Geschichte
des Argonnerwaldes |
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Geschichte
des Argonnerwaldes |
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Um die Kampfhandlungen in den vier Jahren des
Weltkrieges nachzuvollziehen, ist es vorteilhaft sich vorerst
mit der Geschichte der Geographie und der damit eigentümlichen
Geländebeschaffenheiten des Geländes auseinander zu
setzen.
Die Argonnen bilden den südlichen Ausläufer
der Ardennen mit ihrem Kernstück dem Argonnerwald, einem
Waldgebiet, welches sich 10 - 12 km breit zwischen der Maas
im Osten und der Champagne im Westen herzieht.
Erstmals im Rahmen von kriegerischen Auseinandersetzungen
erwähnte man den Argonnerwald im zweiten Koalitionskrieg
1792 zwischen Frankreich und den verbündeten Preussen,
Hessen und Österreichern, sowie 1814 unter Napoleon I.
Im Deutsch - Französischen Krieg 1870/71 wurde er schnell
Etappengebiet. Während das Gelände zur Champagne flach
und seicht abfällt, ragt es im Osten aus dem Airetal steil
hinaus. Der Argonnerwald wird von zahlreichen kleinen Wasserläufen
und Tälern durchschnitten, die das Gelände förmlich
zerklüften. Die bewaldeten Höhen bilden mal breite
Bergrücken mit runden Kuppen, mal schmale Zungen mit schmalen
Graten, welche sich als natürliche Festungen hervorragend
nutzen ließen. Durch nie oder wenig durchgeführte
Forstbewirtschaftung, bildete die in allen Arten und Formen
existierende Vegetation ein undurchdringliches Dickicht und
natürliches Hindernis. Einzig an den Waldrändern standen
geräumige Hochwälder. Dieses für die Truppen
ungewohnte Gelände erzwang eine Umstellung der üblichen
und bis dahin exerzierten Angriffs- und Kampfformen. Der Stellungskampf
wurde dort vier Jahre in der ausgeprägtesten Form durchgeführt.
Durchzogen von Nord nach Süd auf dem Kamm
der Argonnen herführend, läuft die seit Jahrhunderten
existierende Römerstraße, welche sich damals nur
zum Teil nutzen ließ. Gekreuzt wird sie im zentralen Teil
der Argonnen von Ost nach West durch die einzig brauchbaren
Straßen Apremont - Binarville, Montblainville - Servon
(Servonstraße) und Varennes - LeFour de Paris (Varenner
Straße). Die Kreuzung bei Le Four de Paris bildete, mit
ihrer gut ausgebauten Straße Richtung Osten, einen wichtigen
Punkt, da sie von dort aus über Varennes nach Montfaucon
bis hin zur Maas verlief. Einzig brauchbar bei schlechtem Wetter
und Regen, vor allem im Winter, war ebenso nur die Varenner
Straße, da die übrigen Wege auf Grund ihrer schlechten
Beschaffenheit förmlich ersoffen.
Sie war die einzige größere Verbindungsstraße
zwischen Verdun und der Champagne, da nach der Marneschlacht
die Verbindung Verdun - Champagne, die Strasse über St.
Ménehould und Clermont in den Händen der Franzosen
blieb. Um die Straße zum ungestörten Verkehr zwischen
4. und 5. Armee nutzen zu können, war es bereits am 22.
- 24.09.1914 zur zweiten Schlacht um Varennes gekommen.
Dadurch war eine ständige Wegebesserung
ausschlaggebend, die dabei eingesetzten Pioniere, Landwehrtruppen,
Armierungsbataillone und Straßenbaukolonnen leisteten
dabei bewundernswertes. Später wurde das Wegenetz durch
Feld- und Förderbahnen, auch Argonnenbahn genannt, ergänzt.