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Die französische Offensive vom 24. Oktober 1916
Das Ziel des französischen Oberkommandos war
jetzt die Forts von Verdun in ihrer Gesamtheit wieder herzustellen.
Nachdem die Schäden, die die Deutschen im Juni und Juli der
französischen Front zugefügt hatten, beseitigt waren,
gebot die Zweckmäßigkeit, die ganze Linie in einem
einzigen Sprung vorwärts zu tragen, um so Geländegewinn
zu erzielen.
Zur Durchführung dieser Operation verfügten die Generäle
Nivelle und Mangin über eine starke Artillerie: 290 Feldgeschütze
und über 300 schwere Geschütze.
Acht Divisionen wurden bereitgestellt.
Mit dem 21. Oktober setzte schon die Artillerievorbereitung ein,
die Tag für Tag bis ins einzelne geregelt und überwacht
wurde. Gegen Mittag des 23. schlug im Lazarett des von den Deutschen
besetzten Fort Douaumont ein schweres Geschoß ein. Ein neu
entwickeltes französisches Eisenbahn Geschütz gab alle
10 Minuten einen Schuß mit größter Genauigkeit
ab. Der sechste Schuß traf das Pionierdepot welches in Brand
geriet. Der das Kommando über das Fort innehabende Hauptmann
Prollius, FAR 108, beschloß wegen der dichten Qualm und
Gaswolken daraufhin die Räumung des Forts. Am gleichen Tag
ermöglichte ein Scheinangriff der Infanterie, neue deutsche
Batterien festzustellen, die sofort beschossen wurden.
Am 24. Oktober um 11 Uhr brachte der bei dichtem Nebel ausgeführte
Angriff Erfolg. Die Franzosen drangen vor bis auf die Linie: von
den Steinbrüchen von Haudromont über das Werk und die
Ferme Thiaumont, das Fort und Dorf Douaumont, Nordrand des Cailette
Waldes, den Teich von Vaux, Rand des Fumin Waldes auf die Batterie
Damloup. Sie nahmen am 24. und 25. Oktober über 6000 Gefangene
und erbeuteten 15 Geschütze. Als sie am 02. November in das
von den Deutschen aufgegebene Fort Vaux zurückkehrten, befanden
sie sich im Großen und Ganzen in ihren Stellungen vom 25.
Februar.
Die französische Offensive
vom 15. Dezember 1916
Um die Entlastung von Verdun östlich der Maas
zu vervollständigen und den zurückeroberten Forts Vaux
und Douaumont Luft zu schaffen, organisierte General Mangin einen
neuen Angriff. Die französische Armee vor Verdun machte große
Vorbereitungen, baute ungefähr 30 km Strassen, darunter eine
mit Bohlen belegte Fahrbahn für die Artillerie und mehr als
10 km Schmalspurbahn. Sie hob Sturm- und Annäherungsgräben
aus und legte Munitions-, Handgranaten- und Materiallager an.
Diese ganze Arbeit wurde häufig unter Artilleriefeuer durchgeführt.
Sofort nach Fertigstellung gingen die Angriffstruppen, 4 Divisionen,
in Stellung; 4 weitere blieben in Reserve. Die 10 km breite deutsche
Front von Vacherauville bis Bezonvaux wurde in erster Linie von
5 Divisionen gehalten, während 4 Divisionen in Reserve lagen.
Am 15. Dezember, unterstützt von einer gewaltigen
Artillerie, gingen die Sturmwellen vor. Mehrere der angesetzten
Ziele, namentlich Vacherauville und die beiden vordersten Linien
vor Lovemont, wurden in wenigen Minuten in einem einzigen Anlauf
besetzt. Die Wälder und Schluchten vor Douaumont waren schwerer
zu erobern, der Vauche Wald wurd mit dem Bajonett gestürmt,
während die Chambrettes Ferme und Bezonvaux erst in den nächsten
Tagen genommen werden konnten.
Der Erfolg war gross: über 11.000 Gefangene,
darunter 300 Offiziere, 115 Geschütze, mehrere hundert Maschinengewehre,
bedeutende Munitions- und Materialmengen blieben in den Händen
der Franzosen. Die deutschen Truppen, die im Juli wenige hundert
Meter vom Fort Souville entfernt waren, waren nun mehr als 5 km
entfernt. Am 18. Dezember verloren sie Gelände, zu dessen
Gewinnung sie 5 Monate gebraucht hatten.
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Die französische Offensive vom 20. August 1917
Lange Monate hindurch war die Front von Verdun wieder
fast ganz still, der Krieg tobte am Damenweg, in Flandern und
am Isonzo. General Pétain beschloß, den Gegner an
der Verdunfront ins Wanken zu bringen.
Der Sieg des letzten Dezembers, der das Fort Douaumont vollkommen
befreite, hatte den Deutschen die Beobachtungspunkte des Talourückens
gelassen. Zudem besaßen sie auf dem linken Maasufer die
vorzügliche befestigten Stellungen der Höhe 304 und
des Toten Mannes. Tiefe Tunnel (Kronprinz-, Gallwitz- und Runkel-Tunnel)
dienten den Truppen als Unterstände und verbanden die Stellungen.
Da sie die französischen Vorbereitungen zu dieser neuen Offensive
beobachteten, hatten sie die Zahl ihrer Batterien auf nahezu 400
erhöht. Die deutschen Divisionen wurden auf der Linie Avocourt
– Woevre auf 9 verstärkt, weitere 5 lagen in Reserve.
Auf französischer Seite
war das Gelände seit langen Monaten vorbereitet worden. In
dem zerwühlten Kampfgebiet waren Strassen angelegt, Verbindungen
verdoppelt und die Nachschubmöglichkeiten gründlich
erwogen worden. 2500 Geschütze aller Kaliber warteten auf
ihren Einsatz.
Der Artillerie war in der kommenden Schlacht die wichtigste Rolle
zugewiesen worden. Auf 20.000 Mann Infanterie setzte ein Armeekorps
40.000 Mann Artillerie ein. 4 Armeekorps nahmen an der Offensive
teil.
Mit dem 13. August setzte eine äußerst planmäßige
Artillerievorbereitung ein, die die deutschen Stellungen vernichten
sollte. Am 20. August gingen unter den Augen von Offizieren der
amerikanischen Armee, die von verschiedenen Beobachtungsposten
aus die Schlacht verfolgten, 8 Divisionen zum Sturm vor.
Der Tote Mann, der Gänserücken und der Talourücken
wurden genommen, nur die Höhe 304 leistete noch Widerstand.
Gefangene und Material waren äußerst zahlreich. In
den Tunneln des Toten Mannes wurden über 1000 Mann Besatzung
- RIR 20 und 35 - gefangen genommen. Am nächsten Tag wurden
Samogneux und Régneville erobert. Die Höhe 304 wurde
am 24. August von den deutschen Truppen planmäßig geräumt.
In der jüngsten Offensive hatten die Franzosen 9500 Gefangene
gemacht und erbeuteten 39 Geschütze, 100 Minenwerfer und
über 200 Maschinengewehre.
Auf dem linken Ufer war die
französische Linie nun bis zum Forges Bach vorwärts
gebracht worden. Auf dem rechten Ufer konnten die Deutschen die
wichtige Vaux-Kreuz-Höhe behaupten Nun waren deutschen Truppen
in drei Gegenoffensiven aus dem ganzen Gebiet verdrängt,
das sie nach dem dritten Tage der Schlacht besetzt hatten. Es
blieb ihnen nur das, was im Februar 1916 die vorgeschobene Stellung
der französischen Verteidigung dargestellt hatte.
Als Folge der Angriffe der Alliierten
mit immer größerem Aufwand an Artillerie änderten
die Deutschen ihre Verteidigungstaktik. Bisher hatte man immer
starr an der ersten Linie festgehalten. Nun sollte eine elastische
Verteidigung Abhilfe schaffen. Die Truppen sollten bei einem erkannten
Angriff auf eine zweite und dritte Linie ausweichen und anschließend
im Gegenstoß das Gelände zurückerobern. Das Vorfeld
der Stellung wurde entsprechend ausgebaut und weiter zurück
wurden starke Stützpunkte mit Minenwerfern und Maschinengewehren
ausgebaut. Diese Maßnahmen wurden an der gesamten Westfront
getroffen und der Truppe in Lehrgängen nahe gebracht und
geübt.
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