neu gefertigt werden. Die Bewegungsfähigkeit war dementsprechend
gering. Vollbahnwagen mußten sie bis in die Stellung bringen,
deren Herrichtung mehrere Wochen brauchte. Diese Vorbereitungen
und die hohen Aufzüge der Geschütze erschwerten es,
die Stellungen vor Fliegersicht zu schützen. Beim Schießen
erschwerte die starke Feuer- und Raucherscheinung, sowie der über
10 km hörbare trompetenartige Knall, die Tarnung.
Auch Scheinstellungen, starkes Einnebeln und gleichzeitiges Mitfeuern
von Nachbarbatterien brachten nicht den gewünschten Erfolg.
Wurde die Stellung jedoch erkannt, begann das planmäßige
feindliche Vernichtungsfeuer. Nur beschleunigtes Räumen der
Stellung konnte das kostbare Material und die Truppe noch retten.
Die Munition bestand zunächst aus den von der Marine übernommenen
Sprengranaten. Auch hier gab es rasch Weiterentwicklungen. Den
Sprenggranaten wurden Hauben aufgeschraubt, mit denen sie den
Luftwiderstand besser überwanden und eine um 8 km größere
Schußweite erzielten.