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Vor der Schlacht
Vor der Schlacht


Für die OHL Oberste Heeresleitung sah die Lage im Winter 1915 / 1916 wie folgt aus:

Der bisherige Verlauf des Weltkrieges in Europa begünstigte einen entscheidenden Stoß, zwecks besserer Erfolgsaussichten an der Westfront. Die Russen waren nach den deutschen Erfolgen in Westgalizien, Polen und dem Baltikum in der Defensive; Serbien und Italien spielten als Gegner keine Rolle mehr. England hatte in der zweiten Flandernschlacht empfindliche Verluste hinnehmen müssen und Frankreich war geschwächt durch bereits erlittene Verluste der Schlachten in der Champagne. Ende 1915 beschloß die Oberste Heeresleitung durch die Wegnahme der Festung Verdun, den dortigen Frontbogen zu begradigen und die deutsche Position im Westen weiter auszubauen. Dieses Vorhaben, getauft als „ Unternehmen Gericht“ lag im Bereich der 5. Armee unter dem Kommando des Kronprinzen des deutschen Reiches Friedrich.

Kronprinz
Falkenhayn

Die Taktik des Generalstabschef der 5. Armee, General Schmidt von Knobelsdorf, sah vor, die französischen Kräfte in einer Abnutzungsschlacht bei Verdun ausbluten zu lassen und so das französische Heer bis auf das Äußerste zu schwächen. Falkenhayn sah diesem Vorhaben allerdings mit Skepsis entgegen, da seine Vorstellungen von der Geschwindigkeit des Angriffes, der Raumaufteilung und dem Einsatz der Kräfte weitaus anders aussahen. Auf französischer Seite unter Oberbefehlshaber Joffre, wollte man von einer Gefahr deutscher Angriffe an der Westfront nichts hören, man spielte selbst mit dem Gedanken, an der Nahtstelle der französischen und britischen Armeen, an der Somme, schnellstmöglich eine Entscheidung herbeizuführen.

Feldlager
Graben

 

Die Vorbereitungen und Bereitstellungen auf deutscher Seite liefen derweil an und waren bald voll im Gange.

Seit den Kämpfen im Jahre 1914 betrachtete man Verdun als ruhigen Abschnitt, die Franzosen nutzten den Ort als Etappenstadt. Da die französische Heeresleitung im Glauben war, daß es in diesem Abschnitt nichts zu befürchten gab, waren die Stellungssysteme mit Gräben und Unterständen, sowie die Artilleriestellungen in einem verwahrlosten Zustand. Ein großer Teil der Festungsartillerie, der Munition und des Personals war abgezogen worden, um in der Champagne eingesetzt zu werden.

Minenwerfer
SMG

 

 


Trotz aller Gegenmaßnahmen blieben die deutschen Angriffsvorbereitungen den Franzosen nicht verborgen und sie begannen damit ihren Gefechtswert zu erhöhen, indem sie die Feldstellungen und Festungsanlagen weiter ausbauten und weiteres Personal, Waffen und Gerät heranschafften.

Der Angriffsbeginn auf die Festung an der Maas wurde durch die deutsche Heeresleitung auf den 12. Februar 1916 festgelegt, doch starke Regen- und Schneefälle verhinderten eigene Fliegertätigkeit und Artilleriebeobachtung, so daß der Angriff um 24 Stunden verschoben werden musste. Auch das Nachführen der Artillerie und des Nachschubs wäre auf dem durchgeweichten Boden eine schwer zu lösende Aufgabe gewesen.

Minenwerfer
Feldkanone

 

Auch in den folgenden Tagen besserte sich das Wetter nicht, der Angriff wurde weiter hinausgezögert, bis es am 20. Februar richtig aufklarte und nun die richtigen Wettervoraussetzungen vorlagen. Doch man wollte Gewissheit haben und ließ diesen Tag noch mit „Innerem Dienst“ verstreichen.

Am nächste Morgen, in den frühen Morgenstunden um 8 Uhr 12 begann der Angriff mit dem Trommelfeuer von über 1200 Geschützen und Minenwerfern aller Kaliber auf die französischen Stellungen und das Hintergelände, welches 9 Stunden anhalten sollte, um den um 5 Uhr nachmittags angreifenden drei Infanterie-Korps den Sturmweg zu erleichtern.

Unterstand
Sappe

 

Dies war der Beginn der Tragödie, welche noch Monate anhalten und vor allem als Knochenmühle oder Blutpumpe an der Maas in die Geschichte eingehen sollte. Schier unmöglich, sich Not, Qual und Elend vorzustellen, das die Soldaten der zwei tapfersten Nationen, dort auf diesem kleinen Fleckchen französischer Erde erleiden mussten.

Niemandsland
Douaumont



 

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