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Der
Minenkrieg in den Argonnen |
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Während des Ersten Weltkrieges 1914-1918
war der Argonnerwald Schauplatz erbitterter Kämpfe auf und
unter der Erde. 1915 hatten die Deutschen die Absicht die östliche
Argonnenfront zu durchbrechen, die sich mehr oder weniger Ende
1914 am Kamm der Höhe 285 – der Haute Chevauchée
– der Fille Morte und auf dem Plateau der Bolante stabilisierte,
damit Vauquois zu umgehen und in der Flanke durch das Tal der
Biesme zu attackieren.
Nach dem deutschen Angriff vom 13.
Juli 1915 erlahmte die Offensive am starken französischen
Widerstand. Obwohl die Deutschen das Ziel nicht erreichten, nahmen
sie größtenteils das Plateau der Bolante und den westlichen
Teil der Fille Morte.
Jedoch war die besetzte Stellung im Osten der Fille Morte ungünstig.
Deswegen lösten die Deutschen am 27. September 1915 einen
letzten Angriff aus. Aber der Wille die Front zwischen der Höhe
285 und der Fille Morte zu berichtigen, reichte nicht aus. Die
Franzosen besetzten noch die Höhe 285 und einen Teil der
Haute Chevauchée, welcher ihnen einen Einblick in die Südschlucht
des Meurissons Baches ermöglichte.
Betrachtend, daß neue Angriffe in diesem Sektor große
Anstrengungen erforderten und mit Sicherheit hohe Verluste verursachen
würden, gruben die Deutschen Stollen unter die französischen
Stellungen auf dem Kamm der Höhe 285. Diese wurden mit errechneten
Sprengladungen gesprengt, um damit die Verteidigung des Gegners
auseinander zu bringen und ihn dazu zu zwingen seine Stellung
zu verlassen.
Zur gleichen Zeit machten die Franzosen dasselbe auf der Fille
Morte, wo ihre Stellung ziemlich ungünstig war.
Um ihre Stellung zu halten,
ergriff jede Seite Präventivmaßnahmen. Die Position,
Richtung und Distanz der feindlichen Kampfstollen wurde mit Hilfe
von Horchapperaten festgestellt. Wenn diese nah genug schienen,
wurde die Zerstörung der Abzweige mit kalkulierten Sprengladungen
realisiert, um diese abzuquetschen. Das gleiche Vorgehen im Angriff
und in der Verteidigung führte zu einem ständigen unterirdischem
Kleinkrieg. Die Tiefe der Galerien betrug zuerst 3 - 5 m und später
30m und mehr ab 1916.
Ende 1916 gruben die Deutschen, ständig unterirdisch offensiv
auf der Höhe 285 und defensiv auf der Fille Morte, neue breitere
Galerien, um schneller an Tiefe zu gewinnen. Am Grunde dieser
Abstiege wurden die Abzweige in Richtung der französischen
Baustellen gebohrt, dazu bestimmt sie abzuhorchen oder gegen die
französischen Linien, um diese zu sprengen. Außerdem
wurden die Abstiege auf verschiedenen Tiefen zu einem „Querschlag“
und mit Verbindungstunneln nach hinten verbunden, so der Küpper-Tunnel,
der Bataillonstunnel (Fille Morte) und die Tunnel A1 bis A3 (Höhe
285).
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Auf diese Weise war es möglich,
den unterirdischen Querschlag von der Höhe 285 (Abstieg
F36) im Osten bis nach der Fille Morte (Abstieg Tiefenbach)
im Westen zu benutzen, also ungefähr eine Distanz von 1,3
km.
Dank diesem Minenkriegssystem waren die Deutschen dazu fähig,
den französischen unterirdischen Angriffen zu widerstehen,
die insbesondere durch den riesigen „Attaque Z“
geführt wurden, einer zentralen Galerie, von wo mehrere
Angriffsstollen abgingen.
Im Frühjahr / Sommer
1918 entschieden die beiden Kriegsparteien den Minenkrieg zu
beenden und ihre unterirdischen Aktivitäten darauf einzuschränken,
den Gegner zu überwachen und das ständig herabrieselnde
Wasser abzuleiten.
Außerdem benutzten sie eine neue Taktik, die „Vorfeldtaktik“,
die darin bestand, die vordere Linie und die Versorgungslinien
drastisch an Truppen zu reduzieren und eine stark besetzte Widerstandslinie
1 oder 2 km dahinter einzurichten. Die Zone zwischen der ersten
Linie und der ersten Hauptkampflinie wurde mit Munitions- und
Maschinengewehr- Stützpunkten ausgestattet.
Auf Grund dessen wurden die Kampfstollen unnütz. Um sie
im Falle eines Verlustes der ersten Linie unbrauchbar zu machen,
wurden sie entweder im Eingangsbereich mit einer schwachen Ladung
gesprengt oder durch Stollenrahmen gut mit Erde bedeckt.
Die Zerstörung der deutschen Minenkriegssysteme Höhe
285 – Fille Morte wurde am 26. Juli 1918 durch das Generalkommando
Gruppe Argonnen angeordnet. Am 24. September meldete das Pionierbataillon
402 der 2. Landwehrdivision die Zerstörung des Galerienetzes,
der Horch- und der Kampfstollen als abgeschlossen und daß
die Abteilungen der Starkstromzentralen, sowie anderes Material
nach hinten abgezogen wurde.
Am 26. September 1918, am Tag der amerikanischen Maas –
Argonnen Offensive, war die erste deutsche Linie auf der Höhe
285 und der Fille Morte, gehalten seit 1916 durch zwei Bataillone
Landwehr Infanterie Regiment 125, nur durch zwei Abteilungen
der 8. Kompanie besetzt. Sie wurde sehr schnell durch die Amerikaner
durchbrochen.
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